Erzgebirgisches Wanderbuch by Max Wenzel
by Wenzel, Max, 1879-1946
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[Illustration]
[Illustration]
Erzgebirgisches Wanderbuch.
Erzgebirgisches Wanderbuch
148 _Ausflüge_ und _Wanderungen_ in die
Umgebung von Chemnitz und das Erzgebirge
Bearbeitet von
Max Wenzel, Chemnitz
Mit einer farbigen Übersichtskarte und einem Plane
des Zeisigwaldes.
[Illustration]
H. Thümmlers Verlag, Chemnitz
1919/20.
Is dir dei Harz racht trüb un schwar,
bedrückt dich dies un dos,
do nahm dein Wanderstacken har
un mach dich of dr Stroß!
De liebe Sonn, die maants su gut,
de Vögle singe fruh,
de Blümle nicken gal un rut,
un 's Bachel lacht derzu.
Der Wald, dar rauscht sei altes Lied,
's is alls su hall, su frei, --
wu alls su schie un lustig gieht,
mußt du aa fröhlich sei!
Du gauchzt als wie e Hädelerch
bei setter Lust un Pracht:
Wie hoot Gott uner Arzgeberg
su gar fei schie gemacht!
Max Wenzel.
Vorwort.
Dieses Buch will zunächst für die Freunde unserer Heimat einen
Wegweiser zu den mannigfachen Schönheiten der Chemnitzer Umgebung
und des Erzgebirges darstellen. Es soll aber auch allen denen ein
Führer sein, die durch die Ungunst der Verhältnisse gehindert sind,
größere Reisen auszuführen. Sie werden erkennen, daß das Gute für uns
Chemnitzer sehr nahe liegt, sie also nicht in die Ferne zu schweifen
brauchen, um sich bei der Mutter Natur Trost und Erholung bei allem
Niederdrückenden zu suchen.
Bei der überreichen Fülle von Wanderzielen war es natürlich
ausgeschlossen, jeden landschaftlich schönen Punkt zu berücksichtigen,
indes ist der Versuch gemacht worden, aus jeder Gegend die
besuchenswertesten Strecken und Orte zu Wanderungen zu empfehlen.
Die Überschriften der einzelnen Gruppen geben nur im allgemeinen
die Wandergebiete an, die Grenzen zu den Nachbargebieten sind nicht
streng gezogen. Neben kurzen Spaziergängen sind Halbtags-, sowie
Tagesausflüge angeführt, auch Vorschläge für größere Wanderungen,
die sich auf mehrere Tage erstrecken, fehlen nicht. Dem beschränkten
Eisenbahnverkehr mußte vielfach Rechnung getragen werden, auch wurde
vermieden, zwischen die Wanderungen Bahnfahrten einzuschieben. Die
Grenzen zwischen Sachsen und Böhmen bilden hoffentlich bald kein
Hindernis mehr. Die Wanderzeiten sind für bequeme Wanderer berechnet,
4--4½ ~km~ wurden für die Stunde vorgesehen. Das Empfehlen von
Gasthäusern wurde meist unterlassen, da die Erfahrung lehrte, daß bei
den bestehenden Verhältnissen solche Angaben meist unsicher sind. In
diesem Punkte halte man sich an den Inseratenanhang. Bei weiteren
Ausflügen empfiehlt es sich, am Vorabend der Wanderung den eigentlichen
Ausgangsort aufzusuchen, um die zeitraubende Bahnfahrt am Wandertage zu
vermeiden.
Allen denen, die den Herausgeber mit Rat und Tat unterstützten, sei
auch an dieser Stelle der herzlichste Dank zum Ausdruck gebracht.
Dankbar würden es Verlag und Herausgeber begrüßen, wenn aus den Kreisen
der Benützer Vorschläge für Erweiterung und Verbesserung dieses Buches
eingesendet würden.
Mit dem alten Heimatsgruße »Glück auf«
Der Herausgeber.
_Chemnitz_, im Sommer 1919.
Inhalts-Verzeichnis.
Seite
=Allgemeines= 1
Berge und Höhen, Burgen und Schlösser 4
Ruinen, Flußtäler 5
=1. Siegmar -- Jagdschenke -- Stelzendorf -- Höckericht-Teich
-- Neustadt -- Schönau= (1¾ Std.) 6
=2. Zur Pelzmühle= 7
~a~) Siegmar -- Pelzmühle (¼ Std.) 7
~b~) Rottluff -- Rabenstein -- Bad Grüna -- Pelzmühle
(2¼ Std.) 8
~c~) Kammwanderung nach der Pelzmühle (2 Std.) 11
=3. Siegmar -- Pelzmühle -- Bad Grüna -- Totenstein --
Tannenmühle -- Wüstenbrand= (2¾ Std.) 12
=4. In die Gegend von Hohenstein-Ernstthal= 14
~a~) Siegmar -- Totenstein -- Wind -- Berghaus (2¾ Std.) 14
~b~) Grüna -- Bad Grüna -- Rabensteiner Wald -- Tannenmühle
-- Wind -- Berghaus -- Hohenstein (3--4 Std.) 16
~c~) Wüstenbrand -- Heidelberg -- Wind -- Berghaus --
Windmühle -- Mineralbad -- Hüttengrund -- Hohenstein-Ernstthal
(4 Std.) 17
~d~) Hohenstein-Ernstthal -- Hüttengrund -- Forsthaus
Haynholz -- Hüttenmühle -- Bethlehemstift-- Hohenstein-Ernstthal
oder Kuhschnappel -- St. Egidien (2 Std.) 18
~e~) Mit Benutzung der elektrischen Bahn Hohenstein--Oelsnitz
nach Hartenstein (3--4 Std.) 19
=5. Küchwald-Wanderungen.= 20
~a~) Schloßteich -- Schloßplatz -- Küchwald -- Fischweg
(1½ Std.) 20
~b~) Schloßteichinsel -- Küchwald (Cottaschneise) -- Bismarckturm
(1½ Std.) 22
~c~) Schloßteichinsel -- Küchwald -- Saubornweg -- Bismarckturm
-- Endstation der Straßenbahn Borna
(1 Std. 20 Min.) 23
~d~) Schloßteichinsel -- Küchwald -- Borna -- Glösa --
Scheibe (ca. 2 Std.) 24
~e~) Burgstraße -- Landesanstalt -- Crimmitschauer Wald
-- Bismarckturm -- Borna -- Küchwald -- Schloßteich
(2 Std. 20 Min.) 25
~f~) Furth -- Glösa -- Auerswalde -- Wittgensdorf --
Heinersdorf -- Borna -- Küchwald (3½ Std.) 26
=6. Zum Kinderwalderholungsheim und zur Kinderwaldschänke
bei Ebersdorf= 29
~a~) Schloßteich -- Furth -- Glösa -- Strumpf --
Kinderwalderholungsheim (2 Std.) 30
~b~) Furth-Scheibe -- Kinderwalderholungsheim (1 Std.) 30
~c~) Hilbersdorf -- Kaserne -- Kinderwalderholungsheim
(¾ Std.) 31
~d~) Hilbersdorf -- Exerzierplatz -- Kohlung --
Kinderwalderholungsheim (¾ Std.) 31
=7. Ins Gebiet der unteren Chemnitz und Zwickauer
Mulde= 32
~a~) Wittgensdorf -- Herrnhaider Park -- Plantagengut
Göppersdorf -- Göppersdorf -- Burgstädt (1½ Std.) 33
~b~) Burgstädt -- Taurastein -- Markersdorf -- Schweizertal
-- Burgstädt (2 Std.) 34
~c~) Burgstädt -- Brauselochtal -- Rochsburg -- Höllmühle
-- Burgstädt (3¼ Std.) 36
~d~) Rochsburg -- Lunzenau -- Cossen (1 Std. 5 Min.) 38
~e~) Burgstädt -- Helsdorf -- Höllmühle -- Rochsburg (3 Std.) 39
~f~) Rochsburg -- Berthelsdorf -- Hohenkirchen -- Cossen
(1 Std. 40 Min.) 40
~g~) Burgstädt -- Chemnitztal -- Stein -- Göritzhain --
Seitenhain -- Wechselburg -- Rochlitzer Berg -- Rochlitz
(6 Std.) 42
~h~) Markersdorf-Taura -- Schweizertal -- Chemnitztal --
Göritzhain -- Seitenhain -- Wechselburg -- Rochlitzer
Berg -- Narsdorf (5 Std.) 46
~i~) Cossen -- Göhrener Viadukt -- Altzschillen -- Wechselburg
-- Rochlitzer Berg (2½ Std.) 47
~k~) Pumpschenke Chursdorf -- Höllmühle -- Spinnerei
Amerika -- Penig (2 Std. 40 Min.) 48
~l~) Penig -- Wolkenburg -- Waldenburg -- Grünfelder
Park -- Glänzelmühle -- Glauchau 49
~m~) Penig -- Rochsburg -- Lunzenau -- Wechselburg (4 Std.) 54
=8. Zeisigwald-Wanderungen= 54
~a~) Forststraße -- Goldborn -- Waldschenke -- Dosts Halde
-- Beutenbergturm -- ~D~-Flügel -- Pflanzgartenweg
-- Forststraße (1 Std. 10 Min.) 55
~b~) Schlachthof -- Genossenschafts-Molkerei -- Röhrweg --
Goldborn -- Paradiesweg -- Dosts Halde -- Beutenberg
-- Heideschenke -- Gablenz (2 Std.) 58
~c~) Schlachthof -- Waldschenke -- Euba -- Jägersruh --
Schere -- Adelsberg -- Gablenz (3½ Std.) 59
=9. Nach Schloß Lichtenwalde= 61
~a~) Schlachthof -- Zeisigwald -- Lichtenwalde (2 Std.) 61
~b~) Hilbersdorf -- Ebersdorf -- Brettmühle -- Lichtenwalde
(2 Std.) 64
~c~) Niederwiesa -- Schloß Lichtenwalde (1 Std. 10 Min.) 66
~d~) Braunsdorf -- Lichtenwalde (¼ Std.) 67
~e~) Schloßmühle -- Harraseiche -- Gunnersdorf -- Thümers
Kiefern -- Harrasfelsen -- Braunsdorf (2 Std.) 68
~f~) Schloßmühle -- Harrasfelsen -- Gunnersdorf -- Frankenberg
(2 Std.) 70
~g~) Harrasfelsen -- Altenhainer Mühle -- Flöha (1 Std.
10 Min.) 70
~h~) Schloßmühle -- Braunsdorf -- Finkenmühle -- Flöha
(1¼ Std.) 71
~i~) Schloßmühle -- Braunsdorf (¼ Std.) 71
~k~) Schloßmühle -- Landsknechtswinkel -- Hofewiese --
Niederwiesa (1 Std.) 72
=10. Durchs untere Freiberger Muldental nach Leisnig= 73
Limmritz -- Westewitz -- Hochweitzschen -- Klosterbuch --
Maylust -- Forstgarten -- Schießstände -- Leisnig (4 Std.) 73
=11. Ins untere Zschopautal= 77
~a~) Oberlichtenau -- Brettmühle -- Lichtenwalde -- Ortelsdorfer
Brücke -- Frankenberg -- Lützelhöhe -- Fischerschenke
-- Buchensteig -- Dreiwerden -- Mittweida
(5--6 Std.) 78
~b~) Ottendorf -- Wasserschenke Krumbach -- Zschöpchen --
Neusorge -- Jungfernsprung -- Neudörfchen -- Stadtpark
-- Mittweida (3 Std. 20 Min.) 82
~c~) Mittweida -- Stadtpark -- Neudörfchen -- Liebenhainer
Mühle -- Ringethal -- ~Via mala~ -- Mittweida (3 Std). 83
~d~) Ringethal -- Lauenhainer Mühle -- Mittweida
(1½ Std.) 85
~e~) Mittweida -- Lauenhainer Mühle -- Raubschloß --
Ringethal -- ~Via mala~ -- Mittweida (2½ Std.) 86
~f~) Mittweida -- Lauenhainer Mühle -- Ringethal --
Hermsdorf -- Lochmühle -- Kriebstein -- Waldheim
(4 Std. 10 Min.) 87
~g~) Waldheim -- Kriebstein -- Ehrenberg -- Lochmühle --
Hermsdorf -- Ringethal -- Lauenhainer Mühle --
Mittweida -- Dreiwerden -- Schönborn -- Krumbach --
Sachsenburg -- Frankenberg -- Harrassprung --
Lichtenwalde -- Flöha (10 Std.) 90
=12. In die Striegistäler und nach Hainichen= 92
Frankenberg -- Sachsenburg -- Rossauer Wald -- Crumbach
-- Hainichen (4½ Std.) 92
~a~) Kratzmühle -- Berbersdorf (1 Std. 25 Min.) 94
~b~) Kamera, Dorfstraße -- Ottendorf -- Kaltofen --
Kalkbrüche (1¼ Std.) 94
~c~) Kalkbrüche -- Arnsdorfer Mühle (1¼ Std.) 95
~d~) Hainichen -- Ottendorf -- Kaltofen -- Pappendorf --
Mobendorfer Heumühle -- Riechberg -- Bräunsdorf
Hainichen (5½ Std.) 95
=13. In die Hetzdorfer Schweiz= 96
~a~) Hetzdorf -- Bastei -- Lößnitztal -- Metzdorf -- Hohenfichte
-- Leubsdorf (2½ Std.) 96
~b~) Station Hetzdorf -- Bastei -- Vereins-Parkettfabrik
Metzdorf -- Lößnitztal -- Hammer-Leubsdorf --
Eppendorf -- Gahlenz -- Oederan (4½ Std.) 97
~c~) Station Hetzdorf -- Bastei -- Dorf Hetzdorf-- Karolinenhöhe
-- Börnichen -- Oederan (2¾ Std.) 97
=14. Die Grabentour von Freiberg (Halsbrücke) bis
Nossen und Roßwein= 98
Freiberg -- Herders Ruhe -- Halsbrücker Esse -- Krummhermersdorf
-- Oberreinsberg -- Zollhaus -- Nossen --
Altzella -- Roßwein (6¾ Std.) 98
=15. In den Tharandter Wald= 104
~a~) Bahnhof Tharandt -- Ruine -- Forstgarten -- Königsplatz
-- Bastei -- Königseichen -- Cottas Grab --
Heinrichseck -- Heilige Hallen -- Bahnhof Tharandt
(2½ Std.) 104
~b~) Tharandt -- Talmühle -- Hartha -- Grillenburg --
Seerenteich -- Edle Krone (3½ Std.) 106
~c~) Tharandt -- Stille Liebe -- Edle Krone (1¼ Std.) 107
~d~) Tharandt -- Breiter Grund -- Werther-Denkmal --
Köhlerhütte -- Bellmanns Los -- Tiefer Grund --
Warnsdorfer Quelle -- Grillenburg -- Klingenberg
(3¼ Std.) 108
~e~) Tharandt -- Bellmanns Los -- Tiefer Grund -- Katzentreppen
-- Unverhofft Glück -- Edle Krone (2¼ Std.) 110
=16. In die Weißeritztäler= 110
~a~) Hainsberg -- Rabenauer Grund -- Rabenauer Mühle --
Rabenau -- Spechtritzmühle -- Spechtritz -- Borlas --
Wilde Weißeritz -- Annaplatz -- Johannahöhe -- Unverhofft
Glück -- Edle Krone (5--5½ Std.) 111
~b~) Hainsberg -- Rabenauer Grund -- Rabenauer Mühle
-- Rabenau -- Spechtritzmühle -- Seifersdorf --
Dippoldiswalder Heide -- Einsiedlerstein -- Johannaturm
-- Dippoldiswalde -- Kipsdorf -- Bärenfels --
Schellerhau -- Rehefeld -- Niklasberger Kreuz --
Niklasberg -- Warteck -- Moldau (2 Tage) 113
~c~) Moldau -- Niklasberger Kreuz -- Eichwald -- Teplitz
-- Mariaschein -- Mückentürmchen -- Zinnwald --
Altenberg -- Kipsdorf (2 Tage) 119
=17. In das Gebiet um Frauenstein= 124
~a~) Schmiedeberg -- Saubachtal -- Ammelsdorf -- Körnermühle
-- Frauenstein -- Ratsmühle -- Claußnitz --
Sayda (6¼ Std.) 124
~b~) Klingenberg -- Frauenstein -- Ratsmühle -- Claußnitz
-- Sayda -- Olbernhau (4 Std. 20 Min.) 127
=18. Auf dem östlichen Kammweg ins Natzschungtal= 129
Moldau -- Niklasberger Kreuz -- Neustadt -- Willersdorf
-- Fleyh -- Göhren -- Bad Einsiedel -- Seiffen --
Olbernhau -- Bruchberg -- Sophienstein -- Stößerfelsen
-- Gabrielahütten -- Natzschungtal -- Kallich --
Reitzenhain (2 Tage) 129
=19. Ins Gebiet der Flöha und Pockau= 135
~a~) Leubsdorf -- Grünhainichen -- Floßmühle -- Reifland
(2¾ Std.) 135
~b~) Reifland -- Neunzehnhain -- Waldkirchen (3 Std.) 136
~c~) Reifland -- Rauenstein -- Lengefeld -- Heinzebank --
Wolkenstein (3¾ Std.) 137
~d~) Rauenstein -- Lengefeld -- Adlerstein -- Lauterbacher
Knochen -- Lauterbach -- Ruine Lauterstein -- Zöblitz
(3 Std. 10 Min.) 139
~e~) Zöblitz -- Morgensternhöhe -- Vogeltoffelfelsen --
Teufelsmauer -- Nonnenfelsen -- Katzenstein --
Pobershau -- Marienberg (4 Std.) 141
~f~) Zöblitz -- Katzenstein -- Grüner Graben -- Kühnhaide
-- Reitzenhain (5 Std.) 145
~g~) Reitzenhain -- Kallich -- Natzschungtal-- Gabrielahütten
-- Olbernhau (5½ Std.) 145
~h~) Olbernhau -- Steindl -- Kleinhan -- Gabrielahütten --
Natzschungtal -- Olbernhau (6¼ Std.) 146
~i~) Reitzenhain -- Satzung -- Hirtstein -- Schmalzgrube --
Jöhstadt -- Weißer Hirsch -- Konduppelbachtal --
Königswalde -- Annaberg (7 Std.) 148
=20. Ins Assigbachtal und zur Ruine Hassenstein= 151
Reitzenhain -- Assigbachtal -- 3. Grundmühle -- Tschoschl
-- Krima-Neudorf -- Platz -- Ruine Hassenstein --
Sonnenberg (7¼ Std.) 151
=21. Ins obere Zschopautal= 154
~a~) Flöha -- Schweddey -- Augustusburg -- Kunnerstein --
Erdmannsdorf oder Hennersdorf (2¾ Std.) 154
~b~) Flöha -- Struthwald -- Erdmannsdorf -- Augustusburg
-- Dorfschellenberg -- Leubsdorfer Spinnerei --
Hohenfichte -- Metzdorf -- Hetzdorfer Bastei -- Bahnhof
Falkenau (5 Std. 20 Min.) 157
~c~) Gablenz -- Schere -- Kunnersdorf -- Kunnerstein --
Augustusburg (2½ Std.) 160
~d~) Kunnerstein -- Hennersdorf -- Witzschdorf -- Waldkirchen
-- Zschopau (2 Std. 20 Min.) 162
~e~) Zschopau -- Bodemerkanzel -- ~Via mala~ -- Wilischthal
-- Scharfenstein (2 Std.) 164
~f~) Zschopau -- Ziegenrück -- Scharfensteiner Kanzel --
Scharfenstein (1½ Std.) 165
~g~) Scharfenstein -- Hopfgarten -- Warmbad -- Wolkensteiner
Schweiz -- Wolkenstein (2¾ Std.) 167
~h~) Dittersdorf -- Weißbach -- Wilischthal -- Scharfenstein --
Wolkenstein (5 Std.) 168
=22. Durch das Preßnitztal zum Haßberg, Kupferhübel,
Herrgottstuhl und Keilberg (2 Tage)= 169
1. Tag: Steinbach -- Schmalzgrube -- Christophhammer
-- Haßberg -- Preßnitz -- Kupferberg -- Kupferhübel
-- Kleintal -- Pürstein (7½ Std.) 170
2. Tag: Okenau -- Herrgottstuhl -- Krondorf -- Hauenstein-Warta
-- Hüttmesgrün -- Hauensteiner Forsthaus
-- Hofberg -- Keilberg -- Oberwiesenthal 173
=23. Nach Annaberg, dem Pöhlberg und Bärenstein
oder Scheibenberg= 174
~a~) Bahnhof Schönfeld -- Markus Röhling -- Käthchenstein
-- Schreckenberg -- Frohnauer Hammer --
Annaberg -- Pöhlberg (3 Std.) 175
~b~) Pöhlberg -- Floßgraben -- Morgensonne -- Dorf
Bärenstein -- Bärenstein -- Cranzahl (4 Std.) 178
~c~) Pöhlberg -- Königswalde -- Pöhlatal -- Bärenstein
(2½ Std.) 179
~d~) Annaberg -- Buchholz -- Schlettau -- Stadt Scheibenberg
-- Scheibenberg -- Bahnhof Scheibenberg
(3½ Std.) 180
=24. Zum Fichtel- und Keilberg= 182
~a~) Bärenstein -- Kretscham-Rothensehma -- Rotes Vorwerk
-- Fichtelberg -- Neues Haus -- Gottesgab --
Keilberg -- Oberwiesenthal (6½ Std.) 183
~b~) Weipert -- Schlössel -- Lauxmühle -- Hofberg -- Keilberg
(3¼ Std.) 187
~c~) Cranzahl -- Kretscham-Rothensehma (1½ Std.) 188
~d~) Crottendorf -- Joachimsthaler Straße -- Reitsteig --
Fichtelberg (3¼ Std.) 189
~e~) Mittweida-Markersbach -- Mittweidatal -- Nitzschhammer
-- Wolfner Mühle -- Fichtelberg (4 Std.) 190
~f~) Oberrittersgrün -- Tellerhäuser -- Fichtelberg (3½ Std.) 191
~g~) Johanngeorgenstadt -- Schwarzwassertal -- Gottesgab
-- Fichtelberg -- Keilberg -- Oberwiesenthal
(6¾ Std.) 192
=25. Nach Einsiedel und Umgebung= 193
~a~) Altchemnitz (Neue Welt) -- Einsiedel (1¼ Std.) 194
~b~) Bernsdorf (Feldschlößchen) -- Reichenhain -- Pfaffensteig
-- Niederwald -- Einsiedel (1¾ Std.) 195
~c~) Altchemnitz -- Promenadenweg -- Erfenschlag --
Stiefelmühle -- Pfarrhübel -- Einsiedel (1 Std. 20 Min.) 196
~d~) Erfenschlag -- Niederwald -- Goldner Hahn -- Talsperre
-- Einsiedel (2 Std.) 197
~e~) Erfenschlag -- Alte Harth -- Berbisdorf -- Eibenberg
-- Geiersberg -- Einsiedel (2¾ Std.) 198
~f~) Bernsdorf -- Erfenschlag -- Pfarrhübel -- Geiersberg
-- Schieferwinkel -- Einsiedel (3 Std.) 200
~g~) Einsiedel -- Wettinhöhe -- Mühlbergweg -- Dittersdorf
(2 Std.) 201
~h~) Einsiedel -- Talsperre -- Herrenteich -- Wettinhöhe --
Bahnhof Einsiedel (1 Std. 10 Min.) 202
~i~) Einsiedel -- Körnerhöhe -- Kemtauer Felsen -- Bahnhof
Dittersdorf -- Waldesrauschen -- Einsiedel
(3 Std.) 203
~k~) Einsiedel -- Dittersdorfer Höhe -- Fischzuchttal --
Einsiedel (2¼ Std.) 204
~l~) Dittersdorfer Höhe -- Dittmannsdorf -- Hennersdorf
(2 Std.) 205
~m~) Einsiedel -- Fischzuchttal -- Dittersdorfer Höhe --
Dittersdorf (2 Std.) 206
~n~) Einsiedel -- Waldesrauschen -- Dittersdorf -- Kemtauer
Felsen -- Burkhardtsdorf (3 Std.) 207
~o~) Einsiedel -- Fischzuchttal-- Oberwald -- Dittmannsdorf
-- Sternmühle -- Adelsberg -- Neue Schenken --
Feldschlößchen (5 Std.) 208
~p~) Gablenz -- Adelsberg -- Sternmühle -- Poetenweg --
Erdmannsdorf (3 Std.) 210
~q~) Altchemnitz -- Klaffenbach -- Arnokreuz -- Bergschenke
-- Geiersberg -- Einsiedel (2½ Std.) 211
~r~) Dittersdorf -- Gelenauer Steig -- Kalkofen -- Burgstein
-- Oberer Hammerbergweg -- Dittersdorf (2 Std.) 212
=26. Ins Gebiet der Greifensteine= 214
~a~) Dittersdorf -- Kemtauer Felsen -- Auerbach -- Jahnsbach
-- Greifensteine -- Ehrenfriedersdorf (5 Std.) 215
~b~) Burkhardtsdorf -- Besenschenke -- Thum -- Greifensteine
-- Ehrenfriedersdorf -- Saubachtal -- Kalter
Muff -- Bahnhof Wolkenstein (5¼ Std.) 217
~c~) Jahnsbach -- Greifensteine -- Greifenbachtal --
Walthers Höhe -- Geyer -- Ehrenfriedersdorf --
Thum -- Burkhardtsdorf (5¾ Std.) 218
~d~) Zwönitz -- Niederzwönitzer Wald -- Gifthütte --
Greifenstein -- Walthers Höhe -- Geyer -- Ehrenfriedersdorf
(4 Std.) 220
=27. Stadtparkgänge= 221
~a~) Treffurthbrücke -- Stadtpark -- Wind -- Eichhörnchen
-- Markersdorf -- Altchemnitz -- Stadtpark (2 Std.
40 Min.) 221
~b~) Treffurthbrücke -- Stadtpark -- Helbersdorf --
Markersdorfer Schmiede -- Harthau -- Altchemnitz
(Neue Welt) (2 Std. 5 Min.) 223
=28. Ins Zwönitz- und Würschnitztal= 224
~a~) Stollberg -- Tabakstanne -- Thalheim (1½ Std.) 224
~b~) Pfaffenhain -- Goldbach -- Tabakstanne -- Thalheim
(2 Std.) 226
~c~) Stollberg -- Heiliges Holz -- Großer Stein -- Brettmühle
-- Guter Brunnen -- Zwönitz (2½ Std.) 226
~d~) Zwönitz -- Moosheide -- Grünhain -- Spiegelwald --
Fürstenbrunn -- St. Oswaldskirche -- Langenberg --
Schwarzbach -- Elterlein (5 Std.) 227
~e~) Zwönitz -- Ziegenberg -- Moosheide -- Schatzenstein --
Elterlein -- Schwarzbach -- Förstel -- Langenberg --
Schwarzenberg (4½ Std.) 230
~f~) Grünhain -- Spiegelwald -- Fürstenbrunn -- Oswaldkirche
-- Waschleithe -- Grünhain bez. Zwönitz
(2¾ bez. 4¼ Std.) 232
~g~) Lößnitz -- Alberoda -- Dürre Henne -- Hohe Warte --
Prinzenhöhle -- Niederschlema -- Floßgraben -- Aue
(3¾ Std.) 233
~h~) Stollberg -- Oberdorf -- Beutha -- Raum -- Meisterei
-- Prinzenhöhle -- Stein -- Hartenstein -- Raum --
Beutha -- Stollberg (5¾ bis 6 Std.) 235
=29. Ins Schwarzwasser-, obere Muldental und zum
Auersberg= 237
~a~) Schwarzenberg -- Konradswiese -- Morgenleite --
Jägerhaus am Ochsenkopf -- Antonsthal -- Erlabrunn
-- Johanngeorgenstadt (5¼ Std.) 238
~b~) Schwarzenberg -- Antonsthal -- Jägerhaus am
Ochsenkopf -- Morgenleite -- Bockau -- Rechenhaus
-- Floßgraben -- Auerhammer -- Aue (7¼ Std.) 240
~c~) Schwarzenberg -- Morgenleite -- Konradswiese --
Bockau -- Rechenhaus -- Floßgraben -- Aue (5¼ Std.) 242
~d~) Aue -- Floßgraben -- Bockau-- Jägerhaus am Ochsenkopf
-- Morgenleite -- Konradswiese -- Schwarzenberg
(6 Std.) 242
~e~) Aue -- Köhlerturm a. d. Gleesberg -- Schneeberg --
Floßgraben -- Aue (3¾ Std.) 244
~f~) Aue -- Konradswiese -- Morgenleite -- Jägerhaus am
Ochsenkopf -- Sosa -- Eibenstock (5½ Std.) 246
~g~) Johanngeorgenstadt -- Kleiner Kranichsee -- Auersberg
-- Wildenthal -- Bockautal -- Eibenstock (4½ Std.) 247
~h~) Blauenthal -- Zimmersacher -- Wildenthal -- Auersberg
-- Sauschwemme -- Steinbach -- Johanngeorgenstadt
(4½ Std.) 249
~i~) Blumenthal -- Zimmersacher -- Wildenthal -- Auersberg
-- Oberwildenthal -- Weiters Glashütte --
Kranichsee -- Sachsengrund -- Morgenröte -- Rautenkranz
(8 Std.) 250
~k~) Eibenstock -- Karlsfeld -- Kranichsee -- Sachsengrund --
Morgenröte -- Rautenkranz (5½ Std.) 252
~l~) Erlabrunn -- Steinbach -- Auersberg (2½ Std.) 252
~m~) Eibenstock -- Burkhardtsgrün -- Filzteich -- Schneeberg
-- Floßgraben -- Aue (5 Std.) 254
~n~) Stollberg -- Oberdorf -- Beutha -- Raum -- Meisterei --
Prinzenhöhle -- Wildbach -- Keilberg mit Bismarckturm
-- Schneeberg -- Floßgraben -- Aue (7 Std.) 256
=30. Der Erzgebirgskammweg= 257
2½tägige Wanderung.
1. Halbtag: Blauenthal -- Zimmersacher -- Wildenthal --
Auersberg (2¾ Std.) 257
2. Tag: Auersberg -- Sauschwemme -- Steinbach --
Johanngeorgenstadt -- Platten -- Abertham -- Pleßberg
-- Gottesgab -- Fichtelberg (7½ bis 8 Std.) 258
3. Tag: Fichtelberg -- Keilberg -- Kupferberg -- Preßnitz
-- Christophhammer -- Schmalzgrube (7 Std.) 259
=31. Die Höhenwege im Erzgebirge= 260
Höhenweg I 260
Höhenweg II und III 261
Druckfehlerberichtigung 262
Plan des Zeisigwaldes 263
Wanderregeln 264
Zehn Gebote für Erzgebirgswanderer 265
=Anhang=: Erzählung »'s Gartenhäusel« und Anzeigen A1--A62
Namenverzeichnis A63
Allgemeines.
Den Namen verdankt unser _Erzgebirge_ seinem Reichtum an erzhaltigem
Gestein, dessen Abbau im Jahr 1163 begann. Vorher war es unter dem
Namen _Miriquidi_, zu deutsch Schwarzwald, dunkler Wald, bekannt. Schon
die Edda führt diesen Namen an. Ältere römische Schriftsteller erwähnen
das _Herkynische Gebirge_, als einen mächtigen Gebirgszug von der Donau
bis zur Weichsel, der auch unser Gebiet mit einschließen würde. Auch
der Name »Böhmerwald« ist gebräuchlich gewesen. Zum Unterschied von
verschiedenen anderen Erzgebirgen bezeichnete man das unsere als das
Meißnische Erzgebirge.
Es bildet das Grenzgebiet zwischen Sachsen und Böhmen und erstreckt
sich von der Gottleuba bis zur Zwota und Zwickauer Mulde. Im Süden wird
es vom Eger- und Bielatal, im Norden vom sächsischen Tiefland begrenzt.
Von Süden aus gesehen erscheint das Erzgebirge als eine steile mächtige
Gebirgsmauer, zerklüftet und zerrissen durch zahlreiche tiefe, wenn
auch kurze, Täler und Schluchten. Der Kamm verläuft hauptsächlich in
Böhmen und bildet häufig Hochflächen, mächtige mit Wald, Sumpf oder
Moor bedeckte Flachlandschaften. Die mittlere Höhe ist 844 Meter.
Die höchsten Erhebungen -- Keil- und Fichtelberg -- befinden sich im
mittleren Teile. Von hier senkt sich der Kamm ziemlich rasch nach dem
westlich gelegenen Elstergebirge zu. Nach Osten verläuft er länger
und allmählicher zum Elbsandsteingebirge. Zahlreiche Straßen und vier
Gebirgsbahnen kreuzen den Kamm, der an vielen Stellen noch bewohnt ist.
Der Nordabhang dacht sich allmählich ab.
Der von Norden her Kommende genießt daher die Schönheiten des Gebirges
in fortwährenden Steigerungen. Der sanfte Nordabfall ermöglicht auch
dem Reisenden bis in die nächste Nähe der Bergherrlichkeiten fahren
zu können. Dem Chemnitzer im besonderen ist es dadurch vergönnt, auch
bei nur kurzer Reisezeit bis zum Kamm vordringen zu können. Reichlich
die Hälfte unseres Gebirges ist mit _Wald_ bedeckt. Der Heimatsbaum
des Erzgebirges ist die Fichte, besonders wirksam ist es, wenn
Buchenbestände den Fichtenwald durchsetzen, bei der Laubfärbung des
Herbstes besonders erzielt dies die reizvollsten Bilder.
Von der Rauhheit des Gebirges ist schon manches garstige Lied gesungen
worden. Die Schilderungen von der Unwirtlichkeit und Armut des Gebirges
sind übertrieben oder längst überwunden. Das ganze etwa 6560 ~qkm~
umfassende Gebirge zählt ungefähr 2 Millionen Einwohner. Ackerbau und
Industrie finden sich noch in den höchsten Gegenden.
Der Gebirgsbewohner hat sich der Natur seines Landes und dem Wechsel
in seinem Erwerbsleben angepaßt. Die frühere bergmännische Bevölkerung
hat den Übergang zur industriellen Betätigung dank ihrer Anstelligkeit
und Schmiegsamkeit leicht bewerkstelligt. Über die Mißhelligkeiten des
Lebens hilft dem Erzgebirgler sein Humor leicht hinweg. Derbkräftig
sind Satire und Ironie ausgebildet. In guten Zeiten lebt er gern etwas
lustig, wenn er es auch in ungünstigen Zeitläuften wieder büßen muß.
Man lebt eben gern »gemütlich«.
In den Gegenden der Spitzen- und Posamentenindustrie macht man
naturgemäß gern etwas »Staat«. Dem Fremden begegnet man mit Höflichkeit
und gibt auf Befragen gern und ausführlich Auskunft.
Heiterer Sinn und Tiefe des Gemütes spiegeln sich in der Sangesfreude
unserer Gebirgler wieder. Künstlerischen Drang beweisen auch die
Erzeugnisse volkstümlicher Weihnachtskunst, wie Krippen, Pyramiden usw.
Der Dialekt gehört zu den mitteldeutschen Mundarten, infolge der
reichlichen Zuwanderung fremder Bergarbeiter und Industriearbeiter
haben sich thüringische, fränkische, vor allem Harzer
Sprachbestandteile eingedrängt. Auffallend ist der Wechsel in der
Mundart bei den Bewohnern links und rechts der böhmischen Grenze.
Eine ziemlich umfangreiche Dialekt-Literatur ist vorhanden und weit
verbreitet.
Der einstmals berühmte Erzbergbau ist nahezu erloschen. Während des
Krieges zwang die Rohstoffnot dazu, in verschiedenen Gegenden den
Betrieb wieder aufzunehmen. Nur in den Kohlengegenden lebt die einstige
Bergherrlichkeit fort.
Mannigfaltig und vielgestaltig sind die Schönheiten des Gebirges.
Hochragende, aussichtsreiche Berge, liebliche Flußtäler, gigantische
Felsen, düstere Moore, stolze Burgen und Schlösser, betriebsame
fleißige Städte und Dörfer, idyllische Dörfchen und Mühlen, dazu der
prächtige Wald -- alles dies vereinigt sich, um dem Naturfreund zu
beweisen, daß das Erzgebirge keinesfalls hinter den übrigen deutschen
Mittelgebirgen zurückzustehen braucht. Von Chemnitz aus kann man in
bequemen Tageswanderungen viel Schönes sehen. Wer Gelegenheit hat, am
Sonnabend Nachmittag oder Abend schon die Bahn benutzen zu können, kann
ganz prächtige Wanderungen bis über den Kamm ausführen.
Berge und Höhen.
Adelsberg 508 ~m~
Auersberg 1018 ~m~
Bärenstein 898 ~m~
Beutenberg 426 ~m~
Bühl 627 ~m~
Dittersdorfer Höhe 554 ~m~
Donnersberg 836 ~m~
Dreibrüderhöhe 688 ~m~
Fichtelberg 1213 ~m~
Gahlenzer Höhe 466 ~m~
Geiersberg 536 ~m~
Geisingberg 823 ~m~
Gleesberg 602 ~m~
Greifenstein 727 ~m~
Jöhstädter Höhe 820 ~m~
Kahlenberg 895 ~m~
Keilberg 1245 ~m~
Kuhberg 795 ~m~
Kupferhübel 841 ~m~
Morgenleite 813 ~m~
Mückentürmchen 808 ~m~
Peindlberg 974 ~m~
Pleßberg 1027 ~m~
Pöhlberg 833 ~m~
Rochlitzer Berg 378 ~m~
Schatzenstein 762 ~m~
Scheibenberg 805 ~m~
Schwartenberg 788 ~m~
Spiegelwald 727 ~m~
Tellkoppe 758 ~m~
Totenstein 479 ~m~
Waltershöhe 697 ~m~
Burgen und Schlösser.
Colditz, Rochsburg, Kriebstein, Sachsenburg, Lichtenwalde,
Augustusburg, Scharfenstein, Wolkenstein, Frauenstein, Glauchau,
Wechselburg, Pürschenstein, Rothenhaus, Eisenberg, Hauenstein, Elbogen.
Ruinen.
Himmelstein, Hassenstein, Riesenstein, Frauenstein, Schönburg,
Tharandt, Niederlauterstein.
Künstlich: Schreckenberg bei Annaberg.
Flußtäler.
Elster, Zwickauer Mulde, Freiberger Mulde, Zwönitz, Schwarzwasser,
Chemnitz, Flöha, Sehma, Preßnitz, Zschopau, Müglitz, Schwarze Pockau,
Rote Weißeritz, Assigbachtal, Natzschungtal, Konduppelbachtal.
[Illustration]
Eine Reihe von Wanderungen, mit dem Ausgangspunkt Siegmar, zeigen dem
Naturfreund die Anmut der näheren Umgebung von Chemnitz. Die bequeme
Straßenbahnverbindung am Anfang oder Ende der Touren machen sie
auch nicht allzu rüstigen Fußgängern möglich. Die gern aufgesuchte
Pelzmühle wurde, ihrer günstigen Lage wegen, in den Mittelpunkt einiger
Wanderungen gestellt.
1. Siegmar -- Jagdschenke -- Stelzendorf -- Höckericht-Teich --
Neustadt -- Schönau.
Wanderzeit: 1¾ Std.
Ausgangspunkt: Gasthof Siegmar; hierher mit der Straßenbahn.
Links durch die Eisenbahnbrücke, die Straße aufwärts zur _Jagdschenke_
(knapp ½ Stunde).
Zu Stelzendorf gehörendes einsames ländliches Gasthaus mit
großem Garten. Eigentum der Stadt Chemnitz. Am hinteren Ende
des Gartens, unter einer Eiche, ein einfaches Denkmal Theodor
Körners.
Wir wandern links die Fahrstraße aufwärts, genießen von der Höhe einen
schönen Rückblick, und gelangen in 25 Minuten nach _Stelzendorf_.
Behäbiges Bauerndorf mit etwas Strumpf- und Handschuh-Industrie.
Von der Restauration Riedel führt links ein Weg ab, den wir
einschlagen, dann den Fußweg am Zaune hin. Rechts liegt die Schule
mit Turm. Nach zirka 8 Minuten gelangen wir zum letzten Gute, am
ziegelbedachten Wohnhaus erkenntlich. Rechts weiter, an einem Teich
vorbei. Ein Fußweg bringt uns auf die Straße. Auf dieser zum Restaurant
»Zum Forsthaus«. Hier zeigt ein Wegweiser den Weg nach Neustadt.
Diesem folgen wir und kommen am Rande eines Gebüsches abwärts gehend
zum _Höckericht-Teich_. Hübsch gelegen, mit mancherlei Beute für den
Botaniker (Fieberklee u. a. m.) Wir gehen am Damm entlang und biegen
an seinem Ende rechts ein. Ein Fußweg führt uns durch Fichten, später
durch Feld, an den Neustadt-Schönauer Friedhof. Nun über die Bahngleise
und zum Gasthof _Neustadt_ (¾ Std.). Von hier mit der Straßenbahn
zurück nach Chemnitz.
Von der _Jagdschenke_ kann man auch in ½ Std. nach _Reichenbrand_
wandern. Zunächst rechts abwärts bis zur Wegteilung und nun links den
Fahrweg weiter. Von Reichenbrand nach Chemnitz die Straßenbahn benutzen.
2. Zur Pelzmühle.
~a~) Wanderzeit ¼ Std. -- Ausgangspunkt: Gasthof Siegmar. Hierher mit
der Straßenbahn.
Auf der Landstraße bis zum Bahnviadukt. Dann rechts, an der
Schreibfederfabrik von Nevoigt vorbei. Zwei mächtige Hirschfiguren
zeigen den Eingang zur _Pelzmühle_, dem starkbesuchten Garten-
und Tanzlokal. Allerhand Sehenswürdigkeiten und Belustigungen,
besonders für Kinder. Auf dem großen Gondelteiche ist Gelegenheit zum
Motorbootfahren.
¼ Std. von der Pelzmühle entfernt liegt das _Karolabad_. Man erreicht
es am Pelzmühlenteich rechts vorbei den Feldweg bis zur Straßenkreuzung
wandernd. Nun wenige Schritte nach rechts aufwärts.
~b~) Über _Rottluff_, _Rabenstein_, _Bad Grüna_ zur _Pelzmühle_.
Wanderzeit: 2¼ Std. Ausgangspunkt: Endstation der
Straßenbahn in _Altendorf_ (Gasthaus Wiesenburg).
Die Landstraße entlang, am Straßenbahnhof vorbei. Nach wenigen Minuten
die Landstraße rechts weiter. Durch die Eisenbahnbrücke. Wegteilung.
Entweder links hinauf am Restaurant »Erholung«, dem Friedhof und dem
Gasthaus »Zur grünen Tanne« vorbei; oder die Landstraße weiter, über
die Brücke nach _Rottluff_. Nach Durchwandern dieses Dorfes gelangen
wir in das sich unmittelbar anschließende _Rabenstein_. Dorf mit zirka
4800 Einwohnern. Großes Kalkwerk. Zwei Rittergüter. Schöne gotische
Kirche. Wir gehen zunächst bis zum »Gasthaus Rabenstein«. Nun die
Chemnitzer Straße weiter bis Haus 90 ~b~ (rechte Seite). Auf der rechts
abbiegenden Röhrsdorfer Straße bis zur zweiten Telephonstange. Nun
links die Nordstraße weiter. Nicht irre machen lassen durch eine Reihe
von Feldwegen, die wir kreuzen. Einen Graben überschreiten, etwas
aufwärts und am Feldrande weiter. Links Haselnußhecken. Unterhalb sehen
wir die sogenannten Kalkwiesen. Bei Wegteilung rechts den schmalen Weg
hinauf, durch Buchenwald. Unter dem Viadukt der Wüstenbrand-Limbacher
Bahn hinweg, wieder durch Buchenwald und schließlich in den Hof
der _Brauerei Rabenstein_. Bierbetrieb in der Art des Münchner
Hofbräuhauses im kleinen. Wir sind wieder auf der Fahrstraße angelangt.
Halbrechts ein hübscher Blick in den Park des Schlosses Rabenstein.
Durch die Baumgruppen blickt die Ruine der alten Burg Rabenstein.
Die Nachrichten über diesen Herrschaftssitz reichen bis ins
14. Jahrhundert zurück, jedenfalls ist die Burg aber viel
älter. Am 10. Januar 1336 erteilte Kaiser Ludwig (1314--1347)
dem Markgrafen Friedrich von Meißen, seinem Schwiegersohne,
die Lehen über Burg und Stadt Waldenburg und auch über die
Burg zu Rabenstein, vorausgesetzt, daß der damalige Herr von
Waldenburg und Rabenstein, Adomant von Waldenburg, stürbe,
ohne Erben zu hinterlassen. Die Voraussetzung traf allerdings
nicht ein, etwa 40 Jahre später verkauften die Waldenburger
Burg und Herrschaft Rabenstein für 1700 Schock Freiberger
gute Groschen an das Benediktinerkloster zu Chemnitz. Aus
diesem Kaufvertrag ist der bedeutende Umfang der Herrschaft
zu ersehen. Als Lehnsträger werden genannt: Heinrich von
Kriebitzsch, der größere Teile von Grüna und Reichenbrand
besaß, Peter von Kyaw, mit Besitzungen in Helbersdorf und
Heinz von Höckericht auf Höckericht. Außerdem werden als
Freisassen oder bürgerliche Lehnsleute aufgeführt: Franz von
Schwenkenstein in Rottluff und Röhrsdorf, zwei Bauern in
Neustadt, damals Höckericht genannt, und Peter Arnold von der
Reißigmühle bei Chemnitz. Hierzu kommen die Dörfer Stein (damit
ist Niederrabenstein gemeint), Reichenbrand, Grüna, Löbenhain,
Kändler, Siegmar, Neustadt, Pleißa und Schönau, im ganzen neun
Dörfer. Oberrabenstein nennt der Vertrag nicht, da es nicht
als Dorf galt, sondern nur als Bestandteil des Rittergutes
Rabenstein. Der große Rabensteiner Wald, der heute noch
ungefähr neun Hektar umfaßt und die Stein-, Eisen-, Kalk- und
Erzgruben werden ganz besonders erwähnt. Dieser Kauf war die
Ursache eines langen verwickelten Rechtsstreites (1386--1449)
zwischen dem Chemnitzer Kloster und dem Burggrafen Albert V.
von Leisnig auf Rochsburg, der Ansprüche auf die von seinem
Vetter verkaufte Herrschaft geltend machte. Er zog mit seinen
Mannen vor die Burg Rabenstein, belagerte und erstürmte sie und
hielt den kriegerischen Abt zehn Tage lang in der Burgkapelle
gefangen, weswegen er sich vor dem päpstlichen Nuntius
verantworten mußte. 1548 bei der Auflösung der Klöster fiel die
Oberrabensteiner Herrschaft an die Krone. 1619 verkaufte sie
der Kurfürst Johann Georg an seinen Oberlandjägermeister Hans
Georg von Carlowitz für 1400 Gulden. Nach Zienerts Volkssagen
soll Carlowitz sehr mißgestaltet gewesen sein und soll an einem
unbekannten Orte des Schlosses eine Pfanne voll Geld vergraben
haben mit dem Bannspruche, daß ein Besitzer des Schlosses
aus seiner Familie, ebenso bucklig wie er, den Schatz finden
und heben solle. Der Schatz harrt noch seiner Auffindung,
wahrscheinlich weil die Besitzer einigemale wechselten.
Gegenwärtig gehört die Herrschaft der Familie Herfurth
in Chemnitz. Das Dorf zählt jetzt gegen 4000 Einwohner,
die hauptsächlich in der Textilbranche beschäftigt sind.
Bemerkenswert sind die Kalkwerke, die bis 1909 in Betrieb
waren. Besonders war das obere als altertümliches Bauwerk
geschätzt. Am 28. Juni 1914, dem Tage des Fürstenmordes in
Serajewo, diente das Kalkwerk als Schauplatz des Heimatsfestes.
Ein Naturtheater ist an diesem Platze geplant.
Von der Brauerei aus gehen wir links die Straße bis zum »Gasthof zum
Löwen«, dann die Bahnhofstraße weiter zum Bahnhofsrestaurant. Nun
rechts hinauf an der Hecke hin, über das Bahngleis.
Bedauerlicherweise ist der Besuch der Mondscheinlinde,
(geradefort auf der Anhöhe), durch ihre Einbeziehung in den
Park des Rittergutes, nicht mehr gestattet. Ein prächtiger
Blick auf das Gebirge mit dem Lugau-Oelsnitzer Kohlenbecken im
Vordergrunde ist dadurch dem Naturfreund verloren gegangen.
Hinter dem Gleis dreifache Wegteilung. Wir benutzen den mittelsten,
nach einer Minute teilt sich der Weg abermals, wir wenden uns
nach links zu den drei Friedenseichen (1871 zur Erinnerung an den
Friedensschluß gepflanzt) und genießen den schönen Ausblick. Nun
wieder aufwärts am Waldrand hin und dann den ersten Schneisenweg vor
Grenzstein 384. Bis zur Fahrstraße (zirka drei Minuten). Auf dieser
links weiter bis Abteilungsnummer 36. Hier links weiter. Schöner Blick
auf Rabenstein und Chemnitz mit dem Beutenberg. Wir kreuzen bei den
Abteilungsnummern 35/36 und 44/45 sowie 34/35 und 44/45 Schneisen. Der
Weg führt stark abwärts zu einem waldigen Grund. Unten rechts Stein 17.
Wir gehen den eingeschlagenen Weg weiter (also nicht links abwärts).
Steil hinauf zu den Abteilungsnummern 43/44 und 32/33, kreuzen die
Schneise bei Wagners Ruh und gehen eine Minute weit nach rechts, wo
links ein Wegweiser nach Annas Ruh und dem Josefaturm zeigt. Wir gehen
bis zum Waldrand und an diesem hinab zum Bad _Grüna_.
Naturheilanstalt mit Park für Kur- und Badegäste und Gasthaus. Vom
Eingang der Heilanstalt die Landstraße links weiter am Zaun entlang,
an der Zaunecke rechts weiter dem Wegweiser »Pelzmühle« folgend. Links
das Wasserwerk Grüna. Nach Aufhören des Zaunweges am Feld- und Waldrand
hinab bis auf die Fahrstraße. Über die Brücke gehen wir nicht. Den
Fahrweg zirka drei Minuten nach links, den ersten Weg nach rechts ab
und zur _Pelzmühle_.
Von hier erreicht man in ¼ Stunde die Straßenbahn in Siegmar.
~c~) Kammwanderung nach der Pelzmühle.
Wanderzeit: 2 Std. Ausgangspunkt: Endstation Weststraße.
Die Weststraße bis zum Ende gehen, dann rechts die Kochstraße hinab
bis zur Waldenburger Straße. Diese links bis zum Kriegerdenkmal in der
Nähe der Kirche des Stadtteiles Altendorf. Gegenüber des Denkmals
den Fußweg links ab. Weg biegt nach rechts. Vor uns einige Villen,
rechts von diesen die stattliche Schönauer Schule. Auf diese zu. (Weg
führt rechts an den Villen vorbei). Aussicht auf Schönau, Siegmar,
Rabenstein, Rottluff, Chemnitz usw. Weg mündet in die querkommende
Rabenstein-Siegmarer Straße. Auf ihr nach rechts, die Eisenbahn
überschreiten, dahinter den Fußweg links ab, der erst neben der Bahn
hinführt, nach kurzer Zeit aber nach rechts umbiegt und auf die breite
Chaussee führt. Auf dieser rechts bis Bahnhof Rabenstein. Von hier nach
der Pelzmühle wie unter 2 ~b~.
3. =Siegmar= -- =Pelzmühle= (¼ Std.) -- =Bad Grüna= (½ Std.) --
=Totenstein= (½ Std.) -- =Tannenmühle= (¾ Std.) -- =Wüstenbrand= (¾
Std.).
Wanderzeit: 3 Std.
Ausgangspunkt: Gasthof Siegmar.
Vom Gasthaus Siegmar zur Pelzmühle siehe Wanderung 2 ~a~. Am
Pelzmühlenteich rechts vorbei, den Feldweg zur Straßenkreuzung. Die
Häuser links lassend, die Straße weiter in den Wald. Den Weg zeigt uns
ein Wegweiser mit der Aufschrift »Sanatorium«. Hinauf bis zur Bahn,
dann links zur Naturheilanstalt Bad Grüna. Am Gartenzaun aufwärts,
unter der Eisenbahnbrücke der Linie Limbach--Wüstenbrand hinweg. Dem
Wegweiser »Josefaturm« folgen. Oben auf der Straße angekommen, gehen
wir links zum Aussichtsturm auf dem 479 ~m~ hohen _Totenstein_.
Der Name ist jedenfalls eine Verstümmelung aus Taubenstein,
da man ohne wesentliche Erfolge dort nach Erzen grub und
nur »taubes Gestein« fand. Daß hier die Richtstätte der
Rabensteiner Herrschaft gewesen soll, gehört wohl in das
Gebiet der Sage, die den Ort auch mit allerlei gruseligen
Geschichten umgeben hat. Der Turm ist nur an den Sonntagen des
Sommerhalbjahres geöffnet, Wochentags muß man den Schlüssel
im Bad Grüna mitnehmen. Hinter dem Turme befindet sich an
zwei vergitterten Stellen Leuchtmoos. Der Turm ist vom
Erzgebirgsverein Limbach erbaut und nach der Prinzessin Josefa,
der Tochter des Königs Georg und als Gemahlin des Erzherzogs
Otto von Oesterreich die Mutter des letzten Kaisers von
Österreich, benannt. Er steht genau nach den Himmelsrichtungen
und bietet eine sehr lohnende Aussicht. Gelegenheit,
Erfrischungen zu kaufen, gibt es nur Sonntags. Vom westlichen
Felsvorsprung hübsche Aussicht nach Pleißa-Limbach.
Verschiedene Wegetafeln geben die Entfernungen nach einigen Orten an.
Wir folgen dem »Nach der Tannenmühle, 30 Minuten«, man kann aber 45
Minuten rechnen. Die Wegemarkierung unseres Weges ist rot-gelb. Auf der
Straße weiter bis zu der von links kommenden Straße Pleißa--Wüstenbrand
und auf dieser rechts hinauf bis zum Wegweiser »Tannenmühle«. In
kürzester Zeit erreichen wir die _Tannenmühle_, eine ehemalige
Mahlmühle, jetzt Landgasthof. Die Mühlsteine sind in das Gebäude
eingemauert.
Zurück auf die Straße und auf dieser in ¾ Stunde bei reicher Aussicht
nach _Wüstenbrand_.
Dorf mit etwa 1800 Einwohnern. Im Osten erhebt sich über
dem Orte der _Heidelberg_ mit dem am Südabhange gelegenen
Laubwäldchen. Dieses hat der Ortsverein durch Anlegung von
Spazierwegen und Aufstellen von Ruhebänken zu einem hübschen
Park umgestaltet. Auf der Höhe des Berges hat er einen
eisernen, 22 ~m~ hohen Aussichtsturm, den Königin-Carolaturm,
erbauen lassen, von dem aus ein guter Überblick über das
terrassenförmig sich aufbauende Erzgebirge von Norden
her ermöglicht ist. Das Panorama reicht von den Höhen des
Vogtlandes bis zur Gegend von Marienberg. Am Fuße des Berges,
drei Minuten vom Turm, liegt das Gasthaus »Zum Kronprinz«.
Von Wüstenbrand mit der Bahn nach Chemnitz zurück.
4. =In die Gegend von Hohenstein-Ernstthal.=
Der Besuch der anmutigen Schwesterstadt Hohenstein-Ernstthal ist zu
empfehlen, da man reizvolle Wanderungen damit verbinden kann. Außerdem
bieten verschiedene Aussichtspunkte in der Nähe der Stadt ganz
herrliche Blicke vor allem auf das mittlere und westliche Erzgebirge.
Der terrassenförmige Aufbau des ganzen Gebirges ist prachtvoll zu
übersehen. Straßen- und Eisenbahnen erleichtern die Ausflüge wesentlich.
~a~) _Siegmar_ -- _Totenstein_ (1¼ Std.) -- _Wind_ (1 Std.) --
_Berghaus_ (½ Std.).
Ausgangspunkt Siegmar.
Bis zum _Totenstein_ wie unter Wanderung 3. Die Wanderung wird nun
ostwärts fortgesetzt. Kurz vor der Wüstenbrand-Limbacher Chaussee
zweigt rechts eine Schneise ab. Auf dieser, die genannte Chaussee
überschreitend, bis zur Wüstenbrand-Pleißaer Straße. Dieser aufwärts
folgend zum »kühlen Morgen« (einer zu Wüstenbrand gehörenden
Häusergruppe) und hier rechts abgehend durch die Felder zum Gasthause
zum »_Wind_«. Der rechts sichtbar werdende und mit einer Steinsäule
versehene Gipfel des Pfaffenberges ist Station der mitteleuropäischen
Gradmessung (480 ~m~ ü. M.). Nördlich hebt sich die bewaldete
Kuppe der Langenberger Höhe (485 ~m~) in unmittelbarer Nähe aus
dem Grunde, den das Schönburgische Forstrevier Oberwaldenburg mit
erfüllt und südlich zieht sich die Kette der Höhenzüge und Bergkuppen
des Zentral- und westlichen Erzgebirges hin. Bald zeigen sich
auch die im Lungwitztale liegenden Orte und das Lugau-Oelsnitzer
Steinkohlenrevier, während die Stadt Hohenstein-Ernstthal trotz ihrer
Nähe unsichtbar ist. Nach Durchquerung eines Wäldchens, das der
rotbedachte Turm des Berghauses überragt, sieht dann der Wanderer
über Spiel- und Sportplätze hinweg das am Steilabsturze des Berges
errichtete _Berghaus_ des Erzgebirgsvereins zu Hohenstein-Ernstthal
und die ihm benachbarte Turnhalle des dortigen Turnerbundes vor sich.
Die Stadt selbst ist auch hier noch nicht zu sehen, bis der Wanderer
endlich die Terrasse oder die obere Plattform des Berghauses betritt
und nun 100 ~m~ tief unter sich die von Osten nach Westen sich lang
ausdehnende Stadt liegen sieht, hinter der sich die Geländeterrassen
des Erzgebirges immer höher hinauftürmen, um schließlich in den Gipfeln
des Fichtel-, Spitz- und Auersberges zu enden.
In wenigen Minuten gelangen wir hinab nach _Hohenstein-Ernstthal_.
Die Stadt liegt 345--440 ~m~ hoch am Glimmerschieferwall des
Granulitgebirges und hat gegen 16000 Einwohner. Ursprünglich
bestand sie aus den beiden Gemeinden Hohenstein und Ernstthal,
die sich 1897 verschmolzen. Ernstthal soll 1680 von
Hohensteiner Bürgern gegründet worden sein, die der in ihrer
Stadt herrschenden Pest entflohen. Die rege Industrie erzeugt:
Tisch- und Bettdecken, Strümpfe, Wirknadeln, Strumpfstühle,
Trikotagen, Handschuhe u. a. m. Früher bedeutender Bergbau.
Im St. Lampertusschacht grub man Arsen und Kupferkies, sowie
etwas Gold (einzige Ausbeute in Sachsen). Geburtsort des
Naturforschers ~Dr.~ Gotthilf Heinrich v. Schubert; ihm
hat man an seinem 100jährigen Geburtstag ein Denkmal auf
dem Christophori-Kirchplatz errichtet. Einen sehenswerten
Zierbrunnen erhielt 1912 der malerische Altmarkt aus Mitteln
des sächsischen Kunstfonds, ebenda der reiche Fachwerkbau des
1691 erbauten Postgutes.
Hohenstein-Ernstthal ist der Ausgangspunkt der elektrischen
Bahn nach Oelsnitz i. Erzgeb.
Mit der Bahn nach Chemnitz zurück.
~b~) _Grüna_ -- _Bad Grüna_ -- _Rabensteiner Wald_ -- _Tannenmühle_ --
_Wind_ -- _Berghaus_ -- _Hohenstein_.
Wanderzeit: 3--4 Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Grüna. Hierher mit der Bahn.
Wanderung am Bade (Naturheilanstalt) _Grüna_ vorüber, hinauf in den
Rabensteiner Wald. Auf der rot-gelb markierten Straße (von Rabenstein)
bis zur Schneise, die mit dem Wegweiser »Tannenmühle« versehen ist.
Auf der Schneise, die Straße Wüstenbrand--Limbach und die Straße
Wüstenbrand--Pleißa überschreitend und anschließend auf Waldwegen zur
_Tannenmühle_. Von da nach dem Wind und zum Berghaus wie unter ~a~.
Empfehlenswert ist, die östlich unterhalb des Berghauses gelegenen
Steinbruchsanlagen zu besuchen, in denen sich das Naturtheater
befindet. Bis zum Rande der Glimmerschieferwände reichend und von
unten (dem Naturtheater aus) sichtbar, die Schrebergärtenanlage
des Naturheilvereins mit öffentlichen Luft- und Sonnenbädern und
Unterkunftshalle.
Bis zum Bahnhof 15 Minuten.
Rückfahrt nach Chemnitz.
~c~) _Wüstenbrand_ -- _Heidelberg_ -- _Wind_ -- _Berghaus_ --
_Windmühle_ -- _Mineralbad_ -- _Hüttengrund_ -- _Hohenstein-Ernstthal_.
Wanderzeit: 4 Stunden.
Ausgangspunkt: Bahnhof Wüstenbrand. Hierher mit Bahn.
Nordwärts bergauf durch den Ort, wobei dem turmbekrönten _Heidelberg_
(Seite 13), der eine hübsche Aussicht gewährt, ein Besuch abgestattet
werden kann. An der Kirche ist das Dorf zu Ende. Nun westwärts
zum Wind und weiter nach dem _Berghause_ auf dem Pfaffenberg
bei Hohenstein-Ernstthal. Von da durch den Stadtpark nach der
Hohenstein-Langenberger Straße (immer auf der Höhe bleiben!). Auf
dieser zur _Windmühle_. Gasthaus mit Sommerwohnungen und Verkaufsstelle
für Reiseandenken aus Hohensteiner Serpentinstein. Im Hofe zwischen
zwei alten Inschriften ein Löwenkopf, der in der alten Windmühle als
Kleienspeier diente. Auf der Straße weiter. 200 Schritte hinter dem
letzten Hause links Weg nach dem Wald und dem _Mineralbade Hohenstein_
(Eisenquelle) mit Sommerwohnungen. An der Straße nach Glauchau gelegen.
Nun entweder _direkt_ zum Bahnhof Hohenstein-Ernstthal (½ Std.) oder
auf rot-gelb bezeichnetem Wege durch den _Hüttengrund_ und dann den
rot-weißen Marken folgend (1--1½ Std.).
Im Hüttengrunde auf der jenseitigen Höhe das Bethlehemstift mit
Frauengenesungsheim sichtbar.
Bahnfahrt ab Hohenstein.
~d~) _Hohenstein-Ernstthal_ -- _Hüttengrund_ -- _Forsthaus Haynholz_
-- _Hüttenmühle_ -- _Bethlehemstift_ -- _Hohenstein-Ernstthal_ oder
_Kuhschnappel_ -- _St. Egidien_.
Wanderzeit: 2 Stunden.
Ausgangspunkt: Bahnhof Hohenstein-Ernstthal.
Vom Bahnhof hinauf in die Stadt zum sehenswerten Altmarkt, nach
dem Ausspruch des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz ein
Glanzpunkt der sächsischen Städtebaukunst. Von den grünen mit Rosen
bepflanzten Terrassen wunderschöne Fernsicht auf das Lugau-Oelsnitzer
Steinkohlen-Abbaugebiet. Am unteren Altmarkt reicher Fachwerkbau von
1691 und der Seite 16 erwähnte Zierbrunnen.
Nun durch die Bismarckstraße in den waldreichen _Hüttengrund_ zum
_Forsthaus Haynholz_ (alte schöne Bäume, Rehe) und der Hüttenmühle
(Saal, Konzertgarten) und durch den Wald nach dem _Bethlehemstift_
des Niedererzgebirges (Kinderheilstätte) mit dem Chemnitzer
Frauengenesungsheim. Durch den Hüttengrund den rot-weißen Marken
folgend zur Stadt und dem Bahnhof zurück.
Wer eine schöne Waldtour anschließen will, geht an dem, dem
Bethlehemstift benachbarten Gasthaus »Zum heitern Blick« vorüber und
betritt auf dem bald links abzweigenden Wege wieder den Wald (später
rechts einige von Bergbauversuchen herrührende Schachtlöcher, auf deren
dunklem Wasser Teichrosen blühen). Nach etwa halbstündiger Wanderung,
bei spärlicher rot-gelber Markierung im Walde, zeigt sich in der
Wegrichtung die Glauchauer Bismarcksäule und schließlich am Fuße des
Berges das Dorf _Kuhschnappel_ (Sommerfrische, Serpentinsteinbrüche,
Naturtheater). Bis hierher vierzig Minuten. In weiteren 25 Minuten
hat man den Bahnhof _St. Egidien_ erreicht. Von hier Rückfahrt nach
Chemnitz.
~e~) _Mit Benutzung der elektrischen Bahn Hohenstein-Oelsnitz nach
Hartenstein._
Wanderzeit: 3--4 Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Hohenstein-Ernstthal.
Vom Bahnhof Hohenstein-Ernstthal mit der Straßenbahn nach Oelsnitz.
Vom Endpunkt der »Elektrischen« einige hundert Schritte den Weg den
_Lautberg_ hinan zur alten Flockenstraße. Er gewährt interessante
Rückblicke auf die, von vielen gewaltigen Steinkohlenwerken bedeckte
Umgebung der größten Landgemeinde Sachsens. Bald ist die Chaussee
erreicht. Schöner Blick in das Muldental und auf die jenseitigen Höhen
und Berge. Dann durch _Zschoken_ hinab. Man befindet sich nun auf der
Straße nach Wildenfels und der Ruine Wiesenburg an der Mulde. Links
zweigt im Dorfe der Weg nach der näheren Stadt Hartenstein ab, deren
Veste bald über den Höhenzug herüberlugt. Thronend auf bewaldetem
Hügel und mit dem Forst als Hintergrund macht sie, von dieser Seite
gesehen, ihrem Namen Hartenstein (d. i. Waldburg) alle Ehre. Wer
dagegen auf genannter Chaussee bis zum _Zollhause_ wandert, den führt
der Weg an den _Katzenhäusern_ vorbei durch _Thierfeld_ an den Fuß des
Hartensteiner Schloßberges. Vor diesem ragt im anmutigen Tale das
uralte Thierfelder Kirchlein auf, das seltene, 1896 wieder aufgedeckte
Wandmalereien aus der Zeit von 1300--1350 birgt. Über Hartenstein siehe
die betr. Wanderung.
5. Küchwald-Wanderungen.
Der Küchwald liegt im Norden von Chemnitz und befindet sich
im städtischen Besitze. Nadel- und Laubholz füllen seinen
Bestand aus. Den Namen verdankt er dem Benediktinerkloster auf
dem nahen Schloßberg, dessen Küche er mit Holz, wohl auch mit
Wildbret versorgte. Gutgepflegte Wege und lauschige Ruheplätze,
Anlagen für Sport und Spiel, eine anheimelnde Waldschänke
machen ihn zu einem gern besuchten Park.
~a~) _Schloßteich_ -- _Schloßplatz_ -- _Küchwald_ -- _Fischweg_.
Ausgangspunkt: Markt.
Wanderzeit: zirka 1½ Std.
Vom _Markt_ durch die innere Klosterstraße, den Theaterplatz
überschreitend, durch die äußere Klosterstraße links umbiegend in die
Hartmannstraße bis zur Promenadenstraße. Vor dem Verwaltungsgebäude
der Sächs. Maschinenfabrik das Standbild Richard Hartmanns. Rechts der
Promenadenstraße das Fortbildungsschulgebäude und die Reformschule. Nun
rechts durch die Promenadenstraße zum _Schloßteich_.
Am Fuße des Klosterberges gelegen. Mächtige alte Bäume spiegeln
sich in ihm und zahlreiche Wasservögel beleben seine Fläche.
Segelboote und Kähne geben ein reizendes Bild. In alter Zeit
war der Teich ein Fischweiher für das Kloster. Auf Veranlassung
des Abtes Heinrich v. Schleinitz war er durch Stauung des
Pleißbaches entstanden. 1860 gelangte der Schloßteich in den
Besitz der Stadt. Bürgermeister Müller und Stadtrat Zipper
nahmen sich besonders des schilfumgrenzten Gewässers an. Das
Becken wurde vertieft und aus dem dabei gewonnenen Erdreich
schuf man die Insel, die jetzt ein wahres Schmuckstück geworden
ist. Sie trägt ein, den beiden Volksfreunden gewidmetes
Denkmal, den Müller-Zipper-Brunnen, von Spieß-Chemnitz
entworfen. Dahinter die Seerosenbucht. In der Mitte der Insel
das große Rundbeet, von der Stadtgärtnerei aufs herrlichste
geschaffen und gepflegt. Gern wird auch das Vogelhaus mit
seinen munteren Insassen betrachtet.
Einen malerischen Hintergrund zu den Schloßteichanlagen
gibt der Schloßberg mit dem Schloß (der ehemaligen
Benediktinerabtei, jetzt der Stadt gehörig und gern besuchtes
Gartenrestaurant mit schönem Blick auf den Teich) und der
Schloßkirche.
Unser Weg führt uns über die Schloßteichinsel nach dem burgartig
gebauten Eishaus der Schloßbrauerei. Dort links steil empor, über die
Salzstraße weg. Der _Schloßplatz_ bleibt links, nun in den Wald bis zu
einem Rundteil. Von hier den »Saubornweg« links ab. Bei der folgenden
Wegteilung links, nach einer Minute erneute Wegteilung, wir gehen
geradeaus. Nach wenigen Minuten gelangen wir auf einen Fahrweg, auf
dem wir links weitergehen. Er bringt uns auf die Leipziger Straße. Die
Ringstraße läuft links neben unserem Weg. Wir gehen von der Leipziger
Straße rechts ab auf die Ringstraße und zwar auf den linksseitigen
Fußweg derselben. Die Ringstraße führt uns nun im großen Bogen durch
die Waldesherrlichkeit, prächtige Blicke auf das anmutige Chemnitztal,
die Glösaer Kirche, den Zeisigwald mit dem Beutenbergturm usw. Nach
knapp einer halben Stunde biegt die Ringstraße scharf rechts. Wir
behalten die vorherige Richtung bei und wandern auf einem Waldwege zur
Steegerbuche. Wir nehmen nun die Richtung so, daß wir den Friedhof im
Rücken haben und wandern auf dem Steegerbuchenweg hinab zum Fischweg.
Auf diesem nach rechts, an der Sächsischen Webstuhlfabrik vorüber,
später rechts über den Mühlgraben und Chemnitzfluß, durch die Eckstraße
zur Straßenbahn und mit dieser ins Stadtinnere zurück.
~b~) _Schloßteichinsel_ -- _Küchwald_ (_Cottaschneise_) --
_Bismarckturm_.
Wanderzeit: zirka 1½ Std.
Ausgangspunkt: Markt.
Bis zum Rundteil am Eingang des Küchwaldes wie unter ~a~. Nun
geradeaus die Cottaschneise (führt ihren Namen zur Erinnerung an den
Oberforstmeister Cotta, der einer bekannten sächsischen Forstfamilie
angehörte, das Cottadenkmal, ein fossiler Baumstumpf mit Inschrift
erinnert ebenfalls an ihn) bis zu ihrem Ende (Zaun) gehen und dann
links auf dem Fußwege zur Leipziger Straße. Hier die Endstation der
Straßenbahn. Wir gehen links einige Schritte zurück und gelangen zum
Städtischen Schulgarten. (Zur Besichtigung geöffnet Sonntags von früh
6 bis abends 6 Uhr). Neue Obstbaumschule. An dem Zaun rechts auf das
neue Chemnitzer Krankenhaus zu. Am Zaunende rechts den breiten Waldweg
in den Crimmitschauer Wald. Überschreiten der Industriebahn. Links
am Frischborn vorbei. Nach Verlassen des Waldes erblicken wir den
Bismarckturm. Links am Walde aufwärts. Beim Rückwärtsblicken genießen
wir eine schöne Aussicht auf die Stadt. Nach 30 Minuten (ab Leipziger
Straße) haben wir den _Bismarckturm_ erreicht.
Dieser 32 Meter hohe Aussichtsturm, ein Werk des Chemnitzer
Bismarckvereins, wurde am 24. Mai 1906 eingeweiht, die Höhe
des Hügels beträgt 375 ~m~ ü. M. Die Aussicht ist prächtig.
Orientierungstafeln auf dem Turm geben die Einzelheiten an.
Bei Abwesenheit des Turmwärters erhält man den Schlüssel im
Bismarckschlößchen (10 Pfg., Kinder 5 Pfg.).
Man versäume nicht, auch die herrliche Aussicht vom
Bismarckschlößchen zu betrachten. Man geht am Ende des
Gartenlokals außen am Zaun nach links aufwärts. Unter uns das
langausgedehnte Röhrsdorf, am Horizont Oberfrohna und Limbach.
Nach links: die Forsten von Rabenstein und der Totenstein.
Weiter die Rabensteiner Kirche und Reichenbrand, darüber das
alte Schachtgebäude von Mittelbach. Weiter: Kohlenrevier von
Lugau-Stollberg.
Von Röhrsdorf nach rechts: Leipziger Straße, Wittgensdorf,
Rochlitzer Berg, Chemnitztal (rechts hinter der Bahn), die
Sechs Ruten (Wald).
Vom Bismarckturm zurück zur Endstation der Straßenbahn Borna und zur
Stadt.
~c~) _Schloßteichinsel_ -- _Küchwald_ -- _Saubornweg_ -- _Bismarckturm_
-- _Endstation der Straßenbahn Borna_.
Wanderzeit: 1 Std. 20 Min.
Ausgangspunkt: Markt.
Bis zum Rundteil wie unter ~a~ und ~b~. Nun den _Saubornweg_ nach
links ab. Über den Saubach (eine Anzahl kleiner Teiche). Wie unter
5 ~a~ bis zur Leipziger Straße. Auf dieser nach rechts, am städtischen
Schulgarten vorüber. _Dorf Borna_, oberer Teil. Am »Grünen Hof« vorbei,
Straße führt stark aufwärts. Beim Wegweiser links ab zum _Bismarckturm_
(siehe oben).
Von diesem nach der Endstation der Straßenbahn Borna und zur Stadt
zurück.
~d~) _Schloßteichinsel_ -- _Küchwald_ (½ Std.) -- _Borna_ (½ Std.) --
_Glösa_ (25 Min.) -- _Scheibe_ (25 Min.)
Bis zum Ende der Cottaschneise wie unter 5 ~b~. Nun am Stangenzaun
wenige Schritte nach rechts, dann den Weg links auf die Fahrstraße.
Diese hinab. In zirka 8 Minuten gelangen wir nach _Borna_. Am Gasthof
»Bornaer Schmiede« vorbei. Unterhalb desselben Wegteilung. Wir folgen
dem Wegweiser »Glösa«. Am Gasthaus »Blankenburg« und den großen
Sandgruben vorbei. Die 9 ~m~ tiefen mächtigen Sandlager, aus Lehm, Kies
und Sand geschichtet, liefern reichliches Material. Gasthaus Erholung.
Dann über die Chemnitz-Brücke. Gasthof Blankenau. Dorf _Glösa_.
Glösa, Furth, Borna, Heinersdorf und Draisdorf bildeten bis
zum Jahre 1829 den Ort Blankenau, an dessen Vorhandensein nur
noch der Name des Gasthauses erinnert. Einen Anziehungspunkt,
besonders für Maler, bildet die liebliche Glösaer Kirche, ein
uraltes Gotteshaus, einst dem heiligen Jodokus geweiht.
Von der Pfarre, dem Ruhesitze des letzten Abtes des Chemnitzer
Benediktinerklosters v. Schleinitz, reizende Ausblicke.
Vom _Gasthause Blankenau_ links die Straße aufwärts nach _Furth_, an
den Gasthäusern Weilburg und Schweizerhof vorüber bis zum _Tiergarten
Scheibe_, Endstation der Straßenbahn. Mit dieser nach dem Stadtinnern
zurück.
Ein anderer Rückweg vom Gasthaus Blankenau ist folgender: Zunächst
die Fahrstraße nach links, bei der eisernen Brücke rechts, über die
Chemnitz, immer in derselben Richtung bis zum Güterbahnhof Furth.
(Nicht links über die Brücke!) Nach wenigen Schritten den Weg rechts
einschlagen. Auf dem von rechts kommenden Weg einige Schritte links
bis zum Teiche. Bei diesem nach rechts, durch die Bahnbrücke. Bei
der Wegteilung links den Schaftreibeweg hinauf, Überschreiten der
Ringstraße, zum Festplatz mit der Küchwaldschänke, an der Schloßschule
vorbei, nach der Salzstraße, nun entweder den Schloßberg hinab zum
Schloßteich und zur Hartmannstraße oder die Salzstraße nach rechts zur
Leipziger Straße, an die Straßenbahn.
~e~) _Burgstraße_ -- _Landesanstalt_ -- _Crimmitschauer Wald_ --
_Bismarckturm_ -- _Borna_ -- _Küchwald_ -- _Schloßteich_.
Wanderzeit: 2 Std. 20 Min.
Ausgangspunkt: Burgstraße. Haltestelle der Straßenbahn
Friedhof-Altendorf.
Von der Limbacher Straße rechts ab, die Burgstraße hinauf. Vor uns die
zahlreichen Gebäude der Landesanstalt für Blinde und Schwachsinnige.
Beim Eingange zu derselben rechts, die Flemmingstraße hin. Hübsche
Blicke auf Chemnitz und die, die Stadt umgebenden Höhen. Die
»Kessellage« der Stadt tritt deutlich hervor. An der staatlichen
Frauenklinik mit Mütter- und Säuglingsheim vorüber. Dahinter ein
querkommender Weg. Diesen links, auf die Waldecke zu. An dieser
geradeaus weiter. Rechts Kiefern und Birken. Wegteilung: links. In den
Wald, bergab. Querkommenden Waldweg links. Wegkreuzung: Links. Weg
biegt nach rechts. Über eine Brücke. Nicht links oder rechts abgehen.
Rechts über einen Steg. Dahinter Wegteilung: links. Einige Stufen
hinauf zum Teiche. An diesem nach links bis zur Teichecke, dann rechts
am Teiche hin. Weg schlängelt sich. Wegteilung: links. Querkommenden
Rasenweg überschreiten. Den wegweiserähnlichen Verbotstafeln »Reiten
verboten« nach. Auf einen Promenadenweg. Diesen weiter. Nach Austritt
aus dem Walde vor uns der Bismarckturm. Hübsche Blicke. Es folgt nun
ein breiter Fahrweg nach links und dicht dahinter Straße. Wir gehen
diese nach links. Die Straße macht eine Biegung, nach rechts auf den
Turm zu, der in imposanter Größe vor uns steht. Vom Bismarckturm
wandert man rechts hinab die Straße »Am Bismarckturm« nach Ober-Borna.
Am Gasthof »Grüner Hof« links die Bornaer Straße ab. Durch das Dorf.
Rechts die Straße aufwärts, an dem Gasthof »Bornaer Schmiede« vorbei.
Immer in der Richtung bleiben. Durch den Küchwald nach dem Schloßplatz.
Von hier aus entweder über den Schloßteich zur Hartmannstraße oder
rechts auf einer Seitenstraße zur Leipziger Straße und somit zur
Straßenbahn.
~f~) _Furth-Glösa_ (20 Min.) -- _Auerswalde_ (60 Min.) --
_Wittgensdorf_ (50 Min.) -- _Heinersdorf_ (30 Min.) -- _Borna_ (25
Min.) -- _Küchwald_ (25 Min.).
Wanderzeit: 3½ Stunden.
Ausgangspunkt: Endstation der Straßenbahn
Altchemnitz-Scheibe.
Bei Gasthaus Scheibe beginnt Furth. Wir gehen die Straße weiter. Rechts
die Aktien-Spinnerei Furth (von J. Irmscher 1812 gegründet). Auf
Kilometerstein 0,5 achten! Die Straße führt nun direkt nach Glösa.
Wir gehen jedoch beim Kilometerstein 0,5 links ab über die Brücke
des Mühlgrabens, weiter über die Chemnitzbrücke und das Bahngleis.
Rechts der Güterbahnhof Furth. Nach Überschreiten der Brücke rechts,
den Weg am Damm entlang. Nach Aufhören desselben etwas abwärts, über
die eiserne Brücke, die Straße und den schmalen Weg zur _Kirche_
hinauf. (Siehe Seite 24). Nahe der Kirche das Kriegerdenkmal. Hier
Wegteilung. Wir wandern am Zaun entlang, Richtung auf das Freigut
Glösa. Nach 7 Minuten (ab Kirche) etwas rechts über den Dorfweg und
die Brücke. Wegteilung. Links weiter. Das Freigut bleibt links. Rechts
eine Sandgrube mit Abbau von Formsand für Gießereien. Unser Weg steigt
allmählich an und wird breiter, ein Fußweg läuft nebenher. Auf der
Höhe wird Nadelwald sichtbar, das Dach der Kinder-Walderholungsstätte
schimmert halbrechts aus dem Walde hervor. Direkt an dem Walde, bei
Pfahl 111, Wegteilung, halblinks weiter, bergab. Durch das Waldstück,
»Sechs Ruten« genannt, über einen Bach, rechts ein Wasserbehälter.
Nun eine Minute auf Fahrweg rechts, dann den Hohlweg links hinauf,
der nach oben enger wird. Über die Höhe (Aussicht auf den Rochlitzer
Berg mit Turm) Wegbiegung nach rechts, dann links schräg durch den
Wald. Nach Verlassen des Waldes rechts im Bogen auf Fahrweg und auf
diesem in gerader Richtung nach _Auerswalde_. Die einst der heiligen
Ursula geweihte Kirche liegt ähnlich wie die Glösaer. Wir gehen das
Dorf am Bache hinab. Links das im Besitz des Grafen Vitztum von
Eckstädt befindliche Rittergut, rechts das Erbgericht. Die Dorfstraße
bringt uns auf die Chemnitztalstraße, die wir in Furth verließen.
Wir gehen die Landstraße links aufwärts. Im Tale rechts gewahren
wir die weltberühmte Hermsdorf'sche Färberei-Fabrikanlage. Kurz vor
Kilometerstein 5 gehen wir rechts von der Landstraße ab, über die
Brücke. Nach Überschreiten derselben Wegteilung. Links weiter. Links
die Haltestelle _Unter-Wittgensdorf_. Wir sind in _Wittgensdorf_
angelangt. Die Dorfstraße aufwärts bis Haus Nr. 70 (rechts). Nun die
Dorfstraße verlassen, halblinks über die Bachbrücke. Hinter dem Hause
Nr. 58 links aufwärts (Pappeln). Von der Höhe aus hübsche Aussicht. Der
Weg bringt uns bergab zu einem Teiche, geht wieder bergan und führt uns
schließlich nach _Heinersdorf_.
Der frühere Name des Ortes war Heinrichsdorf. Hier soll die
Burg Blankenau gestanden haben und zwar hoch am Chemnitzufer,
am sogenannten Woal, einem wallähnlichen Orte. Die Burg soll
1307 bei der Belagerung von Chemnitz zerstört worden sein.
Vom Gasthof Heinersdorf wandern wir die Dorfstraße weiter: zuletzt über
eine kleine Bachbrücke. Nach Überschreiten derselben den Weg rechts ab,
unter der Eisenbahnbrücke weg zur Landstraße. Nun nach _Borna_, zum
Gasthaus »Bornaer Schmiede«. Über die Bahnbrücke wenige Schritte nach
rechts auf die Straße, dann den breiten Weg nach links. Er bringt uns
an der Rückseite der Mühle vorbei auf einen breiten Feldweg. Diesen
weiter bis zum Teich. An dessen Ende rechts hinauf, durch die Eisenbahn
hindurch in den _Küchwald_. Es folgt eine vierfache Wegteilung. Wir
gehen den breiten Weg hinauf, überschreiten die Ringstraße, gelangen
schließlich an der Küchwaldschenke und dem Spielplatz vorüber zur
Schloßkirche und hinab zum _Schloßteich_. Am Teich und an der
Sächsischen Maschinenfabrik entlang zur Hartmannstraße und somit zur
Straßenbahn.
6. Zum Kinderwalderholungsheim und zur Kinderwaldschänke bei Ebersdorf.
Der Verein zur Bekämpfung der Lungenschwindsucht in Chemnitz unterhält
in der Umgebung der Stadt zwei Heilstätten, die einer Besichtigung
wert sind: die König Friedrich-August-Erholungsstätte zwischen
Borna und Mittel-Wittgensdorf und das _Kinderwalderholungsheim_
zwischen Ebersdorf und Auerswalde gelegen. Besonders der Besuch
des letztgenannten kann mit lohnenden prächtigen Wanderungen
verbunden werden. Es liegt in der sogenannten »Kohlung«, einem
ziemlich umfangreichen Waldstück. Die Besichtigung kann nach
eingeholter Erlaubnis jederzeit erfolgen. Wohlgemerkt finden
nur erholungsbedürftige, keine lungenkranken Kinder Aufnahme.
Die ganze Anstalt ist höchst zweckmäßig eingerichtet, auch eine
Waldschule ist vorhanden. In der Nähe des Kinderheims befindet sich
die Kinderwaldschänke, die idyllisch gelegen ist und durch das
Künstlerzimmer mit Beiträgen von allen Chemnitzer Künstlern und
Schriftstellern besondere Anziehungskraft erhält. Der zur Anstalt
gehörige Stiftungsobstgarten hat 700 Obstbäume. Der Besuch ist umso
bequemer, als in unmittelbarer Nähe sich die Eisenbahnhaltestelle der
Linie Chemnitz--Riesa befindet.
~a~) _Schloßteich_ -- _Furth_ -- _Glösa_ -- »_Strumpf_« --
_Kinderwalderholungsheim_.
Wanderzeit: knapp 2 Stunden.
Ausgangspunkt: Schloßteich.
An der rechten Seite des Schloßteiches entlang bis zum Fischweg.
Diesen rechts. An der Sächsischen Webstuhlfabrik Louis Schönherr
vorbei. Durch die Brücke, dann nach rechts. Am Ende des Weges rechts
eiserne Brücke über die Chemnitz. Die Straße überschreiten und den
Kirchberg zur Glösaer Kirche hinauf. Weg nach links und an der Kirche
nach rechts; die Kirche bleibt rechts. Nach wenigen Minuten links
einen Feldweg ab zum sogenannten »_Strump_«, der Gastwirtschaft »Zum
Strumpf«. Nun rechts hinauf in den Wald und dann am Bahndamm hin zum
_Kinderwalderholungsheim_. Nach erfolgter Besichtigung den breiten Weg
geradeaus. Links und rechts des Weges der Kriegserinnerungshain mit
Hindenburgeiche und Kriegskreuz zum Benageln. Zur _Kinderwaldschänke_
(5 Min.).
Nun entweder mit der Eisenbahn zurück oder zu Fuß den Weg zurück am
Bahndamm bis in die Nähe des »Schweizerhofes«-Furth und ab Gasthaus
Scheibe mit der Straßenbahn. Kinderwaldschänke-Scheibe 1 Std.
Wanderzeit.
~b~) _Furth-Scheibe_ -- _Kinderwalderholungsheim_.
Wanderzeit: 1 Std.
Ausgangspunkt: Endstation der Straßenbahn Scheibe.
Die Chemnitztalstraße weiter bis zum Restaurant »Weilburg«. Nun
rechts den Wegweiser »Nach der Kinderwaldschänke« folgen. Allmählich
ansteigend bis zur Eisenbahnbrücke hinauf. Über die Bahngeleise,
immer den Wegweisern nach. Den Waldweg links abwärts und nach der
Bahnunterführung rechts weiter. Auf der Waldstraße bis zum Zaun
des Kinderwalderholungsheims. Nun rechts zu dieser Anstalt. Zur
Kinderwaldschänke siehe unter ~a~, wo man auch den Rückweg angegeben
findet.
~c~) _Hilbersdorf_ -- _Kaserne_ -- _Kinderwalderholungsheim_.
Wanderzeit: ¾ Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Hilbersdorf.
Aus dem Bahnhof tretend die Huttenstraße entlang bis zu der neuen
Kaserne. Nun scharf rechts um die _Kaserne_ herum. Der Exerzierplatz
bleibt rechts. Weiter bis zu dem Waldweg, der uns nach der
Bahnunterführung bringt. Durch diese hindurch und den Wegweisern
folgend zum Kinderwalderholungsheim.
Rückwege siehe unter ~a~ und ~b~.
~d~) _Hilbersdorf_ -- _Exerzierplatz_ -- _Kohlung_ --
_Kinderwalderholungsheim_.
Wanderzeit: ¾ Stunde.
Ausgangspunkt: Bahnhof Hilbersdorf.
Zunächst rechts die Ebersdorfer Straße aufwärts, links die Krügerstraße
weiter über die Frankenberger Straße und rechts die Lichtenwalder
Straße bis zum Ende. Nun links dem Wegweiser »Nach dem Gondelteich«
folgen. Ein Waldstück durchqueren bis zu einem einzelnem Gebäude,
dem Baubüro der Artillerie-Kaserne. Von hier an nach rechts den
Warnungstafeln folgend, am Exerzierplatz hin bis zum Ebersdorfer
Steigerhaus. Hier links, weiter den Tafeln nach. Wir gelangen endlich
auf die Straße, die in die »Kohlung«, das ist der Wald, in dem unser
Ziel liegt, führt. Ein Wegweiser gibt uns den Weg an. Über die
Chemnitz-Riesaer Bahnlinie. Bald sind wir am Kinderwalderholungsheim
angelangt.
7. Ins Gebiet der unteren Chemnitz und Zwickauer Mulde.
Der sanft zum sächsischen Niederlande sich senkende Nordabhang des
Erzgebirges weist eine Menge von landschaftlichen Schönheiten auf, die
den Naturfreund zu entzücken vermögen.
Besonders bieten die Flußtäler ungemein viel Reizvolles. Hier engen
starre Felsen das Flußbett ein, dort erweitert sich das Tal zum
schönsten Wiesengrunde. Der Zauber der Romantik wird in den Schlössern
und Burgen lebendig, freundliche Städte und Dörfer laden zum Rasten
ein, frischer grüner Wald labt Auge und Herz. Dem Geologen wie
dem Historiker bietet sich mancherlei Fesselndes. Dabei sind die
Wanderungen von Chemnitz aus meist in einem halben Tage auszuführen
und werden durch bequeme Bahnverbindungen unterstützt. Im Folgenden
sind eine Anzahl der beliebtesten und lohnendsten Wanderungen
zusammengestellt.
~a~) _Wittgensdorf_ -- _Herrnhaider Park_ (20 Min.) -- _Plantagengut
Göppersdorf_ (20 Min.) -- _Göppersdorf_ (10 Min.) -- _Burgstädt_ (40
Min.)
Ausgangspunkt: Bahnhof Wittgensdorf.
Wanderzeit: 1½ Stunde.
Aus dem Bahnhofsgebäude tretend rechts durch die kleine Birkenallee.
Hinter dem Bahnwärterhaus auf die andere Seite der Bahn und in Richtung
der Geleise weiter. Breiter Fußweg an sumpfigen Wiesen hin, schließlich
über einen Bach und auf die Fahrstraße. Diese bringt uns nach rechts
in wenigen Minuten zum _Herrnhaider Park_, dem bekannten Konzert- und
Vergnügungslokal mit ansehnlichem Park.
Wegkreuzung, wir folgen dem Weiser »Hartmannsdorf«. Links die Schule,
rechts das Wasserwerk Burgstädt. Über eine kleine Brücke. Wegteilung:
rechts talabwärts. Am Lipprigbach entlang, zur Linken die Jungviehweide
der Weidegenossenschaft Hartmannsdorf und Umgebung. Zum _Plantagengut
Göppersdorf_ mit Kelterei und Obstweinschenke. Zur Erdbeerenzeit
besonders gern besucht. Der Fernsprechleitung folgend auf dem Fahrweg
weiter nach dem langgestreckten _Göppersdorf_, erst am Bache hin, dann
die Landstraße weiter. Göppersdorf ist eng mit _Burgstädt_ verwachsen.
Burgstädt, 294 ~m~ hoch gelegen, ist eine der gewerbfleißigsten
Städte Sachsens. 8000 Einwohner. Hauptsächlich
werden Handschuhe und Strumpfwaren hergestellt, auch
Strickmaschinennadeln, Schuhwaren, Porzellan usw. Sehenswert
ist die alte Kirche.
Vom Hause Nr. 112 rechts die Albertstraße ab und auf deren
Verlängerung, die Augustusstraße bis zum Kriegerdenkmal. Von hier
rechts auf der Bahnhofstraße zum Bahnhof. -- Rückfahrt nach Chemnitz.
~b~) _Burgstädt_ -- _Taurastein_ (20 Min.) -- _Markersdorf_ (40 Min.)
-- _Schweizertal_ (20 Min.) -- _Burgstädt_ (45 Min.).
Wanderzeit: Reichlich 2 Stunden.
Ausgangspunkt: Bahnhof Burgstädt (s. 7 ~a~).
Vom Bahnhof die Bahnhofstraße hinab bis zum Kriegerdenkmal. Nun rechts
die Mittweidaer Straße unter dem Bahnviadukt hinweg. Dahinter rechts,
bei einer Villa eine Tafel »Mittweidaer Straße«. Hier halbrechts
den Promenadenweg im Wettinhain weiter auf dem Fahrweg, der uns zum
_Taurastein_ führt.
Eine Felsgruppe, 340 ~m~ hoch gelegen, die eine weite Aussicht
gewährt. Dabei Gasthaus und hübsche Parkanlagen mit Teich.
Umfassender ist die Aussicht von dem neuen Taurastein-Turm,
einer Verbindung von Wasser- und Aussichtsturm, im Jahre 1913
seiner Bestimmung übergeben. Die Höhe beträgt 39 ~m~, der
Turm ist ein weithin sichtbares Wahrzeichen für die Gegend um
Burgstädt. Von der Kuppel aus eine prächtige Fernsicht auf
Erzgebirge und Niederland.
Vom Gasthause in gerader Richtung hinab zur Landstraße. Nun rechts
weiter. Links Gasthof »Bellevue«. Der Weg bietet verschiedene
Ausblicke. Das Chemnitztal wird nach und nach sichtbar. Rechts
auf der Höhe eine weithin sichtbare 100jährige Linde. Das lang
ausgedehnte Taura zieht sich hinab ins Tal. Am Gasthaus »Walhalla«
sind wir bei einer Straßenkreuzung angekommen. Die Straße links geht
direkt nach Schweizertal. Wir gehen erst über die Chemnitzbrücke,
hinter der das Dorf _Markersdorf_ beginnt. Vor uns liegt die Station
Markersdorf-Taura, über der Bahn ist der _Karolapark_, eine bekannte
Gartenwirtschaft, zu sehen. Nach Schweizertal benützen wir nicht
die direkte Straße, sondern folgen dem Wegweiser »Weg n. d. Walde«.
Wegweiser machen auf den verschlungenen Waldwegen auf verschiedene
besondere Punkte aufmerksam, z. B. »Talblick«, »Schreckenstein«,
»Ullrichsburg«, »Bärenhöhle«, »Hockstein«. Prächtige Ausblicke
auf den schäumenden Fluß mit den seinen Lauf hemmenden mächtigen
Rollblöcken, denen er jedenfalls seinen Namen ~Camenice~, d. i.
Steinbach, verdankt. Nun rechts über den Brückensteg mit der Aufschrift
»Gasthaus Schweizertal« zur Talstraße. Diese rechts abwärts, an der
Spinnerei C. A. Tetzner & Sohn vorüber zur Diethensdorfer Mühle mit
Holzschleiferei. Wir wandern die Talstraße weiter, über den Eingang des
Bahntunnels, unter der Bahnbrücke hinweg. Das Tal wird wieder enger und
interessanter. Wir gelangen zur Nähfadenfabrik von H. Dignowity bei der
Station Mohsdorf. Nun über die Brücke und zum _Chemnitztal-Restaurant_,
prächtig gelegen und gern aufgesucht.
Zurück über die Brücke. Dem Wegweiser folgen, der Richtung
»Mohsdorf-Burgstädt« angibt. Immer auf dem viel begangenen Fußweg
bleiben, der am Gebüsch sanft zur Höhe führt. Beim Bahnwärterhaus über
die Geleise, am Bahndamm entlang, die Mohsdorfer Landstraße kreuzen.
Bei der nächsten Wegteilung nach rechts. Wir kommen zu den ersten
Häusern von _Burgstädt_. Der Fußweg verbreitert sich links zu einer
kurzen Straße. Bei der Straßenteilung links durch die Georgenstraße,
weiter die Kaiser Wilhelm-Straße abwärts bis zum Hotel »Sächsischer
Hof« und die Bahnhofstraße (links) aufwärts zum Bahnhof.
Rückfahrt nach Chemnitz.
~c~) _Burgstädt_ -- _Brauselochtal_ (60 Min.) -- _Rochsburg_ (30 Min.)
-- _Höllmühle_ (45 Min.) -- _Burgstädt_ (60 Min.).
Wanderzeit: 3¼ Stunde.
Ausgangspunkt: Bahnhof Burgstädt.
Rechts die Bahnhofstraße abwärts. Beim Kriegerdenkmal links durch die
Augustus- und später Albertstraße. Rechts zum Markt, durch das Turmtor,
über den Friedhof, die Stufen abwärts nach _Burkersdorf_, mit Burgstädt
eng verwachsen. Die Dorfstraße rechts hinab nach _Heiersdorf_. Am
Gasthaus »Zur Quelle« vorbei. Nach Verlassen des Dorfes rechts beim
Gebüsch zeigt ein Wegweiser rechts: »_Brauselochtal_«. Dieses, anfangs
ein heiteres, waldumgebenes Wiesental, verengt sich und nimmt durch
seine grotesken Felsbildungen einen wildromantischen Charakter an. Wir
gehen über zwei Stege. Hinter dem zweiten rechts ein Stolleneingang,
ein Überrest des in alter Zeit hier betriebenen Bergbaues. Endlich
kommen wir im Muldental an, an dieser Stelle hervorragend schön. Wir
wandern links, stromaufwärts. Von waldumrauschter Höhe grüßt die
prachtvolle Rochsburg, ein steinerner Zeuge aus Sachsens Vergangenheit.
Nach Überschreiten des Drahtseilsteges (Brückengeld!) rechts am Ufer
entlang, später ansteigend. Wegteilung: rechts hinauf zum Gasthof zur
Rochsburg, mit schönem Garten am Eingang der _Rochsburg_.
Die Rochsburg ist die besterhaltenste Ritterburg Sachsens
aus dem 12. Jahrhundert. Ihr Name stammt aus dem Slavischen
und rührt von ihrer Lage her (~roh~ = Horn, Felsvorsprung).
Urkundlich bereits 1200 erwähnt, gelangte sie im 16.
Jahrhundert in den Besitz der Herren von Schönburg. Der jetzige
Besitzer ist Graf Joachim von Schönburg-Glauchau. Starke
Mauern mit Zinnen und Türmchen, ein in den Felsen gehauener
tiefer Graben, über den eine Zugbrücke führt, schirmen die
Burg. Die Besichtigung ist, in Abwesenheit der Herrschaften,
gegen ein Trinkgeld an den Kastellan gestattet. Durch das mit
Wappen gezierte Tor gelangt man in den Zwinger, der von einer
alten mit Schießscharten versehenen Ringmauer eingefaßt ist.
Ein zweites Tor öffnet uns den äußeren Schloßhof, in welchem
sich der 25 ~m~ hohe Turm, der früher als Pulverturm diente,
erhebt. Auf einer breiten Treppe gelangen wir zum Schlosse, das
eine Anzahl sehenswerter Räume, wie Ahnensaal, Konzertsaal,
Bibliothek usw. enthält. Die Schloßkapelle stammt aus dem Jahre
1500. Auf dem Hofe befindet sich ein 150 ~m~ tiefer Brunnen,
von dem aus ein geheimer Gang ins Freie führt. Der 32 ~m~ hohe
Hauptturm mit der Kuppel enthält das Burgverließ. Vor dem
Eintritt ins Schloß geht man links den Promenadenweg in den
Burggraben hinab. Im Graben, bevor man an den Felsendurchgang
kommt, geht man rechts hinauf auf steilem Pfad zu einem
angeblich 1000 Jahre alten Efeustock. Der herrliche Wald des
Schloßberges ist zu einem öffentlichen Park geworden.
Zurück über die Drahtseilbrücke, am rechten Muldenufer rechts entlang.
Wegweiser »Höllmühle«. Diesem folgend im Walde links aufwärts auf
reizendem Wege zur idyllisch gelegenen _Höllmühle_, einem ländlichen
Gasthaus mit Mehl- und Schneidemühle, zu Chursdorf gehörig. Ein Teich
mit Gondelgelegenheit ist vorhanden. Aus dem Gasthause tretend links im
Walde aufwärts. Die »wüsten Güter« bleiben rechts. Durch den Peniger
Forst nach Burgstädt. Die Stufen zum Kirchhof hinauf, zum Friedhof. Zum
Bahnhof wie eingangs beschrieben. Mit der Bahn nach Chemnitz zurück.
~d~) Von der _Rochsburg_ über _Lunzenau_ (45 Min.) nach _Cossen_ (20
Min.).
Wanderzeit: 1 Std. 5 Min.
Ausgangspunkt: Gasthof zu Rochsburg.
Ungefähr zwei Minuten abwärts eine Laterne. Rechts ein herrschaftliches
Gut. Wenige Schritte weiter abwärts Wegteilung. Rechts den breiten
ebenen Fußweg weiter auf die Fahrstraße. Diese ca. 2 Minuten nach
links, dann rechts weiter. Aussichtsreicher Weg. Der Weg senkt sich.
Wegeteilung an der Waldecke: links am Waldrand abwärts. Bergauf und
bergab, über drei Brücken und durch Wald. Links liegt der Wildpark
des Geh. Kommerzienrates Vogel-Lunzenau. Unweit davon die Besitzung
mit Park des Rentier Eben. Park kann nach vorheriger Anmeldung beim
Gärtner (Grundstück Nr. 43) besichtigt werden. Eine Reihe Villen und
Arbeiterwohnhäuschen folgen, bis wir zur Weberei und Papierfabrik
Vogel gelangen. Eine Tafel am Eingang nennt die Namen der Besitzer des
Etablissements. Am Fabrikgebäude hin auf die Königstraße und zum Markt
von _Lunzenau_.
Lunzenau hat über 4000 Einwohner und ist seit 1838 Stadt.
Hübsche Villen und freundliche Arbeiterwohnungen. Die schon
genannte Papierfabrik und Holzschleiferei ist eines der größten
Unternehmen auf diesem Gebiete. Weiter besitzt die Stadt an
Industrie: Mechanische Webereien, Schuhmachereien, Strumpf- und
Zigarrenfabriken.
Am Ende des Marktes rechts, über die Muldenbrücke. Bei der Wegteilung
die breite Straße geradefort, allmählich enger, über die Bahn und zum
Bahnhof Cossen.
Nach Chemnitz zurück.
~e~) _Burgstädt_ -- _Helsdorf_ (1¼ Std.) -- _Höllmühle_ (25 Min.) --
_Rochsburg_ (1 Std. 20 Min.).
Wanderzeit: 3 Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Burgstädt.
Die Bahnhofstraße hinab bis zum Kriegerdenkmal, links die
Augustusstraße weiter, die sich in die Albertstraße fortsetzt. Bis
Albertstraße Haus Nr. 12. Nun nach rechts zum Markt. Dann links durch
das alte Turmtor zum Kirchhof. Links an der Kirche hin. Nach Verlassen
des Friedhofes die Stufen hinab nach _Burkersdorf_. Rechts über die
steinerne Brücke bis Restaurant »Börse«. Links weiter zur Wegteilung.
Die Wegsäule zeigt uns die Richtung nach _Helsdorf_. Dem Wege, ohne
nach links oder rechts abzugehen, folgen bis zu einem mit Pappeln
bepflanzten Weg. Auf diesem nach rechts. Bei der nächsten Wegsäule
wiederum der Angabe »Helsdorf« folgen. Der Weg geht in den Rochsburger
Forst. Nach Verlassen desselben macht der Weg einige Bogen. Im Tale
wird Chursdorf sichtbar. Wir kommen nach _Helsdorf_.
Die Ableitung des Namens von Hel, der alten germanischen Göttin
der Unterwelt, ist nicht begründet. Vielleicht hängt der Name
mit dem der Höllmühle zusammen.
Das eigentliche Dorf befindet sich rechts von unserem Wege. Dieser geht
erst etwas bergab, steigt aber dann wieder an und führt in den Wald.
Nach kurzer Waldwanderung Wegteilung. Wir bleiben in der alten Richtung
und gehen den mittelsten Weg weiter im Walde abwärts. Nach wenigen
Minuten erneute Wegteilung. Unser bisheriger Weg biegt scharf nach
rechts. Wir gehen links hinab durch den Hohlweg zur _Höllmühle_.
Ein Idyll voll echter Mühlenpoesie. Gewaltige Linden, lauschige
Lauben, auch Gelegenheit zum Gondelfahren auf dem ansehnlichen
Zuflußteiche.
Wir gehen nun durch das Gehöft hinab in den Wald. Links ein Steinbach.
Der Weg führt uns zu dem Bache hinab. Wir überschreiten zwei Brückchen,
ein kühler Waldgrund nimmt uns auf. Mit dem Höllmühlenbach wandern wir
bis zu seiner Mündung in die Mulde. Am anderen Ufer bemerken wir die
_Wollspinnerei Amerika_. Gehört zum Dorfe Arnsdorf und ist eine der
bedeutendsten Baumwollspinnereien Sachsens.
Nun an der Mulde nach rechts, dem Flusse folgend. Eine prächtige
Wanderung, befinden wir uns doch an einer der schönsten Strecken des
Muldentales. Bei Wegteilung links am Flusse weiter. Nach ungefähr 20
Minuten an unserem Wege links eine Fichte, angeblich über 200 Jahre
alt. Wir gelangen zu den »Pferdeställen«, mächtige bis 60 ~m~ hohe
Felsen. Der Name stammt aus dem 30jährigen Kriege, in dem die Bauern
der umliegenden Dörfer ihre Pferde hier verborgen hielten. Bald sehen
wir auch das Dorf Rochsburg mit dem stimmungsvollen Kirchlein. Über
die Drahtseilbrücke (Brückengeld!). Nun rechts am Ufer weiter, langsam
ansteigend. Bei der Wegteilung nach rechts empor zum Gasthaus zur
Rochsburg, dicht bei der Burg.
~f~) _Rochsburg_ -- _Berthelsdorf_ (1 Std.) -- _Hohenkirchen_ (20 Min.)
-- _Cossen_ (20 Min.).
Wanderzeit: 1 Std. 40 Min.
Vom Schlosse hinab zur Mulde und über die Drahtseilbrücke. Links
weiter, immer am Flußufer hin. Nach ¼ Stunde über eine kleine
Brücke. Nach Überschreiten, bei der Wegteilung, links weiter, bis
zur Einmündung des Brausetalbaches. Immer am Flusse weiter. Bei der
Wegteilung beliebigen Weg einschlagen, da sich beide Wege wieder
vereinigen. Durch Gebüsch. Wiederum Wegteilung, rechts hinauf, nach
einer Minute erneute Teilung, nun links. Wir sehen eine Eisenbahnbrücke
und rechts daneben die _Amtmannskluft_, eine hervorstehende Felsgruppe.
Unser Weg überschreitet ein Bächlein und geht scharf rechts bergauf,
nach 2 Minuten links hinauf. Nach weiteren 1--2 Minuten geht ein
schmaler Fußweg links durch den Busch zur _Amtmannskluft_. Nach einem
Rochsburger Amtmann benannt, der sich hier von der Höhe hinab in
die Mulde gestürzt haben soll. Der Felsen gewährt einen Blick ins
Muldental. Wir gehen den Fußweg zurück bis zu unserem Wege und weiter
bergan. Wenige Minuten nach Verlassen des Waldes verändert unser Weg
seine Richtung nach rechts. Durch eine mit Pflaumenbäumen bepflanzte
Straße gelangen wir nach _Berthelsdorf_. Wir bemerken zunächst das
Rittergut, der Familie v. Wilucki gehörig. Der Teich bleibt links.
Wir gehen an ihm entlang. Bei Haus 23 teilt sich der Weg. Wir folgen
dem Wegweiser links hinauf nach _Hohenkirchen_, das wir in 15 Minuten
erreichen. Die Kirche lassen wir links und gelangen zum Gasthaus
»Heiterer Blick«. Ein Wegweiser zeigt uns den Weg nach Göritzhain, wir
folgen ihm nach rechts abwärts. Nach knapp zehn Minuten teilt sich der
Weg. Wir gehen links auf die breite Landstraße und auf dieser rechts
hinab zum Bahnhof _Cossen_.
Rückfahrt nach Chemnitz.
~g~) _Burgstädt_ -- _Chemnitztal_ (50 Min.) -- _Stein_ (40 Min.) --
_Göritzhain_ (30 Min.) -- _Seitenhain_ (40 Min.) -- _Wechselburg_ (40
Min.) -- _Rochlitzer Berg_ (1 Std.) -- _Rochlitz_ (1 Std.).
Wanderzeit: 6 Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Burgstädt.
Vom Bahnhof durch die Bahnhofstraße bis zum Sächsischen Hof, dann
die Kaiser Wilhelmstraße rechts weiter, nach wenigen Schritten die
Georgenstraße links gehen bis zu ihrem Ende, ungefähr 1 Minute nach
links hinab bis zu Hausnummer 478. Hier rechts abgehen. Ein breiter
Fußweg führt uns aufs Feld hinaus. Über die Mohsdorf-Burgstädter
Straße. Weiterhin beim Bahnwärterhaus (links) über die Bahn. Dahinter
den mittleren Weg gehen (also nicht in Richtung des Bahnwärterhauses!)
Wir gehen nicht rechts und links von unserem Wege ab, der uns
schließlich auf die Fahrstraße bringt. Diese gehen wir weiter in das
_Chemnitztal_ hinab bis zum _Chemnitztal-Restaurant_.
Nun die Chemnitztalstraße abwärts an einer Pappenfabrik vorüber zur
Gastwirtschaft »Schweizerschlößchen«. Das Tal zeigt seine Schönheiten.
Mächtige Felsblöcke sperren den Lauf des Flusses. Wir gelangen nach
_Stein_. Am Wege liegen verschiedene Fabriken. Das Dorf, 830 Einwohner
zählend, zieht sich rechts am Hang hinauf. Die Straße führt dicht am
Flusse unterhalb einer Felswand, im Volksmunde der Wachholderberg
genannt, entlang. Bei den Pappenfabriken von Gerstäcker kommen wir
nach Göritzhain (Gasthof zum Stern), wo links über die Brücke der Weg
in ½ Stunde zum Bahnhof Cossen mit Anschluß nach Chemnitz führt. Drei
Minuten abwärts vom Dorf verläßt der Fahrweg das Tal. Wir folgen dem
Wegweiser nach _Seitenhain_. Hier auf der Höhe den Fahrweg links dem
Muldental zu. Beim Gasthof Wegteilung. Wir gehen auf der bisherigen
Straße auf der Höhe weiter. Nach ¼ Stunde erschließt sich der Blick auf
das Muldental. Wechselburg mit Schloß, darüber der Rochlitzer Berg,
links der Göhrener Viadukt werden sichtbar. Unten durch den Bahndamm
nach _Wechselburg_.
Wechselburg gilt nicht mit Unrecht als Perle des Muldentales.
Der anmutig gelegene Marktflecken zählt gegen 1600 Einwohner.
Die weinumsponnenen Häuser sind mit Gärten und Bäumen umgeben
und gewähren reizende Anblicke. Es wurde im Jahre 1174 vom
Markgrafen Dedo von Rochlitz als Augustinerkloster mit Namen
Zschillen gegründet. Dedo war ein Sohn Otto des Reichen und
soll übermäßig fett gewesen sein. Darum war er auch in größter
Verlegenheit, als ihn der Kaiser Heinrich VI. aufforderte, ihn
nach Italien zu begleiten. Er entschloß sich daher, von einem
Wunderarzte das hinderliche Fett aus dem Leibe schneiden zu
lassen. Das geschah mit so unglücklichem Erfolge, daß er wenige
Tage darauf, am 16. August 1199 unter schrecklichen Schmerzen
seinen Geist aufgab.
Die Mönche des Klosters Zschillen trieben es derart, daß der
Markgraf Heinrich der Jüngere das Augustinerkloster aufhob.
1289 ward es in eine Komturei des Deutschherrnordens
umgewandelt und galt als eines der reichsten geistlichen
Besitztümer des Ordensbezirkes Thüringen. Nach Einführung der
Reformation kam es in den Besitz Herzog Heinrichs, der es 1543
an den Grafen von Schönburg gegen dessen Besitzungen Wehlen,
Hohnstein und Lohmen im Meißnischen auswechselte. Dabei wurde
auch der Name in Wechselburg umgewandelt. An der Stelle des
Klosters steht jetzt das mächtige Schloß, nur Kirche und
Kreuzgang blieben als Reste des Klosters erhalten. Die Kirche
ist eine Basilika mittlerer Größe, in Kreuzform gebaut und
der Jungfrau Maria geweiht. Die Skulpturen und die Vorhalle
zählen zu den schönsten deutschen Werken. Der größte Teil ist
aus rotem Rochlitzer Porphyr aufgeführt. Hochaltar, Kanzel,
das säulenartige Portal, ferner das Grabmal des Stifters Dedo
des Fetten und seiner Gemahlin Mechthildis, vor allem aber der
Hochaltar mit seiner herrlichen weltberühmten Kreuzesgruppe,
in allen kunsthistorischen Werken genannt und gepriesen, sind
Kunstwerke allerersten Ranges und Ruhmestaten der sächsischen
Bildhauerkunst. Die Kirche wurde 1869 und 1874 von dem Grafen
Karl von Schönberg renoviert und gilt als der berühmteste
romanische Bau in Sachsen. Evangelischer Gottesdienst findet
nur einmal im Jahre statt, sonst dient die Kirche dem
katholischen Ritus.
Gegenwärtiger Besitzer des Schlosses ist der Graf v.
Schönburg-Glauchau.
Der Eingang zum Schlosse befindet sich auf der Südseite. Das Portal ist
mit einem Wappen und einer Madonnenfigur verziert. Im Torhause erhält
man Erlaubnis zum Besuche der Schloßkirche (1 bis 3 Personen 1 Mark,
jede weitere Person 20 Pfennige, es werden aber höchstens 12 Personen
zu gleicher Zeit eingelassen).
Sehr sehenswert ist auch der Schloßpark mit den Gewächshäusern. Man
melde sich beim Schloßgärtner (1 bis 5 Personen 1 Mk., jede weitere
Person 20 Pfg.).
Vom Schlosse über den Markt hinunter zur Muldenbrücke und jenseits
derselben am Ufer rechts ab. Nach kurzer Zeit in den Wald. Über eine
Bachbrücke. Ein Wegweiser zeigt uns den Weg nach rechts zum Rochlitzer
Berg, den wir erst bei ziemlicher, später mäßiger Steigung erreichen.
Der Rochlitzer Berg ist 353 ~m~ hoch und besteht größtenteils
aus rotem Porphyr, der in zahlreichen Steinbrüchen abgebaut
wird. Das Gestein, richtiger Porphyrtuff, auch Rochlitzer
Sandstein genannt, wird nachweislich schon seit der Bronzezeit
verarbeitet und gibt jetzt noch ein vorzügliches Baumaterial.
Der massive Turm ist daraus gebaut worden. Er ist 26 ~m~
hoch und wurde 1860 als Denkmal an den am 9. August 1854
verstorbenen König Friedrich August errichtet.
Die Aussicht ist überaus umfassend und gilt als eine der
schönsten aller sächsischen Berge. Bei günstigem Wetter sollen
sogar der Brocken und die Dome zu Merseburg und Freiburg a. d.
Unstrut zu sehen sein.
Eintrittspreis zum Turm: 15 Pfennige, Kinder 10 Pfennige. Man
erwerbe sich beim Kastellan einen Orientierungsplan, der die
gewaltige Aussicht erklärt.
Verschiedene Waldwege führen nach Rochlitz.
Wir schlagen am Stein 21 rechts den Promenadenweg ein, den uns
ein Wegweiser angibt. Nach kurzer Wanderung überschreiten wir die
Wechselburg-Rochlitzer Fahrstraße. Ein Gedenkstein erinnert an
verschiedene Rochlitzer, die sich um die Anlage der Promenadenwege
verdient gemacht haben. Von einem Rundteil genießen wir ein malerisches
Bild auf Schloß und Stadt Rochlitz. Wir folgen immer den Wegweisern und
gelangen nach Rochlitz, zunächst zum Schlosse.
Rochlitz, 170 ~m~ hoch gelegen, zählt 6300 Einwohner.
Die Industrie umfaßt hauptsächlich Mechanische Weberei,
Zigarrenfabrikation und Schuhfabrikation. Rochlitz wird bereits
im Jahre 981 genannt und war im Jahre 1000 schon Sitz eines
Burgwarts. Im Mittelalter genoß es durch seine Leinewebereien,
Tuchmacherei und Steinmetzerei ziemliches Ansehen. Die Stadt
entwickelte sich im Anschluß an das mächtige Schloß mit den
beiden Bergfrieden auf der Schmalseite, die den Namen »Juppen«
führen und 1390 gebaut wurden.
1547 wurde hier der Markgraf Achilles von Brandenburg
überfallen und gefangen. Der Schloßhof macht einen malerischen
Eindruck. In der interessanten Schloßkapelle befindet sich das
Museum des Rochlitzer Geschichtsvereins. (Besichtigungszeiten
sind aus dem Anschlag zu ersehen). Rochlitz ist der Sitz
verschiedener Behörden und Schulen. Sehenswert ist neben
der Petrikirche, an Stelle einer früher hier befindlichen
romanischen Kirche im 15. Jahrhundert erbaut, besonders
die Kunigundenkirche. Sie zeigt romanische, gotische und
spätgotische Architektur. Vor der Kirche ein Denkmal des als
Freund Luthers und Liederdichters bekannten Pfarrers Mag. Joh.
Mathesius, eines Sohnes der Stadt Rochlitz.
Wir wandern vom Schlosse an der St. Petrikirche entlang durch die
Schloßstraße zum Markt. Entfernung zum Bahnhofe 20 Minuten.
Rückfahrt kann mit der Muldentalbahn erfolgen. Entweder nach
Wechselburg, umsteigen und weiter nach Chemnitz oder nach Lunzenau
fahren, nach Bahnhof Cossen zu Fuß (20 Minuten) und von Cossen nach
Chemnitz fahren.
Man kann auch von Rochlitz über Narsdorf (umsteigen!) nach Chemnitz
fahren.
~h~) _Markersdorf-Taura_ -- _Schweizertal_ (20 Min.) _Chemnitztal_
(20 Min.) -- _Göritzhain_ (1¼ Std.) -- _Seitenhain_ (40 Min.) --
_Wechselburg_ (40 Min.) -- _Rochlitzer Berg_ (1 Std.) -- _Narsdorf_ (1
Std.).
Wanderzeit: Reichlich 5 Stunden.
Ausgangspunkt: Bahnhof Markersdorf-Taura.
Hierher von Chemnitz mit der Bahn. Vom Bahnhof Fußweg mit Wegweiser
»Nach dem Walde«. Am Rande desselben hin. Verschiedene Felsvorsprünge
-- Ullrichsburg, Hockstein -- gewähren Talblicke. Vom Hockstein hinab
zur Bahn, über dieselbe und wieder aufwärts zum Brückensteg im engen
Tale mit den, den Lauf des Flusses hemmenden Felsen im Flußbette.
Mächtige Gneisblöcke mit Strudellöchern. Über den Steg dem Wegweiser
»Gasthaus Schweizertal« folgend. Nun auf der Talstraße rechts weiter
nach Schweizertal mit Fabriken, sowie Villa Tetzner. Das Tal weitet
sich und wird sehr sonnig. Wir gehen geradeaus, biegen rechts, über
den Tunneleingang der Bahn hinweg und dem Flusse folgend, weiterhin
wieder unter der Bahnbrücke beim Tunnelausgang hindurch. Eine sehr
lohnende Wanderung durch das interessante Granulitgebiet. Bei der
Station Mohsdorf über die Brücke zum _Chemnitztal-Restaurant_. Von hier
zum Rochlitzer Berg (siehe 7 ~g~, Seite 44).
_Vom Rochlitzer Berg nach Bahnhof Narsdorf_ (1 Std.).
Vom Berggasthaus die Waldstraße links abwärts. Nach Austritt aus dem
Walde wenige Schritte, dann links den schmalen Fußweg ab, um ein Stück
Straße abzuschneiden. Am Kilometerstein 4,4 wieder auf die Landstraße.
Die Landstraße ist ziemlich reizlos. An Mutzscheroda vorüber und
endlich zum Bahnhof _Narsdorf_.
Fahrt über Cossen nach Chemnitz.
~i~) _Cossen_ -- _Göhrener Viadukt_ (30 Min.) -- _Altzschillen_ (30
Min.) -- _Wechselburg_ (30 Min.) -- _Rochlitzer Berg_ (1 Std.).
Wanderzeit: 2½ Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Cossen.
Mit der Bahn von Chemnitz nach Cossen. Eine sehr lohnende und viel
unternommene Wanderung!
Aus dem Bahnhofe tretend gehen wir die Fahrstraße abwärts. Nach 2
Minuten Wegkreuzung, rechts ab zum Dorf Cossen. Auf der Straße abwärts
in einer knappen halben Stunde zum _Göhrener Viadukt_.
Diese drittgrößte Eisenbahnbrücke Sachsens ist 68 ~m~ hoch,
8 ~m~ breit und 412 ~m~ lang. Die Mittelbogen sind 26 ~m~
breit. Die Brücke wurde 1870/71 erbaut. Die Namen der Erbauer
künden drei Schilder an der oberen Brückenseite. Man zählt 21
obere und 5 untere Bogen.
Wir wandern durch die Brücke am linken Ufer hin. Bald gelangen wir an
die Mündungsstelle der Chemnitz in die Mulde. Wenige Minuten davon
beginnt _Altzschillen_.
Wir genießen einen schönen Blick auf Schloß und Flecken Wechselburg und
im Hintergrund den Rochlitzer Berg. Endlich zur Muldenbrücke und nach
Wechselburg.
Von Wechselburg zum Rochlitzer Berg siehe 7 ~g~, Seite 44.
Abstiege vom Rochlitzer Berg Seite 45, 47.
~k~) _Pumpschenke Chursdorf_ -- _Höllmühle_ (50 Min.) -- _Spinnerei
Amerika_ (50 Min.) -- _Penig_ (1 Std.)
Wanderzeit: 2 Std. 40 Min.
Ausgangspunkt: Pumpschenke Chursdorf.
Hierher mit dem Auto. Abfahrt vom Alten Stadttheater Chemnitz.
Durch die Kirschenallee rechts ab. Wir durchschreiten das
langgestreckte Dörfchen Chursdorf bis zum unteren Ende. Von hier
links weiter zur _Höllmühle_. Nun zwischen den Gebäuden hindurch am
schäumenden Höllmühlenbach hinab ins Muldental. Der Bach wird an
verschiedenen Stellen auf schmalen Stegen überschritten. Wir gelangen
(½ Stunde ab Höllmühle) auf den Rochsburger Weg am rechten Muldenufer.
Eine Wegtafel weist uns nach »Restauration Amerika«. Am anderen Ufer
liegt die _Spinnerei Amerika_. Wir überschreiten die Brücke. Nun durch
den Wald am linken Muldenufer dem Flusse entgegen nach _Penig_.
Gewerbtätige Stadt mit ca. 7200 Einwohnern; liegt 215 ~m~
hoch. Macht hier und da einen altertümlichen Eindruck.
Interessant ist die 1499 erbaute und 1892 renovierte Kirche
»Zu unserer lieben Frauen auf dem Berge«. In der Sakristei ein
Bild Luthers als Junker Georg, angeblich von Lukas Cranach;
außerdem die gräflich Schönburgische Begräbniskapelle, das
älteste Grabmonument stammt aus dem Jahre 1411. Das 1546
erbaute Rathaus hat ein hübsches Frührenaissance-Portal. Das
Kriegerdenkmal auf dem Markte stellt eine Episode aus der
Schlacht von St. Privat (18. August 1870) dar. Zwei gräfliche
Schlösser, von denen das eine zur Papierfabrik gehört, mit
großem Park. Die große Patentpapierfabrik genießt Weltruf.
Außerdem hat der Ort noch Zeugdruckerei, Eisengießerei,
Emaillierwerke und Maschinenfabrik. Die in alten Zeiten
hochberühmte Töpferei ist sehr zurückgegangen. Man denke an die
anmutige Geschichte aus der Jugendzeit Friedrichs des Weisen.
Die Peniger Töpfer hatten einen riesigen Topf geschaffen.
Dieses Kunstwerk zu sehen kam auch der Prinz nach Penig. Er
äußerte den Wunsch, in den Topf hineinzusteigen. Als der Prinz
im Topfe war, machte sich ein Hofjunker den Spaß, die Leiter
wegzuziehen. Allein der unverzagte Prinz befreite sich, indem
er den Topf mit der Faust zerschlug.
Von Penig mit dem Auto nach Chemnitz zurück.
~l~) _Penig_ -- _Wolkenburg_ (1 Std.) -- _Waldenburg_ (1½ Std.) --
_Grünfelder Park_ -- _Glänzelmühle_ (1 Std.) -- _Glauchau_ (1½ Std.).
Wanderzeit: 5 Std.
Ausgangspunkt: Autohaltestelle Penig.
Von Chemnitz mit dem Auto hierher. Von der Muldenbrücke auf dem linken
Ufer der Mulde flußaufwärts. Blick auf die Stadt mit der Kirche und
der alten und neuen Bürgerschule. Nach wenigen Minuten, hinter der
Fabrik, Wegteilung, links die Straße weiter. Nach ca. 20 Minuten
eine zu Thierbach gehörige Restauration. Nun zur Mühle. Durch den
Mühlhof und den Fußweg am Mühlgraben aufwärts. Durch den Viadukt und
Kastanienallee. Das Schloß Wolkenburg wird vor uns sichtbar. Wegteilung
vor einer Wiese, wir gehen rechts hinauf zur Straße. Diese aufwärts und
den ersten Fahrweg, der links abbiegt. An der Kirche vorbei, durch den
Meierhof, die Schloß-Auffahrt rechts hinauf. Links in den Park. Die
Lindenallee nach rechts, unter dem Schlosse hin. Rundteil mit schönem
Blick auf das Dorf Wolkenburg. Der Platz ist mit einer Nachbildung des
»Apolls von Belvedere« geschmückt. Links den schmalen Weg in den Park
hinab, unten rechts am Zaun hinab, die Straße abwärts, über die Brücke;
links (rechts zum Parkrestaurant).
_Wolkenburg_ ist ein Dorf mit ca. 800 Einwohnern, 294 ~m~
hoch gelegen. Die Kirche ist 1904 erneuert, mit gußeisernen
Reliefs nach antiken Mustern und dem Altarbild »Himmelfahrt
Christi« von Sascha Schneider. Das Schloß stellte in alten
Zeiten eine starke Muldenbefestigung dar. Als die ältesten
Besitzer werden die Herren von Colditz (1244) genannt, die sich
auch von »Wolkenpurc« schrieben. Von 1443 an hatten es die von
Kauffungen inne. Nach dem Prinzenraub fiel es an den Kurfürsten
zurück, der es Götz am Ende überließ. 1635 bekam es Heinrich
Haubold von Einsiedel, dessen Familie das Schloß noch heute
besitzt.
Vom Schlosse über die Muldenbrücke. Die Straße teilt sich, wir gehen
geradeaus. An der Baumwollweberei vorüber. Wir schneiden die Dorfstraße
in _Hermersdorf_ und gehen nach _Niederwinkel_. Von hier aus den
gewöhnlichen Kommunikationsweg nach _Waldenburg_.
Stadt mit 2900 Einwohnern, 255 ~m~ hoch gelegen. Früher
Residenz der Fürsten von Schönburg-Waldenburg. Das hübsche
Schloß im Renaissancestil enthält ein sehenswertes Museum. Es
enthält meist Naturalien und historische Gegenstände. Gemälde
Fürstlich Schönburgischer Familienglieder. Steinkohlenflora aus
dem Zwickauer Gebiet. Korallen. Eine »Seeflosse«. Einen roten
Ara, der 42 Jahre lang im Schlosse gehalten wurde und auch den
1848 durch Freischärler verursachten Brand des alten Schlosses
überlebte.
Die gotische Kirche stammt aus der ersten Hälfte des 15.
Jahrhunderts. Bemerkenswert sind das kunstvolle Südportal und
das Grabdenkmal Hugos von Schönburg († 1566).
Die Stadt hat lebhafte Industrie (Posamenten, Web- und
Wirkwaren). Der Gewerbeverein unterhält ein Altertumsmuseum.
Vom Markte wandern wir durch die Schloßgasse und Neugasse, dann rechts
den Fußweg den Schloßberg hinunter. Über die Muldenbrücke. Den ersten
rechts abgehenden Weg durch den Park. Zum Schwanenteich. Den Weg
zwischen Haus und Teich weiter. Bei der nächsten Teilung links durch
die Eichenallee. Rechts der Schafteich. Dann Wegteilung: rechts bis auf
die Straße. Diese schneiden, auf die Parkwächterwohnung zu neben dem
Jagdschlößchen. Nun in den herrlichen, im englischen Stil angelegten
Park _Grünfeld_. Den Weg am Parkwächterhaus hin. Wegteilung: rechts
über die Bahn, durch die Allee und den Triumphbogen. Inschrift: Der
stillen Naturfreude. Rechts führt ein Weg über ein Brückchen zur
»Urne«, den wir _nicht_ benutzen. Den breiten Weg zum Bade. Den vorigen
breiten Weg weiter. Durch die (künstliche) Felsengrotte, an der Otto
Alexander, dem Erstgeborenen gewidmeten Urne vorüber. Wegteilung.
Den Zickzackweg links hinauf. Oben teilt sich der Weg wiederum, nach
rechts. Auf einen breiten Fahrweg. Diesen nach rechts zum Mausoleum.
Der jonische Bau trägt die Inschrift: Otto dem Unvergeßlichen.
Henriette. Den Fahrweg weiter. Wegkreuzung. Rechts ab am Forellenteich
vorbei, ins Tal hinab. Links am Wege eine große Steinschale zum
Salzlecken für das Wild. Wir gelangen zur _Glänzelmühle_, einer
bekannten Einkehrstätte mit Übernachtungsgelegenheit.
Die Mühle hat ein Alter von annähernd 500 Jahren. Seit
zwei Jahrhunderten ist sie im Besitz der Familie Glänzel.
Verschiedenes Interessante für den Altertumsfreund.
Nun durch die Mühle den Fahrweg weiter. Bei der Wegteilung links über
die Brücke den querkommenden Fahrweg nach rechts bis in die Nähe der
Schule zu Oberwinkel. Vorher den ersten links abbiegenden Fahrweg.
Hübscher Blick zurück. Unser Weg biegt links ab, wir gehen den Feldweg
in bisheriger Richtung weiter. Nach einer Minute vor der Kiesgrube den
ersten rechts abbiegenden Feldrain. Hübsche Aussicht. Ein paar Schritte
hin (die Kiesgrube bleibt links), den querkommenden Fahrweg nach links.
Schöner Blick ins Muldental und auf Waldenburg, rechts davon der
Rothenberg, links im Tale Kertzsch und Remse.
Auf dem Kommunikationswege von Oberwinkel nach Ebersbach, diesen
ein Stück nach links. Wo er links umbiegt, in bisheriger Richtung
den Feldweg weiter auf den durch Pappeln bezeichneten Weg
Oberwinkel--Oertelshain zu. Kurz vor dem Walde Wegteilung; wir gehen
den Fahrweg links. Immer gerade fort. Im Grunde immer in der alten
Richtung den Fußweg weiter, über Wässerchen, am Waldrande hin. Auf der
Höhe angekommen, sehen wir die Pappeln wieder. Bei der Straßenkreuzung
geradeaus. An Oertelshain vorüber, auf Reinholdshain zu. Denkstein zur
Erinnerung an zwei 1885 vom Blitze Erschlagene.
Wir kommen nach Reinholdshain, schneiden die Dorfstraße und wandern
bergauf. Die Straße wendet sich oben nach rechts. Blick auf Glauchau.
Wir passieren den Bahndurchlaß. Bei Straßenkreuzung links. Durch den
Viadukt und sogleich rechts über den Mühlgraben. Am Bahndamm hin.
Durch den Viadukt der Glauchau-Lichtensteiner Bahn. Über den Steg des
Mühlgrabens, den Scheerberg hinan und rechts hinab zum Bahnhofe in
_Glauchau_.
Von Waldenburg kann man auch über Kertzsch, Remse und Jerisau nach
Glauchau wandern. Der Glanzpunkt dieser Wanderung ist die Bastei bei
Remse mit prächtigen Ausblicken. Vielbesucht ist der Gasthof Kolosseum
in Remse mit sehenswerter Riesenflora. Wanderzeit ca. 2 Stunden.
Glauchau, gewerbfleißige Stadt mit ca. 26000 Einwohnern.
264 ~m~ hoch gelegen. Die Stadt wird eingeteilt in die
Oberstadt mit den beiden Schlössern Hinter- und Forderglauchau
und der Unterstadt, dem sogen. Wehrdigt. Die zwei Burgen sind
durch den Hirschgraben getrennt. Die Gründelteichanlagen liegen
dicht dabei. Hinterglauchau gehört teilweise der Zeit vor
1470 an. Charakteristisch ist das als »Flasche« bezeichnete
Treppentürmchen. Forderglauchau ist 1527--34 erbaut worden.
Besuchenswert ist das Museum im Gewerbehaus am Schloßplatz,
das einen interessanten Überblick über die Entwicklung der
Glauchauer Textilindustrie gewährt. Sehenswert ist auch das
Mausoleum der Familie Bößneck auf dem Friedhof. In der Apsis
eine schöne Statue »Die Trauer«.
In Glauchau wurde 1494 Georg Agricola, der Begründer der
wissenschaftlichen Mineralogie und Metallurgie geboren.
Mit der Bahn nach Chemnitz zurück.
~m~) _Penig_ -- _Rochsburg_ (1½ Std.) -- _Lunzenau_ (1 Std.) --
_Wechselburg_ (1½ Std.).
Wanderzeit: 4 Std.
Ausgangspunkt: Autohaltestelle Penig.
Nach Penig mit dem Auto. Vom Marktplatze rechts die Schloßstraße hin,
durch die Flinschstraße, an der Patentpapierfabrik vorbei, immer am
rechten Muldenufer hin, in 40 Minuten zur Einmündung eines Baches,
gegenüber der Spinnerei Amerika (siehe Seite 40). Wir bleiben auf dem
rechten Ufer. Durch Nadel-, später Laubholz. Hübsche Ausblicke auf
die romantischen Flußufer. Rechts mächtige Felsen, die Pferdeställe.
Der Fluß macht eine Biegung und wir erblicken das reizend gelegene
Rochsburg, endlich auch das Schloß. Wir gehen über die Drahtseilbrücke
und hinauf zur _Rochsburg_ (Seite 36).
Von der _Rochsburg_ nach _Lunzenau_. Siehe Wanderung 7 ~d~, Seite 38.
Von _Lunzenau_ im Muldentale weiter abwärts. Man gelangt in 25 Minuten
über die Brücke zur Göhrener Mühle und zum _Göhrener Viadukt_ (S.
47). Weiter durch das Dorf _Altzschillen_ über die Muldenbrücke nach
_Wechselburg_ (Seite 43).
Rückfahrt nach Chemnitz mit der Bahn.
8. Zeisigwald-Wanderungen.
Der Chemnitzer Stadtwald, gewöhnlich Zeisigwald genannt,
liegt im Nordosten der Stadt und ist nicht nur bedeutend
größer als der Küchwald, sondern übertrifft diesen auch an
landschaftlicher und forstlicher Schönheit. Die Wege sind gut
und sauber, im Süden herrscht das Laubholz vor, im Norden das
Nadelholz, während in der Mitte der Baumbestand gemischt ist.
Zahlreiche Halden aus Porphyrschutt bezeugen, daß von altersher
der Porphyr hier abgebaut wurde. Von den 28 Steinbrüchen sind
noch einige im Betrieb. Die Halden und verlassenen Steinbrüche
wurden bepflanzt, man vermied dadurch den trostlosen Anblick
brachliegender Strecken und erhöhte die Abwechselung und
Anmut des Landschaftsbildes. Ein besonderer Anziehungspunkt
ist der Beutenberg, den der Chemnitzer Erzgebirgsverein mit
einem Aussichtsturm bekrönte. Als Erholungsstätten werden
die Waldschenke und die Heideschenke gern aufgesucht. Viele
Spaziergänge lassen sich natürlich an der Hand des beigegebenen
Kärtchens ausführen. Im folgenden sind nur einige Wanderungen
zu den Glanzpunkten des Zeisigwaldes aufgeführt.
~a~) _Forststraße_ -- _Goldborn_ (20 Min.) -- _Waldschenke_ (5 Min.)
-- _Dosts Halde_ -- _Beutenbergturm_ (20 Min.) -- _~D~-Flügel_ --
_Pflanzgartenweg_ -- _Forststraße_ (25 Min.).
Wanderzeit: 1 Std. 10 Min.
Ausgangspunkt: Straßenbahnhaltepunkt Forststraße (Linie
Theaterplatz--Hilbersdorf ~H~).
Die Forststraße rechts gehen. Nach wenigen Minuten gelangt man in den
Zeisigwald. Wir betreten zunächst den nach dem Förster Menges benannten
Mengeshain. Die Forststraße weiter bis zum Forsthaus, in dessen Nähe
sich Schrebergärten befinden. Wir bleiben auf der Forststraße, der
Telefonleitung nach. Vor uns taucht der Beutenbergturm auf. Wir gehen
am Spielplatz vorbei (Unterkunftshalle und städtisches Luftbad).
Der Brunnen am Eingang des Platzes gibt Wasser vom Goldborn. Nicht
von der Forststraße abgehen bis zum Goldbornweg, gleich hinter dem
Luftbad. Hübsches Laubholz. Bei den Wegkreuzungen immer geradeaus zum
_Goldborn_.
Künstliche Grotte, bei der eine ziemlich starke Quelle
entspringt, die durch eine Türe verdeckt ist. Gutes
Trinkwasser, an manchen Tagen stark kohlensäurehaltig. Pumpe
neben der Grotte.
Hinter der Grotte geht ein Weg ab, der auf den Alten Steinweg und auf
diesem nach rechts zur Waldschenke führt.
Hübscher ist der Weg, wenn wir dem Wegweiser »Nach den Haldenwegen«
nachgehen, der mit weißer Markierung versehen ist. Er bringt uns
auf den beliebten »Alten Steinweg« und rechts aufwärts, ohne vom
Wege abzugehen, auf die Forststraße und zur _Waldschenke_. Sie liegt
340 ~m~ hoch mitten im Walde in reizender Lage. Besonders an Sonntagen
ungeheuer besucht.
Von der Waldschenke nach dem Beutenberg lassen sich verschiedene Wege
einschlagen. Der empfehlenswerteste ist folgender: Von der Waldschenke
noch ein Stück die Fahrstraße aufwärts bis zur mehrfachen Wegteilung.
Den Schmiedeweg links weiter. Dieser führt uns über die Halden der
Steinbrüche in mehrfachen Windungen hinauf und hinab. Von den Halden
aus hübsche Ausblicke. Immer auf dem Schmiedeweg weiter bis zum Fahrweg
am Steinbruch. Halbrechts ein kleines Stück hinauf und in Zackenwegen
zu _Dosts Halde_.
Wieder auf den Schmiedeweg. Nach wenigen Schritten überschreiten wir
den Grenzweg. Unser Weg macht eine kleine Biegung nach halbrechts.
Eine Schneise überqueren. Wir gelangen zum Wasserbehälter. Hier rechts
ab, Siegels Steinbruch wird rechts umgangen, endlich zum Turm auf dem
_Beutenberge_.
426 ~m~ hoch. 25 ~m~ hoher Turm, im Jahre 1887 vom Chemnitzer
Erzgebirgsverein erbaut. Die Fernsicht ist hervorragend
schön. Im Westen ein prächtiger Blick auf das Stadtbild von
Chemnitz, dahinter der Totenstein, die Höhen des Oelsnitzer
Kohlenreviers. Im Norden: Rochlitzer Berg, Taurastein,
Frankenberg und Schloß Sachsenburg. Im Osten: Augustusburg,
Gahlenzer Höhe bei Oederan, bei günstigem Wetter die
Halsbrücker Esse bei Freiberg. Im Süden: Geiersberg, Adelsberg,
Kemtauer Felsen, Greifenstein, Gebirgskamm mit dem Fichtelberg.
Die Nähe der Schießstände war die Veranlassung, daß der Turm
bisher nur Sonntags und an solchen Tagen geöffnet war, an denen
keine Schießübungen abgehalten wurden. Vielleicht bringen die
neuen Verhältnisse eine Wandlung. Da der Berg völlig bewachsen
ist, hat man ohne Besteigung des Turmes keine Fernsicht. Um
wenigstens einigermaßen einen Ausblick zu genießen, gehe man
auf dem alten Wege etwa eine Minute weiter, bei der Wegkreuzung
rechts fort und noch ca. 5 Minuten bis zum Waldrande. Hier hat
man von verschiedenen Stellen aus hübsche Blicke auf die nähere
Umgebung.
Vom Turm den Weg hinab bis zum Wegweiser »Nach der Stadt«. Nun
links weiter. Erst durch Jugend und dann über eine große Waldblöße.
Wir überschreiten eine Schneise (die längste des ganzen Waldes).
Endlich auf den Grenzweg, einer Fahrstraße, die die Grenze zwischen
fiskalischem und städtischem Gebiet anzeigt. Wir gehen geradeaus hinab,
den ~D~-Flügel. Nach wenigen Minuten gelangen wir an den Pflanzgarten
mit Unterkunftshalle. Wegkreuzung.
Der Reitweg rechts biegt zur Waldschenke. Der Weg links führt an der
Kaserne entlang nach der Planitzstraße (Haltestelle der Straßenbahn).
Der Pflanzgartenweg (halbrechts) bringt uns auf die Forststraße.
Geradeaus kommen wir an den Waldrand, an dem der Grüne Weg hinführt.
Diesen benutzen wir nach rechts gehend. Wieder in den Wald. Dann links
den Talweg ab, der durch schönen Buchenbestand führt, weiter links
den Eichenweg durch Eichenwäldchen auf die Forststraße, von hier die
Straßenbahn nach der Stadt benutzen.
~b~) _Schlachthof_ -- _Genossenschafts-Molkerei_ -- _Röhrweg_ --
_Goldborn_ -- _Paradiesweg_ -- _Dosts Halde_ -- _Beutenberg_ --
_Heideschenke_ -- _Gablenz_.
Wanderzeit: Reichlich 2 Stunden.
Ausgangspunkt: Straßenbahnhaltestelle Schlachthof.
Vom Schlachthof links durch die Frankenberger Straße, gleich rechts
die Gellertstraße weiter auf die Dresdner Straße; diese nach links,
zur Forststraße. Diese nach rechts bis zur Genossenschafts-Molkerei.
Von hier aus in den Wald nach links, den sogen. Röhrweg. Dieser
führt uns an einigen Teichen vorbei. Beim letzten rechts bis auf den
querkommenden Goldbornweg. Auf diesem bis zum _Goldborn_. (Siehe
Wanderung 8 ~a~).
Den Goldbornweg weiter. Wir kreuzen den Alten Steinweg und kommen auf
den Paradiesweg. Dieser führt auf eine Halde, mit prächtigem Blick. Den
Schmiedeweg weiter bis zu Dosts Halde. Von hier zum Beutenberg siehe
8 ~a~.
Vom Beutenberg rechts am Waldrande auf die Straße (Gablenz--Euba) zur
Heideschenke. Diese liegt in der Nähe der Militärschießstände und
besitzt einen ziemlich großen Garten.
Aus dem Hause tretend rechts weiter auf die Gablenz-Eubaer Straße.
Endlich zur Hauptstraße. Endpunkt der Straßenbahn Gablenz-Altes
Theater. Wer noch Einkehrgelüste hat, wandert rechts weiter zum
Gasthof zum Hirsch.
Rückfahrt mit der Straßenbahn.
~c~) _Schlachthof_ -- _Waldschänke_ (½ Std.) -- _Euba_ (1½ Std.)
-- _Gasthof Jägersruh_ (½ Std.) -- _Schere-Adelsberg_ (30 Min.) --
_Gablenz_ (½ Std.)
Wanderzeit: 3½ Std.
Ausgangspunkt: Straßenbahnhaltestelle Schlachthof.
Links durch die Frankenberger Straße, sofort rechts die Gellertstraße,
links die Dresdner Straße, rechts die Forststraße in den Zeisigwald.
Rechts liegen die Genossenschafts-Molkerei, weiterhin die
Eugen-Esche-Stiftung und das Forsthaus. Rechts der Fahrstraße führt
ein angenehmer Promenadenweg zur Waldschenke. Die Straße weiter bis
zur Wegteilung. Halbrechts den Steinbrecherweg ganz gerade fort. Unser
Weg mündet in den Grenzweg. Diesen überschreiten wir nach rechts. Nun
den breiteren Weg nach links aufwärts, der oben durch junges Holz
führt. Nach wenigen Minuten eine 4fache Wegeteilung. Wir bleiben in
der alten Richtung geradeaus. Nach knapp 10 Minuten auf einen Fahrweg,
diesem nach links folgen. Eine Schneise überschreiten. Endlich an den
Waldrand. Auf der am Waldrande von rechts herkommenden Straße nach
rechts weiter. Den am Straßenstein »nach Euba« abgehenden Weg benutzen
wir nicht. Wir wandern an den Schießständen vorbei. Warnungstafeln! Vom
2. Eingang gehen wir noch ca. 30 Schritte. Links dem Fußweg folgend.
Ueber einen Bach und schließlich nach _Euba_.
Rechts aufwärts nach der Kirche zu. Euba zählt ca. 1900 Einwohner. Der
Ort ist sehr lang ausgedehnt. Früher ist hier ohne nennenswerten Erfolg
Gold gegraben worden. Am Teiche links hinab auf die Dorfstraße. Diese
aufwärts am Lehngericht vorbei, der Fernsprechleitung nach. Neuerdings
wird das Restaurant Bergeshöh' gern aufgesucht. Wir gelangen auf die
Chemnitz-Augustusburger Landstraße. Wenige Schritte nach rechts zum
Gasthof Jägersruh. 476 ~m~ hoch gelegen. (Die Straße wenige Schritte
nach links gehend, können wir einen prachtvollen Blick auf die
Augustusburg genießen.) Wir gehen unsere Straße rechts und gelangen
nach ca. 20 Minuten zur _Schere_. Eigentlich Gasthof zum Adelsberg,
volkstümlich »Schere«, da der Erbauer ein Schneider gewesen sein soll.
Der Turm auf dem Adelsberg liegt in unmittelbarer Nähe. -- (Siehe die
betr. Adelsberg-Wanderung.) Von der Schere nach der Landstraße weiter
bis zur Endstation der Straßenbahn in Gablenz.
9. Nach Schloß Lichtenwalde.
Von allen Ausflügen in die nähere Umgebung ist dem Chemnitzer
der nach Lichtenwalde mit am geläufigsten. In Verbindung mit
der Straßen- und Eisenbahn lassen sich alle Touren leicht
ausführen und die Gegend ist wegen ihrer Anmut des Besuches
würdig. Den Mittelpunkt bilden Park und Schloß Lichtenwalde.
Das Schloß erhielt seinen Namen vermutlich von den
Lichtsignalen, die früher zwischen den Schlössern Augustusburg,
Sachsenburg und Lichtenwalde ausgetauscht wurden. Es erhebt
sich auf den Grundmauern einer Burg, die im frühen Mittelalter
vermutlich eine reichsfreie Königsburg mit dem Sitze eines
Burgvogts gewesen ist. Urkundlich wird sie 1289 zuerst
erwähnt. In diesem Jahre wurde sie von Markgraf Friedrich
von Meißen an König Wenzislaus von Böhmen vertauscht. 1294
war ein Graf Philipp von Nassau Besitzer, der aber 1297 vom
Markgrafen Friedrich von Meißen zur Herausgabe des Schlosses
gezwungen wurde. 1439 war sie im Besitze Apel von Vitzthums. Im
Bruderkriege nahm 1447 Kurfürst Friedrich der Sanftmütige die
Besitzung dem Ritter ab und gab sie an Hermann v. Harras. Aus
diesem Geschlechte war Dittrich von Harras, der kühne Springer.
1450 ward die Burg von dem Landgrafen Wilhelm von Thüringen
niedergebrannt. 1561 wurde nach dem Aussterben des Harras'schen
Geschlechtes Lichtenwalde kurfürstliches Amt. Durch Tausch
gegen Pillnitz gelangte es an die Familie v. Bünau; dann
erwarben es nacheinander Heinrich Reuß III. (1603), die von
Flemming (1719) und v. Watzdorf (1722); von letzterem kam es
durch Erbschaft an die gräflich Vitzthum'sche Familie, die es
noch jetzt besitzt. Der im Jahre 1722--1726 vom Reichsgrafen v.
Watzdorf errichtete Bau brannte im Jahre 1905 ab, wurde aber in
gleicher Gestalt wieder aufgebaut. Das Schloß besteht aus einem
Mittelbau mit Turm und zwei angebauten Seitenflügeln, die den
geräumigen Schloßhof umgeben. Herrlich ist der nach dem Muster
von Versailles angelegte Park. Der Eintritt ins Schloß ist nur
bei Abwesenheit der Herrschaften gestattet. Der Schloßpark kann
jederzeit besichtigt werden.
Hinwege.
~a~) _Schlachthof_ -- _Zeisigwaldschenke_ (½ Std.) -- _Lichtenwalde_
(1½ Std.)
Wanderzeit: 2 Std.
Ausgangspunkt: Straßenbahnhaltestelle Schlachthof.
Vom Schlachthof links die Frankenberger Straße entlang, rechts die
Gellertstraße weiter auf die Dresdner Straße. Diese nach links. Die
Forststraße weiter bis zum Eingang in den Zeisigwald. Entweder direkt
zur _Waldschenke_ auf dem Promenadenwege neben der Forststraße oder auf
einem der unter 8 angegebenen Wege.
Von der Waldschenke in bisheriger Richtung weiter. Bei der sechsfachen
Wegteilung geradeaus, den weißen Marken folgend bis zum querkommenden
Grenzweg, auf diesem nach links. Wegteilung: wir gehen nach links. Bei
der nächsten Wegkreuzung: in bisheriger Richtung weiter bis auf die
Landstraße. Diese einige Schritte rechts bis Kilometerstein 22,835.
Nun von der Straße ab nach links. Bald eine Wegteilung, wir gehen
nicht links hinab, sondern den breiten Weg fort. Es folgt rechts ein
Steinbruch; nun links hinab bis zu Abteilungspfählen 69/70. Rechts, den
ebenen Waldweg weiter. Nach ca. 4 Minuten Wegteilung, links weiter.
Ueberschreiten zwei schmale Schneisen. Nach ca. 8 Minuten kommt ein
Fahrweg von rechts. Bei einer Schneise Abteilungspfahl 67. Nach 4
Minuten Abteil. Nr. 65/66 (an Bäumen!). Hier Wegkreuzung, links im
Walde abwärts. Nach ca. 5 Minuten ändert sich unser Weg in einen Fußweg
und biegt nach rechts. Wir kommen an den Grenzsteinen 181--185 vorüber,
über einen etwas feuchten Wiesenstreifen und kommen an Feld. An diesem
rechts hin, an der Feldecke links hinauf. Die Telephonleitung gibt uns
die Bahn an. Auf diese zu. Zwei Bahnwärterhäuschen. Zwischen beiden
über die Bahn. Weg geht ins Tal hinab, über einen Bach. Wegteilung:
rechts. Nach ca. 20 Minuten auf die Landstraße und diese nach rechts
in ebenfalls 20 Minuten nach _Dorf Lichtenwalde_. (700 Einwohner.)
Wir kommen am Kriegerdenkmal vorbei. Gutsgebäude des Rittergutes
Lichtenwalde. Die Stallungen können gegen Abgabe eines Trinkgeldes
besichtigt werden. Brauerei und Gasthaus Lichtenwalde links. (Weitere
Einkehrgelegenheiten: Bienenstock, Kürschners Restaurant, Schloßmühle.)
Nun zum efeubekränzten Portal des Schloßparkes. Die Ahornallee führt
direkt zur Westfront des Schlosses. Falls die rotweiße Barriere
geschlossen ist, darf die Allee nicht begangen werden. Der herrliche
Park mit seinen Statuen, Wasserkünsten, Schmuckplätzen, Alleen, ist
nach dem Muster der Gärten in Versailles angelegt. Wir gehen zunächst
auf der breiten Lindenallee, der »Großen Allee« nach links bis zum
Ende. Der Ostflügel des Schlosses mit der Freitreppe und schönen
Teppichbeeten zeigt sich. Ein Vorsprung gestattet herrliche Ausblicke
auf die Augustusburg und das liebliche Braunsdorf.
20 Stufen hinunter. (Ein Zickzackweg führt links in 5 Minuten zur
_Schloßmühle_ hinab.) Wir gehen rechts weiter zum Konzertplatz. Hier
finden in den Sommermonaten regelmäßig Sonntags- und Mittwochs-Konzerte
statt. Weiter zum Schwanenteich, mit 2 Fontänen und chinesischem
Schwanenhäuschen. Wir gelangen weiter zum Kastanienstück, inmitten
eine antike Vase mit Steinbänken. Drei schmale Lichtungen (Durchhaue)
bieten prächtige Aussicht. Dann zum »Englischen Stück«. Hübsche
terrassenförmige Gartenanlage. Zuletzt bei den antiken Vasen das
Parkende. Wir gehen einige Schritte vom Ende zurück und die Stufen
hinab, links; dann rechts weiter zu den beiden Pavillons mit den
Wasserkünsten hinab. Sieben Fontänen, die mittelste der »König« genannt
und wasserspeiende Krokodile.
Die Wasserkünste spielen in der Regel an den Konzerttagen,
gegen besondere Bezahlung werden sie auch an anderen Tagen in
Tätigkeit gesetzt.
Nachdem man von den Pavillons schöne Blicke ins Zschopautal genossen
hat -- man verglich die Lage Lichtenwaldes mit der des Heidelberger
Schlosses -- gehen wir nach links, den schmalen Weg an der Mauer hin,
10 Stufen hinunter zum »Pilz«. Erneut schöner Ausblick ins Tal. Die
Stufen wieder hinauf, nach links zurück und den Weg nach rechts, nun
nach links zu einer Statue »Der gefesselte Flußgott«. Wir stellen uns
mit dem Rücken gegen die Statue und wandern geradeaus wieder zurück zu
dem Rundteil mit der Vase (Kastanienstück) und zum Konzertplatz.
~b~) _Hilbersdorf_ -- _Ebersdorf_ (1 Std.) -- _Brettmühle_ (½ Std.) --
_Lichtenwalde_ (25 Min.).
Wanderzeit: ca. 2 Std.
Ausgangspunkt: Haltestelle Margaretenstraße der Straßenbahn
Altes Theater-Hilbersdorf.
Ecke Margaretenstraße verlassen wir die Straßenbahn. Nun die Zeppelin-
oder Frankenberger Straße weiter, unter der Eisenbahnbrücke hinweg bis
zum Gasthaus »Drei Rosen«. Nun die Landstraße allmählig ansteigend
weiter bis zum Stadtteil Neu-Ebersdorf. Wegteilung: rechts weiter. Am
Gasthof Ebersdorf vorbei. Links eine stattliche Linde. Hier verlassen
wir die Landstraße nach links. Ein Bauernweg führt uns hinter den
Gütern weg. Links ein Fußsteig hinab zur Dorfstraße von _Ebersdorf_.
Diese rechts weiter. An der Schule vorbei. Endlich kommen wir zur
Kirche, weitbekannt wegen ihrer Geschichte und Bauweise.
Ebersdorf, eine sehr alte Niederlassung, gewöhnlich Stift
Ebersdorf genannt, war schon frühzeitig durch ein wundertätiges
Marienbild zu einem besuchten Wallfahrtsorte geworden und
besaß eine reichgeschmückte Kirche und eine Marienkapelle.
Das Stift sieht noch heute recht stattlich aus. Die Lage
auf der Anhöhe, das stattliche Pfarrhaus, das Tor mit dem
Torturm, der turmartige Bau der ehemaligen Marienkapelle, die
Kirche mit ihrem hochaufragenden Dache und Turme machen noch
immer einen stattlichen Eindruck. Die ganze Kirchstätte war
früher mit Befestigungen versehen, von denen jetzt noch Reste
vorhanden sind. Der Altarplatz, von einem einfachen, aber guten
Kreuzgewölbe überspannt, hegt ein kunstvolles Altarwerk.
Figuren und Bilder stammen aus dem Jahre 1513. Kanzel und
Glasmalereien sind neueren Datums. Das Grabmal des kühnen
Springers Dietrich von Harras ist unter der nördlichen Empore
zu finden. Darüber an der Decke ein hölzernes Hufeisen mit der
Jahreszahl 1499. Dieses soll das vergoldete, schmiedeeiserne
ersetzen, das der Ritter nach Ausführung des kühnen Sprunges
zum Danke gegen die Heiligen hier aufhängen ließ. Das Original
ist gestohlen worden. Unter einem kleinen Kapellenanbau an der
Nordseite eine Gruft mit steinernen und zinnernen Sarkophagen
und Särgen von Mitgliedern der gräflich Watzdorfschen Familie,
die im 17. Jahrhundert das Schloß Lichtenwalde besaß. Unter
dem Orgelchor das bekannte Goldschiffchen. Die Sage erzählt,
daß ein Ritter, vom Kreuzzuge heimkehrend, auf dem Meere in
Lebensgefahr geriet. In der Todesnot gelobte er, der heiligen
Maria in der Kirche zu Ebersdorf ein Schiffchen voll Gold zu
stiften. Die Heilige half, und der Ritter Wolf von Lichtenwalde
löste sein Gelübde ein. In der Kirche werden auch die
Überbleibsel der Kleider der Prinzen Ernst und Albrecht, sowie
des Köhlers aufbewahrt, die bei dem bekannten Prinzenraub 1455
eine Rolle spielten.
In einer empfehlenswerten Schrift »Die Stiftskirche zu
Ebersdorf« von Lehrer Kretzschmar-Ebersdorf (Preis 40 Pfg.)
erfährt man Weiteres über die interessante Stätte.
Die Besichtigung der Kirche ist fortwährend gestattet. Ein
kleiner Betrag ist an den Kirchner zu entrichten.
Von der Kirche gehen wir die Dorfstraße weiter abwärts, an den
Friedenseichen vorüber. Haus Nr. 39 (links) ist das Geburtshaus des
1892 in Dresden gestorbenen Orgelmeisters Karl August Fischer.
Wir gelangen schließlich auf die Chemnitz-Frankenberger Landstraße.
Diese links abwärts in 2 Minuten zur _Brettmühle_ (287 ~m~ hoch
gelegen). Früher Sägemühle, jetzt Gasthaus. Aus dem Hause tretend links
um die Ecke, hinab, durch das Gehöft und über die Brücke. Prächtige
Wiesenflächen von Gebüsch umrahmt, die _Tännichtwiesen_ genannt.
Nach ca. 20 Minuten wieder bergan zur Schäferei des Rittergutes
Lichtenwalde. Gleich hinter der Schäferei auf die Dorfstraße. Bei der
Wegkreuzung kann man entweder rechts die Straße aufwärts zum Schloß und
Park wandern oder man bleibt in derselben Richtung und geht am Bache
abwärts, durch einen wunderschönen, leider kurzen Grund zur Schloßmühle
und von dieser hinauf zum Parke. Wanderung im Park siehe 9 ~a~.
~c~) _Niederwiesa_ -- _Schloß Lichtenwalde_.
Wanderzeit: 1 Std. 10 Min.
Ausgangspunkt: Bahnhof Niederwiesa. Hierher mit der Bahn.
Weg 1: Aus dem Bahnhof tretend einige Schritte nach links. Dann bei der
Tafel »Brauhof« rechts ab zur Braunsdorfer Straße. Nun links bis zum
Wegweiser »Abwärts im Walde«. Hinter der Brücke sogleich rechts. Links
etwas verborgen im Walde das Friedrich-Denkmal, errichtet 1803 von der
Gräfin Augusta Vitzthum von Eckstädt zur Erinnerung an glückliches
Familienleben. Nun zum Hofewiesenweg an der Zschopau hin. Hinter der
zweiten kleinen Brücke links Promenadenweg zum Park empor. (Wegtafel).
Weiteres siehe 9 ~a~.
Weg 2: Vom Bahnhof in der Richtung auf die Kirche nach links. Bei der
Straßenkreuzung Richtung Chemnitz einschlagen. Durch den Viadukt. Zum
Gasthaus Oberwiesa. Bei der Straßenteilung rechts fort. Rechts über
die Bahnbrücke. Wir wandern immer auf der Landstraße. An einem großen
Teiche vorüber, der vom Zapfenbache durchflossen wird. Bei Stein 1,8
halbrechts von der Landstraße ab. Ein hübscher von Lärchen eingefaßter
Weg führt uns rechts weiter. Der Weg senkt sich und bringt uns in den
Wald. In diesen hinab, durchqueren eine Wiese, die Hofewiese. Uferweg
an der Zschopau bis zur Schloßmühle oder rechts zum Park empor.
~d~) _Braunsdorf_ -- _Lichtenwalde_.
Wanderzeit: ¼ Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Braunsdorf. Hierher mit der Bahn.
Sehr bequeme Fußgänger wählen meist diese Tour. Braunsdorf liegt
267 ~m~ hoch und wird auch als Sommerfrische gern benutzt (Hotel
und Restaurant Haus Flechsig). Von dort über die Zschopaubrücke
(Brückengeld 3 Pfg.). An der Mühle vorbei und hinauf zum Schlosse.
Rückwege.
~e~) _Schloßmühle_ -- _Harraseiche_ (10 Min.) -- _Gunnersdorf_ (¾
Std.) -- _Thümers Kiefern_ (½ Std.) -- _Harrasfelsen_ (¼ Std.) --
_Braunsdorf_ (20 Min.)
Wanderzeit: 2 Std.
Ausgangspunkt: Schloßmühle Lichtenwalde.
Von der Mühle den Fußweg am Mühlgraben abwärts. Der prächtige Uferweg
bringt uns in 10 Minuten zur _Harraseiche_.
Ein mächtiger Baumriese von 7 ~m~ Umfang, zum Umspannen sind
fünf erwachsene Personen nötig. Das Alter wird auf 500 Jahre
geschätzt. Daneben das Harras-Denkmal mit dem Wappen des
Ritters und der Inschrift: »Ritter von Harras, dem tapferen
Springer«. An dieser Stelle soll er nach dem kühnen gräßlichen
Sprung in die Zschopau gelandet sein. Gegenüber des Flusses
droht der Harrasfelsen, von denen der Sprung erfolgte. Hier
stand auch Körner und ließ sich von dem lebendigen Eindruck
der Stätte der Sage zu der bekannten Ballade begeistern. Eine
liebliche Wiese von Laubbäumen umgeben, rahmt Eiche und Denkmal
ein.
Wir wandern unseren Fußweg weiter runter, immer am rechten Zschopauufer
hin. Links von uns liegt Ortelsdorf. Nach halbstündiger Wanderung über
die Ortelsdorfer Brücke nach _Gunnersdorf_. Gewerbfleißiger Vorort
von Frankenberg. An der Brauerei vorüber zu Nerges Gasthaus. Nun
um die Hausecke, geradeaus. Nach ca. 3 Minuten bei der Wegkreuzung
rechts weiter. Wegweiser »Lichtenwalde-Braunsdorf«. Immer auf dem Wege
bleiben. Beim Bahnwärterhaus über die Bahn. Dahinter sofort rechts.
Immer in der Richtung des Bahndammes bleiben. Links ein Steinbruch,
rechts Bahndurchgang. Der ziemlich breite Fußweg führt in 3 Minuten
an Feld; an diesem hingehen, dann die Stufen hinauf in den Wald. 20
Schritte hinter einem Grenzstein rechts ab zu den nahen _Thümers
Kiefern_. Hübsche Aussicht von diesem Rundteil mit Tischen und Bänken.
Nun 4 Stufen hinauf, dann rechts ab auf unseren früheren Fußweg. Diesen
nach rechts. Der Weg senkt sich und biegt nach links. Bei dem Steine
97 (rechts) noch ungefähr 1 Minute gehen, dann scharf nach rechts. Weg
senkt sich wieder, bis zu einer Bank. Dahinter rechts hinab zum Gipfel
des _Harrasfelsens_ oder Hausteins. Prachtvoller Blick ins Zschopautal,
auf die Lichtenwalder Mühle und das Schloß, rechts Gunnersdorf und
links desselben Niederlichtenau. Ein hohes eisernes Kreuz prangt auf
der Höhe. Inschrift: »Dem Sänger und Helden Theodor Körner. Von den
Bewohnern von Frankenberg zur Erinnerung an den 26. August 1863.«
(50jähr. Todestag Körners).
Die Sage berichtet über den Ort: Ritter Harras war mit seinen
Knappen vom Schlosse Lichtenwalde zur Fehde ausgezogen. Doch
seine Mannen unterlagen. Der Ritter sprengte durch Wald und
Dickicht, um seinen Verfolgern zu entgehen. Da steht er
plötzlich auf dem Haustein und erblickt gegenüber seine Burg.
Die furchtbare Tiefe des Zschopautals trennt ihn von seinem
sicheren Hort. Da spornt er das widerstrebende Roß und setzt
hinab in die Fluten, das Roß versinkt zerschmettert, aber der
Ritter erreicht wohlbehalten das rettende Ufer. Die Sage hat
jedenfalls ihre Quelle im germanischen Mythos: »Wotan läßt sich
im Sturmmantel auf die Erde nieder.« Die Sage wiederholt sich
an verschiedenen Orten: Roßtrappe, Ludwig der Springer usw.
Vom Kreuz wandern wir ca. 2 Minuten zurück, den Stufenweg hinab ins
Tal. Ueber den Bach, durch den Bahndurchgang und am Ufer der Zschopau
aufwärts. An der Lichtenwalder Brücke vorüber, immer in derselben
Richtung bleibend zum Bahnhof Braunsdorf.
~f~) _Schloßmühle_ -- _Harrasfelsen_ (½ Std.) -- _Gunnersdorf_ (½ Std.)
-- _Frankenberg_ (1 Std.).
Wanderzeit: 2 Std.
Ausgangspunkt: Schloßmühle Lichtenwalde.
Von der Mühle über die Zschopaubrücke aufs rechte Ufer. Die Bahn
entlang, durch Gebüsche bis zur Bahnüberführung. Durch diese hindurch
und steil hinauf zum _Harrasfelsen_ (siehe 9 ~e~).
Die Bahn durchtunnelt den Felsen. Der Eingang des Tunnels
wurde am Abend des 14. Dezember 1913 durch einen Felssturz
verschüttet und brachte einen durchfahrenden Zug zur
Entgleisung, wobei 8 Menschen ihr Leben verloren.
Vom Harrassprung dem Wegweiser folgend hinab zur Staatsstraße in
Gunnersdorf. Man hält sich am besten etwas links. Von Gunnersdorf in
ca. 1 Stunde nach Frankenberg und mit der Bahn nach Chemnitz zurück.
Über Frankenberg siehe Wanderung 10.
~g~) _Harrasfelsen_ -- _Altenhainer Mühle_ -- _Flöha_.
Wanderzeit: 1 Std. 10 Min.
Ausgangspunkt: Harrasfelsen. Hierher wie in vorigen
Wandervorschlägen.
Vom Felsen hinunter in den Grund, über das Bächlein und links auf
den Altenhainer Weg. Er führt uns durch buschigen Wiesengrund nach
Altenhain. Gegenüber dem getürmten Schulhaus den Fußweg rechts ab durch
ein Bauerngut; hinter demselben an den rechts umbiegenden Fahrweg den
Fußweg links ab. (Er führt auf ein hochgelegenes Gut zu, das aber
links liegen bleibt.) Schöner Blick von der Höhe aus auf Lichtenwalde,
die Ebersdorfer Kirche und Ebersdorf, Ober- und Niederlichtenau,
Gunnersdorf und Frankenberg. Hinter Ebersdorf der Beutenberg mit Turm.
An einem Gebüsch vorüber, das die Altenhainer Höhe bekrönt. (Trigonom.
Station 355 ~m~ ü. d. O.) Nach Ueberschreiten der Kuppe tut sich
prächtige Aussicht auf Augustusburg auf. Man schneidet einen Fahrweg.
(Links ein Porphyrsteinbruch). Auf dem Fußweg den bewaldeten Hang hinab
auf die Talstraße. Zschopauwehr. Sie führt uns nach links auf die
Frankenberg-Flöhaer Landstraße. Kurz vor der Kirche rechts ab, in 20
Minuten zum Bahnhof Flöha.
Mit der Bahn nach Chemnitz zurück.
~h~) _Schloßmühle_ -- _Braunsdorf_ -- _Finkenmühle_ -- _Flöha_.
Wanderzeit: 1¼ Std.
Ausgangspunkt: Schloßmühle Lichtenwalde.
Von der Schloßmühle über die Zschopaubrücke nach Station _Braunsdorf_.
Die Bahn überschreiten durch Dorf Braunsdorf bis zur Mühle. Durch den
Mühlhof am Zschopauhang hin. Zur Finkenmühle. Am Sandsteinbruch vorbei
nach Flöha. Zum Bahnhof am Anfang des Dorfes noch ca. ½ Std.
~i~) _Schloßmühle_ -- _Braunsdorf_.
Wanderzeit: ¼ Std.
Von der Schloßmühle über die Zschopaubrücke und rechts weiter direkt
zur Station Braunsdorf.
~k~) _Schloßmühle_ -- _Landsknechtswinkel_ -- _Hofewiese_ --
_Niederwiesa_.
Wanderzeit: 1 Std.
Ausgangspunkt: Schloßmühle.
Schöner Uferweg am Zuflußgraben hin, am Wehr vorüber. Über eine Brücke.
Hier mündet ein Waldbach, der den Landsknechtswinkel, einen reizenden
Waldgrund, bildet. Weiter zur Hofewiese, von Wald umsäumt. Unser
Weg führt immer an der Zschopau hin. Wegteilung. (Rechts führt ein
vielbegangener Weg quer durch die Wiese, dann im Walde aufwärts, über
die Höhe zur Ebersdorf-Niederwiesaer Landstraße und auf dieser abwärts
nach Niederwiesa).
Schöner ist es, wenn wir den Hofewiesenweg weiter gehen. Er führt uns
bald in den Wald. Schöner Fichtenbestand Der Weg steigt, fällt und
führt dann wieder eben dahin. Ein schmaler Fußsteig bringt uns rechts
zum Friedrichsdenkmal (siehe 9 ~c~). Der Weg biegt nun nach rechts und
führt uns am Zapfenbach aufwärts.
Links ein Denkstein: O. v. T. 1818: 12. März 1898. Erinnert
an Otto von Tschirschky, den Schwiegervater des gegenwärtigen
Besitzers von Lichtenwalde.
Nach ca. 5 Minuten auf einen querkommenden Fahrweg. Nun links über die
Augustabrücke. Der Weg geht bergauf, verläßt den Wald und erreicht
nach knapp 5 Minuten den Kommunikationsweg Braunsdorf--Niederwiesa.
Auf diesem nach rechts. In _Niederwiesa_ angekommen links die König
Albert-Straße abwärts. Über die Brücke und die Dorfstraße, geradeaus,
hinaus zur Landstraße und zum Bahnhof.
Mit der Bahn nach Chemnitz zurück.
10. Durchs untere Freiberger Muldental nach Leisnig.
Diese Wanderung führt in eine von der Natur überaus
reichgesegnete Gegend. Besonders zur Zeit der _Baumblüte_
ist der Name eines Naturparadieses berechtigt. Neben den
landschaftlichen Schönheiten wirken auch historische
Erinnerungen ungemein anziehend.
Um Anschlußschwierigkeiten auf der Bahn zu entgehen, fährt man
bis Limmritz, Station der Linie Chemnitz--Döbeln.
_Limmritz_ -- _Westewitz_ (45 Min.) -- _Hochweitzschen_ (20 Min.) --
_Klosterbuch_ (40 Min.) -- _Maylust_ (40 Min.) -- _Forstgarten_ (30
Min.) -- _Schießstände_ (20 Min.) -- _Leisnig_ (40 Min.).
Wanderzeit: ca. 4 Stunden.
Ausgangspunkt: Haltestelle Limmritz.
Vom Bahnhof aus rechts nach _Technitz_. An Kirche und Schule vorüber
und dann den Fußweg nach Westewitz. Nun auf dem Kirchsteig oder
dem Fahrweg nach _Hochweitzschen_. Heilstätte für Epileptische.
Die schmucken Häuser der Anstalt liegen vereinzelt im Walde. Zum
Durchwandern des prächtigen Parkes bedarf man der Erlaubnis der
Direktion der Landesanstalt. Durch den Park hinab zum _Scheergrund_.
Hübsch gelegen an der Mulde. Nun durch prächtigen Buchenwald nach
_Klosterbuch_.
Kloster Buch wurde 1192 von Heinrich I., dem ersten
kaiserlichen Burggrafen von Leisnig, als Cistercienserkloster
gegründet. Es galt als eins der reichsten im weiten Umkreis,
bis es 1526 eingezogen wurde. Die umfangreiche Bibliothek
befindet sich jetzt im Besitze der Universität Leipzig und im
Staatsarchiv zu Dresden. Die Nutznießung des Klostergeländes
erhielt die Fürstenschule zu Grimma. Gegenwärtig ist der Staat
Besitzer. Vom Kloster steht noch ein ziemlicher Teil der
Ringmauer. Die Kapelle ward 1873 erneuert, es findet monatlich
Gottesdienst hier statt. Dicht dabei liegt das kleine Dorf
Klosterbuch, das in seiner idyllischen Einsamkeit mit dem
Waldhügel Maylust einen überaus reizvollen Eindruck macht.
In bisheriger Richtung die Straße durchs Dorf zur Klosterschenke.
Hübscher Garten. Hinter der großen Dampfmahlmühle die imposante
steinerne Muldenbrücke überschreiten, sofort den Fußweg links hinab auf
den Fahrweg, der uns bergauf führt. Nach 10 Minuten stößt man bei einem
Wettindenkmal (Fichtenanpflanzung, die Buchstaben ~A. C.~ darstellend,
zur Erinnerung an die 800jährige Jubelfeier des Hauses Wettin) auf
einen breiten Weg, diesen nach links, an einem links abzweigenden Wege
vorüber, zur Sommerschenke (die nur Sonntags im Betrieb ist), der
_Maylust_, dem nach dem Oberförster May benannten Bergwalde.
Dicht hinter der Schenke über das Rundteil und die Stufen hinab, zum
»Dach«, einer offenen Schutzhütte und über die nächsten Stufen hinab
zum »Runden Tisch«. Reizender Blick auf Klosterbuch, das auf einer von
der Mulde umflossenen Halbinsel liegt, sowie auf Leisnig.
Wenige Schritte rechts zur »Quelle« (Steintrog), gleich darauf
Wegteilung: links nach »Müllers Blick« an einer alten Eiche; hier
ist der Blick nach Klosterbuch noch schöner, da die Brücke und die
schroffen Felsen des linken Muldenufers mit zu übersehen sind.
Nun zurück zum »Dach« und den rechts am Abhange hinführenden
Promenadenweg. An Ruheplätzen, Gedenktafeln und Ausblicken vorüber bis
zum Fahrweg. Diesen nach rechts bis zum Wettindenkmal. Wegkreuzung:
geradeaus. Nach 2 Minuten bei einer herrlichen Doppelbuche auf eine
breite Waldstraße, diese ein paar Schritte weiter. Wegteilung: links
abwärts. Nach ca. 4 Minuten im Tale auf eine Straße, diese nach
rechts am _Forstgarten_ (Baumschule) vorüber. Über eine Steinbrücke,
zu einer Wegsäule. Dieser gegenüber zwei Fußwege. Wir wählen den
nächstliegenden, ansteigenden. Auf eine Straße. Diese nach rechts.
Wegteilung: rechts. Gleich darauf erneute Teilung: links. Schönes Tal
mit prächtigen Eichen. Die Straße weiter zur Schießstandwache des
179. Regiments. Hier den Fußweg rechts weiter. Nach 4 Minuten den
Schießstand schneiden. Gleich darauf über eine kleine Brücke des Münch-
oder Koppenhölzchenbaches; der Weg führt über Felder den Berg hinan.
Wegsäule. 1 Minute dahinter Wegteilung: links hinauf, Blick auf die
Minkwitzer Windmühle. Wegteilung: geradeaus. Weiter bis auf den Markt
von _Leisnig_.
Die 8100 Einwohner zählende Stadt ist malerisch auf einer
ziemlich steilen Anhöhe um die alte Burg Mildenstein
gruppiert. Leisnig gehört zu den landschaftlich schönsten
Städten Sachsens. Auch die geschichtlichen Erinnerungen sind
interessant. Ursprünglich eine sorbische Niederlassung,
soll der Mildenstein, oder Muldenstein, von Heinrich I. als
Grenzveste gegen die Slawen eingerichtet worden sein. Seit 1081
gehörte Leisnig den Grafen von Groitzsch. 1157 kaufte es Kaiser
Friedrich I. und setzte hier Burggrafen ein, die die Burg an
Meißen überließen. Burg und Stadt haben durch Kriege viel
gelitten, besonders durch die Schweden im 30jährigen Kriege.
Auch unter Bränden hatte die Stadt zu leiden, erhob sich aber
schön und stattlich aus allen Verwüstungen. In der neueren Zeit
rege Industrie, in erster Linie Tuchmacherei und Stuhlbauerei.
Dem Rathause gegenüber Haus Nr. 150 mit Wappen über der Türe
und Inschrift: »Hier ward 1495 Peter Apian geboren. Sein
Name errettete am 22. April 1547 Leisnig vor Einäscherung.«
Folgender Vorgang liegt zu Grunde: Peter Apianus, eigentlich
von Bienewitz oder Bennewitz, war ein berühmter Astronom, er
starb 1552 als Professor in Ingolstadt. Er war Lehrer Kaiser
Karl V. gewesen. Dieser kam während des Schmalkaldischen
Krieges durch Leisnig, dessen Bürger sich durch Mißhandlung
kaiserlicher Soldaten verhaßt gemacht hatten. Karl V. gab
Befehl, die Stadt zu plündern und einzuäschern. Da erfuhr er,
daß Leisnig der Geburtsort des Apianus sei und nahm den Befehl
zurück. Die Gasse hinab zur sehenswerten Matthäikirche. Am
Kirchplatze Haus 295, altes Schulhaus, mit der Inschrifttafel:
»Hier lebte und wirkte Carl Ferdinand Adam als Kantor und
Musikdirektor«. Ihm verdanken wir die gefühlsinnigen Lieder
»Abend wird es wieder« und »Wie könnt ich dein vergessen«.
(Sein gegenwärtiger Nachfolger ist der bekannte Komponist
Franziskus Nagler.)
Rechts von diesem Gebäude die Superintendentur, das älteste Haus von
Leisnig, 1405 gebaut. Nun links, an der Kirche vorbei, die Kirchgasse
hinab und am Ende derselben die Schloßgasse rechts ab, dann links
am Burglehn hin; rechts die Villa Mirus mit wundervollem Park, der
auch den Fremden zugänglich ist. Sein Besuch ist unbedingt anzuraten.
Prächtige Bäume, Baulichkeiten, reizende Ausblicke. Wir besuchen erst
die Ruine (aus Trümmerstücken des Klosters Buch erbaut), dann den
Turm, die malerische Rittertreppe, das Schweizerhaus. Nun den oberen
Weg links am Berge hin, an der Mauer entlang zum »Einsiedler«. Von
hier aufwärts und durch den in den Felsen gehauenen Tunnel. Den Park
verlassend rechts am Burglehn hin zum Schloß _Mildenstein_. Über die
Auffahrt, durch zwei Tore auf den Hof. Schöner Blick vom Altan. Auf dem
Burghofe eine über 300 Jahre alte Linde. Die Räume des Schlosses dienen
dem Amtsgericht. In den unteren ist das Altertumsmuseum untergebracht.
Von der Plattform des alten »Runden Turmes« schöne Aussicht. Zum
Markte zurück und zum Bahnhof. Über Döbeln nach Chemnitz zurück.
Rüstige Fußgänger können die Wanderung noch bis Colditz an der
Zwickauer Mulde fortsetzen. An den Schießständen links vorbei, über
Meuselwitz, Zschirla. Durch den Tiergartenwald nach Zschadraß und
Colditz.
Wanderzeit: 2½ Std.
Rückfahrt: Von Colditz über Wechselburg nach Chemnitz.
11. Ins untere Zschopautal.
Das prächtige, zwischen Waldheim und Flöha liegende Stück Erde
wird seiner vielen Reize wegen gern aufgesucht. Geologisch
rechnet man es zum sächsischen Mittelgebirge, nur der Süden
gehört der Erzgebirgsformation an. Der Geolog findet manche
seltene Gesteinsart, wie z. B. die Blöcke von Cordieritgneis
in und um Mittweida. Bis in die 90er Jahre wurde in Schönborn
Silberbergbau getrieben. Auch der Botaniker und Naturfreund
kommen auf ihre Rechnung. Ebenso fehlt die Romantik der
Ritterburgen nicht. Wem mehrere Wandertage zur Verfügung
stehen, versäume nicht, das ganze Zschopautal von Waldheim bis
zur Quelle auf dem Fichtelberge zu begehen. In wirksamster
Steigerung vom Lieblichen bis zum Erhabenen, ausgestattet mit
Burgen und Schlössern, Wald und Felsen, reizenden Dörfern und
blühenden Städten, tritt ihm herrliche Tallandschaft entgegen.
Wir beschäftigen uns zunächst mit dem unteren Zschopautal. Der
Anordnung unseres Buches wegen kommt das obere Zschopautal an
einer späteren Stelle.
~a~) _Oberlichtenau_ -- _Brettmühle_ -- _Lichtenwalde_ -- _Ortelsdorfer
Brücke_ -- _Frankenberg_ -- _Lützelhöhe_ -- _Lützeltal_ --
_Fischerschenke_ -- _Bruhmsteig_ -- _Dreiwerden_ -- _Mittweida_.
Wanderzeit: 5--6 Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Oberlichtenau, Linie
Chemnitz--Döbeln.
Vom Bahnhof bis zu dem an der Chemnitzer Straße gelegenen Gasthof.
Die Chemnitzer Straße bis zur _Brettmühle_. Von hier Fahrweg bis
_Lichtenwalde_. (Wanderung 9.) Zur Schloßmühle hinab und zur
_Harraseiche_. Nun den Fußweg weiter am rechten Ufer der Zschopau. Nach
½ Stunde zur _Ortelsdorfer Brücke_. Auf der Chaussee nach _Frankenberg_.
Stadt mit 13500 Einwohnern, 289 ~m~ hoch in einer von der
Zschopau gebildeten fruchtbaren Aue gelegen, anmutige Umgebung.
Frankenberg und Schloß Sachsenburg wurden im 9. und 10.
Jahrhundert von eingewanderten Deutschen gegründet. Der bald
betriebene Bergbau zog viele Kolonisten an. Nach Erlöschen
des Bergbaues kam die Weberei auf. Noch heute bedeutende
Fabriken in Seide, Wolle und Baumwolle. Die Steinersche
Reformbettenfabrik ist weitberühmt. Außerdem gegen 50
Zigarrenfabriken. Hübscher Friedenspark.
Am Bahnhof der Tafel »Nach der Lützelhöhe« folgend. Promenadenweg
rechts am Bahndamme hin, immer der Fernsprechleitung nach. Links das
Seminar. Die Bahn nach ca. 5 Minuten überschreiten und dem Wegweiser
»Lützeltal« nach links folgen. Nach wenigen Minuten im Lützeltal,
ein Wald- und Wiesental mit parkähnlichen Anlagen, Ruhebänken,
Aussichtspunkten usw. Nach Eintritt in den Wald Wegteilung: den
Promenadenweg links hinab. Erneute Wegteilung: geradeaus. Nach
1 Minute wieder Wegteilung: geradeaus. Rechts kleiner Teich mit
Springbrunnen. Denkmal König Alberts. Wegteilung: links hinab und
Promenadenweg am Wasser hinauf. Zuletzt durch ein Tor, links Laube
und Rundteil. Nun rechts die Stufen hinauf. Durch den Strohtempel.
In 5 Minuten »Gasthaus _Lützelhöhe_«. Hübsche Aussicht. Nun zurück
zum Strohtempel, 10 Stufen hinab, dann rechts. Wegteilung: links ins
Tal hinab. Über eine Holzbrücke und hinauf zum Emilientempel. (Auch
Alberthöhe genannt.) Hübsche Ausblicke. Durch den Tempel hindurch, den
Fußweg zu einem kleinen Aussichtstempel. Von diesem auf unserem Weg
zurück und in der alten Richtung auf dem Talweg hinab. Dem Wegweiser
»Jägerlaube, Sachsenburg« rechts folgend. Unter der Bahn hinweg, dann
links, an der Bahn hin bis zur Jägerlaube. Nun den Fußweg weiter
abwärts bis zum Fahrweg. Diesen rechts nur ein paar Schritte, dann auf
den Dittersbacher Kommunikationsweg, der unseren Weg aufnimmt. Eine
kurze Minute auf ihm nach links, die Frankenberg-Hainicher Landstraße
überschreiten und den schmalen Fahrweg bergauf. Durch Wald und an
Felder, den Weg rechts weiter. Wegteilung: Geradeaus den schmalen Weg
durch die Fichten. Auf einen Fahrweg. Diesen ca. 2 Minuten nach links
und dann rechts den Birkenweg weiter. Der Wegweiser zeigt uns die
Richtung »Fischerschenke«. Über einen Bach und auf Fahrweg. Diesen
einige Schritte links, dann rechts über die Holzbrücke. Den Fahrweg
kreuzen, über die Brücke eines Baches, dann links den Berg hinan. Unser
Weg nimmt weiter oben die Richtung nach rechts. Nach Verlassen des
Waldes kommen wir zum _Schloß Sachsenburg_.
Das alte Schloß war schon 1282 im Besitze der Familie von
Schönberg. 1609 kaufte es Kurfürst Johann Georg I. Das
gegenwärtige Gebäude stammt aus dem Jahre 1488. Es dient als
Korrektionsanstalt für jugendliche Verbrecher und ist zu
Besichtigungen nicht zugänglich.
Bei der an der Dampfesse erkenntlichen Brennerei Wegbiegung. Wir
bleiben in der Richtung, in der wir kommen und gehen am Nebengebäude
den schmalen Weg den Schloßberg hinab zur _Fischerschenke_.
Ein sehr altes Gasthaus, schon 1498 urkundlich erwähnt.
Vom Garten der Fischerschenke links, geradeaus durch die Mühle, aber
nicht links über die Brücke, sondern geradeaus. Am Mühlgraben abwärts.
Weg steigt und fällt. Immer dicht an der Zschopau abwärts. Bei der
Wegteilung ist es gleichgültig, welchen Weg wir wählen, da sich beide
Wege wieder vereinigen. Endlich zum Wehr von Schlenzigs Pappenfabrik.
Wer in der am anderen Ufer liegenden Krumbacher Wasserschenke einkehren
will, muß klingeln, um sich übersetzen zu lassen.
Wir wandern am rechten Ufer weiter abwärts. Der Weg führt Stufen auf
und ab, verengt und erweitert sich. Er trägt den Namen _Bruhmsteig_,
nach dem Oberförster Bruhm in Frankenberg, der sich seiner angenommen
hat. Immer am Ufer hin. Rechts ein vermauerter Stolleneingang.
Verlassene Silberbergwerke Schönborn. Erze wurden auf unserem Wege nach
Dreiwerden befördert. Durch Tunnel und durch hübsche Felspartien nach
_Dreiwerden_. Weidmüllersche Papierfabrik und Holzschleiferei, sowie
Gasthaus.
Nach Mittweida sind zwei Wege möglich. 1. Weg am _rechten_ Ufer: Die
Talstraße in der alten Richtung weiter zur Floßschänke. Dann rechts
auf der Höhe die Zschopenburg, eine künstliche Ruine, zu der von der
Talstraße ein Aufstieg emporführt. Wir halten uns oben nun rechts und
gehen bis Neudörfchen. Hier wieder hinab zur Talstraße. Beim Gasthof
die Brücke überschreiten. Wenige Schritte dahinter rechts den Fußweg
ab zum »Eingang in den Stadtpark«. Herrliche Naturanlage. Durch das
Tor, ein Stückchen bergan und dann den ersten Promenadenweg rechts.
Dieser führt durch die herrlichen Laubholzanlagen zu schönen Ausblicken
und endlich zu der mit Mittweida eng verbundenen Vorstadt Rößgen. Am
Gasthof auf die Talstraße. Links. Durch die Waldheimer Straße zum Markt.
2. Weg am _linken_ Ufer: Ueber die Zschopaubrücke, dann ein Stückchen
aufwärts. Rechts führt nun ein Treppenweg im Walde aufwärts, den wir
einschlagen. Er führt uns zur Zschopaubrücke in Neudörfchen und zum
Eingang des Stadtparkes. Weiter wie Weg 1 auf den Markt von _Mittweida_.
Betriebsame Stadt mit 18000 Einwohnern, die schon im 10.
Jahrhundert bestanden haben soll. Slaven, Franken und Sachsen
haben sich nacheinander hier angesiedelt. In ältester
Zeit viel Bergbau. In verschiedenen Kriegen hatte die
Stadt schwer zu leiden. Erst in der zweiten Hälfte des 19.
Jahrhunderts Aufschwung. Das weltberühmte Technikum wurde
gegründet. Industrie entwickelte sich, vorherrschend Weberei.
Mittweida ist Geburtsort des Theologen H. Gottlieb Tzschirner
(1778--1828) und des Bildhauers Joh. Schilling, Schöpfer des
Niederwalddenkmals und der Tageszeiten auf dem Königsplatz in
Chemnitz (Abgüsse davon auf der Brühlschen Terrasse in Dresden).
Mit der Bahn nach Chemnitz zurück.
~b~) _Ottendorf_ -- _Wasserschenke Krumbach_ (1 Std.) -- _Zschöpchen_
-- _Neusorge_ (40 Min.) -- _Jungfernsprung_ (40 Min.) -- _Neudörfchen_
-- _Stadtpark_ (40 Min.) -- _Mittweida_ (20 Min.).
Wanderzeit: 3 Std. 20 Min.
Ausgangspunkt: Bahnhof Ottendorf der Linie Chemnitz--Riesa.
Über die Bahnbrücke, den Fußweg geradeaus, durch das Dorf. An der
Kirche vorüber. Unten auf die breite Chemnitz-Mittweidaer Landstraße.
Diese biegt rechts über eine Brücke, wir folgen ihr nicht! Gehen links
die Dorfstraße hinab nach _Krumbach_. Am Gasthof vorüber. Wegteilung:
rechts den Fahrweg hinan. Nach wenigen Minuten, bei den zwei kleinen
Teichen, Wegteilung: links weiter, über die Höhe ins waldige Tal
der Zschopau. Nach wenigen Minuten auf dem Talweg nach links. Zu
Schlenzigs Pappenfabrik, daneben die _Wasserschenke_. Ländliches,
idyllisches Gasthaus. Nun den Talweg weiter, immer dem Flusse nach.
Der Weg steigt an und verläßt das Tal. Durch etwas Wald und Wiesen.
Über eine Bachbrücke. Der Fußweg führt uns den Berg hinan zu dem
hochgelegenen Dorf _Zschöpchen_. Der Weg geht wieder ins Tal hinab.
Unten Wegkreuzung: Wir bleiben in der alten Richtung und wandern an der
Parkmauer des Rittergutes _Neusorge_ hinauf. Das Gut befindet sich im
Besitze der Familie von Carlowitz auf Oberschöna und ist verpachtet.
Wir gehen unter einer Brücke hinweg. Unser Weg biegt links. Toreingang
zum Gut mit Wappen verziert. Rechts durch die Pappelallee. An deren
Ende Wegteilung: in der Richtung bleiben. Zum Gasthof Neusorge. Der
Weg senkt sich. Wegteilung: Rechts am Walde entlang. In den Wald.
Hinab ins Zschopautal. Wir sehen im Tale Dreiwerden. Über eine Brücke.
Wir kommen zum Flußwehr. Nun links die Treppen hinauf in den Wald.
Wegteilung: rechts. Wiederum Treppenweg und auf einen Fahrweg. Diesen
rechts hinab. Nach wenigen Minuten Waldblöße mit hohen Buchen und
Eichen. Bei der Wegteilung in der alten Richtung rechts hinab. Über
eine Brücke. Hinauf zur Unterkunftshütte. Rechts von dieser ein Weg
zum _Jungfernsprung_. Sagenumwobener Platz. Ein Edelfräulein soll sich
einst durch einen Sprung in die Zschopau, die bis an diese Felsen
heranreichte, vor den Verfolgungen wüster Knechte gerettet und die
Zschopau durchschwommen haben.
Wieder zur Unterkunftshütte. Den hübschen Waldweg weiter. An
Ruheplätzen vorüber. Der Weg steigt etwas und fällt dann wieder. Am
Waldrand hinab bis zum Anfang von Mittweida. Die Straße abwärts bis zur
Zschopaubrücke. Links den Fußweg ab zum Eingang des Stadtparkes. Weiter
Wanderung 11 ~a~.
~c~) _Mittweida_ -- _Stadtpark_ (30 Min.) -- _Neudörfchen_ (15 Min.) --
_Liebenhainer Mühle_ (1 Std.) _Ringethal_ (40 Min.) -- _~Via mala~_ --
_Mittweida_ (40 Min.)
Wanderzeit: Reichlich 3 Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Mittweida der Linie Chemnitz--Riesa.
Die Bahnhofstraße hinab zum Neumarkt. Links die Technikumsanlagen.
Durch die Rochlitzer Straße zum Markt. Links die Waldheimer Straße
weiter. Wir gelangen nach Vorstadt Rößgen. Vor dem Gasthof rechts die
Fahrstraße verlassen und links in den _Stadtpark_. Wir gehen den ebenen
Promenadenweg, also nicht die Stufen hinan. Hübsche Ausblicke. Unser
Weg senkt sich ins Zschopautal; über die Brücke nach _Neudörfchen_.
Wegteilung: Links durchs Dorf. Weg steigt bis zum Granitbruch und fällt
dann wieder. An der Zschopau hin. Nicht durch die Eisenbahnbrücke!
Weg biegt rechts zum Nadelwald. An der Waldecke Wegteilung: links im
Walde weiter, dann rechts den Promenadenweg hinauf. Auf einen breiten
Fahrweg. Diesen nach links. Knapp 2 Minuten darnach geht links ein
Fußweg ab zur Felsbastei der _Marienhütte_. Unsern Weg weiter. Am
Waldende abwärts, dann scharfe Wegbiegung nach links in den Wald, am
Hange weiter wiederum zu einer Bastei. Prächtige Talblicke. Nun die
Stufen hinab in eine Felskluft mit einem niedlichen Wasserfall. Unser
Fußweg führt in Serpentinen hinab. Über die Bahn, auf den Talweg.
Diesen nach rechts zur _Liebenhainer Mühle_, einer Holzschleiferei
im Besitze H. Weidmüllers. Hinter dem Gehöft der Weg aufwärts. Über
die Bahn, oben am Walde hin. An der oberen Waldecke Wegteilung: links
weiter den eben dahinführenden Weg. Schöner Talblick mit Ringethal.
Unser Weg bringt uns auf die Fahrstraße Ringethal--Weinsdorf: Diese
links hinab nach _Ringethal_.
Sehr freundlich im Talkessel gelegen. Bei der Kirche die
Lutherlinde, jetzt nur noch ein Stumpf, hier soll Luther einst
gepredigt haben. Eine Tafel erzählt die Geschichte der Linde.
Gasthof mit großem Garten hübsch an der Zschopau gelegen.
Nun die Straße weiter und über die Zschopaubrücke zur Spinnerei
Weißthaler. Am letzten Gebäude, einer kleinen Scheune, rechts den
Rasenweg ab. Führt am Hang nach dem Walde. Von der Waldecke ab nach
drei Minuten überschreiten wir eine kleine Schlucht. Daher der Name
~Via mala~. Der Weg steigt noch etwas an und führt schließlich über
die Höhe, hinab nach Vorstadt Rößgen. Beim ersten Grundstück rechts
zwischen zwei Gütern durch. Links halten. Den Fußweg zur Talstraße
hinab und auf dieser nach rechts. Beim Gasthof Rößgen auf die
Waldheimer Straße und zum Markt.
~d~) _Ringethal_ -- _Lauenhainer Mühle_ -- _Mittweida_.
Wanderzeit: 1½ Std.
Ausgangspunkt: Gasthof Ringethal. Hierher mit Wanderung
11 ~c~.
Vom Gasthof links um die Ecke am Zaune hin, den Fahrweg hinauf zum
Wald. Von der Waldecke den Fußweg rechts am Waldrande hin. Wegteilung:
links. Schöner Weg hoch über dem Zschopaufluß, durch Wälder an Felsen
hin, hinauf zum _Raubschloß_.
Diese recht natürlich anmutende künstliche Ruine steht an Stelle einer
sagenhaften Burg. Auch das Auffinden von Waffen in unterirdischen
Gängen ist nicht erwiesen. Von den öden Fensterhöhlen herrliche
Talblicke.
Nun auf dem Fahrweg hinab. Er biegt nach links. Hier Überfahrt
zur _Lauenhainer Mühle_. Klingeln! Etwas vollklingend »Perle des
Zschopautales« genannt. Allerdings ist die Lage überaus anmutig. Das
Mühlenhaus, die umgebenden Felsen, die waldigen Hänge, das rauschende
Wehr bewirken ein Stimmungsbild von malerischem Reiz.
Nun am Ufer der Zschopau aufwärts. Wegteilung: links weiter. Unweit
davon Stufen hinauf. Allmählig den Hang hinan durch prächtigsten
Laubwald auf den sogenannten Auensteig. Später an Wiesen hin, über die
Höhe und hinab nach Vorstadt Rößgen. Immer geradeaus, nicht vom Wege
ab, zuletzt steil abwärts nach Mittweida. Durch die Waldheimer Straße
zum Markt.
~e~) _Mittweida_ -- _Lauenhainer Mühle_ -- _Raubschloß_ -- _Ringethal_
-- _~Via mala~_ -- _Mittweida_.
Wanderzeit: 2½ Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Mittweida.
Die Bahnhofstraße hinab bis Gasthaus »Stadt Chemnitz«. Links in
die Technikumsanlagen. Den Promenadenweg zwischen den Gebäuden des
Technikums hindurch, durch den hinteren besuchenswerten Teil der
Anlagen. An deren Ende auf einen Fahrweg. Rechts den Feldweg hinab, der
hinter der Stadt hinweg in ¼ Stunde hinab nach Vorstadt Rößgen führt.
Am ersten Haus links auf den Fahrweg. Diesen etwa 1 Minute abwärts,
dann links hinauf, den breiten Weg fort. Der Weg senkt sich und wird
enger. Geringe Steigung, immer geradeaus. Am Walde Wegteilung: links
die Stufen weiter. Wir sind auf dem prächtigen _Auensteig_. Allerlei
Ruhe- und Aussichtspunkte. Am Ende des Weges hinab zum Tal vermittels
Stufen, links weiter zur _Lauenhainer Mühle_ (siehe 11 ~d~). Nun
über die Zschopau setzen. Die Stufen hinauf. Den steilen Waldweg zum
Raubschloß (11 ~d~). Nun den Fußweg am Fuße der Ruine rechts ab, an
Felsen hin, nach Ringethal. Weiteres s. Wanderung 11 ~c~.
~f~) _Mittweida_ -- _Lauenhainer Mühle_ (1 Std.) -- _Ringethal_ (35
Min.) -- _Hermsdorf_ (30 Min.) -- _Lochmühle_ (30 Min.) -- _Kriebstein_
(50 Min.) -- _Waldheim_ (45 Min.).
Wanderzeit: 4 Std. 10 Min.
Ausgangspunkt: Bahnhof Mittweida.
Nach Ringethal Wanderung 11 ~c~ oder 11 ~e~.
Vom Gasthof Ringethal links ins Dorf. Beim Rittergut geht links ein
Fahrweg nach Falkenhain ab, den wir aber nicht benutzen. Bald geht ein
zweiter links ab, an der Schule vorbei. Auf diesem zur Fahrstraße und
mit dieser nach _Hermsdorf_. Durch das Dorf. Zuletzt Wegteilung: Rechts
weiter, dem Wegweiser »Erlbach-Waldheim« folgen. Die Straße steigt
noch etwas, führt aber dann in das waldige Tal hinab. Wir verlassen
sie an der scharfen Rechtsbiegung und gehen geradeaus, dem Wegweiser
»Lochmühle« nach. Ins Tal hinab. Über eine kleine Brücke. Dahinter auf
der Talstraße nach links zu der lieblich gelegenen _Lochmühle_, einer
Schneidemühle mit Gasthaus.
Wir folgen der Fahrstraße weiter aufwärts, über die Höhe nach Schloß
_Ehrenberg_, gegenüber vom Kriebstein am rechten Zschopauufer gelegen.
Der Eintritt in den Park ist nicht gestattet. Besitzer ist Sahrer von
Sahr. Vom Gasthof aus den Fahrweg an der Parkmauer hin, steil im Walde
hinab zum Zschopaufluß. Das Tal verengert sich hier, als ob es das sich
bietende glänzende Bild noch malerisch gestalten wollte. Wir gehen
über die Zschopaubrücke und betrachten das imposante Bild der Feste
_Kriebstein_. Die schönste Ritterburg Sachsens, auf schroffem Felsen
gelegen. Der Zutritt ist nicht gestattet. An der Schloßbrücke rechts
auf Stufen zu einem Austritt. Herrliche Aussicht ins Zschopautal.
Der Eindruck des Bildes wird etwas beeinträchtigt durch die daneben
liegende Papierfabrik Kübler und Niethammer.
Die Burg Kriebstein wurde 1400 von Dietrich von Beerwalde
gebaut. 1415 setzte sich Staupitz von Reichenstein mit
Gewalt in ihren Besitz. Nach der Sage habe nun der Markgraf
von Meißen, Friedrich der Streitbare, die Burg belagert und
ausgehungert. Bei der Übergabe der Burg wurde der Gattin des
Staupitz gestattet, ihr Liebstes auf dem Rücken fortzutragen.
Da trug die treue Frau ihren Mann aus dem Schlosse und rettete
ihn so vor schimpflicher Strafe. Gegenwärtig hat die Familie
von Arnim die Burg im Besitz.
Nach Waldheim sind nun zwei Wege möglich, über Kriebethal und über
Rauschenthal.
1. Weg über Kriebethal.
Vom Schlosse ins Tal hinab, über die Brücke. Häuser des Dorfes
Kriebethal. Von hier Bahn nach Waldheim. Personenbeförderung nur
Sonntags. Neben der Haltestelle Gasthof Kriebethal, mit großem Garten.
Nun die sonnige Talstraße nach Waldheim. Angenehmer ist die Wanderung
am anderen Ufer. Man lasse sich nach Rauschenthal übersetzen und
wandere weiter wie im zweiten Weg.
2. Weg über Rauschenthal.
Vom Eingang des Schlosses steil hinauf. Rechts das Rittergut. Weiter
Gasthof Kriebstein mit Garten. Von einem nahen Rundteil ist ein
herrlicher Blick auf Schloß und Tal zu genießen. Vom Gasthof zurück
bis zum Wirtschaftsgebäude Nr. 4. Von dessen Ecke links den Fußweg in
den Wald. Der Fernsprechleitung nach. Der Weg fällt mehr und mehr.
Über einen Waldbach, dann bergan. Der Weg senkt sich wieder und kreuzt
ein zweites Tal. Wieder bergauf. Über die Bahn nach Dorf Rauschenthal.
An der Bahn hin. Über einen Bach, links Eisenbahnbrücke über das
Heiligenborner Tal, rechts der Wachberg mit Turm. Weiter auf die
Landstraße und diese abwärts nach _Waldheim_.
Gewerbfleißige Stadt mit ca. 12000 Einwohnern. Die Industrie
besteht hauptsächlich in Zigarren- und Möbelfabrikation.
Bekannt ist Waldheim durch das Zuchthaus, das im Schlosse
untergebracht ist.
Das Schloß ist mutmaßlich um 1200 von den Meißner Markgrafen
erbaut. Im 15. Jahrhundert blühten Tuchmacherei und Weberei.
Im 30jährigen, nordischen, 7jährigen Kriege, während der
Napoleonischen Feldzüge hatte die Stadt sehr zu leiden. Das
Zuchthaus befindet sich seit 1716 im Schlosse, das seinem
Zwecke entsprechend mannigfach vergrößert und umgebaut wurde.
Von Waldheim nach Chemnitz mit der Bahn, Linie Chemnitz--Riesa.
~g~) _Waldheim_ -- _Kriebstein_ (50 Min.) -- _Ehrenberg_ (15 Min.)
-- _Lochmühle_ (35 Min.) -- _Hermsdorf_ (30 Min.) -- _Ringethal_ (30
Min.) -- _Lauenhainer Mühle_ (35 Min.) -- _Mittweida_ (1 Std.) --
_Dreiwerden_ (1 Std.) -- _Schönborn_ (30 Min.) -- _Krumbach_ (30 Min.)
-- _Sachsenburg_ (30 Min.) -- _Frankenberg_ (30 Min.) -- _Harrassprung_
(1 Std.) -- _Lichtenwalde_ (20 Min.) -- _Flöha_ (1¼ Std.)
Wanderzeit: ca. 10 Std.
Die Wanderung kann an den verschiedensten Stellen unterbrochen werden,
da die Eisenbahn den Wanderer stets begleitet. Für kräftige Wanderer
hat sie aber hohen Reiz. Man kann sie auch auf 1½ oder 2 Tage verteilen.
Ausgangspunkt: Bahnhof Waldheim. Über Waldheim Seite 89.
Die Bahnhofstraße abwärts, am Bismarckdenkmal vorbei. Querkommende
Landstraße. Diese rechts, den ersten Weg links ab. Durch prächtige
Lindenallee. Nach 10 Minuten über die Brücke des Heiligenborner Baches;
links auf der Höhe der Siegesturm auf dem Wachberge, rechts Viadukt der
Waldheim-Kriebethaler Bahn. An der Bahn entlang. Dorf _Rauschenthal_.
Bahngleis überschreiten. Nach 10 Minuten Wald. Zwei Täler durchqueren.
Hinauf zum Rittergut _Kriebstein_ (Seite 89). Straße nach links
abwärts Schloß _Kriebstein_ (Seite 88). Über die Zschopaubrücke.
Fußweg geradeaus, durch Buchenwald nach _Ehrenberg_ (Seite 87).
Straßenteilung, rechts über die Höhe, hinab ins Tal. _Lochmühle_
(Seite 87). Die Straße weiter; über die Brücke, links den Fußweg zur
Fahrstraße nach _Hermsdorf_. Straße abwärts nach Dorf _Ringethal_.
Weiter bis Mittweida siehe Wanderung 11 ~c~.
Ausgangspunkt: Zschopaubrücke. Rechts ab die Talstraße am Flusse
aufwärts. An der Floßschenke vorüber. Rechts drüben die Großmühle
(Baumwollspinnerei). Dann an Dreiwerden (große Papierfabrik)
vorüber. Am Flusse fort; bei der nächsten Brücke den Fußweg links
hinauf. Wegteilung: rechts weiter, auf der ehemaligen Förderbahn
hin, durch einen Tunnel. Am Ende des Dammes rechts hinab ins
Zschopautal. Am Flusse weiter bis _Krumbach_. (Am anderen Ufer die
Wasserschenke). Immer am rechten Ufer weiter aufwärts. Stufen hinauf
zu dem Felsvorsprung, auf dem das Schloß _Sachsenburg_ steht. Unten
zur _Fischerschenke_. Von hier noch einige Schritte die Talstraße
aufwärts, dann rechts den Dammweg ab, am Schilfteich vorüber und nach
_Frankenberg_ (Seite 78).
Die Chemnitzer Straße hinaus nach _Gunnersdorf_ bis Nerges Gasthaus.
Die Landstraße nach links verlassen, nach ca. 3 Minuten rechts weiter.
Die Eisenbahn überschreiten, am Bahndamm rechts weiter. Den Waldweg
hinauf zu Thümers Kiefern. Dann zum Harrasfelsen (Seite 69). Hinab ins
Tal. Unter der Bahn hinweg und links weiter. Über die Zschopaubrücke
zur _Lichtenwalder Mühle_. Hinauf zum Park und Schloß (Seite 60).
Von Lichtenwalde nach Flöha: Wanderung 9 ~h~.
Von Lichtenwalde nach Niederwiesa: Wanderung 9 ~k~.
12. In die Striegistäler und nach Hainichen.
Die lieblichen Täler der großen, kleinen und vereinigten
Striegis enthalten eine Menge des Schönen, daß der Naturfreund
gern und freudig diese Gegend zu seinen Wanderzielen zählen
wird. Außerdem ist die Umgebung von Hainichen geologisch höchst
interessant: im alten Steinbruch hinter der Hospitalstraße
schöne Calamiten, bei Mühlbach-Langenstriegis im Kieselschiefer
Wavellit, zwischen Berthelsdorf-Mühlbach Quarzporphyr,
Porphyrtuffe mit Pechstein, in den Lehmlagern von Hainichen
und Falkenau verkieselte Baum- und Wurzelreste, Geschiebe
mit deutlichen Gletscherschliffen, Sumpferzknollen, an der
Kratzmühle bei Hainichen im Conglomerate schöne Garbenschiefer.
Im Klatschbachtale bei Böhrigen-Greifendorf Serpentine mit
Granaten hirsekorn- bis haselnußgroß (Serpentinfabrik der
Neumühle verwendet Rohmaterial von Hohenstein-Ernstthal, nicht
Böhrigen.)
Auch der Botaniker findet seine Rechnung in der eigenartigen
Flora des Kalkbodens bei Kaltofen und Berbersdorf. Er findet
außerdem Haselwurz bei der Lohmühle, Aronstab und gelbe
Anemonen bei der Berbersdorfer Spinnerei, die für Lehmboden
seltene Cypressenwolfsmilch am Wege von Schlegeler Mühle nach
Kaltofen, vierblättrige Einbeere in den Kalkbrüchen u. a. m.
_Frankenberg_ -- _Sachsenburg_ -- _Rossauer Wald_ -- _Crumbach_ --
_Hainichen_.
Wanderzeit: 4½ Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Frankenberg.
Hierher mit der Bahn. Vom Bahnhof zum Markt hinab, nun rechts die
Straße nach _Sachsenburg_, am Schilfteich vorbei. Rechts das Schloß
_Sachsenburg_.
Das Schloß war schon 1282 im Besitze der Familie von Schönberg,
die es 1609 an den Landesherrscher verkaufte. Das jetzige
Gebäude stammt aus dem Jahre 1488. Gegenwärtig dient es als
Korrektionsanstalt für männliche Personen.
Links die Zschopau. Gegenüber dem Schlosse die Fischerschenke. Wir
gehen rechts die Fahrstraße nach _Irbersdorf_ den Abhang hinan.
Durchwandern das Dorf _Sachsenburg_. Am Ende desselben, bei der
Wegteilung, gehen wir nach rechts. Nach kurzer Zeit gelangen wir nach
_Irbersdorf_. Am Ende des Dorfes macht die Straße eine entschiedene
Biegung nach links. Rechts die Abdeckerei. Noch ein kleines Stück
geradeaus. Der Wald hört auf. Nun rechts ab von der Fahrstraße in
den _Rossauer Wald_. Auf einer schnurgeraden Straße, auf der eine
Pferdebahn zum Holzfahren verkehrt, wandern wir am Wettinplatz vorüber
bis zur Königslinde. Hier fünffache Wegteilung, die Hauptstraße
halbrechts. Bei der Kaiserlinde halblinks, somit wieder in die alte
Richtung. Bei einem Holzlager wiederum fünffache Wegteilung. Wir gehen
nach rechts, kommen aus dem Walde heraus und gelangen nach _Crumbach_.
Nach Durchwandern dieses Dorfes kommen wir unmittelbar nach _Hainichen_.
Fabrikstadt an der Kleinen Striegis, ca. 8000 Einwohner.
Hauptsitz der Flanellfabrikation im deutschen Reiche. Mehr als
20 Spinnereien, Färbereien und Bleichereien, Fabrikation von
Roßhaar-Gespinsten, Plüsch, Tapeten, Holzwaren und Nadeln.
Steinkohle liegt in der Nähe zu Tage, wird aber nicht abgebaut.
Hainichen ist der Geburtsort des Dichters Christian Fürchtegott
Gellert, dem die Stadt 1865 ein Denkmal errichtete. Ferner ist
der Erfinder des Holzstoffes Gottlob Keller hier geboren, an
den ebenfalls ein Denkmal erinnert. Hübscher Samariterbrunnen
von Möckel und Rossau.
Von Hainichen aus lassen sich verschiedene Wanderungen anschließen.[1]
[1] Wandervorschläge in die Umgebung Hainichens wurden von
Herrn Oberlehrer Wartenberg in Hainichen zusammengestellt.
~a~) Nach der _Kratzmühle_ (25 Min.) und _Berbersdorf_ (1 Std.).
Beide Orte haben Haltestelle der Bahn
Chemnitz--Frankenberg--Hainichen--Roßwein. Liebliche Gegend,
vielbesucht von Ausflüglern und Sommerfrischlern.
~b~) Über die Kamera, Dorfstraße nach Ottendorf, alpine Straße nach
Kaltofen -- oder über Neumühle durch das Tal der Striegis nach
_Kalkbrüche_ (1¼ Std.). Angenehmer Aufenthalt. Von hier einstündige
Spaziergänge entweder
nach dem großen Striegistal über Berbersdorfer Spinnerei nach
Rabenstein, Wehrteich (wildromantisch)
oder nach dem Eichberg, linkes Ufer der kleinen Striegis, Waldpark
derer von Beschwitz mit Erbbegräbnis, lieblicher Blick ins Waldtal,
zurück ins Gasthaus Striegistal.
Immer im Tale zunächst linkes Ufer abwärts durch Granitbrüche (r. U.)
nach _Böhrigen_, ¾ Std. Schönster Platz durch die Eisenbahnbrücke nach
dem Wehrteich, der Anhaltschen Fabrik -- oder vom Bahnwärterhäuschen
links in den Wald (Wegweiser) über den »Hohen Stein« immer auf linkem
Ufer nach _Böhrigen_, ¾ Std. (Gasthof mit Garten). Von hier im Tale der
vereinigten Striegis abwärts an Försterei vorbei bis Klatschbachtal, in
demselben aufwärts, links bis an Brücke (¾ Std.). Kleiner Aufstieg an
dem Rand des Abhangs, auf halber Höhe vom Berge immer durch Wald mit
schönen Ausblicken ins Tal von Böhrigen, zurück über Försterei nach
Gasthof Böhrigen (¾ Std.).
Zu empfehlen ist der Besuch des Aussichtsturmes von Böhrigen, Schlüssel
beim Vorstand.
Im Tale weiter abwärts auf neuer Straße über Grunau nach
Niederstriegis, lohnend.
~c~) Von Hainichen nach den Kalkbrüchen auch über Ottendorf, Lochmühle,
Dorf Schlegel (Postschenke), bei Schumanns Gut quer durch die Felder,
Fußweg nach Bärloch -- alter Kalkbruch -- einzig schöne Fichte, nach
Arnsdorfer Mühle, Bahnwärterhäuschen, Kalkbrüche, 1¼ Std.
~d~) Von Hainichen durch Ottendorf wie ~b~ nach Dorf Kaltofen, Straße
nach Pappendorf, links nach Wattefabrik, ins große Striegistal, dann im
Tale aufwärts nach Kirbachs Fabrik, Pappendorfer Mühle, Tapetenfabrik,
Großberger Mühle, nach Mobendorfer Heumühle. Hier projektierte
Talsperre. Besonders für Herbst zu empfehlen, weil man da ungehindert
auf den Wiesen gehen kann, über Wiesenmühle nach Hammermühle am
Riechberg (Dorffrieden). Zurück nach Hainichen, 4 Std. -- Oder von
Hammermühle noch weiter im Tale aufwärts nach Zechendorf, Bräunsdorf --
Besuch der Landesanstalt zu empfehlen -- und dann über Riechberg zurück
nach Hainichen, 5½ Std.
Von Hainichen Bahnfahrt über Frankenberg nach Chemnitz.
13. In die Hetzdorfer Schweiz.
Den Namen erhielt der unterste Teil des Flöhatales seiner
steil aufstrebenden Berghänge wegen, deren malerischer Reiz
noch durch schönen Wald und hübsche Felsgruppen erhöht wird.
Von Chemnitz aus lassen sich verschiedene durchaus lohnende
Halbtagswanderungen ausführen. Man erweitert sie bis in die
Umgebung von Oederan.
~a~) _Hetzdorf_ -- _Bastei_ -- _Lößnitztal_ -- _Metzdorf_ --
_Hohenfichte_ -- _Leubsdorf_.
Wanderzeit: 2½ Std.
Ausgangspunkt: Station Hetzdorf der Linie
Chemnitz--Flöha--Reitzenhain.
Vom Bahnhof über die Flöhabrücke, durch den Hof der Spinnerei Kluge.
Den Feldweg hinauf. Auf der Steinbrücke über die Bahn. Fußsteig rechts
ab durch Buchenwald zur _Bastei_. Felskuppe über der Flöha, durch
Fahnenmast kenntlich. Reizende Blicke ins Flöhatal und auf den 43 ~m~
hohen 312 ~m~ langen Viadukt der Dresdner Eisenbahnlinie. Den Waldweg
weiter, durch Felstrümmer, rechts halten, zum Talweg hinab, links ins
_Lößnitztal_ einbiegen, zur Vereins-Parkettfabrik. Durch deren Hof,
die Höhe überschreiten, nach _Metzdorf_. Die Flöha überschreiten wir
mittels der alten Dachbrücke, nach _Hohenfichte_.
Kleines Kirchdorf mit ca. 680 Einwohnern. Weltberühmt ist das
Fabrik-Etablissement von Max Hausschild (Häkel- und Strickgarne). Von
hier im Tale weiter aufwärts, meist durch Wald zur Station Leubsdorf.
Linie Chemnitz--Flöha--Reitzenhain per Bahn nach Chemnitz zurück.
~b~) _Station Hetzdorf_ -- _Bastei_ -- _Vereins-Parkettfabrik_ --
_Metzdorf_ -- _Lößnitztal_ -- _Hammer-Leubsdorf_ -- _Eppendorf_ --
_Gahlenz_ -- _Oederan_.
Wanderzeit: 4½ Std.
Ausgangspunkt: Station Hetzdorf.
Bis zur Vereins-Parkettfabrik wie unter 13 ~a~. Von hier im Tale weiter
nach Station Metzdorf (Schmalspurbahn Hetzdorf--Eppendorf), dann nach
Station Lößnitztal (Spinnerei), weiter nach Station Hammer-Leubsdorf.
Das Tal teilt sich. Wir gehen links, an der gelben Esse vorüber, am
Zuflußgraben hin nach _Eppendorf_ (3 Std.).
Gewerbefleißiger Ort mit ca. 4900 Einwohnern. Mechan.
Schuhfabriken, Spielwaren, Baumwollenzeug.
Wir wandern an der schmucken Arbeiterkolonie des Eppendorfer Bauvereins
vorüber nach _Gahlenz_ (¾ Std.). Dann auf der Landstraße zur Gahlenzer
Höhe (466 ~m~ mit 8 ~m~ hohem Steinturm). Schöner Blick in den
Oederaner Talkessel und das Flöhatal. Endlich nach _Oederan_.
Gewerbefleißige Stadt mit 5600 Einwohnern, im Talkessel des
Hetzbaches gelegen.
Von Oederan mit der Bahn nach Chemnitz zurück. Linie
Chemnitz--Freiberg--Dresden.
~c~) Ein Stück Wanderung auf Höhenweg III, markiert mit gelbem
liegenden Kreuz auf weißem Grunde.
_Station Hetzdorf_ -- _Bastei_ -- _Dorf Hetzdorf_ -- _Karolinenhöhe_ --
_Börnichen_ -- _Oederan_.
Wanderzeit: 2¾ Std.
Bis zur Bastei siehe 13 ~a~. Von hier an den gelben Kreuzen nach.
Von Oederan mit der Bahn nach Chemnitz zurück.
14. Die Grabentour von Freiberg (Halsbrücke) bis Nossen und Roßwein.
Ein lohnender Wandertag! Erst durchwandert man die alte
Bergstadt Freiberg, genießt Erinnerungen historischer und
bergtechnischer Natur, dann besucht man die Halsbrücker
Esse, ein Wunderwerk neuzeitlicher Technik. Nun beginnt eine
Wanderung durch die lieblichen Täler der Bobritzsch und
Freiberger Mulde. Zuletzt läßt man sich noch von den Trümmern
Altzellas von vergangenen Zeiten erzählen.
_Freiberg_ -- _Herders Ruhe_ (45 Min.) -- _Halsbrücker Esse_ (50 Min.)
-- _Krummhermersdorf_ (30 Min.) -- _Oberreinsberg_ (1 Std. 10 Min.) --
_Zollhaus_ (40 Min.) -- _Nossen_ (1 Std. 15 Min.) -- _Altzella_ (30
Min.) -- _Roßwein_ (1 Std.)
Wanderzeit: 6¾ Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Freiberg. Linie Chemnitz--Dresden.
_Freiberg_, bis in die letzte Zeit Hauptort des sächsischen
Bergbaues. Gegen 31000 Einwohner, 412 ~m~ hoch gelegen. 2 ~km~
von der Freiberger Mulde entfernt auf dem flachen Abhang des
Erzgebirges. An Stelle des erlöschenden Bergbaues traten nach
und nach andere Industriezweige, doch geben die zahlreichen
Grubengebäude, Schmelzhütten und Steinhalden der Stadt und
ihrer Umgebung charakteristisches Gepräge. Auch den Charakter
einer alten Stadt hat Freiberg treulich gewahrt. Bürgerhäuser
mit hohen Ziegeldächern, Bergmannsfiguren, architektonisch
interessante Tore und Giebel legen Zeugnis davon ab.
Freiberg wurde 1175 vom Markgrafen Otto dem Reichen gegründet.
Veranlassung war das Auffinden reicher Silbergänge in der
Gegend. Bald war die Stadt im ganzen Reiche hochangesehen. Der
Wert ihres Besitzes brachte ihr mancherlei Gefahren. Sie ward
wiederholt vom Kaiser begehrt und hart belagert, fiel aber
immer wieder an das Haus Wettin zurück. In der Fürstengruft
des Domes liegen die evangelischen Glieder dieses Geschlechtes
von Heinrich dem Frommen ab begraben. Harte Kriegsdrangsale
gingen über die Stadt hin, besonders als am 29. Oktober 1762
Prinz Heinrich v. Preußen beim Hospitalwalde die entscheidende
»Schlacht bei Freiberg« gewann. Die Stadtmauer mit ihren Türmen
hat man zum großen Teil abgetragen und rings um die Stadt einen
freundlichen Gürtel von Promenaden mit Brunnen und Denkmälern
geschaffen. Weltbekannt ist die 1765 gegründete Bergakademie
mit wertvollen einschlägigen Sammlungen. Der Dom besitzt einige
Kostbarkeiten, besonders die berühmte »Goldene Pforte« und die
Orgel, das Erstlingswerk des begnadeten Freiberger Orgelbauers
Gottfried Silbermann.
Vom Bahnhofe durch die Bachstraße in Richtung der Klosterkirche,
die Bergstiftsgasse überschreiten. Die Untere Langegasse kreuzend
links auf die Bahnhofstraße. Diese nach rechts hinab. Weiter durch
die Frauensteiner Straße, links die Schmiedestraße ab, den Münzbach
überschreiten. Die Jakobikirche (Klosterkirche) bleibt rechts.
Zwischen dem alten dohlenumflatterten Donatturm und dem Friedhof die
Himmelfahrtsgasse nach rechts. Links die Scheunenstraße ab. Teilung:
links, an den Scheunen vorbei, den Fußweg weiter, über drei Fahrwege
weg. Richtung gibt die Höhe mit dem Haine an. Bei der Reichenzeche
Kreuzung: geradeaus zu _Herders Ruhe_, einem Hügel, der auf der
ehemaligen Grube »zu den heiligen drei Königen« als Grabmal für den
Oberberghauptmann Siegmund August Wolfgang v. Herder, einem Sohne des
großen Dichters, errichtet wurde. Die Gruft zieren die ehrenden Worte:
»Hier ruht der Knappen treuester Freund«. Vom Hügel aus schöne Blicke
auf Freiberg, die Halsbrücker Esse usw.
Nun den nordwärts auf die Halsbrücker Esse zuführenden Weg. Nach
wenigen Minuten vor der Tuttendorfer Ortstafel die Straße nach
links und nach einer Minute den Fahrweg nach rechts ab. Rechts der
Kobschacht, sowie die Kirche von Tuttendorf. Jenseits der Mulde
Conradsdorf. Bei der Wegkreuzung geradeaus auf die Esse zu, durch
Halsbrücke. Über die Sekundärbahn Freiberg--Halsbrücke, über die
Grabenbrücke und zur Mulde hinab. Über die Brücke und links den Fußweg
an dem gemauerten Luftkanal aufwärts zur _Halsbrücker Esse_.
Höhe 140 ~m~, die höchste Esse Europas. Grundfläche 12 ~m~,
Sockel 10 ~m~ Seitenlänge. Untere lichte Weite 5,15 ~m~,
obere 2,50 ~m~. 1080000 Normalziegel wurden gebraucht. Die
Baukosten betrugen 130000 Mark. Die obere Schwankung beträgt
noch im heftigsten Schneesturm nur 12--13 ~cm~. Die Esse dient
dazu, die giftigen Gase, die sich in der Halsbrücker Hütte
entwickeln, in die Höhe zu leiten und dadurch unschädlich
zu machen. Vor der Erbauung der Esse wurde die ganze Gegend
durch die ausströmenden Gase geschädigt, wie noch jetzt an der
Pflanzenarmut und Öde der Umgebung der Hütte zu erkennen ist.
Wir wandern in östlicher Richtung weiter den Weg, der aus dem
Muldentale heraufgekommen ist. Diesen ca. 3 Minuten nach links, einen
Fahrweg schneiden, den Fußweg, der genau nordwärts führt. Er geleitet
uns auf die Dorfstraße von Krummhermersdorf. Diese abwärts. Wir wandern
bis zur Bobritzsch, gehen über die Brücke und links die Straße weiter
bis zur Mühle. Hier links über den Graben und auf den Promenadenwegen
an ihm hin, den blauweißen Marken nach. Der Graben lieferte früher
das Trinkwasser zum Bau des Rothschönberger Stollens. Er führt durch
vier Stollen. Auf der Strecke bis zum Austritt des ersten prächtige
Riesenfichten, die Königsfichten genannt. Hinter dem zweiten Stollen
rechts über den Steg und auf die Höhe über dem dritten Stollen.
Herrliches Waldpanorama. Der Graben tritt in den vierten Stollen
ein. Der Weg führt an einer senkrechten Felswand hin. Hernach ist der
Graben überdeckt. Wir verlassen den Wald. Beim Reinsberger Schießhaus
geradeaus auf Promenadenweg weiter bis auf die Straße. Wir sehen Schloß
Bieberstein. Die Straße links führt uns nach _Oberreinsberg_. Hier ist
die eigentliche Grabentour zu Ende.
Beim Erbgericht gehen wir rechts hinab. Nach 1 Minute links den Fußweg,
Wegbezeichnung »Zollhaus« weiter und hinab zur Talstraße. Diese
links bis zur Mühle. Hier rechts weiter (links sehen wir das Schloß
Bieberstein), über die Bahn (Linie Potschappel--Wilsdruff--Nossen),
an der Haltestelle Nieder-Reinsberg vorüber, die Talstraße weiter zum
_Zollhaus Bieberstein_, Gasthaus mit prächtigem Garten, stark besucht
von Nossen und Siebenlehn. Hier fließt die Bobritzsch in die Freiberger
Mulde.
Aus dem Zollhaus tretend führt unser Weg links weiter über die Brücke
und sogleich den Fußweg nach links, dem Flusse folgend, immer auf dem
rechten Ufer. Nach 10 Minuten gelangen wir zur »Zottigen Fichte«,
einem Riesenbaum. Prächtiger Waldweg. Wegteilung: scharf links hinab
zur Mulde. Dann zur Steiermühle, Papierfabrik. Nicht über den Fluß
zur Fabrik hinüber, sondern am rechten Ufer weiter. Bei der ersten
Straßenbiegung links ab, bis zur Beiermühle (Pappenfabrik). Wir gehen
den breiten Talweg weiter, an Huthaus Vereinigte Feldstollen vorüber,
nach 5 Minuten an die Muldenbrücke. Von hier zwei Wege nach Nossen.
1. Weg: links über die Brücke und den Fahrweg weiter.
2. Weg: In der alten Richtung am rechten Ufer fort. Durch Wiesen.
Vom zweiten Steinbruch ab mitunter unbequemer aber anregender Weg
am Mühlgraben hin durch Busch. Beim Lehrerseminar links über den
Mühlgraben, die Bahn überschreiten. Links über die Muldenbrücke. Von
hier führt die erste rechts abbiegende Straße nach Altzella. Geradeaus
geht es hinauf zum Markt von _Nossen_.
Stadt mit gegen 5000 Einwohnern, 256 ~m~ hoch an der
Freiberger Mulde gelegen. Zahlreiche Fabriken für Leder,
Papier, Pappe, Kartonagen, Maschinen usw. Knotenpunkt der
Bahnlinien Leipzig--Döbeln--Dresden, Nossen--Freiberg--Moldau,
Nossen--Riesa, Nossen--Wilsdruff--Potschappel. Das Schloß steht
auf einem steilen Felsen. Der älteste Teil, die Dechantei,
befindet sich auf dem nach der Mulde schauenden Felsen. Das
Schloß enthält das Amtsgericht und Beamtenwohnungen.
Vom Markt aus hinaus zum Bahnhof. Dem Bahndamm nach, den Weg an der
Mulde hin, unter der Bahn hindurch und den Fußweg an der Klostermauer
hin. Dann durch ein Pförtchen hinein, oder um die Mauer weiter herum
bis zum großen Eingangstor mit alten einfachen Säulenkapitälen des
Klosters _Altzella_.
Klosterzella oder Altzella war ehemals ein Cistercienserkloster
und wurde 1162 von Otto dem Reichen gegründet. Es war berühmt
durch seine Klosterschule, die als erste Anstalt dieser Art
in Sachsen gilt. 1545 wurde das Kloster aufgehoben. 1599
vernichtete ein Brand beinahe alle Gebäude. Es stehen nur
noch das Refektorium, die Apotheke und das Schreiberhaus.
Das Refektorium dient jetzt als Kuhstall und Getreideboden,
besitzt aber noch Säulen, Gewölbe und Decke, die gut erhalten
sind. In der 1787 von Friedrich August III. neuerbauten
Begräbniskapelle, dem Mausoleum, ruhen die Gebeine der
sächsischen Fürsten von Otto dem Reichen bis Friedrich dem
Streitbaren. Das Mausoleum besitzt eine einzig dastehende
Akustik. Das alte Portal ist romanisch und besteht aus 7
gewaltigen, hintereinander gewölbten Schwibbögen. Hier eine
akustische Merkwürdigkeit: Worte, die an dem Ende eines Bogens
im Flüstertone gesprochen werden, sind für eine am anderen Ende
des Bogens stehende Person deutlich vernehmbar, besonders beim
zweiten Bogen gelingt der Versuch.
Zum Tore hinaus, die Dorfstraße rechts hinab und an den letzten
Häusern den Fahrweg links. Er windet sich rechts über die Wiese.
Weiter geht es aufwärts in den Wald. Gleich hinter dem Steinbruch,
wo links der Wald aufhört, rechts den Fußweg hinab. Im Walde an der
Bahn hin, am Bahnwärterhaus vorüber. Dann links und dicht an der
Mulde weiter. Nun hoch am Felsen durch dichtes Buschwerk weiter,
tief unter uns braust der Fluß. Nach ¼ Stunde über die Wiese auf die
Dachpappenfabrik »Burgmühle« zu und auf der überdeckten Muldenbrücke
den Fluß überschreiten. Am anderen Ufer den Fahrweg nach links. In ca.
20 Minuten zur Restauration »Zur Schelze« mit großem, schönen Garten.
Den alten Weg weiter am Talbad vorüber bis auf den Markt von _Roßwein_.
Betriebsame Industriestadt, 206 ~m~ hoch an der Freiberger
Mulde gelegen mit gegen 10000 Einwohnern. Sehenswert sind der
Marktplatz mit dem Rathaus und dem Abthaus daneben, in welchem
die Äbte des Klosters Altzella residierten. Große Freitreppe
und interessantes Renaissance-Portal. In Roßwein befindet sich
eine Schlosserschule.
Vom Markt die Döbelner Straße hinaus, links durch die Dresdner Straße,
über die Muldenbrücke, durch einen Bahndurchgang zum Bahnhof.
Linie Chemnitz--Frankenberg--Hainichen--Roßwein.
15. In den Tharandter Wald.
Wer die Strecke zwischen Dresden und Chemnitz mit der Eisenbahn
durchfährt, wird die liebliche Umgebung des freundlichen
Tharandt nicht ohne den Wunsch betrachten, in dieser Gegend
einmal wandern zu können. In der Tat wird ein Durchstreifen
des Tharandter Waldes viel Freude und Genuß bringen. Bei einer
gelegentlichen Fahrt nach Dresden kann man bequem in Tharandt,
Edle Krone oder Klingenberg einen Zug aussetzen.
_Tharandt_ selbst ist ein anmutiges Städtchen mit ca. 3000
Einwohnern, 208 ~m~ hoch an der Einmündung des Granatentales
(Schloizbaches) in die Weißeritz gelegen. Es ist bekannt
durch seine Forstakademie, die 1811 vom Oberforstrat H.
v. Cotta gegründet wurde und 1816 in staatlichen Besitz
überging. Das Mineralbad, eine schwach radiumhaltige
Stahlquelle wird als Nachkurort nach den böhmischen Bädern gern
aufgesucht, hauptsächlich ist Tharandt aber eine gernbesuchte
Sommerfrische, die zu reizenden Wanderungen viel Gelegenheit
bietet.
~a~) _Bahnhof Tharandt_ -- _Ruine_ -- _Forstgarten_ -- _Königsplatz_
-- _Bastei_ -- _Königseichen_ -- _Cottas Grab_ -- _Heinrichseck_ --
_Heilige Hallen_ -- _Bahnhof Tharandt_.
Wanderzeit: 2½ Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Tharandt.
Links in die Stadt. An der Kunstmühle Treiber und dem Albertsalon
vorbei zum Gasthof »Zum Deutschen Haus«. Hinter diesem den Fußweg
rechts hinauf, an der Kirche vorbei, zur _Ruine_.
Liegt 256 ~m~ hoch. Reste einer alten Burg oder eines alten
Jagdschlosses. Seit dem 12. Jahrhundert im Besitz der Wettiner.
Die Gemahlin Herzog Albrechts, Zedena, die Stammutter der
letzten regierenden Wettiner, bewohnte die Burg als Witwe bis
zu ihrem 1510 erfolgten Tode, nach dem das Schloß dem Verfall
preisgegeben wurde. Die Steine verwendete man zum Teil zum Bau
der Kirche mit. 1558 wurde die Burg vom Blitz getroffen und
vollends vernichtet. Schöne Blicke aus den Fensterhöhlen auf
Weißeritztal (Süden), Granatental (Norden), sowie auf die Villa
des Freiherrn von Recum.
Zu dieser Villa hinab auf einem Fußweg. Am Tore wenden wir uns links.
Bei der folgenden Wegteilung nach rechts. Hinauf in den _Forstgarten_.
Schöne Koniferen und sonstige Waldgewächse systematisch angeordnet zu
Unterrichtszwecken in der Forstakademie. (Bis abends 7 Uhr geöffnet.)
Dann an der Büste ~Dr.~ Reums vorbei auf den _Königsplatz_. Tempel,
Büste H. v. Cottas und Ruhebank. Hübsche Blicke auf Ruine, Kirche etc.
Wir folgen dem Wegweiser »Forstbotanisches Museum«, gehen nicht rechts
oder links vom Wege ab. An der Büste Preßlers, eines früheren Lehrers
der Forstakademie vorbei, zum _Forstbotanischen Museum_. Häuschen im
Schweizerstile, meist verschlossen. Vor dem Häuschen einige forstliche
Kuriositäten aus sächsischen Wäldern. Weiter links aufwärts, oben nach
rechts zur _Bastei_. Blicke von dem hohen Felsen auf den Zeisiggrund
und das Granatental. Dann hinauf zu den, von König Johann gepflanzten
_Königseichen_. Von diesen nach links, an einer Baumschule vorüber,
zum Zaune des Forstgartens. Nun links abwärts. An einem Tore vorbei
und bei einer großen Buche durch die Zauntüre, die der Gärtner gegen
ein Trinkgeld öffnet. Ein Wegweiser führt uns zu _Cottas Grab_,
das Basaltsäulen umrahmen. 80 Eichen, am 30. Oktober 1843, den 80.
Geburtstage Cottas, gepflanzt, geben dem Orte eine Weihestimmung.
An der Schneise links Wegweiser. Wir folgen ihm zum Aussichtspunkt
_Heinrichseck_. Prächtige Ausblicke in das Weißeritztal und auf das
Erzgebirge. Nun den ersten Weg nach links, den Wegweisern nach zu den
_Heiligen Hallen_. Buchenbestand, der früher schöner und dichter war.
Hinab in das Weißeritztal. Unten angekommen, nach links. Am Graben hin.
Nach wenigen Minuten überschreiten wir ihn, auf die Straße. Diese nach
links. An Bad, Sidonienquelle, Forstakademie und Albertsalon vorüber
zum Bahnhof zurück.
~b~) _Tharandt_ -- _Talmühle_ -- _Hartha_ -- _Grillenburg_ --
_Seerenteich_ -- _Edle Krone_.
Wanderzeit: 3½ Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Tharandt.
Links in die Stadt. An der Kunstmühle Treiber und dem Albertsalon
vorüber zum Gasthof »Deutsches Haus«. An diesem und dem Erblehngericht
vorüber zum Markt. Bei der Apotheke den Weg nach rechts gehen, am
Bache aufwärts. Zum Gasthof »Amtshof«. Hier links über die Brücke und
rechts weiter. Am Amtsgericht vorbei. Nach ca. 5 Minuten Wegteilung.
Dem Wegweiser folgend am Bache weiter. Nach 1 Minute über die Brücke.
Schöner Weg durch den Todteichgrund. Endlich zu der im schönsten
Wiesengrund liegenden idyllischen _Talmühle_. Von hier in ½ Stunde den
Fahrweg aufwärts über Hintergersdorf, hier den Fußweg hinter den Gütern
hin, nach dem Dörfchen _Hartha_. Am Rande des Grillenburger Forstes
gelegen. 290 Einwohner. Gasthaus und Kurbad. Nun auf der schönen
Waldstraße in einer Stunde nach _Grillenburg_.
Dörfchen mit 180 Einwohnern. Ein von einem großen Teiche
umgebenes Jagdschlößchen, die ehemalige Oberforstmeisterei.
Vom Gasthaus zurück an den Teichen vorüber. Dahinter den Fahrweg
rechts ab bis zur Oberförsterei. Dann querkommende Straße kreuzen.
Dahinter dreifache Wegteilung am Beginn des Waldes. Wir folgen dem
Wegweiser »Seerenteich und Edle Krone«. Richtung ist Dorfheim. Nach
ca. 10 Minuten Wegteilung. Wir gehen geradeaus. Weiter durch den
Eisenbahntunnel. Gleich dahinter nach links, durch eine Wildgattertüre.
Am Bahndamm hinab. Nach ca. 5 Minuten zum _Seerenteich_. Ein
idyllischer Waldweiher in prächtigster Lage, seinem dunkelgrünen
Wasser an die Farbe der Alpenseen gemahnend. Beim Bahnwärterhaus
über die Bahn. Den Fahrweg nach rechts hinab ins Seerenbachtal. Nach
einviertelstündiger Wanderung durch ein Wildgatter. Immer dem Bache
folgend. Wiederum durch ein Wildgatter. Durch die Eisenbahnbrücke. Nach
wenigen Minuten erneut durch eine Eisenbahnbrücke. Im Tal der Wilden
Weißeritz links abwärts, durch zwei Eisenbahnbrücken und endlich nach
_Edle Krone_.
Ortsteil von Höckendorf, prächtig im schönsten Teile des Wilden
Weißeritztales gelegen. 280 ~m~ hoch. In früheren Zeiten
Silberbergbau, wovon Stolleneingänge und Halden zeugen.
Station der Linie Dresden-Chemnitzer Bahn.
~c~) _Tharandt_ -- _Stille Liebe_ -- _Edle Krone_.
Wanderzeit: 1¼ Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Tharandt.
Vom Bahnhof links die Landstraße. Achtung geben auf Haus Nr. 55 rechts!
Hier links den Fußweg ab. Über zwei Stege. Bei der Forstakademie auf
die Landstraße. Nach der Akademie links ab. Über die Brücke der
Weißeritz, am Bahnwärterhaus vorüber und über die Bahn. Den Weg an der
Bahn hin. Nach ¼ Stunde an einem roten Häuschen (Schießstand). Bei der
Schießmauer nicht rechts ab, sondern bei der Bank links. Fahrweg durch
den Wald. Nach ca. 8 Minuten den querkommenden Fahrweg überschreiten.
In derselben Richtung bleiben, den Fußweg weiter. Im Harthenbachtale
zur »_Stillen Liebe_«, Ruheplatz inmitten einer romantischen, engen
Felsschlucht, vom Harthenbach durchbraust, der, nach Regentagen
besonders, reizende Kaskaden bildet.
Vom Steg aus in der alten Richtung weiter. Über einen querkommenden
Weg hinweg. Geradeaus den schmalen Weg. Am Ende desselben Stufen hinab
auf einen breiten Waldweg. Diesen weiter. Durch den Bahntunnel auf die
Straße. Diese aufwärts am Gasthaus Segen Gottes vorüber nach _Edle
Krone_. Siehe Wanderung 15 ~b~.
~d~) _Tharandt_ -- _Breiter Grund_ -- _Werther-Denkmal_ --
_Köhlerhütte_ -- _Bellmanns Los_ -- _Tiefer Grund_ -- _Warnsdorfer
Quelle_ -- _Grillenburg_ -- _Klingenberg_.
Wanderzeit: 3¼ Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Tharandt.
Vom Bahnhof zur Forstakademie siehe 15 ~c~. Die Fahrstraße links
weiter. Am Bade und an der Sidonienquelle vorüber. Kurz hinter dem
Bade ein Wegweiser »Nach den heiligen Hallen«. Den schmalen Fußweg
rechts ab. Ein Stückchen am Mühlgraben hin. Der Weg macht verschiedene
Bogen. Immer auf dem Wege bleiben, ohne rechts oder links abzugehen!
Rechts etwas höher eine Bank, ca. 90 Schritte dahinter Wegweiser
»Nach der Köhlerhütte«. Links auf dem schmalen Fußweg hinab in den
_Breiten Grund_. Unten eine Bank, ca. 1 Minute im Grunde aufwärts
das _Werther-Denkmal_, erinnert an einem im Duell gefallenen
Forststudenten. Ca. 4 Minuten im Grunde hinab zur _Köhlerhütte_, einem
Meilerplatz mit Ruhebänken. Von hier aus über die kleine Brücke und
dem Wegweiser folgend: »Bellmanns Los«. Der Weg biegt rechts. Nach
kurzer Wanderung bei Grenzstein 113 ~d~ zu _Bellmanns Los_. Bezeichnet
Absturzstelle eines Fuhrmanns dieses Namens. Herrlicher Blick in das
Weißeritztal. 80 ~m~ tiefer Abgrund, daher Vorsicht! Bei der Bank der
höchste Punkt: 366 ~m~ Höhe. Unsern Weg weiter. Über ein Bächlein.
Immer in der Richtung bleiben. Auf den Fahrweg des Tiefen Grundes.
Diesen rechts aufwärts. Wegteilung: Geradeaus, am Bache bleiben.
Nach ca. 3 Minuten erneute Wegteilung, immer in der alten Richtung
fort. Wir kommen in den Grillenburger Forst. Der Weg wird breiter,
Rasenweg. Am Ende desselben fünffache Wegteilung: Fahrweg geradeaus.
Wegweiser »Grillenburg«. Nach zirka 2 Minuten zur _Warnsdorfer Quelle_.
Diese ist in Sandstein gefaßt, bringt in 1 Minute 300 ~l~ Wasser.
Wegweiser »Grillenburg« folgen. Der Fahrweg führt schnurgerade durch
die Grillenburger Heide. Nach ½ Stunde den Wald verlassend zum Dorf
_Grillenburg_. Gasthaus und Jagdschloß.
Aus dem Gasthof »Zum Jagdschloß« tretend rechts. Wegteilung mit
Wegsäule. Links in Richtung Klingenberg ab. Die Straße bringt uns in ¾
Stunde direkt nach _Klingenberg_.
Station Klingenberg-Colmnitz der Linie Dresden--Chemnitz.
~e~) _Tharandt_ -- _Bellmanns Los_ -- _Tiefer Grund_ -- _Katzentreppen_
-- _Unverhofft Glück_ -- _Edle Krone_.
Wanderzeit: 2¼ Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Tharandt.
Bis Bellmanns Los wie unter 15 ~d~. Nun rechts den Bellmanns Los-Weg in
den Tiefen Grund. Diesen rechts weiter bis zum Markgrafenweg, der bei
der dreifachen Wegteilung links abgeht. Von diesem auf den Stallweg,
am Pferdestall vorüber und die _Katzentreppe_ hinab zum Gasthaus
»Unverhofft Glück«. Durch die Restauration, über die Weißeritzbrücke
nach _Edle Krone_.
Station der Linie Dresden--Chemnitz.
16. In die Weißeritztäler.
Zu den landschaftlich schönsten Tälern des Erzgebirges gehören
die der Roten und Wilden Weißeritz. Wegen ihrer Enge sind sie
von großen Besiedelungen fast freigeblieben, auch die Industrie
hat hier keine Stätte gefunden, dagegen haben sie ihren
prächtigen Wald fast unversehrt erhalten. Das Tal der Wilden
Weißeritz wurde im vorigen Abschnitt zu Wanderungen empfohlen.
Die Rote Weißeritz durchbraust im Unterlaufe den vielbesuchten
Rabenauer Grund. Das Gebiet des Oberlaufes ist durch die
Orte Kipsdorf, Bärenfels und Bärenburg zum vornehmsten
Sommerfrischengebiet des ganzen Gebirges geworden.
Von Chemnitz aus kann das Gebiet, wenigstens der Rabenauer
Grund, im Rahmen einer Tageswanderung besucht werden, immerhin
ist aber zu empfehlen, am Abend vorher die lange Eisenbahnfahrt
von Chemnitz nach Hainsberg zu erledigen.
~a~) _Hainsberg_ -- _Rabenauer Grund_ -- _Rabenauer Mühle_ (1¾ Std.)
-- _Rabenau_ (½ Std.) -- _Spechtritzmühle_ (¾ Std.) -- _Spechtritz_
(¼ Std.) -- _Borlas_ (35 Min.) -- _Tal der Wilden Weißeritz_ --
_Annaplatz_ -- _Johannahöhe_ -- _Unverhofft Glück_ -- _Edle Krone_ (1¼
Std.).
Wanderzeit: 5--5½ Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Hainsberg. Linie Chemnitz--Dresden.
Nach Verlassen des Bahnhofes rechts die Straße aufwärts zum Gasthof.
Nun links auf der Brücke die Weißeritz überschreiten. Auf die Rabenauer
Straße. Auf dieser ca. 8 Minuten lang wandern. Dann auf einem Fußweg
weiter in bisheriger Richtung an der Weißeritz fort. Er mündet bei
der Haltestelle Coßmannsdorf wieder auf die Straße. Nun links an der
Bahn entlang, über die Rote Weißeritz und an dem linken Ufer weiter.
Wir wandern an der Klamm, einer romantischen Schlucht, vorüber.
Unter der ersten Eisenbrücke hindurch, an dem Elektrizitätswerk
vorbei. Immer auf dem linken Ufer der Roten Weißeritz. Der Weg ist
schattig und folgt jeder Krümmung des Flusses. Fort und fort werden
wir durch reizende Blicke gefesselt. Wir wandern durch die zweite
Eisenbahnbrücke. Oben zeigt sich eine Felsgruppe, die Einsiedler
Höhe. Vor der vierten Eisenbahnbrücke kann man eine Kletterpartie
rechts hinauf zur Einsiedlerhöhe unternehmen. Endlich zur _Rabenauer
Mühle_. Holzschleiferei und Gasthaus, prächtig gelegen. Nun auf den
äußerst anmutigen _Friedens_weg. Über die Eisenbahn in das Tal der
Ölsa. Nicht über die Brücke, sondern den ersten Fußweg nach links
aufwärts. Es folgt ein Wegweiser »Rabenau-Bahnhof«. Hier nach links
zum Bismarckplatz. Prächtig liegt Rabenau und der Rabenauer Grund vor
uns. Hier beginnt der vom Gebirgsverein angelegte Friedensweg, der
am Abhange des Rabenauer Grundes hinführt. Nach reichlich ¼ Stunde
die »Weiße Bank« mit prächtigem Ausblick. Dann zum »Brautbett« und
»Predigtstuhl«. Wieder zurück etwa 1 Minute. Hier führt ein Weg links
ab, an drei Häusern vorbei auf die Straße. Diese rechts wandern, weiter
links einige Stufen hinauf zur 353 ~m~ hohen _König Albert-Höhe_ auf
dem Galgenberg. Herrliche Aussicht. Restauration. Nun hinab zu dem nahe
gelegenen _Rabenau_.
Landschaftlich ungemein reizvoll gelegenes Städtchen mit 3200
Einwohnern, auf einem hohen Bergrücken liegend (356 ~m~).
Wird schon 1235 als Besitzung des Herrn v. Rabenau erwähnt.
Später ging es in Besitz der Burggrafen von Dohna über. Seit
1300 Stadt. 1402 kam Rabenau nach Vertreibung der Dohnas in
den Besitz der Meißner Markgrafen. Das Schloß, auf dessen
Grund sich die Stuhlfabrik erhebt, wurde im 30jährigen Kriege
zerstört. Die Hauptindustrie besteht in Sitzmöbel-Fabrikation
mit den davon abhängigen Drechslereien und Polierereien.
Außerdem werden auch photographische Apparate hergestellt.
Nun wieder hinab in westlicher Richtung in einer Viertelstunde zur
Rabenauer Mühle. Von hier am Mühlgraben hin im herrlichen romantischen
Tale auf einem Pfad, der brausenden Weißeritz entgegen zu einer
Steinbrücke. Über diese nach links zur _Spechtritzmühle_.
Bei der Steinbrücke schlagen wir den Weg rechts nach dem Dorfe
_Spechtritz_ ein. Dieses durchwandern wir. Nach Verlassen des Dorfes
auf einer querkommenden Straße etwas nach links, dann rechts in der
alten Richtung weiter über die Höhe nach dem Dorfe _Borlas_. Die
Dorfstraße aufwärts. Am Ende des Dorfes rechts hinan. Auf der Höhe
die sogenannte Butterstraße kreuzen und abwärts -- immer in der alten
Richtung bleiben! -- auf die Straße Höckendorf--Edle Krone. Diese ca.
8 Minuten nach rechts. Dann links ab über den _Annaplatz_ und die
_Johannahöhe_ mit schönen Ausblicken in das Tal der Wilden Weißeritz,
das wir in der Nähe des Gasthauses »Unverhofft Glück« erreichen. Von
hier zum Bahnhof Edle Krone.
~b~) _Hainsberg_ -- _Rabenauer Grund_ -- _Rabenauer Mühle_ (1¾ Std.) --
_Rabenau_ (½ Std.) -- _Spechtritzmühle_ (¾ Std.) -- _Seifersdorf_ (¾
Std.) -- _Dippoldiswalder Heide_ (½ Std.) -- _Einsiedlerstein_ (¼ Std.)
-- _Johannaturm_ (¾ Std.) -- _Dippoldiswalde_ (¾ Std.) -- _Kipsdorf_
(Bahnfahrt) -- _Bärenfels_ -- _Schellerhau_ -- _Rehefeld_ (3 Std.) --
_Niklasberger Kreuz_ -- _Niklasberg_ (1½ Std.) -- _Warteck_ (½ Std.) --
_Moldau_ (2 Std.).
Wanderzeit: 2 Tage.
Ausgangspunkt: Bahnhof Hainsberg.
_1. Tag_: Bis zur Spechtritzmühle wie unter ~a~.
Vom Bahnhof dem Wegweiser folgend rechts im Tale der Roten Weißeritz
aufwärts. Eine wunderschöne Wanderung. Der Weg wird von kleinen
Felswänden, dem Flusse und dem Bahndamm besäumt. Wir gelangen zur
Station Seifersdorf. Beim Bahnrestaurant die Stufen hinab, über
das Geleise, dann über die Brücke, die Straße hinauf. Auf der Höhe
angekommen, Wegkreuzung. Wir gehen rechts in den Wald. Von der
Waldecke wandern wir ca. 250 Schritte, dann links von der Straße ab.
Dem Wegweiser folgen »Nach der Barbara-Kapelle«. Rasenweg, an der
Fahrstraße hin. An einer Kiefer ein sichtbares weißes ~B~. Hier gehen
wir nach links. Nachdem wir wenige Schritte abwärts gegangen sind,
wiederum ein ~B~. Nun rechts zur _Barbara-Kapelle_.
Die Ruine ist der Rest einer in früheren Jahrhunderten
vielbesuchten Wallfahrtskirche. Ein wundertätiges Bild der
heiligen Barbara und eine heilkräftige Quelle neben dem
Kirchlein lockten viele fromme Hilfsbedürftige hierher. Am Ende
des 16. Jahrhunderts wurde die Kapelle auf Befehl des Bischofs
v. Maltitz zu Meißen zerstört, weil der Geistliche, der die
Gnadenstätte betreute, zur lutherischen Lehre übergetreten war.
Wir stellen uns außen mit dem Rücken gegen das Fenster. Unser Weg führt
geradeaus über den Bach, etwas rechts halten. Der Weg ist am Anfang
schlecht zu erkennen, wird aber nach und nach deutlicher. Nur wenige
Schritte, dann auf die querkommende Schneise nach rechts. Wir gehen
den schnurgeraden Schneisenweg durch die »Dippoldiswalder Haide«, wie
der Wald ortstümlich genannt wird. An Abteilungsnummern 68/69, sowie
63/64 vorüber. Über eine Straße. Bei Abteilung 63/64 geradeaus. Weg
geht bergab. Über einen Bach und hinauf zu dem schon jetzt sichtbaren
_Einsiedlerstein_.
355,2 ~m~ hoch gelegene mächtige Sandsteingruppe. Hier soll
einst der sagenhafte Gründer Dippoldiswaldes, der Eremit
Dippold, gehaust haben. Auf der Spitze die Reste einer Kapelle.
Wir stellen uns so, daß wir die Felsgruppe im Rücken haben und wählen
die Fahrstraße nach links, den sogenannten Malterweg. Nach ca. 15
Minuten Wegsäule an einer Straßenkreuzung. Nun etwa 40 Schritte in
der alten Richtung weiter, dann den Fußweg links ab. Einen Fahrweg
überschreiten. Dann nach etwa 5 Minuten auf einen Fahrweg in der
bisherigen Richtung. Diesem folgen. Zum Hochbehälter der Wasserleitung
von Dippoldiswalde. Dahinter Wegteilung: links den breiten Weg. Dieser
führt erst am Waldrande hinauf, dann wieder in den Wald. In der
Richtung bleiben, nicht rechts oder links abgehen. Nach Austritt aus
dem Walde den Fahrweg links. Dippoldiswalde wird im Tale sichtbar.
Vor uns der Luchberg. Rechts Erholungsheim Dippoldishöhe. An den
Steinbrüchen vorbei. Unmittelbar dahinter zum _Johannaturm_. 425 ~m~ ü.
M. Der Turm ist 20 ~m~ hoch und bietet sehr schöne Aussicht. Vom Turm
nach der Landstraße. Auf dieser nach _Dippoldiswalde_ hinab.
Im Felde rechts bemerkt man das Tartarengrab, ein Rasenhügel
mit einer Säule. Grabmal eines tartarischen Prinzen, der im
7jährigen Kriege als österreichischer Ulanenoffizier hier fiel.
Dippoldiswalde, eine gewerbefleißige Stadt von 3900 Einwohnern,
356 ~m~ hoch gelegen. Sitz der Deutschen Müllerschule. Die
Industrie erzeugt Strohhüte, Holzwaren, Pappe, Metall- und
Zementwaren. Der Ort hat viel unter Kriegsnöten gelitten, sich
jedoch stets wieder erholt. In früheren Jahrhunderten wichtige
Grenzfeste mit regem Silberbergbau. Die 1150 im romanischen
Stile erbaute Nikolaikirche ist turmlos. Auffallend sind die
steinernen Betsäulen an den Eingängen zur Stadt. Der Beachtung
wert ist auch das altertümliche Rathaus mit Schmuckgiebel,
Wappen derer von Maltitz, sowie an beiden Ecken nach dem Markte
die Standbilder der Jungfrau Maria und des heiligen Laurentius.
Im Rathause das Altertumsmuseum des Gebirgsvereins.
Übernachtung je nach den Ansprüchen in Hotel Stadt Dresden,
Sonne, Goldner Stern, Roter Hirsch, Bahnhofshotel.
_2. Tag_: Mit dem ersten Morgenzug Bahnfahrt nach _Kipsdorf_.
Dorf mit 450 Einwohnern, 539 ~m~ hoch gelegen. Mit seinen
Nachbarorten Bärenfels und Bärenburg hat sich Kipsdorf infolge
seiner geschützten Lage inmitten prächtiger Waldungen zu einer
stark besuchten Sommerfrische entwickelt, die auch verwöhnten
Ansprüchen zu genügen vermag. Auch als Luftkurort, der sich
bis 750 ~m~ Höhe erstreckt, wird Kipsdorf gern gebraucht.
Neuerdings auch als Wintersportplatz beliebt. 1913 waren über
10000 Gäste hier. Zahlreiche Gasthöfe und Pensionen.
Vom Bahnhof im Tale aufwärts zum Hotel Halali. Rechts weiter über die
Rote Weißeritz auf einer Holzbrücke. Dann links den Bahnhofssteig
hinauf nach _Bärenfels_.
2 ~km~ von Kipsdorf entfernt, 750 ~m~ hoch gelegen.
Oben in Bärenfels Rechtsbiegung der Straße und bald darauf Wegteilung
bei einem Wegweiser. Wir gehen links, die sogenannte Böhmische Straße.
Im Anfang Wald und Häuser von Bärenfels. Der Weg steigt fortwährend an,
führt durch Wiese und bringt uns nach _Schellerhau_.
In der ganzen Dorfanlage mit seinen weit verstreuten Häusern
ein echtes Erzgebirgsdorf. 762 ~m~ hoch. Altertümliche Kirche.
Sommerfrische. Nordwestlich des Dorfes ist der Bärenfelser
Spitzberg zu sehen.
Die Straße ohne links oder rechts abzugehen immer auf den Wald zu.
In diesem immer in derselben Richtung weiterwandern bis auf die
querkommende Straße nach Altenberg. Bei Stein 5,1 teilt sich der Weg
mehrfach. Wir folgen dem Wegweiser »Rehefeld«, nach rechts. Auf der
schönen Straße wandern wir bis Kilometerstein 3,0. Nun achtgeben!
Unweit des Steines geht rechts ein schmaler Weg, mit Wegweiser
»Rehefeld« bezeichnet, ab. Auf diesem wandern wir bis zum »Gasthaus
Rehefeld«. Wir sind auf der Straße angelangt und wandern auf dieser
nach links durch das Dorf _Rehefeld-Zaunhaus_.
Anmutig im Tale der Wilden Weißeritz zerstreut gelegenes
Dorf mit einem Jagdschloß des ehemaligen Königs. Es wurde
1869 im Schwarzwälder Stil erbaut. Königin Karola bescherte
Baupläne und Projekt ihrem Gemahl als Weihnachtsgeschenk. Die
Einrichtung des Schlößchens ist einfach aber behaglich. Die
Kapelle entstand 1879.
Wir wandern die Straße aufwärts. Hinter dem letzten Hause über
eine Brücke. Immer die breite Straße weiter, zur Rechten die Wilde
Weißeritz. Vor uns einzelne Häuser von Kalkofen. Unsere Straße gelangt
an ein Wildgatter. Am Zaune nach rechts weiter. Wir kommen zum Gasthaus
»Schanknahrung« und zum Forsthaus Kalkofen. Hinter ersterem ein Kreuz.
Dort über den Bach. Von diesem gehen wir ca. 100 Schritte bis zu einem
rechts abgehenden, blau-weiß-blau bezeichneten Weg. Diesen weiter
gehend erst über Wiese, dann durch Wald bis zu einem Holzweg (etwas
zerfahren). In der bisherigen Richtung weiter, über eine Brücke und
zur Brettschneidemühle Löwe. An dieser links vorüber. Die Weißeritz
überschreiten. Die Straße aufwärts. Auf eine querkommende Straße.
Diese nach links bis zum Wegweiser »Nach Kalkofen«. Geradefort zum
_Niklasberger Kreuz_. Herrliche Ausblicke in das Niklasberger Tal. Bei
der mehrfachen Wegteilung geradeaus, beim Kreuze vorüber und auf dem
Fußweg hinab nach _Niklasberg_, Station und Stadt.
540 ~m~ hoch gelegenes Bergstädtchen (Station 718 ~m~) mit 600
Einwohnern. Bergbau ist nahezu erloschen. Gasthaus, Rathaus.
_Aufstieg zum Warteck._ Vom Markte 25 Min.
Prächtiger Aussichtspunkt, 743 ~m~ hoch gelegen. Herrlicher
Blick auf den Erzgebirgshang und auf das böhmische
Mittelgebirge, besonders auf den Milleschauer und den Teplitzer
Kessel. Von der Bahn Klostergrab--Moldau sieht man drei
übereinander liegende Abteilungen.
An Kirche und Schule links vorbei. Hinter der Kirche links hinauf,
ca. 2 Minuten, dann nach rechts. Vor dem letzten Hause nach links in
Richtung des Bahntunnels. Diesen durchgehen und steil hinauf nach dem
Hochwald. Durch diesen und halbrechts hinauf zum Aussichtsgerüste des
Wartecks.
Von der Station (½ Std.): Über die Geleise und ihnen rechts nach. Ein
Wegweiser ist weithin sichtbar »Aufstieg zum Warteck 1,5 ~km~«. Den
blauweißen Markierungen nach. Der Weg trifft mit dem oben beschriebenen
nach dem Bahntunnel zusammen. Steil hinauf. Durch das Hochwaldstück,
vor dem niedrigen Wald halbrechts hinauf zum Aussichtsgerüst.
Zurück zum Markt. Dann auf der Straße nach _Neustadt_, einem 300
Einwohner zählenden Dorfe. Nun hin auf schöner Landstraße nach Bahnhof
_Moldau_. Nach einer Stärkung im »Fischerhaus« oder »Tourist« fährt man
über Bienenmühle nach Freiberg und von da nach Chemnitz zurück.
Rüstige Fußgänger können die Wanderung durch einen Besuch des »Stürmer«
erweitern. Die Wanderzeit von Niklasberg nach Moldau würde dann 2¼
Stunde betragen. Der Blick ist ähnlich wie der vom Warteck. Vom Markt
in Niklasberg auf der Hüttengrundstraße bis zum Ende des Städtchens,
dann rechts einen Weg ab, der im großen Bogen auf den 869 ~m~ hohen
bewaldeten Stürmer führt. Dann nach Neustadt und auf der Straße nach
Bahnhof Moldau.
~c~) _Moldau_ -- _Niklasberger Kreuz_ (1¼ Std.) -- _Eichwald_ (1¼ Std.)
-- _Teplitz_ (Straßenbahn) -- _Mariaschein_ (Bahn) -- _Mückentürmchen_
(1½ Std.) -- _Zinnwald_ (2¼ Std.) -- _Altenberg_ (1 Std.) -- _Kipsdorf_
(2¼ Std.).
Wanderzeit: 2 Tage.
Ausgangspunkt: Bahnhof Moldau. Hierher mit der Bahn über
Freiberg--Bienenmühle. Bahnfahrt möglichst schon am
Vorabend.
_1. Tag_: Vom Bahnhof Moldau rechts hinauf zum Gasthaus Fischerhaus.
Von hier nach links aufwärts zum Kasernengebäude der österreichischen
Zoll- und Bahnbeamten. Hier sogleich nach links und den Waldfahrweg.
Über die Bahn. Am Waldrande rechts hin, allmählig dem Oberlauf der
Wilden Weißeritz entgegen. Links sehen wir das Forsthaus Kalkofen.
Der Wald tritt später rechts etwas zurück. Rechts zwei einzelne
Fichten. Nun links ein Fahrweg nach Kalkofen und Rehefeld, dann rechts
ein Fußweg nach Station Neustadt; gleich darauf zeigt ein Wegweiser
den Fahrweg nach Kalkofen. Nun geradefort, auf dem rechten Hang des
Weißeritztales hinauf zum _Niklasberger Kreuz_. Herrliche Blicke
in das Niklasberger Tal und das böhmische Mittelgebirge. Vierfache
Wegteilung. Geradeaus am Kreuz vorüber steil den Fußweg hinab nach
_Niklasberg_. Wir gehen jedoch nicht bis ins Städtchen selbst, sondern
nach kurzer Wanderung nach links zu einem zweiten Kreuze an der Straße.
An diesem vorüber und auf prächtiger Waldstraße fort. Endlich über die
Bahngeleise und zum Bahnhof _Eichwald_ (570 ~m~ hoch).
Zum Dorf gelangt man in 25 Minuten, abwärts wandernd. Eichwald
ist bekannter Waldkurort und wird auch von Wintersportlern viel
aufgesucht.
Bis Teplitz benutzt man am besten die elektrische Straßenbahn,
da man zu Fuß zwei Stunden gut zu gehen hat und der Weg durch
das Braunkohlengebiet bei Zuckmantel sehr staubig ist. Die
Endstation der Straßenbahn liegt in Ober-Eichwald. Man fährt durch
Nieder-Eichwald--Tischau--Zuckmantel--Weißkirchlitz--Turn. Fahrzeit ¾
Stunde. Man steigt auf dem Markt aus.
_Teplitz-Schönau_, berühmter Kurort, im Bielatale 230 ~m~ hoch
gelegen. Geschützte Lage zwischen Erz- und Mittelgebirge.
27000 Einwohner. Der Sage nach entdeckten Hirten im Jahre
762 die warmen Quellen (~tepla voda~ = warmes Wasser). Heute
wird das Wasser zu Bade- und Trinkkuren gebraucht. Der Besuch
ist im Juli--August am lebhaftesten. Nachtlager nehmen die
Chemnitzer gern in den Gasthöfen »Zum Tiroler« und »Anker«,
beide am Markt gelegen. Wir benutzen die übrige Zeit des Tages
zu einem Rundgang. Vom Markt der Straßenbahn nach, links durch
die Waisenhausgasse zum Schulplatz mit den Schulgebäuden. Vor
uns das nach dem König Friedrich Wilhelm III. von Preußen
benannte Friedrich-Wilhelms-Spital, von den Söhnen des Fürsten
für Teplitzer Arme gestiftet. Von dem Denkmal rechts nach der
Bahnhofstraße. Diese überschreiten. Zur Elisabethstraße zur
evangelischen Kirche, 1861--64 im Basilikastil erbaut. Von der
nördlichen Vorhalle aus hübscher Blick auf das Erzgebirge.
Rechts auf der Elisabethstraße die Synagoge, 1882 im maurischen
Renaissancestil errichtet. Nun in die Lindenstraße. Diese
rechts in den Seume-Park mit dem Grabstein des »Spaziergängers
nach Syrakus«. Der Dichter Joh. Gottfr. Seume starb 1810 in
Teplitz. Eine Büste ward ihm 1895 gesetzt. Durch die Promenaden
gehen wir zur Terrasse, am unteren Ende der Lindenstraße
gelegen. Hier betrachtet man den Kurgarten. Empfehlenswert ist
von hier aus die Wanderung nach dem Schloßberg. Wanderzeit ¾
Stunde. Wir verfolgen die Lindenstraße bis zum Ende. Zwischen
Stein- und Stephansbad durchgehen. Schlangenbadstraße und
eine Lindenallee, die Fortsetzung der ersteren. Auf einem
Promenadenweg endlich hinauf zum _Schloßberg_.
392 ~m~ hoch, aus Phonolith bestehend. An Stelle der Ruinen des
1655 zerstörten Schlosses ist ein Neubau im Ritterburgenstil
errichtet worden. Darin befindet sich ein gutes Gasthaus.
Prächtige Rundsicht: Süden: Milleschauer. Südwesten: Borschen.
Norden: Erzgebirge von Klostergrab bis zu den Höhen bei
Nollendorf im Nordosten.
_2. Tag_: Mit der Aussig-Teplitzer Bahn nach Mariaschein fahren.
Weg zum Bahnhof: Vom Markt zum Schulplatz, der Straßenbahn nach zur
Meißener- und bis zur Giselastraße. Links der Bahnhof. Fahrzeit ¼
Stunde. Vom Bahnhof Mariaschein links den ersten Fußweg hinauf nach dem
Orte.
_Mariaschein_, ein altberühmter Wallfahrtsort, am Fuße des
Erzgebirges. 3000 Einwohner. Jesuitenkloster. Umfangreiche
Klosterkirche. In der Mitte des Hochaltars unter Glas ein
wundertätiges Marienbild, eine 12 ~cm~ hohe Tonfigur. Die
Legende erzählt, ein Mädchen sei zwischen Mariaschein und
Graupen von einer Schlange gebissen worden. Auf ihren Hilferuf
erschien Maria in Form eines Madonnenbildes, das eine Nonne vor
den Hussiten in einer nahen Linde verborgen hatte. Die Bürger
von Graupen trugen das Bild im Triumph nach ihrer Stadtkirche,
aber dreimal kehrte das Bild im Dunkel der Nacht nach der Linde
zurück. Man baute nun an der Stelle eine Kapelle, die dem Bilde
als Wohnort angenehm war. Die Kirche ist von Linden umgeben. Um
sie führt ein Kreuzgang mit 8 Kapellen und 35 Beichtstühlen.
Wir wandern an der Kirche nach links auf direkter Fahrstraße in ¼
Stunde nach _Graupen_.
Altes Bergstädtchen 318 ~m~ hoch in einer Bergschlucht gelegen.
1904 brannte ein großer Teil des Ortes ab. 3600 Einwohner. In
der Stadtkirche die »heilige Stiege«, 28 Marmorstufen, die von
den Gläubigen nur knieend erklommen werden. Über der Stadt die
Rosenburg und die Wilhelmshöhe.
Die Straße hinauf durch das Städtchen. Fußwege kürzen die Kurven
der Straßen erheblich ab. Man kommt nach Ober-Graupen. Hinter dem
letzten Hause ist man auf der Straße angelangt. Bald hat man das
»Gasthaus Mückenberg« erreicht, von wo man in einigen Minuten zum
_Mückentürmchen_ gelangt.
808 ~m~ hoch. Turm hat eine Höhe von 17 ~m~. Daneben Gasthaus.
Wolfgangskapelle am Fuße des Turmes. Hier wird jedes Jahr
im Juli ein Volksfest, das St. Wolfgangsfest, gefeiert.
Der Bergbau ist erloschen. Die Aussicht ist überwältigend,
besonders auf das Teplitzer Tal und das böhmische
Mittelgebirge. Auch die Lausitzer Berge vom Jeschken bis zur
Lausche sind sichtbar. Zur Erläuterung der Aussicht erwerbe man
sich eine Ansichtskarte, die alle sichtbaren Punkte angibt:
Süden: Teplitz und Schloßberg, rechts darüber der Borschen
(einem liegenden Löwen vergleichbar). Milleschauer, links davon
der Kletschen, davon links der doppelgipflige Lobosch. Zwischen
dem Milleschauer (Donnersberg) und dem spitzen Kletschen die
Hasenburg, an den 2 Türmen erkenntlich. Südosten: Aussig, (tief
im Tale), dahinter der Radobyl bei Leitmeritz, links davon
der Gletschberg, links der spitze Kleis und der Jeschken.
Osten: Die Kämme des Iser-, Riesen- und Lausitzer Gebirges.
Norden: Im Vordergrund der hier wenig reizvolle Erzgebirgskamm,
darüber hinaus Dresden und die Gegend um Pillnitz. Nordosten:
Sattelberg, in nächster Nähe. Dahinter der Valtenberg.
Westen: der steile Südabfall des Erzgebirges mit dem waldigen
Wieselstein. In größerer Entfernung dahinter der Fichtelberg.
Nun in westlicher Richtung hinab zur St. Wolfgangskapelle an der
Teplitzer Landstraße. Die Straße überschreiten und geradeaus den
Fahrweg fort, der durch einen Wegweiser und den Marken des Kammweges
(|_|_|_| blau und gelb-blau) gekennzeichnet ist. Unser Weg führt eben
dahin bis vor zwei Hegerhäuser. Hier, dem Wegweiser nach, rechts
ab, immer den Marken folgend. Wir verlassen den Wald. Wegteilung:
rechts ab. Waldecke abschneiden. Wegteilung: links ab und auf die
Dorfstraße von _Vorderzinnwald_, ein zerstreut liegendes, ärmliches
Kammdorf. Die Straße links aufwärts. Wir kommen am Gasthaus »Sächsische
Schweiz«, an einer Kapelle und am »Gasthaus grüne Wiese« vorüber.
Dahinter Wegteilung. Wir gehen in derselben Richtung weiter immer der
Kammwegsmarkierung nach bis _Hinterzinnwald_.
Ärmliches böhmisches Bergstädtchen mit 1200 Einwohnern;
Gasthäuser: Biliner Bierhalle, Sängergruß, Bergmannsgruß.
Dann, nach Überschreitung der Grenze, _Sächsisch-Zinnwald_.
Kammdorf mit über 300 Einwohnern. Kirche in heimatlicher
Bauweise von Lossow & Kühne. Sommerfrische und
Wintersportplatz. Bergbau auf Zinn, Wismut und Wolfram.
Gasthaus: Sächsischer Reiter. Im benachbarten Georgenfeld der
schön gelegene Lugsteinhof.
Am Gasthaus »Sächsischer Reiter« links weiter nach Georgenfeld. Nun auf
der Landstraße, den blauweißen Marken nachgehend, nach _Altenberg_.
Anmutig in einer Talmulde zwischen dem Kahlen- und dem
Geisingberge 753 ~m~ hoch gelegenes Städtchen mit 1650
Einwohnern. Zinnbergbau wird hier noch betrieben durch
Gewerkschaft »Vereinigt Feld im Zwitterstock bei Altenberg«.
Die größte Grube ist der 233 ~m~ tiefe Römerschacht, in
den man gegen Zahlung von 1 Mark einfahren kann. Karte im
Faktoreigebäude, auch Mineralien kann man hier käuflich
erwerben. Östlich der Stadt die _Große Binge_, die größte
Sachsens. Bei dem anfänglichen Raubbau trug man wenig für die
Sicherheit der Bergleute Sorge. Infolgedessen stürzte am 24.
Januar 1624 das ganze vor der Stadt liegende große Zinnbergwerk
mit furchtbarem Getöse in sich zusammen. Zum Glück befanden
sich nur 24 Bergleute in den Gruben, von denen 19 gerettet
wurden, 4 blieben tot, einer wurde nicht mehr aufgefunden, was
man als Strafe für die Gottlosigkeit des Verschütteten ansah.
Der 60 Fuß hohe Hügel ward zu einem kraterähnlichen Abgrund von
83 ~m~ Tiefe. Die Wände der Binge bestehen aus Granitporphyr
und Zinnzwitter.
Altenberg ist gern besuchte Sommerfrische und Wintersportplatz.
Vom »Alten Amtshaus« aus wandern wir auf schöner Waldstraße, meist
abwärts führend, nach _Kipsdorf_, ein prächtiger Ausklang unserer
Wanderung.
Von hier mit der Bahn über Hainsberg nach Chemnitz zurück.
17. In das Gebiet um Frauenstein.
Das östliche Erzgebirge bietet auch im nördlichen Abhange viel
Gelegenheit zu lohnenden Wanderungen. Von Chemnitz aus sind
die Wanderungen in einem Tage leicht auszuführen, allerdings
muß man am Morgen den erstmöglichen Zug benutzen. Wem 1½ oder
2 Tage zur Verfügung stehen, füllt den ersten Tag mit einer
Wanderung durch den Rabenauer Grund bis Dippoldiswalde oder
Schmiedeberg aus.
~a~) _Schmiedeberg_ -- _Saubachtal_ -- _Ammelsdorf_ (1¼ Std.) --
_Körnermühle_ (20 Min.) -- _Frauenstein_ (1¾ Std.) -- _Ratsmühle_ (20
Min.) -- _Claußnitz_ (1 Std.) -- _Sayda_ (1½ Std.).
Wanderzeit: 6¼ Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Schmiedeberg, Linie
Hainsberg--Kipsdorf.
Schmiedeberg ist Marktflecken mit 800 Einwohnern. Hüttenwerk, früher
viel Bergbau. Bei der Kirche (von Bähr, dem Erbauer der Frauenkirche
in Dresden 1716 vollendet) rechts über die Brücke die Straße fort.
Durch Niederpöbel bis zum Gasthofe. Hier, bei Kilometerstein 7,3,
teilt sich der Weg. Wir wenden uns rechts, an einem rechts abbiegenden
Fahrweg vorbei, in das waldige _Saubachtal_. Nach ca. 10 Minuten biegt
rechts ein Fahrweg ab (diesen gehen wir nicht!) weiter die Straße.
Der Weg steigt an. Wir überschreiten den Forstmeisterweg. Links ein
Porphyrbruch. Wir kommen zu einer Wegteilung. Geradeaus, den linken Weg
weiter. Wir kommen zu einem Punkte, an dem 5 Wege zusammenlaufen. Wir
gehen den zwischen den Abteilungen 42/35 weiter. Wir verlassen den Wald
und kommen nach _Ammelsdorf_. Vor uns das Frauensteiner Schloß, rechts
von diesem der Turmberg. Rückwärtsblickend sehen wir die Schwarze
Tellkoppe. Bei dem Schulhause Wegteilung: links. Hartmannsdorf wird,
rechts von Frauenstein, sichtbar. Die Straße macht eine große Schleife
nach rechts, die man durch einen links abbiegenden Fußweg abschneidet.
Endlich zur _Körnermühle_ im Tale der Wilden Weißeritz. Mahl- und
Schneidemühle mit Kistenfabrik. Über die Brücke, den Fußweg rechts. Er
führt über Wiese, schneidet einen breiten Fahrweg und geht im Walde
aufwärts. Eine Waldstraße wird überschritten. Hübsche Rückblicke.
Nach Verlassen des Waldes sieht man Frauenstein, rechts dahinter
Freiberg und die Halsbrücker Esse. Unser Weg schneidet die Straße
Hermsdorf--Hartmannsdorf, biegt nach rechts und gleich wieder nach
links. Wir gelangen nach _Reichenau_ auf die Straße. Wegteilung: links
auf die an einem Türmchen erkenntliche Schule zu. Die Straße weiter.
Kurz vor Frauenstein über den mit hübschen Anlagen ausgestatteten
Kuttelberg und endlich nach _Frauenstein_.
Städtchen mit 1300 Einwohnern, 652 ~m~ hoch gelegen. Gern
besuchte Sommerfrische. Interessante Schloßruine, eine der
eindrucksvollsten des ganzen Gebirges, dicht hinter dem
jetzigen Schlosse. In diesem, dem jetzigen Amtsgericht, wohnt
im Erdgeschoß links der Hausmeister, der Führungen durch die
Ruine übernimmt. Vom großen Turme, dem »Dicken Märten« aus,
schöne Aussicht.
Vom Markt bei »Goldener Löwe« die Gasse hinaus. Der Weg teilt sich, wir
gehen rechts die Straße an den Häusern hin, am Schießhause vorüber.
Die Straße macht eine scharfe Biegung nach links, wir gehen jedoch
auf dem schmalen Wege in bisheriger Richtung weiter. Bei hübschen
Blicken immer geradeaus. Der Weg senkt sich und führt ein kurzes Stück
durch den »Hofbusch«. Wir kommen zur _Ratsmühle_, einer Mehl-, Öl-
und Brettschneidemühle mit Gastwirtschaft. Vor derselben noch geht
unser Weg links über den Bach, dann bergan. An der Waldecke biegt
der Fahrweg nach links, wir gehen den Fußweg in bisheriger Richtung
weiter. Wegteilung: Geradefort, den linken Weg über die Höhe. Wir sehen
Obernassau. Auf der Höhe befindet sich ein Gedenkstein: »Andenken an G.
F. Thiers, dessen Leben am 1. Juli 1875 hier ein Blitzstrahl endete.«
Prächtiger Rundblick auf Augustusburg, Haßberg, Keil- und Fichtelberg,
Katharinenberg usw. Wir schneiden einen Fahrweg und wandern den Fußweg
weiter. Der Weg senkt sich. Man trifft auf zwei sich nähernde Fahrwege.
Wir benutzen den rechten. In Niedernassau angekommen, gehen wir nach
rechts, über die Brücke zum Gasthause. Die Straße überschreiten. Dem
Wegweiser »Claußnitz« aufwärts folgen. Beinahe auf der Höhe angelangt,
schneiden wir einen Fahrweg. Wegteilung: rechts. Marschrichtung der
Turm von Sayda. Der Weg geht etwas nach links. Man geht noch 80 bis
85 Schritte auf ihm, dann den Rasenweg rechts abwärts. Unten über
die Brücke, unter der Bahn weg nach _Claußnitz_. Wir kommen an der
Brettmühle vorüber, dann zu einer Felsenkuppe. Die Straße führt über
die Brücke und auf die Landstraße. Diese nach rechts bis »Gasthaus
zum Sächsischen Reiter«. Straße steigt an. Bei Kilometerstein 10,4
ein Rundteil mit einer Steinbank. Blick auf Sayda und Friedebach. Die
Straße macht eine große Schleife. Wir kommen nach _Friedebach_. Durchs
Dorf. Bei Kilometerstein 6,4 gehen nach rechts zwei Wege, von denen wir
den linken benutzen. Bei den Scheunen kommt man nach _Sayda_.
Stadt mit 1500 Einwohnern, 677 ~m~ hoch gelegen. Ein
bemerkenswertes Bauwerk ist die gotische Stadtkirche mit
den als Kunstdenkmälern wertvollen E. v. Schönburgischen
Epitaphien. Burg und Stadt wurden im 30jährigen Kriege völlig
verwüstet. Die Stadt wurde 1842 erneut durch Brand zerstört.
Heute ist Sayda, der prachtvollen nahen Wälder wegen,
starkbesuchte Sommerfrische.
Mit der Bahn über Mulda und Freiberg nach Chemnitz zurück.
~b~) _Klingenberg_ -- _Frauenstein_ (Bahn) -- _Ratsmühle_ (20 Min.) --
_Claußnitz_ (1 Std.) -- _Sayda_ (1½ Std.) -- _Olbernhau_ (1½ Std.).
Wanderzeit: 4 Std. 20 Min.
Ausgangspunkt: Bahnhof Frauenstein. Bis Sayda siehe vorige
Wanderung.
Vom Saydaer Markt die Lange Gasse hinauf. Vor dem Kirchhofe gelangen
wir auf die Heidersdorfer Straße. Zwischen den Scheunen durch nach
rechts. Dahinter Wegteilung: Geradeaus. Nach ca. 20 Minuten erneute
Teilung: den rechten Weg (geradeaus) weiter. Restauration »Zur
Maschine«. Wald, Teich und Ziegelei. Wir kommen nach _Heidersdorf_.
Links, neben dem zweiten Gute, Wegteilung: rechts weiter. Richtung:
Oberneuschönberg. Nach wenigen Minuten Wegteilung: links, dem Wegweiser
folgend. Links sehen wir Niederseiffenbach, Seiffen, darüber Heidelberg
und Böhmisch-Katharinenberg. Links von Seiffen der kahle Schwartenberg.
Der Weg schneidet eine Bodensenkung. Es folgt ein einzelnes Haus. Nun
kommt man in das Forstrevier Pfaffenroda und zu einem vierarmigen
Wegweiser. Zwischen der rechts nach Schönfeld und geradeaus nach
Olbernhau führenden Straße gehen zwei Wege ab, von denen wir den
linken benutzen. Er geht etwas nach rechts, sodann wieder links, durch
Buchenwald an den Abteilungen 68/69 vorüber nach Abteilung 66. Nach ca.
12 Minuten einen querkommenden Weg überschreiten, gleich dahinter kommt
ein zweiter; auf diesem nach rechts. Bald darauf teilt sich der Weg,
wir gehen links. Man schneidet hier den Fußweg, indem man geradeaus
geht. Durch prächtige Buchen und gemischten Waldbestand kommt man auf
einen Querweg, den wir nach links verfolgen. Wir kommen zur Talsohle.
Eine Brücke überschreitet den Bärenbach. Nun den Fahrweg links abwärts.
Wegteilung: auf dem linken Ufer des Baches geradeaus weiter. Bei
Abteilungen 65/64 rechts an einer Brücke vorüber. Rechts folgen Teich
und Wiesen. Links wird der Bruchberg sichtbar. Über den Bach und
bergauf. Den Hügel überschreitend bietet sich uns ein schönes Bild von
Olbernhau und Grünthal mit ihrer waldreichen Umgebung. Wir wandern bis
zum Markt von _Olbernhau_.
Gewerbtätige Stadt mit 10000 Einwohnern, 442 ~m~ hoch gelegen.
Es werden Spielwaren, Haus- und Küchengeräte, Schulartikel
und Zündhölzer hergestellt. Die Stadt liegt schön in dem
von bewaldeten Höhen eingeschlossenen Flöhatal, bedeutende
Sommerfrische.
Mit der Flöhatalbahn über Pockau--Flöha nach Chemnitz zurück.
18. Auf dem östlichen Kammweg ins Natzschungtal.
Ein Ablaufen des ganzen Kammweges ist nicht zu empfehlen, da
er zum größten Teile auf aussichtslosen Waldstraßen läuft
und leicht eintönig wird. Einzelne Stücke zu begehen kann
allerdings nur angeraten werden. Die folgende prächtige
Waldpartie mit dem anschließenden Besuch der schönsten Punkte
in der Umgebung von Olbernhau wird viele Freunde finden. Das
einheitlich durchgeführte Zeichen ist ein vierzinkiger Kamm im
weißen Felde. (|_|_|_|).
_Moldau_ -- _Niklasberger Kreuz_ (¾ Std.) -- _Neustadt_ (½ Std.)
-- _Willersdorf_ -- _Fleyh_ (2 Std.) -- _Göhren_ (1¾ Std.) --
_Bad Einsiedel_ (1¼ Std.) -- _Seiffen_ -- _Olbernhau_ (2 Std.) --
_Bruchberg_ (1 Std.) -- _Sophienstein_ (35 Min.) -- _Stößerfelsen_ (½
Std.) -- _Gabrielahütten_ (½ Std.) -- _Natzschungtal_ -- _Kallich_ --
_Reitzenhain_ (3 Std.).
Ausgangspunkt: Bahnhof Moldau.
Wanderzeit: 2 Tage. Möglichst am Vorabend der Wanderung nach Moldau
fahren. Nur für sehr rüstige Wanderer.
_1. Tag_: Wanderzeit ca. 8 Stunden. Vom Bahnhof Moldau zum Niklasberger
Kreuz wie unter 16 ~c~. Nun den Kammzeichen folgend, beim Wegweiser
rechts. Eine zweite Wegteilung folgt nach wenigen Schritten: links
den Feldweg zum Wald hinauf. Der Weg geht über die Höhe und gewährt
prächtige Blicke. Wir gelangen schließlich nach ca. 20 Minuten auf die
Landstraße und diese folgend nach _Neustadt_ hinauf.
Im Dorfe Wegkreuzung. Wir gehen in derselben Richtung weiter. Dem
Wegweiser »Willersdorf« folgen. Außerdem geben uns Kammzeichen und
blau-weiß-blaue Marken den Weg an. Wir gelangen in den Wald. In
diesem Wegteilung: scharf rechts. Nach Verlassen des Waldes nach
_Willersdorf_. Wir sind im Quellgebiet der Flöha (böhm. Fleyh)
angelangt. Abwärts durch das Dorf, an der Kapelle vorbei. Kurz darauf
Wegteilung: links weiter. Am Walde links hin. Dann auf Feldwegen hinab
nach _Fleyh_.
Reizend gelegenes Dorf mit 540 Einwohnern. Unweit des Dorfes
ist die Quelle der Flöha. Die alte interessante Holzkirche
stammt aus dem Jahre 1653.
Am Gasthof zur Sonne gehen wir links über die Brücke. Straßenteilung:
die Talstraße bis zum Dorfende hinab. Bei der Brettmühle links von der
Talstraße ab. (Man lasse sich nicht von den Entfernungsangaben einer
Wegtafel täuschen!) Durch ein Wildgatter. Der Weg teilt sich, links
weiter. Durch den Wald. Kreuzen eines breiten Wirtschaftsstreifens, der
sogen. Allee. (Auf ihm kämen wir rechts zum Jagdschloß Lichtenwald,
links nach Forsthaus Georgshöhe.) Wieder durch Wildgatter. Immer auf
unserem Weg bleiben! Rechts folgt der recht wasserarme »Schwarze
Teich«. Hier entspringt der Rauschenbach. Nach Austritt aus dem Walde
zum _Forsthaus Göhren_, sehr einsam gelegen. Hier verlassen wir den
Kammweg. Hinter dem Forsthaus scharf rechts, dem Wegweiser folgend,
immer geradeaus auf markiertem Waldweg nach _Bad Einsiedel_.
Kleiner 753 ~m~ hoch gelegener Kurort. Eisen- und
schwefelhaltige Quelle. Kurhaus, Badehaus und
Wirtschaftsgebäude gleichen einem alten Bauernhofe. Die
Lage inmitten der herrlichsten Wälder, die reine Höhenluft
veranlassen viele, den Ort zu klimatischen Kuren zu benutzen.
3 Minuten westlich davon liegt an der Straße, am Waldrand,
das _Kurhaus Heidelberg_. 759 ~m~ hoch. Vielbeanspruchte
Sommerfrische.
Vom Kurhaus Heidelberg, den blau-gelben Marken folgend, die Straße nach
Seiffen hinab. Nach ungefähr 2 Minuten den Feldweg rechts ab. Er führt
am Berghang durch die Häuser von Heidelberg. Am Gasthaus zur Glashütte
vorbei. Dahinter Wegteilung. Dem Wegweiser folgend nach links abwärts.
Unten zwischen zwei Gütern hindurch, immer in derselben Richtung fort
nach _Seiffen_.
Dorf mit 1600 Einwohnern. Sitz der sächsischen
Spielwarenindustrie. Fachschule. Man sehe sich, nachdem man
Erlaubnis erhalten, ein Drehwerk an, z. B. bei Herrn Hermann
Hetze oder Oswald Zeidler. In der Nähe Seiffens die Binge, eine
Erinnerung an den ehemaligen Zinnbergbau.
Die Straße nach Dittersbach schneiden wir halbrechts und folgen dem
Wegweiser Niederseiffenbach. Nach ca. 10 Minuten Wegteilung links,
den rotgelb bezeichneten Spitzbergsteig weiter. Einzelne Häuser von
Niederseiffenbach. Der Weg führt in den Wald bis zu einer vierfachen
Wegteilung. Halblinks steil hinab ins Tal der Flöha. Nun nach
links, am Gasthof vorüber, rechts über die Flöhabrücke, zur Station
_Schweinitzthal_.
Nun die Talstraße nach _Oberneuschönberg_.
Dorf mit 1450 Einwohnern, in nächster Nähe ausgedehnter
Waldungen gelegen, daher gern als Sommerfrische aufgesucht.
Die Talstraße weiter nach _Kupferhammer-Grünthal_.
Dorf mit ca. 500 Einwohnern, 468 ~m~ hoch gelegen. Umfangreiche
Kupfer- und Messingwerke, dem Kommerzienrat Lange-Auerhammer
gehörig. Sie wurden 1491 durch die Gebrüder Allenpeck gegründet
und 1567 vom Kurfürsten August gekauft. In dem fiskalischen
Hammerwerk wurde früher »gesaigert«, d. h. Schwarzkupfer von
dem noch darin befindlichen Silber befreit. Als Peter der
Große auf seiner Karlsbader Reise die Hütte besuchte, setzte
er sich auf einen der großen Zainhämmer und ließ sich auf- und
niederschwingen. Über den zwei Toren befindet sich noch heute
das kurfürstliche Wappen. Heute werden Kupferdrähte, -platten,
-bleche und -legierungen hergestellt. Seitlich der Station das
Dorf Sächsisch-Grünthal mit 420 Einwohnern und dem Kurhaus, in
dem Schwefel-, Eisen- und Moorbäder genommen werden können.
Endlich führt uns die Talstraße nach _Olbernhau_.
Stadt mit 10000 Einwohnern, 442 ~m~ hoch gelegen (Bahnhof
460 ~m~ hoch). Die Industrie erzeugt Spielwaren, Haus- und
Küchengeräte, Schulartikel, Zündhölzer. Früher Olbernhaw
und Albertshain. In einem weiten Talkessel von bewaldeten
Höhen umgeben. Besonders Buchenwaldungen machen die Gegend
überaus anmutig. Übernachtungsgelegenheit: Gerichtsschänke
(Markt), Amtshof (Zöblitzer Straße), Klix (Schülerherberge
des Chemnitzer Erzgebirgsvereins), Opitz (beide an der
Bahnhofstraße).
_2. Tag._ Wanderzeit: 5--6 Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Olbernhau.
Erstes Ziel ist der Bruchberg. Von der Tourentafel 252 den Fußweg
rechts hinab. An der alten Glasfabrik vorbei. Den breiten Weg
in Richtung des Bahndammes weiter. Über die Geleise und nach
Leibnitzdörfel, einem Ortsteil von Olbernhau. Tourentafel 251. Den
Bruchbergweg aufwärts. Bei Tourentafel 251 ~a~ rechts. Am Gasthof
»Dörfelmühle« vorbei. Der Weg geht in den Wald. Links ein Teich.
Wegteilung: links weiter. Wir kreuzen einen Bach. Steil hinauf
Schaaldenkmal. Oben kreuzen wir den Königsweg. Buchenwald. Rechts
Flurstein 146. Hier, Abt. 60/61, 64 Wegteilung. Wir gehen links den
angenehmen Weg zum _Bruchberg_.
675 ~m~. Felsgruppe. Stufen führen zum höchsten Punkt.
Prächtige Aussicht ins Olbernhauer Becken, Flöhatal bis
Augustusburg. Im Tale aufwärts sehen wir die Waldungen und
Höhen bei Hirschberg und Bad Einsiedel.
Wir wandern zur letzten Wegteilung zurück und durch den Wald, erst
Buchen, dann Fichten weiter. Überschreiten einen Waldfahrweg. Stein
158. Überschreiten dann einen Fahrweg bei Abteilungen 69/71. Dann
zu Abteilungen 68/69, 71/79. Hier fünffache Wegteilung. Wir gehen
in der alten Richtung weiter, zwischen den Abteilungspfählen 68/79
durch. Der Weg senkt sich. Auf querkommenden Waldweg bei Stein 181,
Abteilungsnummern 67/68, 79/86. Links bis zur Wegteilung, dann rechts
hinab zur Wegkreuzung. Hier rechts weiter zum _Sophienstein_.
Felsbastei, 680 ~m~ hoch. Prächtiges Talbild. Tief unten
Rothenthal, in Grün gebettet das langgestreckte Brandau,
halbrechts auf der Höhe Katharinaberg.
Wir gehen zu den letzten Abteilungspfählen zurück und nun auf dem vom
Olbernhauer Erzgebirgsverein angelegten Vereinssteig weiter. Der schöne
Waldweg bringt uns auf einen Fahrweg; auf diesem nach rechts. Stufen
führen uns links hinab zum _Stößerfelsen_.
Felsplateau, 689 ~m~ hoch, mit Geländer und Unterkunftshütte.
Überaus schönes Landschaftsbild. Tief und einsam das waldige
und felsige Tal der Natzschung, die den Grenzbach zwischen
Sachsen und Böhmen bildet.
Wir wandern nun den Vereinssteig weiter, der uns in Windungen hinab auf
die Talstraße des Natzschungbaches bringt. Wir gehen über eine Brücke
nach _Gabrielahütten_.
Zu Kallich gehörend. Früher Eisenwerk. Gasthaus »Zur Böhm.
Schweiz« wird gern von den Wanderern besucht. Hübscher Garten.
Wegen der schönen Lage auch als Sommerfrische geeignet.
Beim Gasthaus über die Brücke und den blau-gelben Marken nach, die
uns auf der Talstraße im Natzschungtale aufwärts führen. Prächtige
Tallandschaften. Nach ca. ½ Stunde Lauckners Gasthof, zu Rübenau
gehörig, das auf der Höhe liegt. Die Straße weiter zur Neuen Mühle.
Dahinter teilt sich der Weg bei einem Felsblock. Wir gehen links. Nach
kaum 5 Minuten wiederum Wegteilung: links hinab; im Tale aufwärts. In
20 Minuten nach _Kallich_.
Böhmisches Grenzdorf mit 1200 Einwohnern.
Am Gasthof »Post« Wegteilung. Wir gehen rechts über die Brücke, dann
links weiter. Emaillierwerk. Gasthof »Einigkeit«. Hier Wegteilung:
rechts weiter. In einer kurzen halben Stunde sind wir in Natzschung
angelangt. Am Gasthaus »Zum Stern« links. Nach ein paar Schritten
rechts weiter. An der Schule vorüber. Hinauf zum sogen. Kriegwald, zu
Böhmen gehörend. Name stammt jedenfalls aus den Hussitenkriegen. Im
Walde an einem Teiche vorüber und endlich nach Böhmisch-_Reizenhain_.
Dorf mit 260 Einwohnern und dem altbekannten Gasthof Malzhaus.
Die Schwarze Pockau trennt das Dorf von Sächsisch-_Reitzenhain_.
776 ~m~ hoch gelegen, 800 Einwohner. Beliebte Sommerfrische.
Naturheilanstalt von Wansleb, 7 Minuten vom Bahnhof.
Reitzenhain hat neben Oberwiesenthal die niedrigste
Jahrestemperatur und größte Regenmenge. Bahnverbindung über
Marienberg, Pockau-Lengefeld, Flöha nach Chemnitz.
19. Ins Gebiet der Flöha und Pockau.
Die Erzeugnisse dieses Gebietes, die Spielwaren, sind
jedenfalls bekannter als die Gegend selbst. Sehr zu Unrecht,
denn seine herrlichen Täler können auch einen Weitgereisten
befriedigen. Enge, steile Talwände, gewaltige senkrecht
abstürzende Felsmassen geben den Tälern einen wildromantischen
Anstrich. Mächtige Waldbestände locken den die Einsamkeit
Suchenden an. Die Mischung von Laub- und Nadelwald macht
die Gegend noch anziehender. Der Geologe wird den Hirtstein
aufsuchen, der Freund der alten Baukunst und Volkskunde
die alten Kirchen von Großrückerswalde und Lauterbach. Dem
Chemnitzer wird die Neunzehnhainer Talsperre besonders
interessant sein. Die Orte drängen sich nicht so zusammen wie
in anderen Teilen des Gebirges, hier ist das am schwächsten
bevölkerte Gebiet des ganzen Gebirges. Den Naturfreund wird
dies aus verschiedenen Gründen nicht abhalten.
~a~) _Leubsdorf_ -- _Grünhainichen_ (1¼ Std.) -- _Floßmühle_ --
_Reifland_ (1½ Std.).
Wanderzeit: 2¾ Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Leubsdorf, Station der Linie
Chemnitz--Flöha--Reitzenhain.
Leubsdorf, Dorf mit 2700 Einwohnern, 320 ~m~ hoch gelegen.
Vom Bahnhof hinab zur Flöhabrücke, über dieselbe und links den Fußweg
im Tale aufwärts. Nach ca. 30 Minuten links die Brücke überschreiten,
durch eine Holzschleiferei (rechts halten!) über die Bahn. Der
angenehme Talweg bringt uns weiterhin durch die Grünhainichener
Papierfabrik und nach _Grünhainichen_.
Gewerbefleißiges Dorf mit 2400 Einwohnern, 337 ~m~ hoch
gelegen. Haupthandelsplatz für Spielwaren und Küchengeräte.
Wir überschreiten die Bahngeleise und wandern den Uferweg entlang.
Durch die Schönherrsche Spinnerei. Im Hofe halbrechts. Über die
Bahngeleise. Nach ca. ½ Stunde an ein Bahnwärterhaus. Nun den Fußweg
hinunter, unter dem Viadukt weg, über den Drahtseilsteg. Rechts um
die Holzschleiferei und Mühle. Zur Station Floßmühle (links). Unsern
Uferweg weiter, an noch zwei Holzschleifereien vorüber, der Rotenbach
mündet von links ein. Endlich zum Bahnhof _Reifland_.
Dorf mit 780 Einwohnern, 369 ~m~ hoch gelegen.
Mit der Bahn über Flöha nach Chemnitz zurück.
~b~) _Reifland_ -- _Neunzehnhain_ (1¼ Std.) -- _Waldkirchen_ (1¾ Std.).
Wanderzeit: 3 Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Reifland (Linie
Chemnitz--Reitzenhain).
Hierher mit der Bahn oder wie unter ~a~. Vom Bahnhof über die
Flöhabrücke. Den weiß-rot-weißen Marken folgend hinauf nach
_Wünschendorf_. Beim Ausgang des Dorfes Wald. Links zeigt uns ein
Wegweiser einen schönen Waldsteig nach _Neunzehnhain_.
Idyllisch am Lautenbach gelegenes Sommerfrischenörtchen von
felsigen Gneishängen umfaßt, 60 Einwohner zählend. Oberhalb
und unterhalb des Ortes befinden sich die Talsperren zur
Wasserversorgung der Stadt Chemnitz. Die obere Talsperre wird
gebildet durch eine 285 ~m~ lange, 35,5 ~m~ hohe Sperrmauer von
4,5 ~m~ oberer Stärke und soll 3⅓ Mille ~cbm~ Wasser fassen.
Die untere, durch eine 150 ~m~ lange und 17 ~m~ hohe Sperrmauer
von 4 ~m~ obere Stärke gebildet, faßt ½ Mille ~cbm~ Wasser. Das
Stauwasser der oberen wird zur unteren geführt und von hier
unterirdisch durch das Zschopautal zur Einsiedler Talsperre und
von da nach Chemnitz weitergeleitet.
Wir wandern nun vom Gasthaus nach links, dann rechts den gelb-weiß
bezeichneten Schulweg weiter. Nach 4 Minuten durch Wald links hinauf
zur Lengefelder Landstraße. Auf dieser links weiter nach _Börnichen_.
Beim Gasthof rechts die Landstraße weiter nach _Waldkirchen_. Durch das
Dorf zum Bahnhof geht man über ½ Stunde!
Dorf mit 1800 Einwohnern, 316 ~m~ hoch am Hange
des Zschopautales gelegen. Station der Linie
Chemnitz--Annaberg--Weipert.
Mit der Bahn nach Chemnitz zurück.
~c~) _Reifland_ -- _Rauenstein_ -- _Lengefeld_ (¾ Std.) -- _Heinzebank_
(1¾ Std.) -- _Wolkenstein_ (1¼ Std.).
Wanderzeit: 3¾ Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Reifland. (Siehe Wanderung ~a~ und
~b~.)
Vom Bahnhof über die Flöhabrücke, dann links weiter. Über den
Neunzehnhainer Bach. Im Walde Wegteilung: links, dem Wegweiser folgend
auf prächtigem Waldweg an die v. Herdersche Schleiferei. Dann durch
Laubwald. Wir kommen zum Gasthaus Rauenstein. An der rechten Hausecke
den Fußweg hinauf, um die Straße ein Stück abzuschneiden. Durch das
Schloß Rauenstein, der v. Herderschen Familie gehörig und in seiner
alten, ursprünglichen Bauweise wiederhergestellt. Im Hofe zwei große
Linden. Vom Gehöft in 20 Minuten bis zum Markt von _Lengefeld_.
Städtchen mit 3600 Einwohnern, 480 ~m~ hoch am Abhange des
Adlersteins gelegen. Lengefeld ist bekannt durch seine
Wurstfabrikation. Außerdem Weberei, Spielwarenfabrikation u. v.
a.
Vom Markte die Wolkensteiner Straße hinaus; nach 20 Minuten in
Johnsdorf, einem Ortsteil von Lengefeld. Von der Höhe genießt man
eine schöne Aussicht. Hinter Johnsdorf in den Wald. Nach ca. ¼ Stunde
zwischen Kilometerstein 2,8 und 2,9 Straßenkreuzung. Wir wandern
geradeaus. Herrliches Waldbild. Rechts sehen wir den Bornwald mit
dem Weißen Stein. Vor Stein 16,7 ein Marienbild. Hinter Stein 18,0
Straßenteilung: rechts aufwärts. Beim Stein 18,8 auf der Höhe sehr
schöner Rückblick. Bei Stein 19,6 erreichen wir die Straßenhöhe.
Wir verlassen den Wald. Links eine Wiese mit Teich. Wir gelangen zu
Gut und dann Gasthaus zur _Heinzebank_. An der Kreuzung der Straßen
Zschopau--Marienberg und Wolkenstein--Lengefeld gelegen. Heinrich der
Fromme gab ihm den Namen, da er hier in seinem Jagdschlosse häufig
wohnte. Vor Erbauung der Bahn ein Eldorado der Frachtfuhrleute.
Nun die Straße in südöstlicher Richtung weiter. Quer durch Hilmersdorf.
Hier geht rechts eine Straße ab, die in 40 Minuten nach Warmbad
oder in 50 Minuten über Warmbad nach Floßplatz (Haltestelle der
Chemnitz-Annaberg-Buchholzer Bahn) führt. Von Hilmersdorf wandern wir
nach Wolkenstein über Geringswalde in 1¼ Std. Über Wolkenstein und
Warmbad siehe auch die Wanderung im oberen Zschopautal so wie 19 ~e~.
Von Wolkenstein bez. Floßplatz-Warmbad mit der Bahn nach Chemnitz
zurück.
~d~) _Rauenstein_ -- _Lengefeld_ (35 Minuten) -- _Adlerstein_ (¾ Std.)
-- _Lauterbacher Knochen_ (½ Std.) -- _Lauterbach_ (20 Min.) -- _Ruine
Lauterstein_ (¾ Std.) -- _Bahnhof Zöblitz_ (¼ Std.)
Wanderzeit: 3 Std. 10 Min.
Ausgangspunkt: Bahnhof Rauenstein. Linie
Chemnitz--Reitzenhain.
Über die Flöha, unter dem Schlosse Rauenstein hin, durch einen Tunnel
nach Lengefeld.
Vom Markte durch die Wolkensteiner Straße nach den Ortsteil
Johnsdorf. Dahinter in den Wald. Zwischen Kilometerstein 2,8 und
2,9 Straßenkreuzung. Schönes Waldbild. Wir verlassen die Straße und
den Waldweg aufwärts. Nach kurzer Zeit rechts, den Marken nach,
einen Abstecher zum _Adlerstein_. Triangulierungsstation. Mächtige
Glimmerblöcke. Wieder zurück zu dem vorigen Waldweg und auf diesem
weiter. Wegkreuzung: geradeaus. Nach 4 Minuten teilt sich der Weg. Wir
gehen links und schneiden sogleich einen Weg. Über Feld. Wir schneiden
einen Feldweg. Wieder in den Wald, nach rechts. Wiederum über Feld. Nun
auf das nächste Wäldchen zu, das den Lauterbacher Knochen bewächst. Es
scheint als ob unser Weg zu weit nach links führe! Vom Waldrand an 35
Schritte, dann rechts auf dem Fußweg auf den _Lauterbacher Knochen_.
683 ~m~ hoch. Die Aussicht ist leider zum Teil verwachsen.
Von der Triangulierungssäule aus unsern Fußweg 1 Minute zurück, dann
den Fußweg rechts abbiegen. Auf dem Feldwege rechts weiter. Wir
gelangen nach _Lauterbach_.
Dorf mit wertvoller alter Kirche, die 1906 abgebrochen und
auf dem hochgelegenen Friedhof als Begräbniskapelle wieder
aufgebaut wurde. Sie ist einschiffig mit Holzdecke und
Dachreiter. Der einspringende Chor öffnet sich im Spitzbogen,
ist mit drei Seiten des Achteckes geschlossen und mit
Strebepfeilern besetzt. Kirchenboden und Dachwerk ragen weit
über die Umfassungsmauern hinaus. Auch das Kirchengerät ist
künstlerisch und volkskundlich von großem Werte.
Von der Kirche aus auf der Niederlautersteiner Straße weiter. Wir
schneiden die Rittersberg-Zöblitzer Straße und gelangen hinab zur
_Ruine Lauterstein_ und zur Schloßmühle (mit Restauration).
Die Burg soll 1315 durch die Burggrafen von Leisnig erbaut
worden sein, die sie 1434 an den Freiberger Bürger Kaspar
Berbisdorf verkauften. Dessen Nachkommen verkauften sie 1559 an
den Kurfürsten August, der sie zur Amtmannswohnung bestimmte.
Am 14. März 1639 wurde sie von 3 schwedischen Reitern
niedergebrannt.
Nun auf der Steinbrücke über die Pockau. Rechts die Straße weiter. Nach
3 Minuten die Straße links ab, rot-blau-rot bezeichnet. Wir bleiben
also rechts der Bahn! Wir überschreiten einen Mühlgraben. Wegteilung:
links gelangt man in ½ Stunde in die Stadt Zöblitz; rechts zum
bekannten Gasthaus zur Kniebreche und von hier in 4 Minuten zum Bahnhof
_Zöblitz_.
Stadt mit 2400 Einwohnern, 600 ~m~ hoch gelegen. Schöne
Lage inmitten von Laub- und Nadelwäldern. Fabrikation von
Blechwaren, Trommeln und Spielwaren. Besonders sehenswert
ist die Serpentinfabrikation. Die Fabrik liegt 5 Minuten
vom Markt entfernt und kann nach Spende eines Betrags für
die Arbeiterkasse besichtigt werden. Der Serpentinstein
eignet sich wegen seiner verschiedenen Färbung und Weichheit
in bergfeuchtem Zustande, die das Schleifen und Drechseln
gestattet, vorzüglich zur Herstellung von Kunst- und
Gebrauchsgegenständen. Die Bearbeitung begann schon Anfang des
16. Jahrhunderts. Im 18. Jahrhundert waren 29 Brüche im Gange.
Neuerdings ist die Industrie unter fachmännischer Leitung und
unter künstlerischer Mitwirkung wieder aufgeblüht. Besitzer der
Brüche ist die Sächs. Serpentingesellschaft. Der Stein wird
hauptsächlich zu Grabplatten, Denkmälern, Urnen, Dosen, Säulen,
Gesimsen, Schreibzeugen, Schmucksachen und dergl. verwendet. In
der Zöblitzer Kirche befinden sich schöne Arbeiten davon.
Vom Bahnhof zur Stadt ca. ½ Stunde, es verkehrt ein Postomnibus.
Von Zöblitz Bahnfahrt nach Chemnitz.
~e~) _Zöblitz_ -- _Morgensternhöhe_ -- _Vogeltoffelfelsen_ --
_Teufelsmauer_ -- _Nonnenfelsen_ -- _Katzenstein_ (2 Std.) --
_Pobershau_ (½ Std.) -- _Marienberg_ (1¼ Std.)
Wanderzeit: ca. 4 Std.
Ausgangspunkt: Markt Zöblitz: 25 Min. vom Bahnhof. Linie
Chemnitz--Reitzenhain.
Auf der Olbernhauer Straße den rot-weißen Marken nach bis zur Tafel
Grenzbezirk. Nun bis zum Wegweiser Morgensternhöhe. 5 Minuten hinauf
zur Höhe.
Hier sind vom Erzgebirgsverein Ursprung Fahnenmaste, Pilz und
Ruhebänke aufgestellt worden. Die Aussicht ist prächtig, das
Gelände sehr günstig für Wintersport. 707 ~m~ hoch.
Nun zum Wegweiser zurück. Den rot-weißen Marken folgen bis zu einem
rechts abgehenden Weg. An einer Fichte ein Wegweiser. Auf diesem Wege
geradefort in den Wald, in diesem nach rechts auf einem schmalen Wege
zum _Vogeltoffelfelsen_.
Felsbastei 690 ~m~ hoch. Fahnenmast und Bank. Herrlicher
Blick ins tiefe Tal der Pockau, über die westlichen Höhen und
Marienberg.
Vom Vogeltoffelfelsen den rot-weißen Marken nach, durch den Bauernhof
Hüttstadt, in dem neuerdings eine sehr besuchenswerte Jugendherberge
eingerichtet worden ist, hinab ins Tal, links weiter in 10 Minuten
zur _Ringmauer_; eine gewaltige Felswand, die mit Schwefelalgen
überzogen ist und mit ihrer rötlichen Farbe in wirksamen Gegensatz zu
dem dunklen Grün der Fichten tritt. Gegenüber liegt der Rabenberg, auf
dessen Gipfel ein sagenhaftes Raubschloß gestanden haben soll. Wir
wandern über die Brücke und stehen am Fuße des steilen _Katzensteins_.
Wir gehen nun zunächst den Talweg noch ¼ Stunde weiter. Die Talwände
verengern sich, mächtige Felsblöcke und schroffe Steinwände ragen
empor. Rechts die gigantische _Teufelsmauer_, links der gewaltige
_Nonnenfelsen_. Von einer Ruhebank, oberhalb des Weges, kann man die
großartige Szenerie am eindrucksvollsten genießen.
Wir gehen nun ca. 3 Minuten zurück. Der erste Weg links hinauf ist mit
Wegweiser versehen. Ihm folgen wir zur Höhe des _Katzensteins_.
706 ~m~ hoch. Auf dem Bergplateau befinden sich eine
Verkaufsbude für alkoholfreie Getränke, Schutzhütten und
Bänke. Einzigschöner Blick ins Tal der rauschenden Pockau,
dem Rabenberg mit dem dahinter sich ausdehnenden Kriegwald.
Eine tischähnliche Platte diente früher zuweilen fürstlichen
Besuchern als Frühstückstisch.
Unser Weiterweg ist blau-gelb bezeichnet. Er führt zwischen die beiden
Schutzhütten hindurch nach links auf einen Fahrweg und zum _Grünen
Graben_, einem 14 ~km~ langen Kanal, der früher den Marienberger
Bergwerken die Triebkraft lieferte. Am Graben nach rechts hin, dann ihn
überschreiten und aus den Wald hinaus. Durch Felder nach _Pobershau_.
Ausgedehntes tief im Tal der Roten Pockau gelegenes
Gebirgsdorf, in dem Schachteln und Bürstenhölzer gefertigt
werden. Ehemals Zinnbergbau.
Hinter dem 1. Grundstück Wegteilung. Wir gehen geradeaus und den 1.
Feldweg zur Dorfstraße hinunter. Diese kreuzen wir und gehen den
»Stangenweg« aufwärts. Links das Gasthaus zur Linde. Auf der Höhe ein
Stück durch Wald. Wir gelangen zu einzelnen Häusern des sehr zerstreut
liegenden Dorfes _Gebirge_. Der Weg fällt. Wir sehen den Marienberger
Kirchturm. Am Exerzierplatz der Unteroffizierschule vorüber und nach
_Marienberg_.
Regelmäßige, nach dem Muster der ostdeutschen Kolonialstädte
angelegte Stadt mit 7600 Einwohnern. Industrie: Holz- und
Blechspielwaren, Metallknöpfe, Mosaikplatten, Holzstoff- und
Pappenfabrikation.
Die Stadt wurde 1521 von Heinrich dem Frommen gegründet, sein
Denkmal findet man auf dem Markte. Marienberg ist Sitz einer
Unteroffizierschule. Früher reiche Bergerträgnisse. Im grauen
Marienberger Gneis fanden sich Silber, Zinn, Kobalt und Nickel.
Der 30jährige Krieg vernichtete den Bergbau, der nie wieder
in Blüte kam. Im Rathaus wird das interessante Manuskript von
Adam Rieses sogen. »Coß«-Algebra vom Jahre 1524 aufbewahrt. Die
schöne Stadtkirche besitzt ein künstlerisch beachtenswertes
Portal.
Marienberg ist Station der Linie Chemnitz--Reitzenhain.
Wer noch Kraft und Lust besitzt, kann noch eine Wanderung über die
Dreibrüderhöhe und Warmbad Wolkenstein nach Station Floßplatz-Warmbad
anschließen. Insgesamt 2¼ Stunde Wanderzeit.
Vom Marienberger Markte gehen wir die Wolkensteiner Straße hinaus,
unser Weg ist blau-rot bezeichnet. Bei Kilometerstein 0,7 gehen wir
an der Straße rechts ab, folgen dem Feldweg. Der Weg teilt sich
nacheinander zweimal, wir gehen beide Male links. Der Weg bietet
prächtige Blicke, besonders auf den mächtig daliegenden Pöhlberg,
links davor der Bärenstein, dann der Spitzberg und der Haßberg. Unser
Weg führt uns am Waldrande aufwärts zur _Dreibrüderhöhe_.
688 ~m~ hoch. Eiserner Aussichtsturm und Gasthaus.
Hervorragender Rundblick. Der Gebirgskamm bietet sich
imposant dar. Von rechts nach links: Auersberg, Scheibenberg,
Fichtelberg, Keilberg, Bärenstein, Pöhlberg, Spitzberg, Haßberg.
Unser blau-rot bezeichneter Weg führt uns weiter durch den Wald
abwärts. Nach Verlassen des Waldes Wegkreuzung: geradeaus,
den Rasenweg, nicht rechts und links abgehen, stets auf die
Markierungssteine achtgeben! Der Weg wird schmäler und kommt auf
einen Feldweg, auf diesem einige Schritte nach rechts, dann links dem
Wegweiser nach, auf Rasenweg zum Dorf _Gehringswalde_. Die Straße ca.
100 Schritte aufwärts, dann den Weg nach links, zwischen zwei Gütern
hindurch. Dahinter Wegteilung: links weiter. Bereits nach 2 Minuten
teilt sich der Weg wiederum: rechts ab. An einer Steinhalde vorbei, in
einen schönen Wiesengrund hinab. Endlich zum _Warmbad Wolkenstein_.
458 ~m~ hoch gelegen. Älteste und wärmste Mineralquelle
Sachsens, alkalisch-erdiger Säuerling, Therme von 29° ~C~,
besonders gegen Gicht und Rheuma angewendet. Kurhaus mit
schönen Anlagen. Logierhäuser. Die Quelle wird seit 1385
benutzt. Das Quellhaus kann gegen eingeholte Erlaubnis im
Badebureau besichtigt werden (Trinkgeldbüchse!). Das Becken der
Quelle ist 3,4 ~m~ tief, faßt 43 ~cbm~ und liefert 150 ~l~ pro
Minute.
Nun durch den anmutigen Hüttengrund zur Hüttenmühle (blau-rot
bezeichnet). Dann die Fahrstraße weiter abwärts, am Gasthaus Waldmühle
und Speisebechers Papierfabrik vorbei ins Zschopautal. Über die Brücke
zur Station Floßplatz-Warmbad. Linie Chemnitz--Annaberg.
~f~) _Zöblitz_ -- _Katzenstein_ (2 Std.) -- _Grüner Graben_ --
_Kühnhaide_ (1¾ Std.) -- _Reitzenhain_ (1¼ Std.).
Wanderzeit: 5 Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof, bez. Markt Zöblitz. Bis zum
Katzenstein wie unter Wanderung 19 ~e~.
Vom Katzensteinplateau gehen wir zwischen den beiden Schutzhütten durch
links auf den Waldfahrweg zum _Grünen Graben_.
Dieser 14 ~km~ lange Kanal diente früher als Triebkraft den
Marienberger Bergwerken, jetzt treibt sein Wasser die Sägewerke
und Drechslereien von Pobershau. Er ist zum Teil zugedeckt.
Nun gehen wir nicht rechts, sondern am Graben hin, auf rot-weiß
bezeichnetem Wege, dem Wasser entgegen. Nach 1¼stündiger Wanderung über
die Steinerne Brücke links zur Talstraße. Auf dieser weiter in ½ Stunde
nach _Kühnhaide_.
Sehr ausgedehntes 3 ~km~ langes Dorf mit 1200 Einwohnern. Die Pockau
bildet den Grenzbach. Drüben liegt das böhmische Kienhaide. Unser
Kühnhaide hängt fast mit Reitzenhain zusammen. Hinter dem Gasthaus
»Wildshaus« an der Waldecke den Weg links ab, der am Zeuggraben entlang
in ¼ Stunde nach _Reitzenhain_ führt. (Seite 135.)
Von Reitzenhain mit der Bahn nach Chemnitz zurück.
~g~) _Reitzenhain_ -- _Kallich_ (1½ Std.) -- _Natzschungtal_ --
_Gabrielahütten_ -- _Olbernhau_ (4 Std.)
Wanderzeit: 5½ Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Reitzenhain.
Vergleiche auch Wanderung 18. 2. Tag.
Von Sächsisch-Reitzenhain nach Böhmisch-Reitzenhain. Am Gasthaus
Malzhaus vorüber die Straße weiter bis zur Straßenteilung. Dem
Wegweiser folgend links ab. Schöne Waldstraße. Nach Verlassen des
Waldes der Ortsteil Natzschung. Am Gasthaus zum Stern teilt sich
der Weg: rechts weiter. In ½ Stunde gelangen wir nach _Kallich_. Am
Gasthaus zur Post links weiter. Nach 3 Minuten zur Zollbrücke. Davor
rechts ab, im Tale abwärts. Über eine Brücke aufs linke Ufer der
Natzschung. Auf die Landstraße nach _Rübenau_. Die Straße rechts hinab
in ¼ Stunde zu Lauckners Gasthaus. Nun im herrlichen Natzschungtal
weiter abwärts nach _Gabrielahütten_. Das Gasthaus zur Böhmischen
Schweiz liegt am jenseitigen Ufer. Bei Tourentafel 244 (an der
Straße). Den blau-weiß bezeichneten Weg weiter, der durch den Wald zu
den hervorragendsten Punkten der Olbernhauer Umgebung führt, z. B.
Stößerfelsen, Sophienstein, Bruchberg. Endlich nach _Olbernhau_. (Seite
132.)
Über Pockau--Lengefeld--Flöha nach Chemnitz zurück.
~h~) _Olbernhau_ -- _Steindl_ (2½ Std.) -- _Kleinhan_ (¾ Std.) --
_Gabrielahütten_ (1½ Std.) -- _Natzschungtal_ -- _Olbernhau_ (1½ Std).
Wanderzeit: 6¼ Std.
Ausgangspunkt: Olbernhau.
Hierher von Chemnitz über Flöha, Pockau--Lengefeld.
Die Grünthaler Straße hinaus, in ¼ Stunde nach _Grünthal_. Weiter durch
Böhmisch-Grünthal nach _Brandau_.
Sehr ausgedehntes Dorf mit 2000 Einwohnern. In der Nähe
Anthrazitgruben.
Im Orte hinauf bis zur Schule. Gegenüber der Kirche rechts den Feldweg
zum Forsthaus, am Waldesrande gelegen. Hier Wegteilung: links zum
Walde hinauf. Der Weg biegt nach einigen Minuten scharf nach rechts.
An der Biegung geht links ein schmaler Fahrweg ab, den wir aber
_nicht_ benutzen dürfen! Noch eine Minute weiter. Ein zweiter schmaler
Waldfahrweg. Diesen gehen wir hinauf durch den Wald. Wegteilung: links!
Unser Weg geht fast eben weiter. Er bringt uns zu einer querkommenden
Schneise mit den Abteilungsnummern 4/5 und 8/9. Die Schneise rechts
hinauf. Nach ca. 5 Minuten kommt eine neue schmale Schneise quer.
Abteilungsnummern 7/8 und 5/6. Auf dieser nach links und hinauf zum
_Steindl_.
838 ~m~ hoch. Bewachsener Basaltberg mit einer durch die
Bewachsung etwas beschränkten, aber sonst herrlichen Aussicht.
Die Waldtäler, Ahornberg, Schwartenberg, Wieselstein,
Strobnitzkuppe, Milleschauer, Lobosch, Kletschen, Seiffen,
Katharinenberg, Frauenstein, Sayda usw. sind zu sehen.
Die Schneise, auf der wir kamen, wandern wir weiter. Nach ¼ Stunde
links ein Wildzaun. An ihm links den Fahrweg abwärts ca. 2 Minuten,
dann rechts der Fußweg am Zaune weiter abwärts. Wo der Zaun nach rechts
geht, wenden wir uns links, gehen auf einen Fahrweg und mit diesem
abwärts. Wir kommen zur Brandau-Kleinhaner Straße. Diese nach rechts
bis zum Forsthause, an der Katharinenberger Landstraße. Diese rechts
nach _Kleinhan_ hinauf.
Dörfchen, 820 ~m~ hoch, sehr zerstreut.
Von der Straße zur Kirche. Zwischen Kirche und Schule den Fußweg
weiter. Den querkommenden Weg rechts. Dann Wegteilung: links zum
Walde hinab. An der Waldecke teilt sich der Weg: den Fahrweg
rechts weiter. Nach wenigen Minuten links den breiten Fußweg
weiter. Er bringt uns wieder auf den Fahrweg. Diesen nach links. Im
Tale angekommen, Fahrwegkreuzung. _Ochsenbrücke_. Nun rechts ab.
Prächtige Waldwanderung. Der Fahrweg teilt sich: rechts weiter nach
_Gabrielahütten_. Nach Olbernhau siehe 19 ~g~.
~i~) _Reitzenhain_ -- _Satzung_ (1 Std.) -- _Hirtstein_ (25 Min.) --
_Schmalzgrube_ (1 Std.) -- _Jöhstadt_ (1½ Std.) -- _Weißer Hirsch_ (¾
Std.) -- _Konduppelbachtal_ -- _Königswalde_ (1¼ Std.) -- _Annaberg_ (1
Std.).
Wanderzeit: 7 Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Reitzenhain. Linie
Chemnitz--Reitzenhain.
Aus dem Bahnhof tretend nach links, nach einigen Minuten teilt sich der
Weg. Wir gehen die Fahrstraße weiter bis zu einer zweiten Wegteilung.
Hier links, am Gasthaus »Neue Welt« vorbei, durch Wald. Wir kommen an
die ersten zu Satzung gehörigen Häuser. Die Straße macht eine Biegung
nach links. Hier gehen wir rechts den »Mühlsteig« ab nach _Satzung_.
844 ~m~ hochgelegenes Dorf mit 1500 Einwohnern. Satzung ist das
ausgesprochene Eldorado der Handelsleute. Besonders während
des Sommers ist ein großer Teil der Männer auf dem Gänse-,
Bettfedern- und Spitzenhandel unterwegs, hauptsächlich Mähren,
Ungarn und Pommern werden bereist. Die Satzunger haben sich
infolgedessen einen gewissen Grad von Weltbürgertum zu eigen
gemacht. Auf der Kirche eine lustige Wetterfahne, Johannes den
Täufer darstellend. Wenn er das Taufkännel dem Dorfe zukehrt,
gibts Regenwetter.
Wir schlagen nun unterhalb des Schulhauses die Steinbacher Straße
ein. Nach einer knappen Viertelstunde hinter Kilometerstein 19,8
die Waldstraße nach links weiter. Nach 8 Minuten sind wir auf dem
_Hirtstein_ angelangt.
Die mit einer trigonometrischen Stationssäule gekrönte Kuppe
ist 889 ~m~ hoch ü. d. O. Die Aussicht ist sehr schön. Süden:
Im Vordergrund Satzung, rechts dahinter der Haßberg. Weiter
rechts der Preßnitzer Spitzberg, hinter demselben der Keilberg.
Dann der Fichtelberg mit seinen zwei Kuppen. Weiter rechts
die drei Riesengräber Bärenstein, Scheibenberg und Pöhlberg.
Zwischen Scheibenberg und Pöhlberg etwas näher: Grumbach.
Weiter rechts Preßnitz- und Zschopautal, bei günstiger
Witterung auch die Augustusburg. Im Norden füllt Wald den
Vordergrund aus. Dahinter die beiden Kühnhaide. Im Osten der
Wald von Komotau und Rothenhaus. Links von Satzung Ulmbach und
dahinter Sebastiansberg.
Hauptsächlich wird aber der Hirtstein als höchst interessantes
geologisches Vorkommnis aufgesucht. Am Fuß der Kuppe der
Basaltsteinbruch. Die meist fünfseitigen Säulen liegen
horizontal und strahlen von einem gemeinschaftlichen
Mittelpunkt aus.
Wir gehen nun zum Waldrande hinab und an diesem, den blau-weißen Marken
nach, bis zur Straße. Auf dieser nach rechts, den rot-gelben Marken
folgend nach _Schmalzgrube_.
Dorf mit 280 Einwohnern, am Zusammenfluß der Preßnitz und
des Schwarzwassers. 575 ~m~ hoch gelegen. Vielbesuchte
Sommerfrische am Beginn des Kriegwaldes, der sich bis Jöhstadt
hinzieht und seinen Namen von einem für Sachsen unglücklichen
Gefecht aus der Hussitenzeit herleitet. Der Ort besaß früher
Silberbergbau und Eisenwerk, auch Kalköfen.
Von der Haltestelle auf dem Fußwege im Schwarzwassertal aufwärts,
den rot-gelben Marken nach, oder von der Lorenzmühle über die
Preßnitzbrücke und die Jöhstädter Straße aufwärts. Sie führt durch den
Kriegwald und bietet hübsche Blicke in das Schwarzwassertal. Nach ½
Stunde vereinigen sich beide Wege bei der Hainmühle. Die Straße bringt
uns nach Schlössel, einem Ortsteil von Jöhstadt. Wir gehen über die
Bahn, die Schlösselstraße weiter zur Stadt. Durch die Kirchstraße
rechts zum Markt von _Jöhstadt_.
Hübsche Gebirgsstadt, 783 ~m~ hoch gelegen, mit 2300
Einwohnern. Industrie: Posamenten- und Spitzenfabrikation,
Schatullen, Spritzen, künstliche Blumen. Vielbesuchte
Sommerfrische.
Jöhstadt ist 1655 zur Stadt erhoben worden und gehört zu den
Städten, die ihren Namen der heiligen Familie verdanken.
(Marienberg, Annaberg, St. Joachimsthal). Auf dem Markte
eine alte Postsäule aus dem Jahre 1730 mit dem kurfürstlich
sächsischen und dem polnischen Wappen. Geburtsort des
Kirchenliederdichters Joh. Andr. Cramer.
Nun wandern wir vom oberen Ende des Marktes die Weiperter Straße
(links) hinaus. Links der prächtige Haßberg, geradeaus der Preßnitzer
Spitzberg. Die Straße geht nach rechts. Die Höhen des Erzgebirgskammes
werden sichtbar. Wir überschreiten die Straßenhöhe (812 ~m~) und
gelangen durch schönen Wald zum _Weißen Hirsch_, einem einsam
gelegenen Gasthause, auch Sommerfrische. Auf der Straße noch einige
Schritte weiter, dann geht rechts ein gelb-rot bezeichneter Weg ins
_Konduppelbachtal_ ab. Wir berühren den Zigeunerfelsen und wandern dann
im engen Waldtale zur Oberförsterei und zum Dorf _Königswalde_.
Malerisch im Pöhlatale am Fuße des Pöhlberges inmitten grüner
Gärten gelegen. 702 ~m~ hoch. 2900 Einwohner.
Durch das Dorf bis zur Kirche, dann die Straße nach links. Bei Müllers
Restauration den sogenannten Marktsteig rechts ab, bei Kilometerstein
2,3. Nach 2 Minuten Wegteilung: links weiter durch ein Gut. Der
Weg steigt fortwährend an. Sehr aussichtsreich. Links am Wege der
_Galgenbergturm_.
693 ~m~ hoch. Sehr hübsche Rundsicht.
Dann über die Geleise der Industriebahn Annaberg--Königswalde. Endlich
auf den Köselitzplatz. Dann durch die Große Kirchgasse auf den Markt
der alten Bergstadt _Annaberg_.
Über Annaberg Ausführliches unter Wandervorschlag 23. Mit der Bahn nach
Chemnitz zurück.
20. Ins Assigbachtal und zur Ruine Hassenstein.
Eine herrliche Fahrt ins Böhmerland zu zwei Glanzpunkten des
ganzen Gebirges. Der Ausflug ist von Chemnitz aus bequem zu
unternehmen, wenn man am Vorabend in Reitzenhain eintrifft und
am zeitigen Morgen die Wanderung beginnt. Wer mehrere Tage
anwendet, kann den ersten Tag ausfüllen wie unter 19 ~f~ oder
18 (2. Tag) beschrieben.
_Reitzenhain_ -- _Assigbachtal_ -- _3. Grundmühle_ (3 Std.) --
_Tschoschl_ -- _Krima-Neudorf_ (1 Std.) -- _Platz_ -- _Ruine
Hassenstein_ (2 Std.) -- _Sonnenberg_ (¾ Std.) -- _Bahnhof_ (½ Std.).
Wanderzeit: 7¼ Std.
Ausgangspunkt: Reitzenhain, Linie Chemnitz--Reitzenhain.
Unser Weg ist rot-weiß bezeichnet. Die Straße nach Böhmisch-Reitzenhain
aufwärts. Am Malzhaus vorüber. Nach dem letzten Hause eine Brücke.
Wegweiser. Wir gehen links in den Wald. Über Hochmoorfläche.
Nach einstündiger Wanderung überschreiten wir die Bahnlinie
Reitzenhain--Komotau. Nun links den Waldweg hinab. Nach wenigen
Minuten den Fußweg scharf rechts hinab ins Tal zu einem düstern,
geheimnisvollen Moorteich. Wir gehen am Teiche entlang, dann rechts
den Fußweg hinunter, in 20 Minuten zum Grunde des Assigbaches. Auf
Stufen geht es hinab zur Hölle, einer Felsschlucht mit Brücke über
den schäumenden Assigbach. Ein prächtiges Talstück. Nun in einer
Viertelstunde hinab zur neuen Talstraße, die dem Assigbachtale viel
vom Zauber seiner Unberührtheit genommen hat. An der Straße die
Wasserleitung, die das Wasser des Assigbaches zur Komotauer Talsperre
im Gröllbachtal führt. Immer im Waldtal abwärts zur _3. Grundmühle_,
einer Schneidemühle mit einfachem Schankbetrieb. Hier geht der
Gröllbach in den Assigbach, die Talsperre im Tale desselben liegt
20 Meter oberhalb der Mündung. Nun rechts den Weg ab, der im Tale
des Krima-Baches aufwärts führt. Er ist rot-weiß markiert. Bei der
Wegteilung rechts den blau-weißen Marken folgen. (Links geht es nach
Dorf Krima, unser Ziel ist jedoch die Haltestelle!) Wir gelangen nach
_Tschoschl_. Nun den rot-weißen Marken nach über die Tschoschl-Mühle
nach Station _Krima-Neudorf_. Nun den blau-weißen Marken folgen zum
Zollhaus. Links weiter, immer den blau-weißen Marken nach. Wir gelangen
nach Hohentann und dann nach _Platz_, dem kleinsten Städtchen Böhmens
(340 Einwohner). Von hier in 10 Minuten zur Ruine _Hassenstein_.
Nach Überschreiten des Grabens kommt man in den Vorhof,
dann über einen zweiten Graben in den Burghof. Hier eine
Restauration. Zum Betreten der eigentlichen Ruine ist
der Erwerb einer Eintrittskarte nötig. Der Verkäufer ist
verpflichtet, ohne Bezahlung auch den Eingang zum Bergfried
aufzuschließen. Links befindet sich der Bergfried, der
Hauptturm der alten Burg. Ein zweiter Turm erhebt sich über
dem großen Keller. Am Ziehbrunnen, der 4 ~m~ Wasserstand
aufweist, vorbei zunächst zum Bergfried, dessen Höhe 25 ~m~,
Durchmesser des Grundes 19 ~m~, davon 17 ~m~ Mauerstärke und
2 ~m~ Hohlraum. Von der Glasgalerie des Turmes aus genießt
man einen prachtvollen Ausblick. Nach Süden: im Vordergrunde
das Brunnersdorfer Tal, dahinter Kaaden, links davon Komotau.
Rechts hinter Kaaden der Purberg und rechts über diesem hinaus
der Heinersdorfer Berg. Weiter rechts das Liesengebirge und
dahinter das Duppauer Gebirge. Im Vordergrund der »Gickerich«
(Aussichtsgerüst). Nach Norden: links hinter dem Forsthaus die
Kirche von Sonnenberg. Im Westen: die 725 ~m~ hohe Hundskuppe.
Im Osten die Saazer Ebene mit Saaz und Priesen, die Höhen bei
Konotop, sowie im Hintergrund die Hügel bei Sirbitz und Waltsch.
Nach Besteigung des Bergfriedes geht man links zum Streitgang
und rechts zum Balkon.
Die Burg Hassenstein wird 1344 urkundlich zum ersten Male
erwähnt. Besitzer war ein Herr von Schönburg, der aus dem
Meißnischen stammte. Ein Schönburger beteiligte sich an einer
Verschwörung gegen König Wenzel IV. von Böhmen. Die Aufrührer
wurden bestraft. Ausführender der Strafakte war Niklas v.
Lobkowitz, der Hassenstein eroberte und dieselbe als Belohnung
erhielt. Seine Nachkommen erhielten die Burg als Kronlehen.
Einer von ihnen war der durch seine umfassende Bildung
ausgezeichnete Bohuslav Lobkowitz von Hassenstein. Seine
bedeutende Bibliothek wurde auch von Luther und Melanchthon
benutzt, die sich Schriften nach Wittenberg kommen ließen. 1606
erwarb ein Ritter von Steinbach die Burg durch Kauf. Wegen
seiner Neigung zum Protestantismus wurden 1622 seine Güter
eingezogen. Dabei wird die Burg bereits als »das wüste Schloß
Hassenstein« erwähnt, demnach kann sie nicht erst im 30jährigen
Kriege durch die Schweden verwüstet worden sein. In der Mitte
des 19. Jahrhunderts erwarb der Großindustrielle Edler Franz
Preidl von Hassenbrunn die Burg, dessen Erbe Emanuel Karsch zur
Erhaltung der Burg mancherlei Baulichkeiten ausführen ließ.
Nachdem wir die Burg verlassen, gehen wir an dem Wege rechts, der nach
Brunnersdorf führt, vorbei. Darnach Wegeteilung beim Forsthaus: links
ab. Nach ca. 8 Minuten erneute Wegteilung: rechts. Der Weg zieht sich
ins Tal links hinab. Hübscher Blick auf Sonnenberg. Nach Überschreiten
des Talgrundes steil aufwärts nach _Sonnenberg_.
Alte Gebirgsstadt mit 2000 Einwohnern, 746 ~m~ hoch gelegen.
Fabrikation von Posamenten, Kunstblumen und Blättern.
Spitzenklöppelei. Musikantenstadt. Viele Einwohner gehören zu
reisenden Musikkapellen. Nach der 2 ~km~ entfernten Station
verkehrt ein Omnibus. Man versuche, möglichst am zeitigen
Nachmittag wegfahren zu können.
Bahnfahrt über Weipert und Annaberg nach Chemnitz.
21. Ins obere Zschopautal.
Die Wanderungen unter 11 führten von der Mündung der Zschopau
bis nach Flöha. Die folgenden Wanderungen schließen hier an.
Eins der am stärksten besuchten Wandergebiete tut sich auf,
dessen Mittelpunkt die altehrwürdige Augustusburg bildet. Dann
ergeht man sich in entzückenden Talwanderungen um Zschopau,
über Scharfenstein nach Wolkenstein. Bis hierher bildet das
Tal den Anziehungspunkt, weiter nach der Quelle zu treten
die Bergriesen des oberen Gebirges in den Vordergrund des
Interesses. Dem Chemnitzer sind eine Menge von Ausflügen in
dieses Gebiet vertraut und bekannt, es sollen daher nur die
wesentlichen und schönsten herausgehoben werden.
~a~) _Flöha_ -- _Schweddey_ -- _Augustusburg_ (1¾ Std.) --
_Kunnerstein_ -- _Erdmannsdorf_ oder _Hennersdorf_ (1 Std.).
Wanderzeit: 2¾ Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Flöha. Hierher mit der Bahn.
Vom Bahnhof zur Hauptstraße und auf dieser nach links. Die Bahn
überschreiten. Beim Gasthof links in ein Wiesental mit einzelnen
Häusern, die _Schweddey_.
Der Name stammt aus dem 30jährigen Kriege, es sollen hier
Kämpfe mit den Schweden stattgefunden haben.
Wir folgen dem Laufe des Baches, auf das rechte Ufer, in den Wald.
Anmutiger Weg mit Birken am Anfang. Wir kommen an einem verlassenen
Kalkofen und einer Höhle vorbei. Gleich darnach scharf links hinauf zu
einem Feldweg, der hübsche Aussicht bietet. Endlich gelangen wir auf
die Staatsstraße und mit dieser nach _Augustusburg_.
Die Stadt ist 505 ~m~ hoch gelegen und zählt 2560 Einwohner.
Sie wird gern als Luftkurort aufgesucht. Bis zum Jahre 1900
führte sie den Namen Schellenberg, dann nahm sie den Namen der
Burg an, die natürlich den Hauptanziehungspunkt bildet.
Im 12. Jahrhundert stand an derselben Stelle die Schellenburg,
die 1547 vom Blitze getroffen und eingeäschert wurde.
Kurfürst August, gern Vater August genannt, ließ 1568--72
das gegenwärtige Schloß von Hieronymus Lotter, dem damaligen
Bürgermeister von Leipzig, im Renaissancestile aufbauen. Lotter
ist auch als Erbauer des alten Rathauses und der Pleißenburg
in Leipzig bekannt. Wegen der hohen Baukosten fiel er bei dem
sparsamen Kurfürsten in Ungnade. Graf Rochus v. Linar führte
im Verein mit Erhard van der Meer den Bau zu Ende. Das Schloß
hat als Lieblingsaufenthalt verschiedener sächsischer Fürsten
glänzende Tage gesehen. Im 30jährigen Kriege wurde es von
den Kroaten zerstört. Schlimmer als die Kroaten hausten die
Bewohner der Umgebung in dem zerstörten Schlosse. Was nicht
niet- und nagelfest war, wurde weggeschafft, so die Bleitafeln
des Fußbodens der Galerien, Steine und Balken, sodaß der ganze
obere Teil abgetragen wurde. Das jetzige Dach wurde 1800--1802
aufgesetzt. Augenblicklich befinden sich in dem Schlosse das
Amtsgericht, die Oberförsterei und das Rentamt. Ein Teil
des Schlosses soll als Verkehrsmuseum für das Erzgebirge
eingerichtet werden, die vorbereitenden Arbeiten haben bereits
begonnen.
Das Schloß liegt auf einem steilen Porphyrfelsen und
besteht aus einem mächtigen Viereck, von vier eigenartigen
Ecktürmchen gekrönt, und zeigt seine Fronten nach den vier
Himmelsrichtungen. Vier Hauptgebäude: Sonnen-, Linden-, Hasen-
und Küchenhaus umschließen den Hof.
Der Volksmund rühmte einst von dem Schlosse, daß es soviel
Fenster habe, wie das Jahr Tage, soviel Schornsteine, wie das
Jahr Wochen, so viel Wetterfahnen, als das Jahr Monate.
Wir betreten das Schloß von Norden her durch den Haupteingang.
Eine steinerne Brücke führt über den Graben, der einst
Bärenzwinger war. Durch ein wohlerhaltenes Burgtor im
italienischen Renaissancestil betreten wir den Schloßhof. Vor
dem Schloßtor betrachten wir den Pranger mit dem Halseisen.
Der Märchenbrunnen im Schloßhof, vom sächsischen Kunstverein
gestiftet, würde an anderer Stelle besser wirken, hier stört
er den einheitlichen Eindruck. Vor dem Lindenhaus eine große
Linde, deren Krone durch ein Balkengerüst gestützt wird. Sie
soll 1421 verkehrt gepflanzt worden sein. Sie hat einen Umfang
von 7 ~m~, der Stamm ist aber nur 2,3 ~m~ hoch, dann breiten
sich die Äste weit aus. 1669 schützte man den Stamm durch eine
kupferne Haube vor dem Hohlwerden. In der Schloßkirche, erbaut
von Erhard van der Meer, kostbare Gemälde Lukas Cranach des
Jüngeren. Das Altargemälde zeigt Vater August und Mutter Anna
mit ihren zahlreichen Kindern. Im hinteren Schloßhof der vom
Bornhaus geschützte 170 ~m~ tiefe Brunnen, 1568--75 von Hans
Planer, dem Freiberger Bergmeister für 72000 rheinische Gulden
gebaut. Seit 1879 ist er nicht mehr im Betrieb.
Vom Aussichtsturm aus hübsche Aussicht.
Von der Stadt entweder den blau-gelben Marken folgend direkt nach
Station Erdmannsdorf, oder mit der Drahtseilbahn hinabfahrend. Man
kann den Ausflug sehr lohnend um eine Stunde erweitern, wenn man den
_Kunnerstein_ mit besucht.
Vom Restaurant Schloßberg aus die Waldstraße geradeaus, durch die
Villenkolonie, die Vater-August-Straße rechts ab zum Waldhaus
(Kurhaus und Hotel). Nun die König-Albert-Straße abwärts. An Café
Seeliger vorbei. Dann die Zschimmerstraße halbrechts kreuzend, den
Waldweg weiter, erst den weißen, dann den rot-gelben Marken nach zum
Kunnerstein.
Ein anderer Weg ist folgender: Vor dem Restaurant Schloßberg rechts ab
den »Reitsteig-Poetenweg«. An der Waldecke links ein Rainstein. Unter
demselben teilt sich der Weg. Wir gehen halbrechts hinab in ein Tal zur
Bismarck- und Moltke-Eiche. Den Weg in der alten Richtung weiter, immer
den Telephondrähten nach, über die Höhe hinab zum _Kunnerstein_.
438 ~m~ hohe Felsbastei über dem Zschopautale. Restauration.
Prächtiger Blick ins Zschopautal.
Nun entweder nach Erdmannsdorf oder nach Hennersdorf, um den
Bahnanschluß zu erlangen. Nach Erdmannsdorf wandert man folgendermaßen:
Links die Stufen hinab, den Marken folgend durch den Wald. Bei der
Wegteilung rechts fort. Hübscher Blick auf Erdmannsdorf.
Der Weg nach Hennersdorf ist folgender:
Nach Verlassen der Gaststätte rechts den Promenadenweg. An der ersten
Wegteilung rechts, ebenso an der zweiten. Der Weg ist gelb-weiß
bezeichnet. Er biegt dann etwas links und führt dann an einem Bache
hinab. Im Tale angekommen links. Nach Verlassen des Waldes über Wiesen
auf die Straße und auf dieser hinab nach Station _Hennersdorf_.
~b~) _Flöha_ -- _Struthwald_ -- _Erdmannsdorf_ (1½ Std.) --
_Augustusburg_ (40 Min.) -- _Dorfschellenberg_ (½ Std.) -- _Leubsdorfer
Spinnerei_ -- -- _Hohenfichte_ (1 Std.) -- _Metzdorf_ -- _Hetzdorfer
Bastei_ (1 Std.) -- _Bahnhof Falkenau_ (40 Min.).
Wanderzeit: 5 Std. 20 Min.
Ausgangspunkt: Bahnhof Flöha. Hierher mit der Bahn. Siehe
auch Wandervorschläge 13.
Die Straße abwärts, durch das Tunnel, rechts weiter. Durch ein zweites
Tunnel. Am Postamt vorüber. Über die Brücke des Fabrikgrabens. Beim
Restaurant Albertsburg links dem Wegweiser »Struthweg« folgen. An der
Spinnerei Weißbach & Sohn hin. Über den Graben, sodann überschreiten
wir auf der Struthbrücke die Zschopau. Rechts die Mündungsstelle
der Flöha. Unter dem Viadukt hinweg. Der Fußweg bergan bringt uns
in den Struthwald. Nach wenigen Minuten geht links ein Fahrweg ab,
mit dem Wegweiser »Plaue« versehen. Ihm folgen wir bis Flurstein 44.
Nun den Schneisenweg rechts zwischen Abteilungspfählen 1 und 2. Wir
überschreiten einen Fahrweg. An Stein 45 vorbei. Bei Abt. 1 und 9 einen
Fahrweg überschreiten. Links werden Häuser sichtbar, die sogen. »Neue
Sorge«. Den sumpfigen Stellen unseres Weges weichen wir nach rechts
aus. Bei Stein 48 die Fahrstraße kreuzen. Den Rasenweg in der alten
Richtung weiter. An Stein 49 vorbei. Fahrweg überschreiten. Der Weg
geht bergab. Bei Stein 50 im Tal des Hahnebaches. Abteilungsnummer 22
rechts am Baume. Wir bleiben in unserer Richtung und passieren den
Bach (ohne Brücke!). Wir kommen zu Stein 51. Stufenweg. Einen Fahrweg
kreuzen. Wir gelangen zu Abteilung 21. In der alten Richtung fort.
Stein 52. Der Weg wird schmäler und fällt. Es kommt Stein 53. Wir
überschreiten den Schwarzbach und gehen wieder bergauf. Der Weg führt
durch sehr schönen Wald, reichlich mit Buchen durchsetzt. Bei Stein
54 kreuzen wir den »Strengen Furth-Flügel-Weg«. Der Weg führt weiter
bergab und gelangt ins Tal des Kalten Baches. Am Stein 55, der am Bache
steht, vorbei. Am Bache den Fahrweg hingehend aus dem Wald heraus. Auf
die Straße. Auf dieser nach rechts wandernd nach _Erdmannsdorf_.
Gewerbfleißiges Dorf mit 1700 Einwohnern, 294 ~m~ hoch an
der Zschopau, von Wald umgeben, daher gern als Sommerfrische
aufgesucht. Im Schloßhofe des der Familie v. Könneritz
gehörigen Rittergutes eine 400jährige Linde. Spinnereien von
Meister mit vorbildlichen Wohlfahrtseinrichtungen.
Von Erdmannsdorf nach Augustusburg kann man die Drahtseilbahn benutzen.
Fußgänger wählen folgenden rot bezeichneten Weg: Vom Bahnhof die Straße
nach rechts zur Eisenbahnbrücke. Dreifache Wegteilung. Wir wählen den
mittelsten Weg, der uns am Bache hin bis zu einer Wegteilung führt.
Links am Bache weiter. Den Rodelbahnweg hinauf. Wegteilung: rechts den
steilen rot markierten Weg. Wieder auf den Rodelbahnweg. Längs diesem
zur Endstation der Drahtseilbahn und Restauration Waldfrieden. Hinter
letzterem die Stufen hinauf zu _Cantors Ruhe_, einem Felsenvorsprung
mit hübscher Aussicht. Dann an der Kirche vorüber, durch die Pfarrgasse
zum Schlosse _Augustusburg_. Weiteres unter 21 ~a~.
Nach Besichtigung des Schlosses, das Tor verlassend rechts durch
die Stadt, abwärts an den Gasthäusern Lehngericht und Weißer Hirsch
vorüber. Die Poststraße rechts weiter. Nach knapp 5 Minuten links den
»Hohlweg« hinunter, der uns auf die Fahrstraße bringt. Diese immer
weiter bergab nach _Dorfschellenberg_. Unterhalb des Gasthauses teilt
sich der Weg. Wir gehen rechts in Richtung »Leubsdorf« aufwärts. An
Kirche und Friedhof vorbei. Dann ins Flöhatal hinab. Nun kurz nach
Kilometerstein 2,6 links auf die Leubsdorfer Spinnerei zu. Am Tore den
Fußweg links am Zaune hin. Der Weg bringt uns an prächtigen Wald und
geht immer an der Flöha abwärts. Durch die Eisenbahnbrücke. Rechts
ein Haus mit Scheune. Wegteilung: beide Wege vereinigen sich nach ¼
Stunde wieder. Wir gelangen nach _Hohenfichte_. (Wanderung 13). Rechts
über die Flöha nach _Metzdorf_. Die Fahrstraße weiter bis zum Gasthaus
Waldpark. Bei der Station Metzdorf die Bahn (Hetzdorf--Eppendorf)
überschreiten. Über die Höhe. An der Parkettfabrik vorbei. 5 Minuten
darnach rechts dem Wegweiser folgend vom Talweg ab und einen Fußweg
bergan. Wegteilung: rechts weiter. Auf der Höhe bei Abteilung 99
scharf nach links den Waldweg weiter. Der reizende Weg bringt uns zur
_Hetzdorfer Bastei_. (Wanderung 13).
Nach Genießen der prächtigen Aussicht ein Stückchen zurück und in der
alten Richtung hinab. Über die Bahn, durch Felder, an den Wald. Nun
links weiter. Durch die Wattefabrik. Über die Flöhabrücke. Wir gelangen
zu Bahnhof _Hetzdorf_. Dahinter über die Brücke, dann rechts den Weg
bis zum Beginn an Falkenau. Hier über das Geleise der Bahn nach links.
Durch die Ziegelei. Immer auf dem Fußweg bleiben bis zur Station
_Falkenau_. Linie Chemnitz--Dresden.
Mit der Bahn nach Chemnitz zurück.
~c~) _Gablenz_ -- _Schere_ (1¼ Std.) -- _Kunnersdorf_ (1¼ Std.) --
_Kunnerstein_ (½ Std.) -- _Augustusburg_ (½ Std.).
Wanderzeit: 2½ Std.
Ausgangspunkt: Endstation der Straßenbahn Gablenz.
Nach Verlassen der Straßenbahn die Straße immer weiter. Sie steigt
allmählich an bis zum Gasthof Adelsberg, volkstümlich unter dem
Namen »Schere«. Die Straße bietet nun schöne Ausblicke, besonders
auf Lichtenwalde, Frankenberg und Sachsenburg. Bei Kilometerstein
6,1 Wegteilung. Wir folgen dem Wege halbrechts nach Kunnersdorf.
Einen Feldweg überschreiten. Zur Waldecke. Grenzstein 107. Vierfache
Wegteilung: Geradeaus, also nicht in den Wald. Erst noch kurze Zeit am
Waldrande hin und dann geht es in den Wald hinein. Etwas steil abwärts.
Der Wald führt den Namen der »Schwarze Wald«, wird vom Volke aber das
»Rauche Gebiet« genannt. Wir gelangen auf die Sternmühlen-Tal-Straße.
Diese nach links abwärts bis zur Wattefabrik in Kunnersdorf. Das Dorf
beginnt in wenigen Minuten. Bei Haus Nr. 13 gehen wir rechts weiter
durch das Dorf. Prächtiger Blick auf die Augustusburg. Beim Gasthof
überschreiten wir links die Zschopaubrücke. Etwa 1 Minute dahinter
rechts weiter, am Bahndamm empor und die Bahn überschreiten. Nun den
Fußweg, der mit Stangengeländer versehen ist, aufwärts. Oben kommen wir
durch Felder auf einen Feldweg. Diesen rechts hinauf nach dem Walde.
Im Walde teilt sich der Weg. Rechts weiter und auf dem gebräuchlichen
Kunnerstein-Weg nach rechts. An der Luthereiche vorbei zum Kunnerstein.
(Seite 157).
Zur Augustusburg führen verschiedene Wege. Wir gehen am Gasthaus
Kunnerstein zunächst rechts abwärts. Bei der nahen Wegteilung links
hinauf, den rot-gelben Marken folgend. Nach ca. 15 Minuten teilt
sich die Straße, links die Waldstraße aufwärts, den blau-weißen
Marken nach. Villenkolonie. Endlich zur Restauration Schloßberg. Nun
beim Kilometerstein 0,0 den blau-weißen Marken nach, aufwärts. Bei
Kilometerstein 0,1 links zum König Friedrich August-Platz, von dem man
eine reizende Aussicht genießen kann, rechts weiter zum Schloßeingang.
Von Augustusburg nach Station Erdmannsdorf siehe Wanderung 21 ~a~. Mit
der Bahn nach Chemnitz zurück.
~d~) _Kunnerstein_ -- _Hennersdorf_ (30 Min.) -- _Witzschdorf_ (40
Min.) -- _Waldkirchen_ (30 Min.) _Zschopau_ (40 Min.)
Wanderzeit: 2 Std. 20 Min.
Ausgangspunkt: Gasthaus Kunnerstein.
Hierher wie unter ~a~ oder ~c~.
Den Promenadenweg rechts abwärts. Nach wenigen Schritten Wegteilung:
rechts. Bei der nächsten Wegteilung wiederum rechts ab. Der Weg
dreht sich links aufwärts und kommt in ein Seitental, in diesem
rechts abwärts. Unten Wegteilung: links weiter. Über Wiesen auf die
Augustusburg-Hennersdorfer Straße. Rechts abwärts nach Hennersdorf.
Am Gasthof vorüber zur Zschopaubrücke. Diese nicht überschreiten,
sondern die Dorfstraße weiter. Bei der Haltestelle Hennersdorf über
die Geleise. Rechts Holzwarenfabrik von Leistner. Nun den Uferweg an
der Zschopau hin. Zu Strobels Brücke. (Zu Strobels Holzschleiferei
Schöntal führend.) Der Weg wird schmal, er geht oberhalb des Bahndammes
aufwärts. Gebäude der Witzschdorfer Nähfadenfabrik werden sichtbar. Zur
Station _Witzschdorf_.
Dorf mit 1300 Einwohnern. Sächsische Nähfadenfabrik, A.-G.
vormals Heydenreich.
Links über die Geleise, die Straße hinauf. Auf der Höhe Wegteilung:
rechts weiter. Die ebene Straße bietet prächtige Aussicht.
Straßenteilung: rechts abwärts nach _Waldkirchen_.
Dorf mit 1760 Einwohnern. Die Station liegt 316 ~m~ hoch. Das
langausgedehnte Dorf streckt sich bis zur Höhe von 515 ~m~.
Bedeutende Holzwarenfabrikation. Der Ortsteil auf dem linken
Zschopauufer in der Nähe des Bahnhofes heißt Zschopental.
Vor Überschreiten der Brücke rechts Mühle mit Weberei und Zwirnerei.
Über die Brücke zum Gasthof Eichhörnchen. Wir überschreiten die Bahn.
Bahnhof Waldkirchen bleibt links. Der Weg teilt sich, wir folgen dem
Weiser »Zschopau« halblinks hinauf. Nach Kilometerstein 7,3 durch einen
Fußweg links die Straße abschneiden. Die Straße überschreiten und zum
Königsplatz, dann diesen überqueren und durch die Königstraße zum Alt-
und Neumarkt von _Zschopau_.
Stadt mit ca. 8300 Einwohnern in prächtiger Lage 326 ~m~
hoch gelegen. Ursprüngliche Namen Zschachpe, Scopa, Zschopa.
Die Gründung des Ortes wird Heinrich I. zugeschrieben,
der das Schloß Wildeck als Burgwarte zur Bewachung des
Flußüberganges erbaute. Der älteste Teil des Schlosses, der
jetzt noch stehende Wartturm, führt daher im Volksmunde den
Namen »Der dicke Heinrich«. Die Lage der Stadt an einer
Hauptverkehrsstraße des mittelalterlichen Deutschlands
(zwischen Hamburg--Leipzig--Chemnitz--Prag--Wien--Triest)
beeinflußte in günstiger Weise die Entwickelung der Stadt. Sie
hatte vielfach unter Kriegsnöten zu leiden, erholte sich aber
von allen Drangsalen bald wieder. Die Industrie beschäftigt
sich mit Baumwollspinnerei, Weberei, Strumpfwirkerei und
Zwirnerei. Bekannt ist die Baumwollspinnerei von Jakob Georg
Bodemer († 1888), der durch bahnbrechende Verbesserungen der
Spinnerei und durch hochherzige Verwendung seiner Mittel für
Volksbildung usw. ein Wohltäter des Erzgebirges geworden ist.
Zschopau ist Station der Linie Chemnitz--Annaberg. Mit der Bahn nach
Chemnitz zurück.
~e~) _Zschopau_ -- _Bodemerkanzel_ -- _~Via mala~_ -- _Wilischthal_ (1¼
Std.) -- _Scharfenstein_ (¾ Std.)
Wanderzeit: 2 Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Zschopau. Hierher von Chemnitz
direkt mit der Bahn, oder nach Wandervorschlag 21 ~d~.
Aus dem Bahnhof tretend nach rechts bis zur Zschopaubrücke. Jenseits
derselben links die Stufen hinab. Unser Weg ist blau-weiß markiert. Die
Thumer Straße aufwärts, am Restaurant Grüne Aue vorbei. Zu Scheunen.
An der letzten Wegteilung: links abwärts zum Bache und hier, vor dem
Steinbruch, links hinauf. Wir gelangen an den Wald. Halblinks den
Fußweg weiter, der uns nach wenigen Minuten zur _Bodemerkanzel_ führt.
Felsvorsprung mit Ruhebank und Inschrifttafel, die den
wonnevollen Eindrücken des Ortes Ausdruck verleiht. Wir stehen
an einem der schönsten Punkte des ganzen Tales, das sich in
voller Schönheit dem Auge darbietet. Unter uns das Wehr der
Bodemerschen Spinnerei, gegenüber das Tischautal, rechts
der Ziegenrück, Schloß Scharfenstein, sowie die Kuppe des
Pöhlberges. Links der Zschopenberg mit der Bismarckhöhe.
Von der Kanzel unsern Weg bis zum Waldende zurück und links an
demselben hin bis zum Fußweg. Auf diesem links im Walde abwärts. Immer
gerade hinunter. Herrliche Wanderung bis zu den Felswänden der _~Via
mala~_. Weiter auf den Talweg hinab und auf diesem am Flusse aufwärts
nach _Wilischthal_.
Ortsteil von Zschopau, 340 ~m~ hoch gelegen, mit großer
Papierfabrik. Kopfstation der Linie Ehrenfriedersdorf--Thum.
Rechts, steil über dem Tal, der Affenstein, an der
Flaggenstange kenntlich.
Von der Station hinauf auf die Talstraße und auf dieser nach rechts.
Wegteilung: links ab, dem Wegweiser »Weg zur Schloßbrauerei« folgen.
Dieser Weg, die sogenannte Alte Scharfensteiner Straße, geht mit der
neuen Talstraße ein Stück parallel. Nach einer knappen halben Stunde
scharfe Biegung nach links. Einzelne Häuser von Scharfenstein. Den Bach
überschreiten, dann rechts weiter. Hinan zum _Schloß Scharfenstein_.
Auf stolzer Bergeshöhe gelegen, ein malerisches Bild. Durch
ein Portal, aus dem Anfang des 17. Jahrhunderts, mit den
Wappen derer von Einsiedel und von Ponikau verziert. Schloßhof
mit dem 17 ~m~ hohen und 8,5 ~m~ dicken Bergfried. Weitere
Besichtigung ist nicht gestattet. Die Burg gehörte im 12. und
13. Jahrhundert den Herren von Waldenburg und Wolkenstein und
war eine berüchtigte Raubritterburg. 1312 wurde sie deshalb
zerstört und gelangte im 15. Jahrhundert, neu aufgebaut, in den
Besitz der Familie von Einsiedel.
Das Dorf Scharfenstein zählt gegen 950 Einwohner und liegt
354 ~m~ hoch. Als Sommerfrische gern aufgesucht. Große
Spinnerei von Lechla, zu den ältesten in Sachsen gehörig.
Scharfenstein ist der Geburtsort des bekannten Wildschützen
Karl Stülpner, der am 30. September 1762 hier geboren ward. Von
allen gefürchtet, aber wegen seiner Gutherzigkeit auch geliebt.
Seine Streifzüge unternahm er bis weit hinein ins Böhmerland.
Seine Taten wurden mit dem Nimbus der Romantik umkleidet und
gaben Stoff zu zahlreichen Erzählungen und Theaterstücken. Er
starb am 24. September 1841 in Scharfenstein.
Scharfenstein ist Station der Linie Chemnitz--Annaberg.
Mit der Bahn nach Chemnitz zurück.
~f~) _Zschopau_ -- _Ziegenrück_ -- _Scharfensteiner Kanzel_ --
_Scharfenstein_.
Wanderzeit: 1½ Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Zschopau. Hierher mit der Bahn oder
wie unter 21 ~d~.
Eine sehr lohnende Waldwanderung. Wegbezeichnung weiß-rot-weiß. Auf der
Scharfensteiner Straße über die Bahn. Beim Walde den Fahrweg halblinks
aufwärts. Nach knapp 3 Minuten geht ein Fußweg links ab, den wir nicht
benutzen. Von rechts mündet ein Fahr-, von links ein Fußweg in unsern
Weg. Nach ungefähr 20 Schritten halbrechts den breiteren Fußweg. Von
unserm Wege kann man nach rechts einen Abstecher zu Mosens Ruhe machen,
um die schöne Aussicht zu genießen. Links folgen Forstabteilungen 13,
14, 15, rechts 23, 22, 21. Nach Besteigen der Höhe sind wir auf dem
vorderen Ziegenrück angekommen, der mit schönem Buchenwald bedeckt
ist. Wir wandern auf einem Bergrücken. Rechts das Zschopautal, links
das Hohndorfer Tal. Am Ende des Buchenwaldes teilt sich der Weg. Wir
gehen in derselben Richtung weiter. Unser Weg führt durch Nadelwald
und steigt etwas an. Wir gelangen zu einer Ruhebank, von der aus man
einen hübschen Blick ins Wilischtal mit dem Geiersberg im Hintergrunde
genießt. Mehrfache Wegteilung: In der alten Richtung am Buchenwalde
steil hinab. Wegteilung: Geradeaus. Es folgen die Abteilungsnummern
18/17. Kurz darnach zum höchsten Punkte unserer Wanderung, dem 535 m
hohen _hinteren Ziegenrück_.
Immer in unserer Richtung weiter, ohne links und rechts abzugehen. An
einem alten Grenzstein vorüber, zum Waldrande. Hübscher Gebirgsblick
auf die Dreibrüderhöhe mit Turm, den Hirtstein. Am Waldrande hin,
dann über Feld und dann rechts abwärts wieder in den Wald. Achtung!
Nach ca. 300 Schritten rechts einen empfehlenswerten Abstecher auf
die _Scharfensteiner Kanzel_ unternehmen. Von dieser Felsklippe ein
ganz großartiger Blick auf den Zschopaufluß. Zurück zu unserm Wege
und nun hinab zum _Kessel_, ein Talgrund, in dem zwei Waldbäche
zusammenfließen. Rechts die Brücke überschreiten und am Bache
abwärts bis zur Schloßbrauerei. Von hier links aufwärts zum Schloß
Scharfenstein. Siehe Seite 165.
Mit der Bahn nach Chemnitz zurück.
~g~) _Scharfenstein_ -- _Hopfgarten_ (¾ Std.) -- _Warmbad_ --
_Wolkensteiner Schweiz_ -- _Wolkenstein_ (2 Std.).
Wanderzeit: 2¾ Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Scharfenstein. Hierher mit der Bahn
oder wie unter 21 ~e~ und ~f~. Über Scharfenstein siehe
Seite 165.
Vom Bahnhof aus rechts. Über die Zschopaubrücke. Hernach geradeaus.
Wegteilung: links im Tale weiter, dem Wegweiser: »Hopfgarten« folgen.
Bald wieder eine Wegteilung: links, dem breiten Wege nach. Das Tal ist
anfangs breit, später treten die Talwände mehr zusammen. Der Rückblick
auf Scharfenstein ist sehr anmutig. Wir gelangen nach _Hopfgarten_.
Dorf mit 360 Einwohnern, an beiden Ufern der Zschopau gelegen.
Nun über die Holzbrücke aufs jenseitige Zschopauufer. Sofort rechts
weiter an der Bahn hin. Unter der Bahn weg, in südöstlicher Richtung
hinauf in den Wald und nach _Warmbad-Wolkenstein_.
Die wärmste Heilquelle Sachsens, 29° ~C~. Zur Unterbringung der
Badegäste dienen eine größere Anzahl an Baulichkeiten. An der
Quellenfassung ein Altarbild mit der Jahreszahl 1385. Das Bad
hieß in alten Zeiten »Das Warme Bad zu unsern lieben Frauen
auf dem Sande«. Jedenfalls war hier ein Wallfahrtsort. Von den
sächsischen Fürsten wurde die Quelle gern aufgesucht.
Nun durch den Hüttengrund abwärts bis zum Wegweiser »_Wolkensteiner
Schweiz_«. Der Weg zeigt blau-weiße Markierung. Steil empor, zuletzt
auf die Leiter zur _Viehtriffthöhe_ mit schöner Aussicht. Weiter zur
_Himmelsleiter_ mit Unterstandshütte. Nun zum _Echoplatz_, auf der Höhe
gelegen. Dabei einen Abstecher zur Brückenklippe, mit hervorragend
schönem Talblick. Nun zum Felsentor und aus dem Walde heraus. Zur
Straße und links zum Bahnhof _Wolkenstein_.
Stadt mit 2400 Einwohnern, Bahnhof 391, Stadt 470 ~m~ hoch
gelegen. Posamentenindustrie.
Zur Stadt (¼ Std.) geht man an Hotel Stadt Dresden vorbei. Dort den
Stadtberg empor, wobei man den Haganlagen einen Besuch abstatten kann.
Das Schloß Wolkenstein, im 13. Jahrhundert Besitz der
Waldenburger, fiel an das sächsische Fürstenhaus und wurde,
namentlich im 16. und 17. Jahrhundert, öfters von den Fürsten
bewohnt.
Wolkenstein ist Station der Linie Chemnitz--Annaberg und
Kopfstation der Preßnitztalbahn Wolkenstein--Jöhstadt.
Mit der Bahn nach Chemnitz zurück.
~h~) _Dittersdorf_ -- _Weißbach_ (½ Std.) -- _Wilischthal_ (1 Std.) --
_Scharfenstein_ (¾ Std.) -- _Wolkenstein_ (2¾ Std.)
Wanderzeit: 5 Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Dittersdorf. Linie:
Chemnitz--Aue--Adorf.
Nach Verlassen des Bahnhofs über das Geleise und zur Straße. Diese nach
rechts. Bei der Straßenteilung in der alten Richtung bleiben. Bis zu
Stöckels Gasthaus. Straßenteilung: rechts weiter. Nach _Weißbach_.
Langausgedehntes Dorf mit 1600 Einwohnern.
Vom Gasthof zur Linde links im Dorfe abwärts. Am Rittergut vorüber.
Straßenteilung: weiter im Dorfe in derselben Richtung abwärts. An
Kirche und Schule, sowie Gasthaus Lehngericht vorbei. Zum Gasthof
Mittel-Weißbach. Hier geradefort gehen. Am Gasthaus Wettin vorbei.
Beim Ausgang des Dorfes Wegteilung: in der alten Richtung weiter. Wir
gelangen ins Wilischtal zur Papierfabrik mit Einkehrgelegenheit. Nun
an der Wilisch weiter bis zur Mündung in die Zschopau. Dort über die
Zschopaubrücke zum Bahnhof _Wilischthal_.
Weiterwanderung unter 21 ~e~ bis Scharfenstein, dann unter 21 ~g~ bis
Wolkenstein.
Mit der Bahn nach Chemnitz zurück.
22. Durch das Preßnitztal zum Haßberg, Kupferhübel, Herrgottstuhl und
Keilberg.
Eine außerordentlich lohnende Wanderung für rüstige Fußgänger,
die von Chemnitz aus in 2 Tagen auszuführen ist. Ein Stück wird
das liebliche Preßnitztal durchgangen, dann berührt man die
wilde Gegend des Haßberges, genießt von einem der schönsten
Aussichtspunkte des ganzen Gebirges -- dem Kupferhübel --
eine prachtvolle Aussicht, steigt dann in das schöne Egertal
hinab, besteigt den wenig begangenen Herrgottstuhl und nimmt
einen alpinen Aufstieg zum Keilberg. Am 2. Tag bricht man
möglichst zeitig in Pürstein auf, um rechtzeitig den Abendzug
in Oberwiesenthal zu erreichen.
1. Tag: _Steinbach_ -- _Schmalzgrube_ (¾ Std.) -- _Christophhammer_ (¾
Std.) -- _Haßberg_ (1¼ Std.) -- _Preßnitz_ (1 Std.) -- _Kupferberg_ (1¼
Std.) -- _Kupferhübel_ (½ Std.) -- _Kleintal-Pürstein_ (2 Std.).
2. Tag: _Okenau_ (1 Std.) -- _Herrgottstuhl_ (1¼ Std.) -- _Krondorf_
-- _Hauenstein-Warta_ (1 Std.) -- _Hüttmesgrün_ -- _Hauensteiner
Forsthaus_ -- _Hofberg_ -- _Keilberg_ (4½ Std.) -- _Oberwiesenthal_ (1
Std.).
1. Tag.
Wanderzeit: 7½ Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Steinbach. Linie
Wolkenstein--Jöhstadt.
_Steinbach_, Dorf mit 1100 Einwohnern. Über die Bahn und am linken Ufer
der Preßnitz bis zur Brücke, weiter auf dem rechten Ufer am Flusse hin
bis zur Straße. Auf dieser nach _Schmalzgrube_. Dorf am Zusammenfluß
des Schwarzwassers und der Preßnitz, als Sommerfrische stark besucht.
Bis zum Gasthof Lorenzmühle. Dann über die Preßnitz und die linke
Straße gehen. Wir überschreiten die Grenze, gehen an einer Sägemühle
vorbei nach _Christophhammer_.
Böhmisches Grenzdorf mit 750 Einwohnern, 659 ~m~ hoch gelegen.
Es empfiehlt sich nun, zum Haßberg einen Führer mitzunehmen, da der
Besitzer, Graf Buquoi das Betreten des Waldes und das Anlegen jeglicher
Markierungen verbietet. Man wandert auf der Preßnitzer Straße bis zur
Brettmühle. Hier links ab zum Forsthaus. Von hier den breiten Fußweg
in nördlicher Richtung bis zur 2. Schneise, die rechts zur Höhe führt.
Auf dieser Schneise ca. 10 Minuten, dann rechts auf einen Fußpfad, der
sich zum Gipfel des _Haßberges_ emporschlängelt.
990 ~m~ hoch. Er besteht aus Leucitbasalt und ist fast ganz
bewachsen. Aussicht bietet er am besten noch von der nach
Christophhammer gelegenen Seite. Im Osten Sebastiansberg,
dahinter das böhmische Mittelgebirge. Südosten: Preßnitz,
Kupferhübel, Kupferberg, dahinter das Duppauer Gebirge. Rechts
vom Kupferberg: Schmiedeberg, Keil- und Fichtelberg, entfernter
rechts der Auersberg. Im Westen: Bärenstein und Scheibenberg,
rechts davon der Pöhlberg.
Den Abstieg nimmt man ohne Führer am besten auf dem Herwege bis zur
Brettmühle zurück, dann die Preßnitzer Straße weiter, am Mauthäusel
(Gasthaus) vorüber nach Preßnitz.
Man kann auch den mühsamen Weg vom Haßberggipfel auf der Südwestseite
durch das Steingeröll auf die Forststraße nehmen und den Kammzeichen
folgend am Forsthaus vorüber nach _Preßnitz_ wandern.
_Preßnitz_, Stadt mit 4000 Einwohnern, 721 ~m~ hoch gelegen,
früher freie Bergstadt. Eine echte Musikantenstadt. Scharen
von Musikern und Musikerinnen gehen alljährlich in die Welt
hinaus, bis nach der Türkei, Nordafrika und Amerika. Die
Hauptinstrumente sind Guitarre, Harfe, Violine und Cello. Ignaz
Walter 1776--92 Bürgermeister von Preßnitz ist der Begründer
des Preßnitzer Musikantenwesens. Er selbst war Harfenist und
führt den volkstümlichen Beinamen »König David«.
Nun an der Stadtkirche vorbei links zur Landstraße. Auf dieser am
Friedhof _rechts_ vorbei bis zur Brücke. Hier rechts den Fußweg ab.
Dieser kreuzt mehrere Feldwege, geht an drei einzelstehenden Kreuzen
vorbei. Immer in der Richtung bleiben. An einzelnen Häusern von
Köstlwald vorüber. Über die Höhe. Hinter dem Bahnwärterhaus die Bahn
überschreiten, rechts weiter zur Stadt _Kupferberg_.
Städtchen mit 1200 Einwohnern, 841 ~m~ hoch am Südabhang
des Erzgebirges gelegen. Einst ergiebiger Kupferbergbau.
Der Mariahilfstollen am Kupferhübel kann wegen seiner
Malachitbildungen gegen Eintrittsgeld besichtigt werden. ¼
Stunde nördlich der Stadt der _Kupferhübel_, 908 ~m~ hoch, der
eine der schönsten Aussichten des Erzgebirgskammes bietet.
Der Gipfel trägt ein Gasthaus, sowie die Mariahilf-Kapelle.
Die Aussicht ist prächtig. Nordosten: der Haßberg. Norden:
Preßnitzer Spitzberg. Nordwesten: Dorf Schmiedeberg. Westen:
Im Vordergrunde Oberhals, dahinter der Gottesgaber Spitzberg,
rechts davon der Keilberg, weiter rechts der Fichtelberg, das
einzelne Haus an seinem Westabhang ist das Neue Haus, links
vom Keilberg der Hauenstein. Im Süden und Osten überschauen
wir einen großen Teil des Egertales. Jenseits davon die Ruine
Engelhaus. Weiter das Mittel-, Lysen- und Duppauer Gebirge.
Im Osten: den Milleschauer. Im Südosten: Kaaden a. d. Eger,
etwas links davon Saaz. In dieser Richtung soll man bei
günstigem Wetter die Weißen Berge bei Prag erblicken. Im Süden:
Kupferberg, über dem Kirchturm gerade hinaus Ruine Egerburg.
Rechts davon der Lysenkamm. Vor diesem die Ruine Schönburg,
etwas rechts davon im Hintergrunde der Oedschloßberg bei Duppau.
Wir wandern von der Südecke des Städtchens weiter, schneiden die
Straßenwindungen ab und gelangen zur Sphinx, einem Felsgebilde. Nun
auf alpinen Steigen bei herrlicher Aussicht hinab nach _Steingrün_ und
_Kleinthal_, Ortschaften, deren Häuser weit verstreut sind. Dann am
Bühlbache weiter hinab nach _Pürstein_.
Dorf am Fuße des Himmelsberges, 351 ~m~ hoch gelegen. Oberhalb
davon die spärlichen Überreste der Burg Pürstein. Gelegenheit
zum Übernachten haben wir in den Gasthäusern Schloßberg, Stadt
Wien, Eisenhammer.
2. Tag.
Weiter abwärts zur Station Pürstein und auf der Straße nach _Okenau_.
Nun das »Kunststräßel« aufwärts zum Hegerhaus, wo man der Sicherheit
wegen noch einmal Wegerkundigungen einziehen kann. Nun nach rechts.
Ca. 150 ~m~ dahinter links an einer alten Buche vorbei, steil zur Höhe
hinauf. Von der Felsbastei, einem natürlichen Felsstuhl, aus herrliche
Aussicht ins Egertal.
Im Nordwesten unter uns das Dorf Wotsch. Im Westen der Keilberg
mit Turm, davor etwas rechts die Wirbelsteine. Im Nordosten:
Ruine Schömburg. Im Norden: Okenau, dahinter Pürstein. Weiter
hinaus der Kupferhübel. Im Westen: der Himmelstein.
Wir wandern nun auf bezeichnetem Wege westlich zu einem Jagdunterstand,
daneben ein Hochsitz. Dann in Windungen auf schmalem Fußweg hinab nach
_Krondorf-Sauerbrunn_.
400 ~m~ hoch gelegen. Hübsche Anlagen und Promenaden.
Kurrestaurant und Quellenhaus.
Nun hinab zur Station _Hauenstein-Warta_. Das Dorf Warta liegt am
jenseitigen Ufer der Eger, die wir überschreiten. (Brückengeld!)
Nun links durch das Dorf, die Fahrstraße weiter. Über eine Steinbrücke.
Dahinter rechts ab, dem Wegweiser folgend nach Dorf _Hauenstein_.
Malerisch liegt dabei auf einem Basaltfelsen das dem Grafen Buquoi
gehörige Schloß.
Beim 1. Hause von Hauenstein halblinks hinauf zur breiten Fahrstraße.
Auf dieser rechts weiter nach _Hüttmesgrün_. Vom Gasthause aus kürzen
wir auf einem steilen Fußwege die Straßenbogen. Steil hinauf zum
_Hauensteiner Forsthaus_, (volkstümlicher Name Reitförster). Der
Rückblick ist überwältigend schön. Am Forsthaus vorbei und auf der
Straße weiter wandern. Links die Felsklippen sind die 1094 ~m~ hohen
Wirbelsteine. Die Waldstraße bringt uns zum _Mauthaus_ (Wirtshaus),
an der Kaiserstraße nach Kupferberg gelegen. Mit dieser dann zum
Gasthaus _Hofberg_. Dahinter links hinauf in ½ Stunde zum Gipfel des
_Keilberges_.
Über den Keilberg und die Abstiege von demselben siehe auch Wanderung
24.
Nach Oberwiesenthal auf rot-weiß bezeichnetem Fußwege. Die Kaiserstraße
überschreitend zum Gasthaus Waldschlössel. Zum Waldrand und dann
zum Grenzbach hinab. Dann wieder bergan zu Stadt und Bahnhof
_Oberwiesenthal_.
Mit der Bahn nach Chemnitz zurück.
23. Nach Annaberg, dem Pöhlberg und Bärenstein oder Scheibenberg.
Neben den landschaftlichen Schönheiten bringt diese Wanderung
allerlei historisch und volkstümlich Wertvolles. Auf Schritt
und Tritt begegnet man Zeugen der einstigen Bergherrlichkeit.
Der Silberreichtum ist dahin, aber Annaberg hat seinen Ruf
als Hauptstadt des oberen Erzgebirges zu wahren gewußt.
Gern besucht der Wanderer die prächtige und geistig regsame
Bergstadt. Ehrwürdige Vergangenheit und vorwärtsstrebende
Gegenwart reichen sich hier die Hand. Schon die Bahnfahrt durch
das schöne Zschopautal ist genußreich. Wir verlassen die Bahn
in Schönfeld. Die Wanderungen sind wenig anstrengend und bequem
an einem Tage zu erledigen.
~a~) _Bahnhof Schönfeld_ -- _Markus Röhling_ -- _Käthchenstein_ --
_Schreckenberg_ -- _Frohnauer Hammer_ -- _Annaberg_ -- _Pöhlberg_.
Wanderzeit: ca. 3 Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Schönfeld. Linie Chemnitz--Annaberg.
Vom Bahnhof rechts hinauf zum Restaurant Erholung. Nun rechts hinab
ins Tal. Unterhalb des Bahnhofes mündet die Sehma in die Zschopau. Nun
im Sehmatale links aufwärts bei der Fabrik Neudeck, den rot-weißen
Marken nach. Der Weg teilt sich. Rechts den gelb-weiß-gelben Marken
nach, hinauf nach _Markus-Röhling_, einem verlassenen Silberbergwerk
in idyllischer Lage mit einfacher Restauration. Nach Verlassen des
Gasthauses den gelb-weiß-gelben Marken folgend am Käthchenstein, einem
sagenumwobenen Felsen, vorüber nach dem _Schreckenberg_.
666 ~m~ hoch, mit einer künstlichen Ruine, von deren Turm aus
man einen ganz prächtigen Blick besonders auf Annaberg und den
Pöhlberg genießen kann.
Nun hinab auf steilem Wege zum _Frohnauer Hammer_.
Dieser älteste Profanbau der ganzen Gegend aus dem Jahre 1470
besitzt noch alle uralten Einrichtungen seines Betriebes.
Der Hammer ruht zwar, aber seine Einrichtung bleibt durch
den Hammerbund erhalten. Der ehemalige Besitzer Martin
erklärt das Werk. Das Herrenhaus stammt aus dem Jahre 1697
und birgt im Erdgeschoß eine erzgebirgische Schankstube,
während im Obergeschoß ein kleines Museum untergebracht ist,
dessen Hauptsehenswürdigkeit eine meisterlich geschnitzte
Weihnachts-Krippe vom Oberwiesenthaler Holzschnitzer Hertelt
bildet.
Wir gehen, aus dem Gasthaus tretend, links weiter. Rechts über die
Sehmabrücke, an der alten Herrenmühle, dem jetzigen Elektrizitätswerk
vorbei, unter der Bahn hindurch, den Frohnauer Kirchsteg, die Frohnauer
Gasse hinauf, rechts zur Bergkirche und zum Markt von _Annaberg_.
Die Hauptstadt des Obererzgebirges gehört zu den schönsten
Städten Sachsens. Am Abhange des Pöhlberges, 602 ~m~ hoch
gelegen mit ca. 20000 Einwohnern. Als Mittelpunkt der
erzgebirgischen Posamentenindustrie gilt die Stadt als
Hauptplatz für diesen Industriezweig neben Paris.
Die Stadt verdankt ihre Entstehung den reichen Erzfunden,
die Herzog Georg den Bärtigen 1496 zur Gründung der Stadt
veranlaßten. Ursprünglich »Neustadt am Schreckenberg« genannt,
verlieh ihr Kaiser Maximilian im Jahre 1501 Wappen und den
jetzigen Namen. Zu Ehren der Schutzheiligen erbaute man 1499
bis 1525 die herrliche St. Annenkirche. Die Glanzperiode des
Silberbergbaues fällt in das 16. Jahrhundert. Die in der
Annaberger Münze geprägten Engelsgroschen oder Schreckenberger
genossen wegen ihres hohen Silbergehaltes allgemeine
Wertschätzung. Der Ruf der Stadt zeigt sich in dem ehemals
bekannten Worte: »Bist ein reicher Annaberger, hast den Sack
voll Schreckenberger«. Beim Niedergang des Silberbergbaues
entwickelte sich die Band- und Bortenwirkerei, verbunden
mit der von Barbara Uttmann eingeführten Spitzenklöppelei,
und erhielt der Stadt ihre Bedeutung. Aus diesen Anfängen
entstand die heutige Posamentenindustrie, der sich noch andere
Industriezweige, die meist dem Luxus dienen, anschlossen.
So ward die Stadt mit den engverbundenen Nachbargemeinden
Buchholz und Sehma zur führenden Fabrikstadt des Erzgebirges.
Eine Reihe bedeutender Namen sind mit Annaberg verknüpft.
Der Rechenmeister Adam Ries lebte 1515--1559 hier als
Bergschreiber; Barbara Uttmann, die Wohltäterin des Erzgebirges
ward 1514 hier geboren und starb 1575. Christian Friedrich
Weiße, der Freund Lessings, als Kinderfreund bekannt und
geliebt, ward 1726 hier geboren. Der unter dem Namen Peter Gast
bekannt gewordene Komponist und Philosoph wurde als Heinrich
Köselitz 1854 in Annaberg geboren und starb 1918 in seiner
Vaterstadt. Er war der Freund und Deuter Friedrich Nietzsches
und nach dessem Tode Hauptmitarbeiter am Nietzsche-Archiv zu
Weimar.
Wir besuchen in Annaberg die Hauptkirche, das Erzgebirgsmuseum
und den Friedhof.
Auf dem Markte das Bronzedenkmal der Barbara Uttmann von R.
Henze. Nun durch die Große Kirchgasse zum Erzgebirgsmuseum,
gegenüber der Hauptkirche, Haus Nr. 16. Es gliedert sich in
kulturhistorische und touristische Abteilung. Die erstere
enthält geschichtliche, kunstgewerbliche und volkskundliche
Altertümer erzgebirgischer Bodenständigkeit, z. B. Kirchen-,
Haus- und Zunftgeräte, Waffen, Münzen, Kleidungs- und
Schmuckstücke, Bücher, Karten, Handschriften und Bilder.
Erzeugnisse der erzgebirgischen Industrie, wie Klöppeleien,
Chenille- und Seidenwirkwaren, keramische Erzeugnisse, Zinn,
Schnitzwerke, Weihnachtskrippen u. a. m. In der touristischen
Abteilung finden sich Bilder, Karten, Führer und Pläne,
Erzgebirgsliteratur, Darstellung des Erwerbslebens einzelner
Gegenden usw.
Die Hauptkirche kann man nach Anmeldung beim Kirchner, wohnhaft
Kleine Kirchgasse 23, besichtigen. Sie ist eine der schönsten
Kirchen Sachsens und inbezug auf Reichtum an Kunstdenkmälern
aus katholischer Zeit wohl die interessanteste. Der Bau ist
eine dreischiffige Hallenkirche mit Querschiff, der Turm ist
76 ~m~ hoch. Zwölf achtseitige Pfeiler tragen das Gewölbe.
Überaus groß ist die Fülle von prächtigen Skulpturen, Altären,
Fenstergemälden usw. Das Lebensalter des Mannes und der Frau
ist in köstlich naiven Reliefdarstellungen an den Emporen
angebracht. (Siehe die Schwindschen Bilder in der Wartburg.)
Der Hauptaltar ist 1522 vom Augsburger Meister Adolf Dowher
geschaffen worden. Großartige Orgel.
Nach Besichtigung der Kirche geht man durch die Kirchgasse
wieder zum Markt zurück und durch die Wolkensteiner Straße
zum Friedhof, hinter der Trinitatiskirche gelegen. Von der
Kanzel an der Außenseite der Kirche wird zum Trinitatissonntage
gepredigt. Daran schließt sich das bekannte Volksfest, die
Käth, die in diesem Jahre ihr 400jähriges Bestehen feiern
konnte. In der Nähe der Kirche befindet sich das Grabdenkmal
der Barbara Uttmann. In unmittelbarer Nähe davon die berühmte
Linde, die mit ihren seltsam geformten Ästen von 23 steinernen
Pfeilern gestützt wird. Der Sage nach ward sie verkehrt
gepflanzt. An den Friedhofsmauern alte Familiengrüfte und
Grabsteine.
Vom Friedhof zurück bis zum Ende der Wolkensteiner Straße, dann links
die Lindenstraße am alten Seminar aufwärts zum Schutzteich (rechts).
Nun links die Pöhlbergstraße hinan. Beim Aufstieg fortwährend schöne
Blicke auf den Gebirgskamm. Beim Steinbruch teilt sich der Weg. Rechts
führt die direkte Straße an der »Sandgrube« vorüber zum Pöhlbergturm.
Lohnender ist aber der Rundgang um den Berg. Er zweigt nach dem
Steinbruch bei der Orientierungstafel rechts von der Straße ab. Es
folgen mehrere Tafeln, die die Aussicht erklären. Bemerkenswert sind
die sogenannten »Butterfässer«, 6--10 ~m~ lange aufrechtstehende
Basaltsäulen. Hier den Weg hinauf zum Plateau des _Pöhlberges_.
833 ~m~ hoch. Basaltberg. 29 ~m~ hoher Aussichtsturm
und Berggasthaus. Die Aussicht ist hervorragend. Eine
Orientierungstafel auf dem Turm gibt alle sichtbaren Punkte an.
Vom Berg nach der Stadt zurück und mit der Bahn nach Chemnitz.
~b~) _Pöhlberg_ -- _Floßgraben_ -- _Morgensonne_ -- _Dorf Bärenstein_
(2 Std.) -- _Bärenstein_ (40 Min.) -- _Cranzahl_ (1¼ Std.)
Wanderzeit: Reichlich 4 Std.
Ausgangspunkt: Pöhlberg.
Die Pöhlbergstraße abwärts bis zur Sandwäsche. Dann den sogenannten
Floßgraben entlang. Dieser ist von dem Annaberger Markscheider Georg
Oehder angelegt worden, um das Holz aus dem oberen Pöhlatale nach
Annaberg zu bringen. Hinter Kleinrückerswalde (Ortsteil von Annaberg)
Weg zur Bärensteiner Straße und zur _Morgensonne_. (Gasthaus.) Dann
die Straße weiter nach _Bärenstein_.
Marktflecken mit 4400 Einwohnern, 707 ~m~ hoch am Fuße des
Bärensteins gelegen. Rege Industrie, besonders Posamenten.
Hängt unmittelbar mit der böhmischen Grenzstadt Weipert
zusammen.
Von der Annaberger Straße wenden wir uns bei der Schule in die
Fichtnergasse. Diese führt beim Hochbehälter auf die neue Bergstraße.
Diese windet sich empor zum Wald und zum Gipfel des _Bärensteins_.
898 ~m~ hoch. Nephelinbasaltkuppe. 1913 ward der 30 ~m~ hohe
Aussichtsturm errichtet. Hübsches Unterkunftshaus. Sehr schöne
Aussicht, besonders auf den Kamm. Reizend ist auch der Blick
auf die nähere Umgebung.
Wir folgen nun den blau-roten Marken hinab zum großen Teil durch
schönen Wald nach Bahnhof _Cranzahl_.
Dorf mit 2500 Einwohnern, 654 ~m~ hoch gelegen.
Posamentenindustrie und Sägewerke. Station der Linie
Weipert--Annaberg--Chemnitz.
Rückfahrt nach Chemnitz.
~c~) _Pöhlberg_ -- _Königswalde_ -- _Pöhlatal_ -- _Bärenstein_.
Wanderzeit: 2½ Std.
Ausgangspunkt: _Pöhlberg_.
Vom Pöhlberg die Pöhlbergstraße hinab bis zur Sandwäsche. Dann am
Floßgraben hin. In der Nähe des Galgenberges (mit Turm) auf den von
Annaberg kommenden breiten Königswalder Marktsteig. Auf diesem links
weiter, endlich hinab nach _Königswalde_.
Dorf mit 2900 Einwohnern in hübscher Tallage.
Am Gasthof Amtsgericht vorüber, über die Pöhlabrücke. Nach rechts. Am
Gasthof Ratsgericht vorbei. Hinter Stein 3,00 teilt sich die Straße.
Rechts die bequeme Talstraße im schönen Pöhlatal weiter. Wegbezeichnung
blau-weiß-blau. Nach ca. 1 Stunde zum Blechhammer mit Restaurant. Immer
im Tale weiter, an der Gasanstalt vorbei. Unter der Bahn weg. Rechts
hinauf nach _Bärenstein_. Weiteres siehe Wanderung 23 ~b~. Wem der Weg
nach Cranzahl zu weit erscheint, geht vom Berg zurück nach Bahnhof
Bärenstein und fährt von hier über Annaberg nach Chemnitz zurück.
~d~) _Annaberg_ -- _Buchholz_ (½ Std.) -- _Schlettau_ (1 Std.) --
_Stadt Scheibenberg_ (¾ Std.) -- _Scheibenberg_ (½ Std.) -- _Bahnhof
Scheibenberg_ (40 Min.).
Wanderzeit: ca. 3½ Std.
Ausgangspunkt: Markt zu Annaberg.
Vom Markte durch die geschäftsreiche Buchholzer Straße. Links das
Denkmal Georgs des Bärtigen, des Gründers der Stadt. Die Kaiser
Wilhelm-Straße setzt die Buchholzer Straße fort. An ihr links das
Stadttheater. Später das Bismarckdenkmal. Rechts über die Brücke und
die Bismarckstraße weiter. Ohne Unterbrechung sind wir so nach Buchholz
gelangt. Nur die Sehma trennt die beiden Städte. (Eine Vereinigung
beider wird von vielen wohlmeinenden Seiten angestrebt.)
_Buchholz._ Stadt mit 11000 Einwohnern, 557 ~m~ (Rathaus) hoch
gelegen. Die Industrie erzeugt: Posamenten, Spitzen, Kartonagen.
Die Stadt wurde um einige Jahre später (1501) als Annaberg
von Friedrich dem Weisen gegründet. Eine frühere Ansiedelung
hieß bereits Buchholz. Der Name der neuen Stadt wurde St.
Katharinenberg im Buchenholz. Ursprünglich reiche Ausbeute an
Silber und Zinn. Als der Bergsegen erlosch, wandte man sich,
wie in Annaberg, der aufstrebenden Posamentenindustrie zu. Die
Kirche ist sehenswert. Auf dem Markt das Denkmal Friedrichs des
Weisen.
Wir gehen die Karlsbader Straße entlang bis zum Schluß. Rechts
der Friedhof mit Begräbniskapelle. Ca. 2 Minuten vom Ende der
Friedhofsmauer betreten wir die prächtigen Waldanlagen. Wir
durchschreiten sie. Die Scheibenberger Straße geht links neben uns her.
Auf einen freien Platz. Hier links auf die Straße und dieselbe rechts
weiter. Forsthaus (mit Gasthaus). Nach Verlassen des Waldes rechts das
Gasthaus Neu-Amerika. Endlich nach _Schlettau_.
Stadt mit 3700 Einwohnern, 584 ~m~ hoch gelegen im Talkessel
an der Zschopau. Die Industrie erzeugt: Posamenten,
landwirtschaftliche Maschinen, Leim, Knochenpräparate.
1367 war die Stadt im Besitz der Markgrafen von Meißen. Später
waren die Herren von Schönberg auf Hassenstein Besitzer. 1413
gehörte die Stadt dem Kloster Grünhain. Nach dem Hussitenkriege
wurde sie von Abt Nikolaus an Sigismund von Miltitz verpfändet.
1464 verbot Friedrich der Sanftmütige eine weitere Veräußerung.
Das Schloß war Wohnung des kurfürstlichen Forstmeisters. An der
östlichen Chorwand der Kirche befindet sich ein Mönchsgesicht,
das Wahrzeichen der Stadt.
Nun links über den Schloßplatz, die Buchholzer Straße weiter, über den
Markt und die Schwarzenberger Straße hinan. An Siegesdenkmal und Kirche
rechts vorbei. Links der Bahnhof. Die Geleise überschreiten und die
Ahornallee empor. So nach _Scheibenberg_.
Stadt mit 2700 Einwohnern, 625 ~m~ hoch am Fuße des
Scheibenberges gelegen. Die Stadt wurde 1522 durch Ernst und
Wolf von Scheibenberg als Bergstadt gegründet. Die Industrie
befaßt sich mit Posamenten, Darmsaiten, Korsetts, Zigarren.
Scheibenberg war der Wirkungsort des Pfarrers Christ. Lehmann,
des Verfassers des »Historischen Schauplatzes des oberen
Erzgebirges«, des zuverlässigsten älteren Quellenwerkes über
das Erzgebirge. Scheibenberg wird als Sommerfrische aufgesucht.
Vom Markte gehen wir zur Kirche hinauf. Von dieser links ab, geradeaus
durch die Pfarrgasse. Nun rechts nach dem Schießhause, welches rechts
liegen bleibt. Neben der Straße läuft ein Promenadenweg hinauf bis
zur Spitze. Hübsche Anlagen. Bei der Wegteilung rechts weiter.
Wegmarkierung ist blau-weiß bis zum Gipfel des _Scheibenberges_.
807 ~m~ hoch. Basaltberg. Turm und Berggasthaus. Die prächtige
Aussicht wird durch eine Orientierungstafel auf dem Turme
erläutert. Wegweiser führen zu einigen hübschen Punkten:
Waldfrieden, Schafpüschel, Zwergloch, Orgelpfeifen, Ostpanorama.
Vom Scheibenberg zurück zur Stadt und zu der 10 Minuten entfernten
Station.
Bahnfahrt über Zwönitz nach Chemnitz zurück.
24. Zum Fichtel- und Keilberg.
Das Kammgebiet des Erzgebirges wird von den Bergmassen des
Fichtel- und Keilberges beherrscht. Den Wanderer wird es immer
zu diesen Bergen ziehen, die neben ausgezeichneter Aussicht
frische Höhenluft und würzige Waldluft spenden. Durch die
Bauten des Erzgebirgsvereins veranlaßt, ist der Fichtelberg und
somit das ganze Gebiet der großen Touristenwelt aufgeschlossen
worden. Manches Ursprüngliche ging dadurch verloren, aber
der Wanderer braucht ja nicht auf den großen Heerstraßen zu
den Bergriesen zu ziehen, es gibt genug echte Wanderpfade.
Besonders von diesen sollen einige angeführt werden. Ein
Aufstieg zum Keilberg wurde schon unter Wandervorschlag 22
behandelt. Der Entfernung von Chemnitz wegen empfiehlt es sich,
am Vorabend der Wanderung zum Ausgangspunkt derselben zu reisen.
~a~) _Bärenstein_ -- _Kretscham-Rothensehma_ (1½ Std.) -- _Rotes
Vorwerk_ (1½ Std.) -- _Fichtelberg_ (½ Std.) -- _Neues Haus_ (½ Std.)
-- _Gottesgab_ (½ Std.) -- _Keilberg_ (1 Std.) -- _Oberwiesenthal_ (1
Std.).
Wanderzeit: 6½ Std.
Ausgangspunkt: Bärenstein. Station der Linie
Chemnitz--Annaberg--Weipert. Hierher mit der Bahn oder wie
unter 23 ~b~ und ~c~ beschrieben.
Vom Bahnhof bis zur Annaberger Straße. Auf dieser ein paar Schritte,
dann links an Häusern vorbei, über Felder zum Waldrand. An diesem nach
links auf einen Fahrweg bis zum Wegweiser »Neudorf« rechts, diesem in
den Wald folgen auf dem sogenannten Feuerturmweg. Diesen weitergehen.
Die Pasche-Straße überschreiten bis auf die breite Torfstraße.
Auf dieser wenige Schritte nach links. Dann auf dem weiß-rot-weiß
bezeichneten Wege über eine Waldwiese. Er führt auf eine Waldstraße.
Diese nach rechts zum Erlenheidenweg. Ein Prachtstück von einer Fichte
ist hier zu sehen. Nun den Zeichen nach bis zum Waldrand. An diesem
hin, über Feld nach _Kretscham-Rothensehma_.
Sommerfrische an der Bahn Cranzahl--Oberwiesenthal, 780 ~m~
hoch gelegen, hufeisenförmig von 800 ~m~ hohen Bergrücken
umgeben. Nach drei Seiten Wald.
Nun den weiß-rot-weiß bezeichneten Weg weiter. Auf der Straße weiter
bis zu dem Wege, der oberhalb der Haltestelle rechts in den Wald
geht. Immer im Walde aufwärts zum »Flügel«, den man ca. 20 Minuten
verfolgt und der schließlich in die Eisenstraße mündet, von der aus
man prächtige Blicke auf den Wald genießen kann. Die Eisenstraße umgeht
den Eisenberg, einen 1028 ~m~ hohen Nebengipfel des Fichtelberges. Sie
führt beim _Roten Vorwerk_ (schönes Berggasthaus 978 ~m~ hoch gelegen),
auf die Vierenstraße. Nun den steilen Fichtelbergsteig, 230 ~m~
Steigung überwindend, hinauf zum Gipfel des _Fichtelberges_.
Höchster Berg Sachsens, der Glimmerschieferformation
angehörend. Der früher kahle Gipfel wurde 1852--64 vom
Oberförster Starke aufgeforstet. Ein Denkstein in der Nähe
des Turmes erinnert daran. Großes Unterkunftshaus mit Turm,
vom sächsischen Erzgebirgsverein errichtet und unterhalten.
Der Chemnitzer wird besonders das hübsche Chemnitzer Zimmer
aufsuchen, das vom Zweigverein Chemnitz gestiftet wurde. Die
Aussicht vom Turm ist großartig! Zu Füßen Oberwiesenthal und
Böhmisch-Wiesenthal, dahinter die Wirbelsteine, vor diesen
Gasthaus Hofberg an der Kupferberger Straße. Dahinter am
Horizont das Lysengebirge. Über der Oberwiesenthaler Kirche
hinaus der Weiße Berg bei Prag, links davon Saaz, die Eger
und Kaaden. Über Böhmisch-Wiesenthal der kahle Kupferhübel.
Links davon weit entfernt die Hasenburg bei Lobositz und
der spitze Wostrey. Im Osten: Links von Böhmisch-Wiesenthal
Stolzenhain, dahinter der steile Borschen bei Bilin, links
davon der pyramidenförmige Milleschauer mit Turm, links davon
Jeschken und Lausche (nur bei sehr günstiger Aussicht zu
sehen). Im Nordosten: In der Nähe zu unseren Füßen das Rote
Vorwerk, dahinter am Horizont der Kahleberg bei Altenberg,
rechts davon etwas näher von links nach rechts: Haßberg,
Preßnitzer Spitzberg, Sebastiansberg. Weiter entfernt das
Mückentürmchen mit Turm. Im Norden: der breite Pöhlberg, rechts
davon Mildenau. In der Nähe Kretscham-Rothensehma. Dahinter die
Dreibrüderhöhe (an der Baumgruppe erkenntlich), rechts davon
die hohe Esse bei Halsbrücke, rechts in der Nähe Bärenstein,
dann im Tale Weipert. Dahinter am Horizont Schloß Frauenstein.
Rechts davon die Saydaer Kirche, dann der Schwartenberg,
links vom Pöhlberg die Augustusburg, links davon in der Nähe
Annaberg, davon links am Horizont der Beutenberg, weiter links
der Greifenstein (die Felsen ähneln einer Baumgruppe), davor
Walthers Höhe, dahinter am Horizont der Kolmberg, links davon
nahe der Scheibenberg, dahinter am Horizont der Rochlitzer
Berg. Im Süden: Keilberg mit Turm, rechts davon sehr weit
Rachel, Arber und Osser im bayrischen Wald. Rechts davon
am Horizonte: Siebenberge bei Hostau, Ohrenberg, Glaß- und
Tillenberg. Ganz nahe: Gottesgab. Rechts davon der Pleßberg mit
Turm, rechts am Horizont der Bahnhof von Eger. Südwestlich:
nahe der Gottesgaber Spitzberg, darüber der Ochsenkopf
im Fichtelgebirge. Rechts im Vordergrund der Peindlberg,
rechts davon der Schneeberg (Fichtelgebirge). Auf der Höhe
des Kammes in nächster Nähe Irrgang und Seifen (zerstreut
liegende Häuser). Rechts dahinter am Horizont: Der Waldstein
in Bayern. Westen: der Auersberg (Turm), links davon im Tale
Johanngeorgenstadt, darüber hinaus der Rammelsberg. Rechts vom
Auersberg der Kuhberg b. Schönheide, weiter rechts dann die
Morgenleite, rechts davon Turm des Gleesberg und Keilberg b.
Schneeberg, weiter der Spiegelwaldturm.
Wir folgen nun der Markierung weiß-rot ×. Der Weg (Prinzenweg) führt
auf dem Rücken des Fichtelberges hin. Dieser Weg bringt uns zum _Neuen
Haus_. Gasthaus an der Landstraße nach Gottesgab, 1092 ~m~ hoch gelegen.
Nun die Landstraße rechts ab bis nach _Gottesgab_.
Höchstgelegene Stadt (1028 ~m~) Mitteleuropas mit 2600
Einwohnern. Die Industrie erzeugt Spitzen, Seidenhandschuhe,
Kartonagen. Für Botaniker bietet das die Stadt umgebende
Hochmoor viel Interessantes. Gottesgab ist der Wohnsitz des
erzgebirgischen Volksdichters Anton Günther.
In Gottesgab nicht zu lange Rast halten, trotz des traulichen
Aufenthalts bei Oppl, Kranl usw.
Nun die Landstraße in östlicher Richtung zurück. Nach ca. 10 Minuten
teilt sich die Straße. Wir wandern rechts zu den _Sonnenwirbelhäusern_,
1155 ~m~ hoch gelegen, höchste Ansiedlung des böhmischen Erzgebirges.
Wir bleiben noch ca. 10 Minuten auf der Landstraße, der sogenannten
Kaiserstraße: dann rechts, einem Wegweiser folgend, auf der Fahrstraße
zum _Keilberg_.
1245 ~m~. Höchste Erhebung des Erzgebirges. Auf dem Gipfel
Berggasthaus mit Turm, Eigentum des Erzgebirgsvereins
Joachimsthal.
Die Aussicht ist großartig. In Norden: der Fichtelberg
mit Berghaus, rechts davon das Rote Vorwerk, darüber der
Greifenstein (Felsgruppe, einer Baumgruppe ähnelnd),
rechts davon der Beutenbergturm, rechts davon etwas näher
Annaberg, drüber Schloß Augustusburg, rechts davon der
Pöhlberg. Nordosten: rechts am Pöhlberg der Bärenstein,
darunter Dorf Bärenstein und Weipert, vor diesem tief im Tal:
Unterwiesenthal, darüber die Kirche von Jöhstadt, dahinter am
Horizonte die Halsbrücker Esse. Rechts von Jöhstadt Zöblitz,
davon rechts Sayda (Kirche), dahinter Schloß Frauenstein.
Vor diesem Bahnhof Reitzenhain. Rechts im Vordergrunde der
Preßnitzer Spitzberg und Haßberg, unter diesem etwas rechts
im Osten: Preßnitzer Kirche, davor der Kupferhübel mit
Kapelle. Links davon das Mückentürmchen, davon links der Hohe
Schneeberg. Rechts vom Kupferhübel am Horizont die Lausche,
daneben der Kletschen, darunter der Borschen bei Bilin.
Darüber der spitze Milleschauer, vor diesem tiefer der Brüxer
Schloßberg. Rechts vom Milleschauer der Jeschken. Im Südosten:
Ganz nahe die Wirbelsteine. Darüber hinaus die spitze Ruine
Schönburg bei Klösterle, dahinter Saaz und die Saazer Ebene.
Etwas rechts der Wirbelsteine am Horizont sehr undeutlich der
Weiße Berg bei Prag. Rechts der Ruine Schönburg der spitze
Egerberg. Weiter rechts hinten das Lysengebirge, dann der
Schwarzenberg. Rechts vom Lysengebirge der Herrgottstuhl,
rechts davon der Hengstberg. Im Süden: Der Pleßberg mit Turm
(sehr nahe), rechts davon am Horizont der Arber (Bayernwald).
Rechts vom Arber: Rachel und weiter rechts der Osser. Im
Vordergrund der Schwarzfels, dahinter die Eger, darüber die
Stefanienwarte bei Karlsbad. Weiter rechts im Mittelgrunde die
Kirche von Pfaffengrün, links darüber der Drei-Kreuzberg und
Aberg bei Karlsbad. Südwesten: Im Vordergrund etwas tiefer
der Hofer Berg bei Joachimsthal, dahinter am Horizont: der
Waldstein in Bayern. Nahe die Häuser von Hengstererben, darüber
der Rammelsberg, rechts davon der Plattenberg, rechts davon am
Horizont der Auersberg mit Turm. Vor diesem in der Nähe der
Gottesgaber Spitzberg. Rechts etwas unterhalb des Auersberges
der Kuhberg bei Schönheide, rechts davon die Morgenleite,
weiter rechts der Spiegelwaldturm, Elterlein, Zwönitzer Höhen
und wiederum im Norden der Fichtelbergturm.
Aus dem Keilberghaus tretend um die Ecke. Die Markierung bis
Oberwiesenthal ist weiß-rot ×. Zunächst hinunter zur Straße. Diese
überschreiten und den Marken nach bis zum Grenzbach bei der Knopfmühle.
Den Grenzbach überschreiten wir auf einem Holzstege und gehen dem Wege
nach, der an der Stirnseite der Mühle vorbeiführt. Er bringt uns nach
_Oberwiesenthal_.
Höchste Stadt Deutschlands (914 ~m~) mit 1900 Einwohnern.
Besuchte Sommerfrische. Bedeutender Wintersportplatz. Die
Industrie erzeugt: Posamenten, Handschuhe, Klöppeleien und
Kartonagen. 1527 wurde die Stadt gegründet. Silberbergbau. Auf
dem Markte eine kursächsische Postsäule von 1730. Beet mit
Alpen- und Erzgebirgspflanzen.
Wer die Absicht hat, in Oberwiesenthal oder auf dem
Fichtelberge zu übernachten, bestelle das Nachtlager, der
Überfüllung wegen, vorher. Endstation der Gebirgsbahn
Cranzahl--Oberwiesenthal.
Mit der Bahn über Cranzahl, Annaberg nach Chemnitz zurück.
~b~) _Weipert_ -- _Schlössel_ (1¾ Std.) -- _Lauxmühle_ -- _Hofberg_ --
_Keilberg_ (1½ Std.).
Wanderzeit: 3¼ Std.
Ausgangspunkt: Weipert. Hierher mit der Bahn
Chemnitz--Annaberg--Weipert.
_Weipert_ ist böhmische Grenzstadt mit 12000 Einwohnern,
713 ~m~ hoch gelegen. Industrie: Posamenten, Weberei, Wirkerei,
Färberei, Handschuhe, Strümpfe, Gewehre, Papier. Unmittelbar
damit verbunden der sächsische Marktflecken Bärenstein.
Vom Bahnhof zum Kaiser Josefs-Platz. Nun auf die Karlsbaderstraße,
zunächst an Häusern vorbei, dann durch Wald nach _Schlössel_. 5
Minuten davon die _Lauxmühle_, Sommerfrische und Vergnügungslokal.
Wir gehen nun von der Straße ab und benutzen den Fußweg, der an
der Mühle steil hinauf zum »Riegel« führt; dies ist der Bergrücken
zwischen Grenzbach und Stolzenhainer Bach. Auf der Höhe geradefort,
aus dem Walde heraus. Schöne Aussicht: Rechts Oberwiesenthal und
Fichtelberg, links Stolzenhain. In südöstlicher Richtung bis zu dem von
Böhmisch-Wiesenthal heraufkommenden Fahrweg. Auf diesem zum Gasthaus
Hofberg. Dahinter links den Weg von der Fahrstraße ab, den Kammzeichen
folgend, nach dem Keilberg. Weiteres siehe 24 ~a~.
~c~) _Cranzahl_ -- _Kretscham-Rothensehma_ (1½ Std.).
Mit der Bahn bis Cranzahl, Linie
Chemnitz--Annaberg--Weipert.
_Cranzahl._ Gewerbfleißiges Dorf mit 2500 Einwohnern, 654 ~m~
hoch gelegen. Posamentenindustrie.
Wir folgen den weiß-rot-weißen Marken. Vom Bahnhof links und gleich
links über die Bahn. Auf dem Triftweg hinauf zum Wald. In diesem
wandern wir bis zum Lampertsbach. Nun rechts auf der Torfstraße weiter
durch prächtigen Wald. Unser Weg vereinigt sich mit dem Frauenturmweg,
der von Bärenstein kommt. Dann den Markierungszeichen nach auf einem
Fußweg über eine Waldwiese mit prächtigen Buchen. Der Weg bringt uns
auf eine Waldstraße. Diese rechts weiter verfolgen zum Erlenheidenweg.
Mächtige Fichte. Nun zum Waldrand, an diesem hin, über Feld nach
Kretscham-Rothensehma.
Über diesen Punkt, sowie Weiterwanderung nach dem Fichtelberg siehe
Seite 183 u. f.
~d~) _Crottendorf_ -- _Joachimsthaler Straße_ -- _Reitsteig_ --
_Fichtelberg_.
Wanderzeit: 3¼ Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Obercrottendorf. Station der Linie
Schlettau--Obercrottendorf.
Hierher am Vorabend der Wanderung mit der Bahn über Annaberg. Nach
Belieben kann man auch in Annaberg übernachten und mit dem ersten
Frühzuge nach Obercrottendorf fahren.
Crottendorf, ein gewerbfleißiges Dorf mit 4800 Einwohnern,
650 ~m~ hoch am Oberlauf der Zschopau gelegen. Die Industrie
befaßt sich mit Posamentenerzeugung, Fabrikation von
Emaillierwaren, Zement- und Strumpfwaren. Im Jahre 1575
wurde hier Marmor entdeckt und ergiebig gebrochen. Er
fand z. B. Verwendung beim Rathaus zu Amsterdam, Gellert-
und Friedrich August-Denkmal in Leipzig, bei der Dresdner
Hofkirche und für das Königin Mathilden-Denkmal in Kopenhagen.
Die Marmorgewinnung ging infolge der Einführung besseren
ausländischen Marmors zurück. Seit 1825 benutzt man ihn nur
noch zur Herstellung von Kalk. Der Kalkofen ist gegenwärtig
nicht mehr im Betrieb.
Vom Bahnhof Obercrottendorf den gelb-weißen Marken folgend links.
Von der Bahnhofsrestauration rechts über die Zschopau. Nun links
und dann rechts. Den Marken nach bis zum Gasthaus Glashütte.
Wegteilung: Geradeaus zum Forsthause. Wegteilung. Wir folgen weiter
den weiß-gelb-weißen Marken nach rechts in knapp 20 Minuten zum
Wald. Wegteilung: Geradeaus. Die breite Waldstraße, Joachimsthaler
Straße, weiter, ungefähr 2 Stunden. Straßenteilung. Nicht auf der
Joachimsthaler Straße weiter, sondern links ab. Nach ½ Stunde bei
Abteilung 52 rechts den Reitsteig hinan. Wir wandern an einem Quellbach
der Zschopau hin, steil hinauf zum Fichtelberg. Weiteres siehe 24 ~a~.
~e~) _Mittweida-Markersbach_ -- _Mittweidatal_ -- _Nitzschhammer_ (1
Std.) -- _Wolfner Mühle_ -- _Fichtelberg_ (3 Std.).
Wanderzeit: 4 Std.
Ausgangspunkt: Station Mittweida-Markersbach. Linie
Annaberg--Schwarzenberg--Aue.
Station für die Dörfer Mittweida (1400 Einwohner) und
Markersbach mit Unterscheibe (950 Einwohner). Ausgangspunkt am
Vorabend der Wanderung erreichen!
Eine sehr einsame aber prächtige Wanderung. Wegmarkierung
weiß-blau-weiß. Vom Bahnhof im Tal aufwärts unter dem großen
Viadukt hinweg zum Nitzschhammer in Obermittweida. (Gasthaus und
Sommerfrische). Nach ca. 5 Minuten Wegteilung: links im Tal der Großen
Mittweida weiter. An zwei Holzschleifereien vorüber zur _Wolfner
Mühle_. Hier ist letzte Einkehrgelegenheit. Weiter an zwei Fabriken
vorbei. Wir wandern immer im Mittweidatal aufwärts, überschreiten
die Waldstraße von Oberrittersgrün nach Neudorf und gelangen zu
einer Quelle. Nun steil hinauf zum Prinzenweg. Diesen nach links zum
Fichtelberg.
Weiteres unter 24 ~a~.
~f~) _Oberrittersgrün_ -- _Tellerhäuser_ (1¾ Std.) -- _Fichtelberg_ (1¾
Std.).
Wanderzeit: 3½ Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Oberrittersgrün.
Linie Grünstädtel--Oberrittersgrün. Von Chemnitz nach Aue, dann
mit der Bahn Werdau--Annaberg weiter bis Grünstädtel. Hier in die
Schmalspurbahn umsteigen. Anfahrt möglichst am Vorabend erledigen.
_Oberrittersgrün_, 631 ~m~ hoch an der Grenze gelegen
mit 940 Einwohnern, die meist in Holzstoff- und
Pappenfabriken beschäftigt sind oder Spitzen klöppeln.
Übernachtungsgelegenheiten im Erzgeb. Hof, Goldenen Engel oder
bei Edelmann.
Der Weg nach dem Fichtelberg ist rot-weiß markiert. Vom Bahnhof die
Talstraße aufwärts zum Gasthaus Böhmische Mühle. Kurz vorher teilt sich
die Straße, wir gehen links weiter, am Gasthaus der Ludmilla Paatsch
vorüber. Häuser von Ehrenzipfel, einem Ortsteil von Rittersgrün. Immer
den rot-weißen Marken nach bis zum einsamen Walddorfe _Zweibach_.
(Waldschenke). Nun geht die Straße steil im Hochwalde bergan nach
_Tellerhäuser_.
921 ~m~ hoch, höchstgelegenes Dorf in Sachsen mit 150
Einwohnern, die meist im Walde beschäftigt sind. Das Dorf wurde
1570 durch den Bergmann Teller gegründet. Sommerfrische.
Die Straße weiter aufwärts bis zur Wegtafel 1050 »Fichtelberg«. Links
steil hinauf zum querkommenden Prinzenweg und auf diesen links zum
_Fichtelberg_.
Weiteres unter 24 ~a~.
~g~) _Johanngeorgenstadt_ -- _Schwarzwassertal_ -- _Gottesgab_ (4 Std.)
-- _Fichtelberg_ (¾ Std.) -- _Keilberg_ (1 Std.) -- _Oberwiesenthal_ (1
Std.)
Wanderzeit: 6¾ Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Johanngeorgenstadt.
Linie Schwarzenberg--Johanngeorgenstadt. Hierher über Annaberg oder
Aue, möglichst am Vorabend der Wanderung.
_Johanngeorgenstadt_, Stadt auf dem Fastenberg, 670 bis
820 ~m~ hoch gelegen mit 6400 Einwohnern. Jüngste Stadt des
Erzgebirges. 1654 von aus Böhmen vertriebenen Protestanten
gegründet. Die Industrie erzeugt: Glacéhandschuhe, Pianinos,
Zigarren, Schatullen, Bureaumöbel, Uhrgehäuse. Der Bergbau
beschränkt sich nur noch auf die Gewinnung von Wismut,
Eisenstein und Uranpecherz. Bedeutender Touristenverkehr
und Wintersportplatz. Beliebter Ausflugsort der Karlsbader
Kurgäste. Auf dem Markte das Denkmal des Kurfürsten Johann
Georg I., des Begründers der Stadt und eine kurfürstliche
Postsäule aus dem Jahr 1728. Auf dem Postplatze das Denkmal des
erzgebirgischen Dialektdichters Röder, der 1900 hier starb. Im
nahen Breitenbach die beliebte »Dreckschänke«.
Vom Bahnhof durch die Talstraße am Pochwerk der Gruben vorbei. Nach
Kilometerstein 18,7 über die Brücke nach _Wittigsthal_. Überschreiten
der Landesgrenze. Damit in _Breitenbach_ angelangt. Böhmisches
Grenzdorf mit 450 Einwohnern. Straßenteilung. Rechts geht es zur
Dreckschänke. Wir gehen links weiter, dem Wegweiser Seifen-Gottesgab
und den blau-roten Marken folgend. Im Schwarzwassertal weiter. Bald in
den Wald. Wegteilung: rechts weiter. Bei einer Schneidemühle über die
Brücke nach _Brettmühl_, zu Breitenbach gehörend. Schöne Talwanderung.
Wir gelangen nach _Junghengst_, 826 ~m~ hoch gelegen. Dann nach
_Zwittermühl_, 880 ~m~ hoch gelegen. Hinter dem Gasthaus links
weiter bis zur Seifener Mühle. Oberhalb derselben das Schwarzwasser
überschreiten und hinauf nach _Seifen_.
Kirchdorf mit 600 Einwohnern, 960 ~m~ hoch an der Kammstraße
von Platten nach Gottesgab gelegen.
Auf dieser links weiter. Neben der Straße läuft der Plattner
Bergwerksgraben hin. Immer auf der Straße bleiben bis zu den
_Försterhäusern_, auch Spitzberghäuser genannt. Weiter durch öde
Hochmoorgegend, wo an einzelnen Stellen Torf gestochen wird. Endlich
hinauf nach _Gottesgab_. (Siehe Seite 185).
Vom Hotel »Grünes Haus« die Landstraße 10 Minuten lang weiter.
Straßenteilung: links über die Grenze zum »Neuen Haus« und Fichtelberg,
rechts zu den Sonnenwirbelhäusern und zum _Keilberg_. Weiteres siehe
unter 23 ~a~.
Es empfiehlt sich zuerst zum Fichtelberg zu wandern, dann bis
zur erwähnten Straßenteilung zurück und dann zum Keilberg und
Oberwiesenthal.
25. Nach Einsiedel und Umgebung.
Den landschaftlich schönsten Teil des Zwönitztales bildet die
Umgebung Einsiedels. Die Wanderung im Tale selbst ist nur
zwischen Einsiedel und Burkhardtsdorf so recht lohnend, die
Zahl der Ausflüge jedoch, die von dem Tale aus unternommen
werden können, ist um so größer. In Verbindung mit dem
lieblichen Einsiedel besucht man die aussichtsreichen Berge und
Felsbildungen Geiersberg, Dittersdorfer Höhe, Kemtauer Felsen,
Burgstein und Adelsberg. Ausflüge hierher werden besonders gern
zur Zeit der Baumblüte unternommen.
~a~) _Altchemnitz_ (_Neue Welt_) -- _Einsiedel_.
Wanderzeit: 1¼ Std.
Ausgangspunkt: Endstation der Straßenbahnlinie ~A~ in
Altchemnitz (Reichels Neue Welt).
Über die Zwönitzbrücke und den angenehmen, schattigen Weg links am
linken Flußufer hin. Wir kommen zu einem Gut mit großem Hof. Den Fußweg
weiter, der immer am Zaun des Chemnitzer Wasserwerks hin zur Höhe
führt. Über Wiesen hinab. Der Weg bietet sehr schöne Aussicht. Wir
gelangen zu drei einzelnen Gehöften und zu einer Mühle. Hier rechts
aufwärts auf einen Fahrweg zu einem Bauerngut. Links am Hause hin zu
einem Fußweg, der durch Gebüsch ziemlich eben am Hange hinführt. Der
Weg bringt uns hinab zur Eisenbahnbrücke und Dorfstraße. Nun reichlich
5 Minuten die Straße aufwärts bis Restaurant Schweizertal. Dahinter
links über die Zwönitz zu einem hübschen ebenen Weg, der uns am
Mühlgraben hin zu einem Bache führt. Diesen überschreiten und weiter
zur Papierfabrik und nach _Einsiedel_.
Anmutig im Zwönitztal 344 ~m~ hoch gelegenes Dorf mit annähernd
5000 Einwohnern. Industrie: Trikotagen, Brauerei. Von
Chemnitzer Ausflüglern gern besucht, besonders das Berggasthaus
Waldesrauschen. Die älteste Chemnitzer Talsperre liegt in der
Nähe.
Mit der Bahn nach Chemnitz zurück.
~b~) _Bernsdorf_ (_Feldschlößchen_) -- _Reichenhain_ (40 Min.) --
_Pfaffensteig_ -- _Niederwald_ -- _Einsiedel_ (1 Std.).
Wanderzeit: 1¾ Std.
Ausgangspunkt: Endstation der Straßenbahn Friedhof (~F~ und
~B~).
Die Fahrstraße weiter bis zur Augsburger Straße. Rechts durch diese bis
zum Gasthof Bernsdorf. Nun links auf dem Marktsteig hinter dem Ortsteil
Bernsdorf hinweg zum Restaurant zur Post. Wir kreuzen den Fahrweg, den
Fußweg weiter, die neuerbaute Bernsdorf-Reichenhainer Straße kreuzen.
Den breiten Fußweg weiter. Über einen Feldweg weg. Neben uns läuft ein
anderer Feldweg hin. An ein Gut. Zur Dorfstraße von _Reichenhain_.
Diese hinab bis zum Gasthof. Weiter bis zum Spritzenhaus (Nr. 37). Hier
halblinks ab, an der Schule (rechts) vorbei. Den Feldweg aufwärts.
Wegteilung: rechts weiter. Der Weg senkt sich. Wegteilung: ebenfalls
rechts. Wenige Schritte dann wiederum Wegteilung: links weiter. Vor uns
die bewaldete Höhe des 455 ~m~ hohen Pfaffensteins. Den Fußweg weiter.
Er bildet die direkteste Verbindung zwischen Reichenhain und Einsiedel
und heißt von altersher der _Pfaffensteig_, da in katholischen Zeiten
die Reichenhainer Pfarrer Filialgottesdienst in Einsiedel abhielten
und unsern Weg benutzten. In ein Wiesental. Über den Bach und wieder
aufwärts. Von der Höhe hübscher Blick ins Zwönitztal. Der Weg geht
wieder abwärts zum _Niederwald_, zum Forstrevier Einsiedel gehörend. Im
Walde den Weg hinab bis zum Bach. Abteilungsnummern 39/40. Wegteilung:
Geradeaus an der Einsiedler Papierfabrik (links) vorbei und am Zaune
hin bis zum Gasthaus Kaiserhof. Die Dorfstraße weiter zum Bahnhof. Hier
entweder über die Geleise und zum Gasthaus Einsiedel, oder vor den
Geleisen links die Straße einbiegend, am Forsthaus vorbei, (rechts)
bei der Straßenteilung rechts und etwas steil hinauf zum Gasthaus
_Waldesrauschen_. (¼ Stunde ab Bahnhof).
~c~) _Altchemnitz_ (_Neue Welt_) -- _Promenadenweg_ -- _Erfenschlag_
(20 Min.) -- _Stiefelmühle_ -- _Pfarrhübel_ -- _Einsiedel_ (1 Std.)
Wanderzeit: 1 Std. 20 Min.
Ausgangspunkt: Endstation der Straßenbahn Altchemnitz.
Linie ~A~. Reichels Neue Welt, bez. Lilienhaus.
Rechts neben dem Lilienhaus ein Tor aus natürlichen Ästen mit der
Aufschrift Promenadenweg nach Erfenschlag! Wir wandern durch das Tor im
Zwönitztale entlang. Schöner Weg. Der Weg führt durch die Anlagen des
Wasserwerkes Chemnitz, wird daher nachts geschlossen. Man vergewissere
sich nach Befinden beim Eingang über die Schließungszeit. Links am
Wege der stille Weiher. Zu einigen Stufen. Oben links weiter. Der Weg
senkt sich hinab zur _Stiefelmühle_. Wieder aufwärts. Bei dem Bauerngut
rechts den steilen Feldweg hinauf, bald links umbiegend zum 430 ~m~
hohen Pfarrhübel. Auf dem Kamme angekommen links ab; bei hübscher
Aussicht, allerdings ohne Schatten, bis zur Kirche von Einsiedel.
Rechts der Gasthof Einsiedel.
Mit der Bahn nach Chemnitz zurück.
~d~) _Erfenschlag_ -- _Niederwald_ (¾ Std.) -- _Goldener Hahn_ (¾ Std.)
-- _Talsperre_ -- _Einsiedel_ (½ Std.).
Wanderzeit: 2 Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Erfenschlag. Linie Chemnitz--Aue.
Vom Bahnhof zur Landstraße. Diese rechts durch Erfenschlag. Am Gasthof
vorbei zum Restaurant Schweizertal. Bei Kilometerstein 3 links den
Fußweg weiter. Über die Brücke. Hinter dieser rechts aufwärts am
Graben hin. Unser Weg biegt nach links und verbreitert sich. Einen
Bach überschreiten. Abteilungsnummern 39/40. Hier Wegteilung: im
_Niederwald_ aufwärts. Nach ca. 1 Minute Wegteilung: rechts weiter.
Nach einigen Schritten erneute Wegteilung: in der alten Richtung
bleiben. Weiterwendend sehen wir rechts am Wege den Luftkanal des
Wasserstollens, der von der Talsperre nach Reichenhain führt.
(Ziegelhäuschen). Bei Abteilungsnummer 38/40 den Bach überschreiten.
Der Weg wird steiler. Wegkreuzung. Wir kreuzen kurz nacheinander 2
Schneisen. Grenzstein 7 rechts. Von rechts kommt ein Fahrweg, auf
diesem nach links. Bei Grenzstein 120 macht unser Weg eine Biegung nach
rechts. Am Waldrande weiter. Zur Landstraße (Chemnitz--Zschopau). Auf
dieser nach rechts zum Gasthof _Goldener Hahn_.
481 ~m~ hoch gelegen. Früher Raststation der zahlreichen
Fuhrleute. Die Zschopauer Straße war als Verbindungsstraße von
Prag nach Leipzig besonders zur Zeit der Messe ungeheuer belebt.
Vom Goldenen Hahn dem Wegweiser folgend nach Einsiedel. Der Weg führt
in Schleifen ins Zwönitztal hinab zur _Einsiedler Talsperre_.
180 ~m~ lang, 20 ~m~ hoch, Mauerstärke 14 ~m~, an der Krone
4 ~m~; Fassungsraum 350000 ~cbm~. Die gewaltige Mauer sperrt
das sogenannte Stadtguttal ab und fängt alle Waldwasser und
Niederschlagswässer auf. Der Wasservorrat (300--330 Mill.
Lit.) würde zureichen, um Chemnitz auch zur Zeit des größten
Wasserverbrauches, ohne jeden Zufluß, 25--30 Tage mit Wasser
zu versorgen. 1894 war der Bau fertig. Baukosten: 1300000
Mk. Das Wasser wird unterhalb in überwölbten Filtern durch
Sand gereinigt. Der 8 ~km~ lange Stollen der Neunzehnhainer
Talsperre mündet oberhalb, und vereint fließt das Wasser durch
einen Stollen nach Reichenhain und zum Hochbehälter an der
Zschopauer Straße.
Unser Weg führt zwischen den Filterbecken über den Abfluß und hinunter
nach Einsiedel.
~e~) _Erfenschlag_ -- _Alte Harth_ (¾ Std.) -- _Berbisdorf_ (½ Std.) --
_Eibenberg_ (½ Std.) -- _Geiersberg_ (¼ Std.) -- _Einsiedel_ (¾ Std.).
Wanderzeit: 2¾ Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Erfenschlag, Linie Chemnitz--Aue.
Von der Station zur Straße. Auf dieser nach links zum Bahnwärterhaus.
Links über das Geleis. Dahinter Wegteilung: links. Nach ca. 2 Minuten
rechts über die Zwönitz und unweit davon über einen Mühlgraben. Links
aufwärts auf einem Fußweg mit Geländer zu einem Fahrweg. Auf diesem
durch ein Gehöft, geradeaus, am Abhang hinauf. Unser Weg macht einen
Bogen nach links, dann nach rechts. Wegteilung: rechts aufwärts. Der
Geiersbergturm wird vor uns sichtbar. Einen Fußweg überschreiten. Der
Weg geht bergab in ein hübsches Wald- und Wiesental. Von nun an führt
uns der Weg 20 Minuten lang durch die _Alte Harth_.
Hier stand früher ein Dorf, das aber nach den Hussitenkriegen
durch die Pest ausstarb. Das Dorf verfiel. Die Sage berichtet,
daß im Wiesental eine Glocke versunken sei, die in der
Neujahrs- und Walpurgisnacht läute.
Links am Wege ein Teich. Unser Weg steigt etwas an. Wir gehen an einem
Zaune hin. Bei der Zaunecke einen Weg überschreiten. Wegteilung: in
unserer Richtung bleiben. Nicht vom Wege abgehen bis zum Friedhof
_Berbisdorf_. In der Richtung bleiben bis zur Kirche, dann links ins
Dorf hinab. Die Dorfstraße nach rechts aufwärts. An der Schule vorüber.
Wegkreuzung: Links fort, dem Wegweiser »Eibenberg« folgen. Der Weg
teilt sich: rechts die Fahrstraße in Richtung »Klaffenbach« fort. Den
2. Feldweg links zum _Geiersberg_.
536 ~m~ hoch, mit Gasthaus und Aussichtsgerüst. Die Aussicht
ist lohnend: zu unseren Füßen Eibenberg, dahinter Augustusburg,
davon rechts die Höhen bei Oederan und Freiberg. Halbrechts vor
uns das Zwönitztal mit Neu-Eibenberg, am jenseitigen Abhange
Kemtau. Dahinter die Kemtauer Felsen. Vom Kamm des Erzgebirges
sieht man den Pöhlberg, Keil- und Fichtelberg. Hinter uns
halbrechts der Greifenstein (ähnelt einer Baumgruppe). Links
Chemnitz. Dahinter der Rochlitzer Berg. Zwischen Chemnitz und
Augustusburg der Beutenberg und Adelsberg.
Vom Geiersberg zur Straße zurück. Diese rechts. Wegteilung: rechts
hinab. Nach 1 Minute am 1. Gute Wegteilung: links durch das Dorf
Eibenberg. Zur Schmiede an der Dorfstraße. Auf dieser nach links. Zu
Reuthers Restaurant. Kurz nachher bei Haus 30 (rechts) Wegteilung:
links weiter. Breiter Fußweg. An Gebüsch. Vor uns ein lindenumgebenes
Gut. Wegteilung: links abwärts, am Gute vorbei. Zur Talstraße des
Ortsteiles Schieferwinkel. Diese nach rechts abwärts zum Restaurant
Schieferwinkel. Weiter abwärts an den Berbisdorfer Bach. Wegteilung:
links hinab auf dem Fußweg zur Landstraße. Diese nach links zum Bahnhof.
Mit der Bahn nach Chemnitz zurück.
~f~) _Bernsdorf_ -- _Erfenschlag_ (1 Std.) -- _Pfarrhübel_ (¼ Std.) --
_Geiersberg_ (1 Std.) -- _Schieferwinkel_ -- _Einsiedel_ (¾ Std.).
Wanderzeit: 3 Std.
Ausgangspunkt: Endstation der Straßenbahn Friedhof ~F~ oder
~B~. Feldschlößchen.
Die Bernsdorfer Straße weiter, dann die Augsburgerstraße rechts
entlang. Zur Reichenhainer Straße. Diese links. Durch das Jägerholz
zum alten Chausseehaus Erfenschlag. Die von rechts kommende Straße
nach links weiter. Beim Bahnwärterhaus rechts über die Geleise zur
Stiefelmühle (links). Dahinter links hinauf zu einem Bauerngut. Nun
rechts steil hinauf zum 430 ~m~ hohen Pfarrhübel. Bei Gut Nr. 44
(Erfenschlag) rechts an der Scheune weiß-rot-weiße Marken. Auf der Höhe
Wegweiser. Zu einem umzäunten Waldgrundstück im Tale. Dieses lassen wir
links. Durch ein Stück Wald, dann auf Feldwegen, dann am Waldrande hin,
immer geradefort. Die Richtung gibt uns zuletzt das Aussichtsgerüst auf
dem _Geiersberg_ an. Über diesen, sowie Weiterweg nach Einsiedel siehe
25 ~e~.
~g~) _Einsiedel_ -- _Wettinhöhe_ (40 Min.) -- _Mühlbergweg_ (½ Std.) --
_Dittersdorf_ (¾ Std.)
Wanderzeit: 2 Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Einsiedel. Linie Chemnitz--Aue.
Vom Bahnhof nach rechts. Am Bahnhofsrestaurant dem Wegweiser
»Altenhain-Wettinhöhe« nach links folgen. Über die Zwönitzbrücke.
Wegteilung: links die Altenhainer Straße weiter. Nach ca. 3 Minuten,
bei Leitungspfahl 6 rechts die Straße verlassen, dem Wegweiser
»Wettinhöhe« nach. Durch Gebüsch. Wegkreuzung: rechts weiter. Wiederum
Wegteilung: links aufwärts. Zurückblickend hübsche Aussicht. Durch die
breite Schneise, dann rechts ab zur _Wettinhöhe_.
460 ~m~ hoch. Waldidyll.
Von der Höhe zu dem breiten Schneisenweg zurück. Diesen nach rechts.
Bei Abteilung 57, Grenzstein 16, Kreuzung. In derselben Richtung
noch reichlich 2 Minuten weiter bis ein Rasenweg querkommt. Auf
diesem nach rechts bis zu Stein 236. In der Richtung bleiben, an
Grenzstein 235--230 vorüber. Bei Stein 229 links, am Waldrande hin.
Bei Stein 224 auf Fahrweg. Diesen links aufwärts in den Wald folgen.
Wegteilung: Geradeaus. Nach 2 Minuten wiederum Wegteilung: rechts
abwärts. Über einen Bach. Der Weg wird steil. Bei Abteilungsnummer 61
Wegkreuzung: rechts abwärts. Weiterhin vierfache Wegteilung: Den 2.
Weg nach links, links an der Kiefer mit Abteilungsnummer 62 vorbei.
Unser Weg, der sogenannte Mühlbergweg führt durch prächtigen Wald.
Einen Schneisenweg überschreiten, ebenso ein Bächlein. Von einer
Waldblöße aus wunderschönes Bild von Einsiedel. Weiter an Feld. Rechts
herrlicher Blick ins Zwönitztal mit dem Kemtauer Felsen (höchster
Punkt). Der Weg führt in ein Tal hinab, steigt aber dann wieder an und
bringt uns schließlich nach _Dittersdorf_. Durch das langausgedehnte
Dorf die Dorfstraße abwärts. Nach dem Postamt Wegteilung: rechts
weiter zur Zwönitztalstraße. Rechts die Filzfabrik, sowie Bahnhof und
Bahnhofsrestaurant.
Rückfahrt nach Chemnitz.
~h~) _Einsiedel_ -- _Talsperre_ (20 Min.) -- _Herrenteich_ (¼ Std.) --
_Wettinhöhe_ (¼ Std.) -- _Bahnhof Einsiedel_ (20 Min.).
Wanderzeit: 1 Std. 10 Min.
Ausgangspunkt: Bahnhof Einsiedel. Linie Chemnitz--Aue.
Hierher mit der Bahn oder wie unter 25 ~a~, ~b~, ~c~, ~e~.
Vom Bahnhof rechts. Am Bahnhofrestaurant Wegteilung: Dem Wegweiser
»Altenhain-Wettinhöhe« folgen. Über die Brücke. Wegteilung: scharf nach
links. Zur Talsperre (Seite 198). Über die Brücke des Abflusses. Die
Straße hinauf bis zu den roten Türmen, mit dem Chemnitzer Stadtwappen
versehen. Wir gehen weiter aufwärts bis zur Wegteilung: rechts hinab,
am Zaune hin. Zum _Herrenteich_. Am Zaune hin. Dieser biegt bei einer
Fichte mit Nr. 47 nach rechts. Links Grenzstein 15. Darnach Wegteilung:
rechts im Walde hinauf. Zu einer Schneise mit Abteilungsnummern 59/56.
In dieser links hinauf bis Grenzstein 16. Nun die breite Schneise
reichlich 3 Minuten nach rechts, dann links zur _Wettinhöhe_. 465 ~m~
hoch, Waldidyll. Nun auf die Schneise zurück und auf dieser 1 Minute
lang nach links hinab. Dann links steil hinunter. Wegteilung: rechts
fort. Mehrfache Wegteilung: links abwärts. Über einen Graben. Auf die
Straße. Diese links bis zum Bahnhof Einsiedel.
~i~) _Einsiedel_ -- _Körnerhöhe_ (½ Std.) -- _Kemtauer Fabrik_ (¾ Std.)
-- _Bahnhof Dittersdorf_ (¾ Std.) -- _Waldesrauschen_ -- _Einsiedel_
(50 Min.).
Wanderzeit: ca. 3 Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Einsiedel. Linie Chemnitz--Aue.
Hierher mit der Bahn oder wie 25 ~a~, ~b~, ~c~, ~e~.
Hübsche Waldwanderung. Vom Bahnhof über die Bahn und auf der Straße
weiter. Links die Hungersnot-Eiche, eine Erinnerung an die Teuerung von
1847. An Dorfplatz und Gasthof vorbei zum Gasthof »Drei Eichen«. Hier
rechts auf die Eibenberger Straße bis zum 1. Weg, der rechts abgeht. Am
Waldrande hin. Der Weg wendet sich links und führt empor zur 451 ~m~
hohen _Körnerhöhe_.
Schirm mit hübschen Blicken auf das Tal um Einsiedel.
Nun den Rasenweg weiter bis zum Behälter der Einsiedler Wasserleitung.
Links hinab. Über einen Bach zur Eibenberger Straße. Auf dieser nach
rechts bis zu 4 einzelnen Häusern. Hinter dem letzten nach links. Den
Feldweg hinauf, geradeaus bis zum Wald. Abteilungen 73, später 74
und 75. Bei Abteilung 70 eine Schneise, diese rechts hinab zu einem
gelb-weiß bezeichneten Fußweg. Auf diesem steil hinab ins Zwönitztal.
Am jenseitigen Ufer die _Kemtauer Fabrik_. Wir bleiben auf dem linken
Ufer und wandern durch das wunderschöne Zwönitztal weiter bis zur
Holzbrücke am Bahnhof _Dittersdorf_.
Nun entweder von hier aus mit der Eisenbahn zurück oder auf dem
jenseitigen (rechten) Ufer über Berggasthaus Waldesrauschen nach
Einsiedel (50 Minuten) und von Einsiedel (20 Minuten) mit der Bahn nach
Chemnitz zurück.
~k~) _Einsiedel_ -- _Dittersdorfer Höhe_ (1 Std.) -- _Fischzuchttal_ --
_Einsiedel_ (1¼ Std.).
Wanderzeit: 2¼ Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Einsiedel. Linie Chemnitz--Aue.
Hierher mit der Bahn oder wie unter 25 ~a~, ~b~, ~c~, ~e~. Sehr
lohnende Waldpartie.
Vom Bahnhof über die Brücke und auf der Altenhainer Straße bis zur
Hermannstraße rechts. Auf dieser bis zum blau-weiß bezeichneten Weg.
Diesen links ab, dem Wegweiser folgend. Über Feld hinauf zum Wald und
in diesem etwas etwas steil empor zum Hofweg, der von der Wettinhöhe
kommt. Unseren blau-weiß bezeichneten Weg weiter zur _Dittersdorfer
Höhe_.
554 ~m~ hoch. Gasthaus und Triangulierungssäule. Wohl die beste
Aussicht auf das Erzgebirge von der Chemnitzer Umgebung aus.
Der grabähnlich markante Pöhlberg, rechts davon Bärenstein,
Fichtel-, Keil- und Scheibenberg. Die Greifensteine. Nach links
Haßberg und Hirtstein. Im Osten die Augustusburg und die Höhen
bei Oederan. Im Norden der Adelsberg mit Turm. Im Westen: der
Chemnitzer Talkessel, Totenstein, Hohenstein und weit entfernt
der Rochlitzer Berg.
Von der Triangulierungssäule nach Norden über Feld und zum Wald.
In diesem auf eine breite Lärchenallee. Auf dieser nach links, Weg
zwischen Abteilungsnummern 54 und 55. Am Waldrande treffen wir auf
den von der Wettinhöhe heraufkommenden Schneisenweg. Diesen, den
sogenannten Tonbergweg, hinab bis zum Grenzstein 233. Nun rechts bis
Stein 235 und hier links hinab ins _Fischzuchttal_, nach der früher
hier betriebenen Forellenzucht genannt. Das hübsche Tal verfolgen wir
abwärts bis zur Altenhainer Straße. Auf dieser links zum Bahnhof.
~l~) _Dittersdorfer Höhe_ -- _Dittmannsdorf_ (1¼ Std.) -- _Hennersdorf_
(¾ Std.).
Wanderzeit: 2 Std.
Ausgangspunkt: Dittersdorfer Höhe. Hierher wie unter
25 ~k~. Verbindungsweg nach dem Zschopautal.
Von der Dittersdorfer Höhe bis zur Lärchenallee wie unter 25 ~k~.
Die Allee nach rechts bis zur Straße. Auf dieser nach rechts bis
zur Straßenteilung. Über die Straße und auf dem Wege am weitesten
rechts nach _Dittmannsdorf_. Die Dorfstraße hinab. Nach Verlassen des
Dorfes ein Bachtal mit Fahrweg durchqueren. Unseren Weg weiter bis
_Hennersdorf_.
Weiteres siehe: 21 ~a~, ~d~.
~m~) _Einsiedel_ -- _Fischzuchttal_ -- _Dittersdorfer Höhe_ (1¼ Std.)
-- _Dittersdorf_ (¾ Std.).
Wanderzeit: 2 Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Einsiedel. Linie Chemnitz--Aue.
Hierher mit der Bahn oder wie unter 25 ~a~, ~b~, ~c~, ~e~.
Vom Bahnhof zum »Gasthof zum Bahnhof«. Über die Zwönitzbrücke. Die
Landstraße weiter bis Telephonleitungsstange 5. Nun rechts von der
Straße ab, dem Wegweiser nach. Im Fischzuchttal entlang. An dem Zaune
hin, aufwärts. Vom Zaunende noch ca. 3 Min. weiter bis Grenzstein
248. Wegteilung: rechts über Wiesen weiter. Erneute Wegkreuzung:
links hinauf. Weiter am Wald in die Höhe bis Abteilungsnummer 57/58,
Grenzstein 233. Nun rechts weiter. Im Walde, dem sogenannten Oberwalde,
gerade aufwärts. Auf der Höhe angelangt, geht der Weg eben hin.
Es folgt Grenzstein 29 (links). Dann bei Grenzstein 28 einen Weg
überschreiten und kurz darnach auf einen breiten Fahrweg. Diesem nach
links in den Wald folgen. Bei Abteilung 55 Wegteilung: rechts weiter.
Nach 10 Minuten wiederum Wegteilung: in der alten Richtung bleiben. So
zur _Dittersdorfer Höhe_ hinauf. (Siehe Seite 204.)
Nun den gelb-blauen Marken nach zum Bahnhof _Dittersdorf_.
Mit der Bahn nach Chemnitz zurück.
~n~) _Einsiedel_ -- _Waldesrauschen_ -- _Dittersdorf_ (¾ Std.) --
_Kemtauer Felsen_ (1½ Std.) -- _Bahnhof Burkhardtsdorf_ (¾ Std.).
Wanderzeit: 3 Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Einsiedel. Linie Chemnitz--Aue.
Hierher mit der Bahn oder wie unter 25 ~a~, ~b~, ~c~, ~e~.
Vom Bahnhof über die Zwönitzbrücke. Auf der Altenhainer Straße
weiter bis zur Hermannstraße. Diese nach rechts zum Berggasthaus
_Waldesrauschen_. Nun zum Wald. Die Rodelbahn überschreiten. Den
Fußweg hinab zu einem Bach folgen. Nun auf dem Fahrweg wieder zum
Wald hinauf. Bei der Wegteilung: rechts hinab. Weiter am Flusse hin
bis zur Straße. _Dittersdorf_. Auf der Straße weiter. An Bahnhof und
Filzfabrik vorbei zum Gasthof »Zum Grünen Tal«. Einzelne Häuser,
(das »Loch«) Ortsteil von Dittersdorf. Hinter dem letzten Hause den
»Gelenauer Steig« links steil empor zu einem Waldfahrweg. Diesen eine
reichliche Minute nach rechts, dann auf dem Gelenauer Steig halblinks
weiter. Nun den blau-weißen Marken nach, hinauf, die Weißbach-Kemtauer
Straße überschreiten; zum Waldrand zu einem querkommenden Feldweg, die
sogenannte Eisenstraße. Ihr gehen wir ca. ½ Stunde nach, den blauen
Marken folgend bis zu einem Wegweiser rechts. Nun hinauf zum _Kemtauer
Felsen_.
592 ~m~ hohe Felsklippen mit Bank und Triangulierungssäule.
Höchste Bodenerhebung der Chemnitzer Umgebung. Schöne Aussicht
nach dem oberen Erzgebirge.
Nun auf der Schneise nach Westen weiter zu einem breiten Waldweg. Auf
diesem zum Waldrand nach links. Auf einen Fahrweg, diesen rechts in
den Wald. Den rot-gelben Marken folgend bis Bahnhof _Burkhardtsdorf_.
(Siehe Wanderungen 26.)
Mit der Bahn nach Chemnitz zurück.
~o~) _Einsiedel_ -- _Fischzuchttal_ -- _Oberwald_ -- _Dittmannsdorf_
(2 Std.) -- _Sternmühle_ (1¼ Std.) -- _Adelsberg_ (½ Std.) -- _Neue
Schenken_ -- _Endstation Feldschlößchen_ (1¼ Std.).
Wanderzeit: 5 Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Einsiedel. Linie Chemnitz--Aue.
Vom Bahnhof über die Zwönitzbrücke, dem Wegweiser Wettinhöhe-Altenhain
folgen. Wegteilung: scharf links, also _nicht_ die Hermannstraße! Bei
Telephonstange 5 dem Wegweiser »Zur Dittersdorfer Höhe« nach. Der
Weg führt uns durchs _Fischzuchttal_. Rechts ein Bassin, mit Gras
bewachsen und roter Luftesse. Sammelstelle der Gewässer des unteren
Fischzuchttales. Ein Stollen führt sie zum Talsperren-Abfluß. Vom
Zaunende noch 3 Minuten weiter. Wegteilung: links aufwärts. Auf der
Höhe, bei Stein 235 Wegkreuzung, etwa eine Minute abwärts zum Stein
233. Nun bei Abteilungsnummern 57/58 links den Schneisenweg empor, den
sogenannten Tonbergweg. Von der Höhe hübsche Rückblicke. Wir wandern
weiter zu Grenzstein 29 (links), bei Grenzstein 28 überschreiten wir
einen schmalen Fahrweg und kommen auf einen breiteren Fahrweg. Diesem
folgen wir nach links in den Wald bis zur Zschopauer Straße. Auf
dieser rechts weiter. Ein Tal durchqueren, dann steigt die Straße
an bis zur Höhe von 511 ~m~. Hier, bei Kilometerstein 16,0 links von
der Straße ab. Bei der dreifachen Wegteilung gehen wir den untersten
Weg rechts hinab. Auf einen breiten Fahrweg, diesen nach links durch
breite Lärchenallee. Erst durch Wald, dann über Feld in großem Bogen
in das schöne Dittmannsdorfer Tal hinab. Bei Grenzstein 157 rechts ab
und auf dem unteren Bauernweg weiter zu dem Dorfe _Dittmannsdorf_. An
Kirche, Lehngericht und Gasthof vorbei bis zu Fritzsche's Restaurant.
Über die Brücke. Weiter bis zu Haus 58 links. Hier auf dem Feldweg
nach links, dem Wegweiser nach »Fußweg nach Altenhain.« Der Weg führt
über die Höhe nach _Kleinolbersdorf_. Wir gelangen beim Restaurant zur
Erholung auf die Talstraße Altenhain--Kunnersdorf und diese weiter bis
zu den letzten Häusern von Kleinolbersdorf. Am letzten Hause (einer
Gestellfabrik) rechts ab, den Bach überschreiten und auf dem angenehmen
Rasenweg immer am Waldrande hin, dann links über eine Brücke zur
_Sternmühle_. Ländliches Gasthaus in reizender Lage.
Nun die Talstraße etwas abwärts. Dann den rot-gelben Marken folgend.
Auf breiten Waldweg. Diesen nach links. Bei Stein 132 (rechts)
Wegteilung: geradefort. Unweit davon erneut Wegteilung: rechts. Dann
durch Feld, den Fußweg halbrechts zur Höhe. Zwei kleine Fahrwege
überschreiten. Auf der von links kommenden Fahrstraße geradeaus hinauf
zum _Adelsberg_.
507 ~m~ hoch. Gasthaus mit 20 ~m~ hohem Aussichtsturm.
Prächtige Aussicht. Die Augustusburg zeigt sich in stattlicher
Schönheit. Links davon der Bahnhof Oederan und die hohe
Esse in Halsbrücke. Weiter Schloß Sachsenburg, am Horizont
etwas undeutlich der Colmberg. Rechts von Augustusburg die
Höhen bei Frauenstein, noch weiter rechts die bei Olbernhau.
Zu unseren Füßen Klein-Olbersdorf. In Richtung der Kirche
am Horizont der Haßberg, links davon der Hirtstein, links
davon die Reitzenhainer Wälder. Davor die Dreibrüderhöhe,
an den einzelnen Baumgruppen kenntlich. Rechts vom Haßberg:
Pöhlberg, Bärenstein, Keil- und Fichtelberg, Greifenstein. Wir
stellen uns mit dem Rücken gegen die Augustusburg. Vor uns die
Altchemnitzer Kirche, rechts davon der Totenstein am Horizont.
Links davon Hohenstein und das Oelsnitzer Kohlenrevier. Rechts
vom Totenstein der Rochlitzer Berg. Ausgezeichneter Überblick
über die Stadt Chemnitz.
Vom Gasthaus der Fernsprechleitung folgen auf die Dorfstraße von
Ober-Hermersdorf. Immer abwärts. Bei Telephonstange 84 über den Bach,
durch ein Bauerngut und auf dem Feldwege zur Zschopauer Straße bei den
Neuen Schenken. Der Weg ist gelb-rot markiert. Auf der Straße weiter
bis zum Johannisgarten, dann links die Feldschlößchenbrauerei. Wenige
Minuten unterhalb derselben links die Wartburgstraße hinunter zu
Meyer's Feldschlößchen und somit Endstation der Straßenbahn ~F~ und ~B~.
~p~) _Gablenz_ -- _Adelsberg_ (1¼ Std.) -- _Sternmühle_ (½ Std.) --
_Poetenweg_ -- _Erdmannsdorf_ (1¼ Std.).
Wanderzeit: 3 Std.
Ausgangspunkt: Endstation der Straßenbahnlinie ~G~ in
Gablenz.
Ein Stück des Höhenweges III, bezeichnet durch weiß-gelb, liegendes
Kreuz.
Vom Endpunkt der Straßenbahn auf der Erdmannsdorfer Straße allmählich
ansteigend zum Gasthof Adelsberg, mehr bekannt unter dem volkstümlichen
Namen »Schere«. Etwa 5 Minuten hinter der Schere rechts den Fußweg, den
liegenden Kreuzen (gelb-weiß) nach. Zu den Adelsberghäusern und zum
Wald und durch diesen zum _Adelsberg_. (Siehe 25 ~o~).
Nun weiter den Zeichen nach auf Fußweg, mit schönen Ausblicken, zur
_Sternmühle_. Über den Bach und am rechten Ufer desselben den Fußweg
hin. Etwas bergan, dann links zur Wattefabrik Kunnersdorf. Nun knapp
2 Minuten wieder auf der Straße zurück und an der Fabrik auf einem
Fußweg rechts am Hang hinan. Schöner Blick auf die Augustusburg und
das Zschopautal. Dann abwärts und beim Beginn von Erdmannsdorf auf die
Kunnersdorfer Straße zur Spinnerei. Rechts über den Mühlgraben und
dem schönen schattigen Poetenweg folgend zum Bahnhof _Erdmannsdorf_.
(Anschluß an Wanderungen 21 ~a~, ~b~, ~c~, ~d~.)
Mit der Bahn nach Chemnitz zurück.
~q~) _Altchemnitz_ -- _Klaffenbach_ (¾ Std.) -- _Arnokreuz_ (20 Min.)
-- _Bergschenke_ (¼ Std.) -- _Geiersberg_ (½ Std.) -- _Einsiedel_ (¾
Std.).
Wanderzeit: 2½ Std.
Ausgangspunkt: Endstation der Straßenbahn in Altchemnitz.
Die Straße weiter nach Harthau; aber nicht links bergan, sondern
im Tale weiter. Links ein Teich, rechts Benzinfabrik. Nun über
das Bahngeleis und über die Würschnitzbrücke, links hinauf nach
_Klaffenbach_. Am Gasthaus St. Arno vorüber bis Haus Nr. 40 (links).
Kurz darnach dem Wegweiser: »_Nach St. Arnokreuz_« folgen.
Die Sage berichtet, daß Bischof Arno von Würzburg im Jahre 892
von den heidnischen Sorben beim Messelesen hier erschlagen
worden sei. Wahrscheinlicher ist, daß er, als Kriegsmann im
Gefolge des Thüringerherzogs Pezzo, am Ufer der Chemnitz im
Kampfe fiel.
Die Dorfstraße weiter aufwärts bis zu Haus 47, (links), nun den
Masten der elektrischen Leitung folgend, den Gutsweg hinauf auf die
Harthau-Burkhardtsdorfer Straße zur Klaffenbacher _Bergschenke_. Von
hier zum Aussichtsturm auf dem _Geiersberg_, den wir schon vor uns
sehen.
Vom Geiersberg nach Einsiedel über den Schieferwinkel siehe Wanderung
25 ~f~.
~r~) _Dittersdorf_ -- _Gelenauer Steig_ -- _Kalkofen_ (50 Min.) --
_Burgstein_ (20 Min.) -- _Oberer Hammerbergweg_ -- _Dittersdorf_ (¾
Std.).
Wanderzeit: 2 Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Dittersdorf. Linie Chemnitz--Aue.
Vom Bahnhof über die Geleise zur Landstraße. Diese nach rechts bis zur
Wegteilung. Dem Wegweiser »Burkhardtsdorf-Kemtau« folgen. Am Fabrikzaun
hin. Nach ca. 10 Minuten zum »Loch«, einem Ortsteil von Dittersdorf mit
Gasthof »Zum grünen Tal«. Rechts die Zwönitzbrücke, nicht über diese,
sondern ein kleines Stück auf der Talstraße weiter. Dann links ab, den
_Gelenauer Steig_. Erst Stufen, dann Fußweg. Im Walde hinauf. Nach
5 Minuten auf einen von Lärchen eingefaßten Waldweg. Diesen etwa 1
Minute nach rechts, dann halblinks den Fußweg fort. Einen Waldweg und
eine Schneise überschreiten. Der Weg geht etwas bergab, überschreitet
ein Bächlein und geht wieder bergan. Gleich darnach über eine kleine
Brücke. Immer in gerader Richtung aufwärts. Einen schmalen Fahrweg
überschreiten, bis wir einen breiten Fahrweg erreichen. Diesen nach
rechts. Herrlicher Blick ins Zwönitztal. Vor uns im Tal die Häuser des
»Loches« und das Rittergut. Den Waldweg weiter. Wegteilung: links der
Flurstein »Forstrevier Dittersdorf«. Wir gehen den schmalen Weg rechts
weiter und gelangen in einigen Minuten zum _Kalkofen_. Waldwärterhaus
in idyllischer Lage. Früher wurde hier Kalk gebrannt. Wieder in den
Wald. Zu Grenzstein 27 (links). Kurz darnach biegt der Weg nach links.
Wegteilung: rechts den Rasenweg weiter. Er führt uns geradefort auf
einen Fahrweg. Diesen einige Schritte abwärts bis zu einer Wegsäule.
Nun in der Richtung nach Dittersdorf rechts weiter. Nach einigen
Schritten wieder Wegteilung: den schmalen Fahrweg links weiter. Nach
einigen Minuten teilt sich der Weg wiederum: wir bleiben auf unserem
Wege, rechts abwärts. Nun die Schritte zählen! Ungefähr 460 Schritte
auf dem steilen Weg hinab, dann rechts den Fußweg weiter und in 2
Minuten auf den _Burgstein_. Steil abfallende Felsen. In alten Zeiten
soll hier eine Kapelle gestanden haben, Reste davon waren noch vor 100
Jahren vorhanden. Der Blick ist entzückend schön.
Nun auf den Fahrweg zurück und diesen hinab zur Talstraße. Diese
überschreiten und weiter abwärts zum Bahnwärterhaus. Über die Schienen
und durch die _Kemtauer Fabrik_. Über den Weg. Dahinter an der Zwönitz
abwärts. Der Weg steigt langsam wieder an. Oben ist er von Birken
eingefaßt. Bei der 1. Brücke teilt sich der Weg: links den breiten
Fahrweg aufwärts auf einen Rasenplatz im Walde. Wegteilung: den 2. Weg
von links in der bisherigen Richtung weiter, den sogenannten »Oberen
Hammerweg«. Bei Abteilung 70 eine Schneise kreuzen. Nach einigen
Minuten einen Schneisenweg und wiederum nach einigen Minuten Schneise
69/70 überschreiten. Gleich darnach Wegteilung: rechts abwärts, ebenso
bei der nächsten Wegteilung. Weiterhin durch eine Anpflanzung. Buche
mit Bank. Nach 1 Minute teilt sich der Weg: rechts hinab auf die
Talstraße und diese nach rechts zum Bahnhof _Dittersdorf_.
Rückfahrt nach Chemnitz.
26. Ins Gebiet der Greifensteine.
Ein von den Chemnitzern gern aufgesuchtes Gebiet. Es
bildet einen angenehmen Übergang vom unteren zum oberen
Erzgebirge. Die Wanderungen sind nicht mit anstrengenden
Steigungen verknüpft. Der Geolog beschaut mit Interesse die
Granitmassen des Greifensteins, die ihn an die Teufelsmühlen
und Teufelsmauern des Fichtelgebirges, der Rhön und des
Vogelberges erinnern. Reich an historischen Erinnerungen ist
das Gebiet um Ehrenfriedersdorf und Geyer und auch Frau Sage
hat hier ihre bunte Mären gesponnen. Die Chemnitzer Freunde des
Klettersportes stählen hier ihre Kraft für schwerere Aufgaben
des Alpengebietes. Jede unserer Wanderungen füllt einen
Tagesausflug aus und stellt nicht übermäßige Anforderungen an
die Kräfte der Naturfreunde.
~a~) _Dittersdorf_ -- _Kemtauer Felsen_ (1½ Std.) -- _Auerbach_
(1 Std.) -- _Jahnsbach_ -- _Greifensteine_ (1¾ Std.) --
_Ehrenfriedersdorf_ (¾ Std.).
Wanderzeit: 5 Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Dittersdorf. Linie Chemnitz--Aue.
Bis zum Kemtauer Felsen wie unter 25 ~m~.
Nun der Wegbezeichnung des Höhenweges III, gelbes liegendes Kreuz,
weiter folgen. Einige Minuten auf der westlichen Schneise, dann den
breiten Waldweg links an den Waldrand. In der bisherigen Richtung
weiter, eine Anzahl Feldwege überschreiten, dann durch Wald zur
Annaberger Straße. Die Straße überschreiten und den breiten blau-rot
bezeichneten Weg im Abtwald weiter. Wir gelangen zum sogenannten
Tischel, Buche mit Bänken. Auf den Wegweiser achten. Wir folgen den
weißen Zeichen durch den Wald, dann durch Wiesen hinab, links haltend
nach _Auerbach_.
Industriereiches Dorf mit 2800 Einwohnern.
Nun links die Dorfstraße hinauf bis zum Dorfende, dann rechts ab an
der Wiese entlang zur Thumer Straße. Diese überschreiten. Dann, den
rot-gelben Marken folgend, auf Fahrweg zur Hormersdorf-Jahnsbacher
Straße. Endlich nach Jahnsbach bis zur Straßenteilung.
_Jahnsbach_, Dorf mit 2400 Einwohnern, hängt mit Thum zusammen.
Bei der Straßenkreuzung rechts die Bahn überschreiten und hinauf zum
Wald. Den gelben Kreuzen nach zu den _Greifensteinen_.
Auch »Der Greifenstein« genannt. 751 ~m~ hoch. Sieben
geologisch interessante Granitfelsen vulkanischen Ursprungs.
Der höchste der Felsen (751 ~m~) kann mittels einer Treppe
bestiegen werden. Er bietet hervorragend schöne Aussicht auf
das obere Erzgebirge. Orientierungstafeln an den Brüstungen
geben die einzelnen Punkte an. Auf dem Gamsfelsen eine Gemse
von Chemnitzer Alpinisten aufgerichtet. Sie benutzen den
Greifenstein zu Kletterübungen. Auch Edelweiß gedeiht hier. Auf
den Felsen kommt die Veilchenflechte vor, die nach Anfeuchten
Veilchengeruch ausströmt. Auf einem Felsen ein eisernes
Kreuz, von einem Arbeiter der Solbrigschen Kammgarnspinnerei
in Harthau zum Gedenken an den im Kriege gefallenen Sohn des
Besitzers aufgestellt. Neben den Felsen ein gutes Berggasthaus,
der Stadt Ehrenfriedersdorf gehörig.
Rot-gelbe Marken zeigen uns den Weg nach Ehrenfriedersdorf. Wir suchen
zunächst die Stülpnerhöhle auf, 8 ~m~ tief gelegen, wo der Wildschütz
Karl Stülpner gehaust haben soll. Unweit davon liegt die Ritterhöhle,
ein angebrochener Stollen. Weiterhin führen uns blaue Marken vom Wege
ab zur Harfenfichte, einem merkwürdig gewachsenen Baume. Wir kehren zu
unserem Wege zurück und gelangen zur Stadt _Ehrenfriedersdorf_.
Freundliche alte Bergstadt mit gegen 6000 Einwohnern, 533 ~m~
hoch gelegen. Früher hochentwickelter Bergbau auf Zinn,
Arsenkies und Silber. Während des Krieges wieder im Betrieb.
Die Schächte sind gegenwärtig wieder geschlossen. Die großen
Halden des Sauberges zeugen noch jetzt von vergangener
Bergherrlichkeit. Die Industrie befaßt sich mit Schuhwaren,
Posamenten, Gorl und Strümpfen. Vor dem Rathause das Standbild
Friedrichs des Streitbaren, dem die Gründung der Stadt
zugeschrieben wird. Sage von der langen Schicht: 1568 wurde
die unversehrte Leiche eines Bergmannes aufgefunden, der 1507
verschüttet worden war.
Station der Linie Schönfeld--Meinersdorf--Chemnitz. Mit der Bahn nach
Chemnitz zurück.
~b~) _Burkhardtsdorf_ -- _Besenschenke_ -- _Thum_ (1¾ Std.) --
_Greifenstein_ (¾ Std.) -- _Ehrenfriedersdorf_ (¾ Std.) -- _Saubachtal_
-- _Kalter Muff_ (1½ Std.) -- _Bahnhof Wolkenstein_ (½ Std.).
Wanderzeit: 5¼ Std.
Ausgangspunkt: Burkhardtsdorf. Linie Chemnitz--Aue.
Burkhardtsdorf ist Industrieort mit gegen 4700 Einwohnern,
403 ~m~ hoch gelegen. Fabrikation von Strumpfwaren.
Vom Bahnhof links über die Geleise, die Landstraße nach Thum hinauf.
Sie führt durch den _Abtwald_ (gehörte in alter Zeit dem Chemnitzer
Benediktinerkloster). Zur _Besenschenke_. (1846 von einem Besenbinder
gebaut.) Die Landstraße fort. Nach Verlassen des Waldes hübsche
Blicke auf das obere Erzgebirge. Wir kommen nach _Obergelenau_.
Rechts das Genesungsheim der Chemnitzer Ortskrankenkasse. Links das
König-Albert-Heim, Erholungsstätte für sächsische Staatsbeamte.
Am Gasthaus Zur Linde und am Forsthaus Thum vorüber. Von der Höhe
(603 ~m~) prächtiger Ausblick. Die Straße führt nun hinab nach _Thum_.
Stadt mit 4500 Einwohnern. Die herrschende Industrie ist die
Strumpferzeugung. In der Nähe der Stadt fand am 25. Januar
1648 das letzte Gefecht des 30jährigen Krieges auf sächsischem
Gebiet statt.
Durch die Stadt, die Stollberger Straße entlang. Am Hause 84 (rechts)
links dem Wegweiser »Greifenstein« folgen. Der Weg ist rot-weiß
bezeichnet. Durch den Wald. Über eine Fahrstraße, die »Giftmehlbahn«
genannt, weil früher hier Arsenik von der nahe gelegenen »Gifthütte«
(jetzt Dynamitfabrik) befördert wurde. Gleich darauf zu einer zweiten
Fahrstraße, diese nach rechts zu den _Greifensteinen_. (Siehe 26 ~a~.)
Nach Ehrenfriedersdorf siehe 26 ~a~.
Von der unteren Seite des Marktes aus rechts, den rot-gelben
Marken nach durch das waldige Saubachtal zum _Kalten Muff_, auch
_Franzenshöhe_ genannt. Einfaches Gasthaus an der Straße von Geyer
nach Wolkenstein gelegen, zum Dorfe Neundorf gehörig. Prächtiger Blick
auf den Erzgebirgskamm. Die Straße links weiter über _Falkenbach_ und
Schönbrunn zum Bahnhof _Wolkenstein_.
Mit der Bahn nach Chemnitz zurück.
~c~) _Jahnsbach_ -- _Greifenstein_ (50 Min.) -- _Greifenbachtal_ --
_Walthershöhe_ (50 Min.) -- _Geyer_ (½ Std.) -- _Ehrenfriedersdorf_ (1
Std.) -- _Thum_ (1 Std.) -- _Burkhardtsdorf_ (1½ Std.).
Wanderzeit: 5¾ Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Jahnsbach, Linie Chemnitz--Aue. In
Meinersdorf umsteigen!
Vom Bahnhof auf rot-gelb bezeichnetem Wege nach den _Greifensteinen_.
(Siehe 26 ~a~.)
Von Wegtafel 186 folgen wir den blau-weißen Marken durch den
Pochwald hinab in das _Greifenbachtal_. Links die Ruinen eines
verfallenen Pochwerkes. Vor uns die eiserne Bahnbrücke der Bahn
Ehrenfriedersdorf--Geyer. Auf einer kleinen Brücke den Greifenbach
überschreiten. Rechts hinauf zum Schlegelberg. Aus dem Walde heraus,
bald aber wieder hinein. Links ein Denkstein an zwei vom Blitze
erschlagene Personen. Nun zur _Walthershöhe_.
Berggasthaus, 697 ~m~ hoch gelegen, Aussichtsturm.
Die Aussicht ist ganz prächtig! Nun auf bezeichnetem Wege nach _Geyer_.
Stadt mit 5400 Einwohnern, 605 ~m~ hoch gelegen. Früher
Zinnbergbau, jetzt hauptsächlich Posamentenindustrie. Am Markte
eine Postsäule aus dem Jahre 1730. Der Kirchturm birgt die
große Prinzenglocke, die durch das Sturmläuten beim Prinzenraub
gesprungen sein soll, sie wurde 1539 umgegossen. In der Kirche
das Grabmal Hieronymus Lotters, des Erbauers des Leipziger
Rathauses und der Augustusburg, er starb hier 1580 als Besitzer
des Lotterhofes, des ehemaligen Rittergutes. Auf dem Friedhof
liegt Evan Evans begraben, der 1844 verstorbene Begründer der
Maschinenspinnerei in Sachsen, seine Fabrik befand sich im
nahen Siebenhöfen. Sehenswert ist die große Binge, 10 Minuten
vom Markte, durch Zusammenbrüche des Zinnbergwerks 1704 und
1803 entstanden. Sie ist 70 ~m~ tief, 200 ~m~ lang und 160 ~m~
breit. Es sind noch die Spuren früherer Strecken, Abbau- und
Fördergänge zu erkennen. Seit 1906 hat man den Abbau von Zinn
und Wolfram wieder aufgenommen.
Vom Markte geht man nun aufwärts auf der Straße nach Schönfeld. Hinter
dem Roten Vorwerk biegt die Straße nach rechts. Bald zeigt links ein
Wegweiser einen Weg nach _Ehrenfriedersdorf_. (Siehe 26 ~a~.)
Die Straße gerade durch die Stadt. An den Gifthütten vorüber in das
Mühlholz. Die Straße teilt sich: links aufwärts. Am Waldschlößchen
vorbei. Es folgt rechts an der Straße ein eisernes Denkmal, das an das
letzte Gefecht des 30jährigen Krieges auf sächsischem Boden, 25. Januar
1648, erinnert. Der Grund führt noch heute den Namen »Elendswiesen«.
Etwas aufwärts nach _Thum_. (Siehe 26 ~b~.)
Wir durchwandern die Stadt in gerader Richtung. Beim Stadtteil Oberdorf
schneiden wir durch einen abschneidenden Weg nach rechts einen
großen Straßenbogen ab. Hinauf zur Straßenhöhe. Es folgen Forsthaus
(links) und Gasthaus Linde, sowie das Genesungsheim der Chemnitzer
Ortskrankenkasse, in Obergelenau. Wir gelangen nun in den Abtwald, zur
Besenschenke und die Straße abwärts wandernd nach _Burkhardtsdorf_ zum
Bahnhof.
Rückfahrt nach Chemnitz.
~d~) _Zwönitz_ -- _Niederzwönitzer Wald_ -- _Gifthütte_ --
_Greifenstein_ (1¾ Std.) -- _Walthers Höhe_ (50 Min.) -- _Geyer_ (½
Std.) -- _Ehrenfriedersdorf_ (1 Std.).
Wanderzeit: Reichlich 4 Stunden.
Ausgangspunkt: Bahnhof _Zwönitz_. Linie Chemnitz--Aue.
Stadt mit gegen 3700 Einwohnern, 549 ~m~ hoch gelegen.
Früher Bergbau, gegenwärtig Schuh- und Wirkwarenfabrikation,
Gorlnäherei und Weberei. Auf dem Markte eine Postsäule vom
Jahre 1727 mit kursächsischem und polnischem Wappen.
Vom Markte aus in östlicher Richtung die Annaberger und Geyersche
Straße entlang. Vor der Schüllerschen Dampfsägemühle links ab,
den gelben liegenden Kreuzen nach. Die schöne Wanderung durch den
Niederzwönitzer Wald bringt uns an der Dynamitfabrik, volkstümlich
Gifthütte genannt, vorüber zu den _Greifensteinen_. Weiteres siehe
26 ~a~.
Von Ehrenfriedersdorf nach Chemnitz benutzt man die Eisenbahn.
27. Stadtparkgänge.
Im Süden der Stadt ziehen sich am Chemnitzfluß die Anlagen
des Stadtparkes hin. Hohe Eichen und Erlen beschatten die
Promenadenwege. Zur Zeit der Rosenblüte erfreut man sich an
Duft und Blütenpracht des köstlichen Rosariums. Die Chemnitzer
Stadtgärtnerei hat mit großem Verständnis das Vermächtnis des
Fabrikanten E. O. Clauß erweitert und ausgebaut, sodaß sich der
Stadtpark neben viel besprochenen Promenaden anderer Städte
wohl sehen lassen kann. An den Besuch des Parkes schließen sich
kurze Spaziergänge an.
~a~) _Treffurthbrücke_ -- _Stadtpark_ (½ Std.) -- _Wind_ (10 Min.) --
_Eichhörnchen_ (¾ Std.) -- _Markersdorf_ (¼ Std.) -- _Altchemnitz_ (½
Std.) -- _Stadtpark_ (½ Std.).
Wanderzeit: 2 Std. 40 Min.
Ausgangspunkt: Haltepunkt der Straßenbahn ~A~ oder ~L~ an
der Treffurthbrücke. (Annaberger Straße).
Rechts über die Brücke bis zu Sachsens Ruhe. (Gartenwirtschaft). Nun
rechts auf der Straße über den Mühlgraben. Noch ca. 2 Minuten weiter,
dann links auf einem Fußweg in den Stadtpark. Unser Weg führt uns zum
Claußdenkmal, einer Granitsäule mit Medaillon und der Inschrift: Dem
Schöpfer dieser Anlagen, E. O. Clauß. Die dankbare Stadt Chemnitz. Wir
gehen den Weg bis zur Brücke über die Chemnitz. Hier schließt sich ein
neuer Teil an mit Weiher, schönen Eichen und dem Rosarium. Dann folgt
ein Staudengarten mit Zierbeeten. Die Anlagen sollen nach und nach bis
nach Markersdorf ausgebaut werden.
Wir gehen durch den Park bis an das Ende des Weihers. Dann rechts
hinauf zur Parkstraße. Auf dieser nach links wandernd, genießen wir
prächtige Blicke auf das Chemnitztal sowie auf die Höhen des Zwönitz-
und Würschnitztales. Der Geiersberg tritt besonders hervor. Durch die
Haydnstraße dann auf die Stollberger Straße. Rechts sehen wir das
Gasthaus _Wind_.
Garten und eiserner Aussichtsturm, 328 ~m~ hoch gelegen.
Nun die Landstraße links weiter. Rechts das Bassin der Kappler
Wasserleitung. Am Horizonte werden links der Adelsbergturm, geradeaus
der Geiersbergturm sichtbar. Weiter am Helbersdorfer Friedhof vorüber.
Die Straße bietet hübsche Aussicht. Sie führt schließlich zur _Kolonie
Markersdorf_, einem Ortsteil von Markersdorf. Nun ca. 10 Minuten weiter
zum _Eichhörnchen_. Bekannter Gasthof mit Garten.
394 ~m~ hoch gelegen. Herrliche Aussicht auf den ganzen Chemnitzer
Talkessel. Einige Schritte vor dem Gasthaus zeigt ein Wegweiser links
»Nach Markersdorf«. Diesem folgen wir und gelangen nach ¼stündiger
Wanderung nach Markersdorf. Wir schneiden unterwegs einen Bogen ab,
indem wir bei der Rechtsbiegung des Weges, den Rasenweg geradeaus
wählen.
_Markersdorf_, Vorort von Chemnitz. Wir gehen die Dorfstraße hinab
bis zur Markersdorfer Schmiede, bekanntes Gasthaus. Nach einigen
Minuten teilt sich der Weg. Wir gehen nach rechts über den Mühlgraben
und die Geleise der Chemnitz-Stollberger Bahn. Dahinter nach links.
An der Haltestelle _Ober-Altchemnitz_ vorbei. Nach Aufhören des
Geländers gehen wir links den Fußweg weiter. Unterhalb der Schule, beim
Altchemnitzer Gasthof, gehen wir links von dem Wege ab. Er führt über
die Bahn, weiterhin durch Wiesen. Auf einer Brücke über ein Wehr. Nun
am andern Ufer rechts auf diesem Uferweg zum Stadtpark zurück. Von
diesem nach dem Ausgangspunkt Treffurthbrücke. Bequeme Wanderer können
in Altchemnitz die Wanderung abbrechen und mit der Straßenbahn nach dem
Stadtinnern zurückkehren.
~b~) _Treffurthbrücke_ -- _Stadtpark_ (½ Std.) -- _Helbersdorf_ (5
Min.) -- _Markersdorfer Schmiede_ (½ Std.) -- _Harthau_ (40 Min.) --
_Altchemnitz_ -- _Neue Welt_ (20 Min.).
Wanderzeit: 2 Std. 5 Min.
Ausgangspunkt: Haltepunkt der Straßenbahn ~A~ oder ~L~ an
der Treffurthbrücke.
In den Stadtpark siehe 27 ~a~. Im hinteren Teile des Parkes die
Scheffelstraße rechts ab nach Helbersdorf. Die Dorfstraße links weiter.
Die Straße senkt sich etwas bis zu einem Teiche. Hier rechts ein Weg in
5 Minuten zur Markersdorfer Schmiede.
Von der Schmiede aus etwa 30 Schritte abwärts gehen. Dann rechts den
Berg hinan auf ein Gut mit Schieferdach zu. An der Zaunecke rechts
weiter, am Zaune hin. Dann den Feldweg hinauf. An einer Sandgrube
vorüber. Bei der Wegkreuzung bleiben wir auf unserem Wege. Er biegt
links, geht über ein Bächlein und führt zum _Harthwald_. In diesem
aufwärts. Rechts der Flurstein »Markersdorf-Harthau«. Ein Weg geht
rechts ab, den wir nicht benutzen. Nach wenigen Minuten teilt sich
der Weg: links den Rasenweg weiter. Der prächtige Waldweg dauert
leider nur 8 Minuten, dann an Feld. Nun am Waldrande rechts hin. Bei
schönen Ausblicken gelangen wir zur Talstraße und zu Dorf _Harthau_.
Industriedorf mit 6500 Einwohnern. Große Kammgarnspinnerei.
Über die Würschnitzbrücke auf die Annaberger Straße. Diese nach links
bis zu Großers Restaurant. Hier Wegetafel.
Nun die Talstraße weiter. Große Fabrikanlagen. Bei Stein 5,388 gelangen
wir nach Altchemnitz. Endlich zum Endpunkt der Straßenbahn ~A~ bei
_Reichels Neuer Welt_. Mit der Straßenbahn nach dem Stadtinnern zurück.
28. Ins Zwönitz- und Würschnitztal.
Die beiden Stammflüsse des Chemnitzflusses führen in
reizvollster Weise den Wanderer vom niederen zum höheren
Gebirge. Wald, Fluß und Höhe vereinigen sich, um ihm Schönes
in reicher Abwechselung zu bieten. Spiegelwald, Fürstenbrunn,
Schatzenstein und Prinzenhöhle sind die Glanzpunkte dieses
Gebiets.
~a~) _Stollberg_ -- _Tabakstanne_ -- _Thalheim_.
Wanderzeit: 1½ Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Stollberg. Hierher mit der Bahn.
Linie Chemnitz--Stollberg.
Stollberg. Stadt mit 7900 Einwohnern, 447 ~m~ hoch gelegen.
Die Industrie erzeugt Textilwaren. Sitz zahlreicher Behörden
und Schulen. In der Nähe das Schloß Hoheneck, in dem ein
Landesgefängnis für Männer untergebracht ist.
Vom Bahnhof durch die Bahnhofsstraße zum Markt. Oberhalb der Kirche,
am Kunzeschen Hause eine Wegmarkierungstafel. Unser Weg ist rot-blau
bezeichnet. Den Kirchsteig hinab, am Ende links in die Kirchstraße und
Innere Chemnitzer Straße und so auf den Postplatz. Beim Hotel »Goldner
Adler« nach rechts auf der nach Hoheneck führenden Schwarzenberger
Straße. Die Johannisgasse bringt uns aus der Stadt heraus. Auf bequemem
Wege empor zum Bellevue, Bauernwirtschaft und Schankbetrieb. Hübsche
Ausblicke. Wir gehen weiter; rechts geht ein Feldweg ab, den wir nicht
benutzen. Bald zu einer Wegteilung. Dem Wegweiser und den senkrechten
gelben Marken folgend rechts ab. Zur Höhe hinauf. Wir sehen schon die
auf der gegenüberliegenden Höhe stehende _Tabakstanne_.
Diese altehrwürdige Tanne, nach der auch das 6 Minuten davon
an der von Stollberg nach Thalheim führenden Straße gelegene
Gasthaus benannt ist, soll bereits der dritte Baum sein, der
den gleichen Namen trägt. Ihre Vorgängerin wurde 1879 durch
einen Sturm entwurzelt. Sie soll 400 Jahre alt gewesen sein.
Der jetzige Baum wurde 1910 von einem Blitzstrahl getroffen und
sehr beschädigt. Er trägt die Inschrift:
Sieh hier, mein lieber Wandersmann
Verjüngt die alte Tabakstann,
Und nimm davon die weise Lehr:
Das Neue prüf, das Alte ehr.
Für diesen im Absterben begriffenen Baum ist schon Ersatz vorgesehen.
Bald erblicken wir auch auf einer Waldblöße das Gasthaus »Zur
Tabakstanne«, zu Thalheim gehörend. Im ländlichen Stile gebaut mit
Garten und Veranden.
Wir gehen den von Stollberg kommenden Fahrweg weiter und erreichen nach
halbstündiger Wanderung _Thalheim_.
Dorf, mehr einer Stadt ähnelnd, mit gegen 7800 Einwohnern,
an der Zwönitz gelegen. Mittelpunkt der erzgebirgischen
Strumpfindustrie. Station der Linie Chemnitz--Aue.
Mit der Bahn nach Chemnitz zurück.
~b~) _Pfaffenhain_ -- _Goldbach_ -- _Tabakstanne_ (1½ Std.) --
_Thalheim_ (½ Std.).
Wanderzeit: 2 Std.
Ausgangspunkt: Station Pfaffenhain. Linie
Chemnitz--Stollberg.
Rot-weiße Marken führen uns auf der Straße nach Jahnsdorf zum
_Goldbach_. An diesem auf Fußweg rechts entlang zum Wald. Weiter auf
dem Waldfahrweg, der sich bis zur Höhe des Gasthauses _Tabakstanne_
schlängelt. Weiteres unter 28 ~a~.
~c~) _Stollberg_ -- _Heiliges Holz_ -- _Großer Stein_ -- _Brettmühle_
-- _Guter Brunnen_ -- _Zwönitz_.
Wanderzeit: 2½ Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Stollberg. Linie Chemnitz--Stollberg.
Vom Bahnhof zum Marktplatz durch die Bahnhofstraße. Vom Markt weiter
durch Herrenstraße, Marienplatz, Schneebergerstraße, Schützenplatz und
schlagen den gegenüber der Grabnermühle links abzweigenden Weg ein, der
nach dem »Waldfrieden« (Restaurant und Sommerfrische) führt. An diesem
vorüber gelangen wir durch das Heilige Holz nach dem Großen Stein.
Vorher ist auf einem Schild ein Weg nach dem Guten Brunnen angegeben,
den wir aber nicht gehen! Wir gehen unsern Weg weiter über den Großen
Stein und wandern zur _Brettmühle_, eigentlich Gasthaus Jägerhaus,
zu Niederzwönitz gehörend. Von hier gehen wir dem blau-weiß-blau
bezeichneten Wege nach zum Bad »_Guter Brunnen_«.
600 ~m~ hoch gelegenes Gasthaus, Badehaus und idyllischer
Weiher, ruhig im Walde gelegen. Die Quellen enthalten
kohlensauren Kalk salzsaures Magnesia, sie wurden 1498 entdeckt
und ähneln den Gasteiner Wässern.
Den blau-weiß-blau bezeichneten Waldpfad weiter, dann Feldweg bis
auf die Stollberger Straße. Diese weiter. Die Höhe überschreiten, am
Feldschlößchen vorüber, über die Bahngeleise zum Bahnhof _Zwönitz_.
(Siehe Wanderung 26 ~d~.)
Zwönitz ist Haltestelle der Bahn Chemnitz--Aue. Mit der Bahn nach
Chemnitz zurück.
~d~) _Zwönitz_ -- _Moosheide_ (¾ Std.) -- _Grünhain_ (¾ Std.)
-- _Spiegelwald_ (20 Min.) -- _Fürstenbrunn_ (1 Std.) -- _St.
Oswaldskirche_ -- _Langenberg_ -- _Schwarzbach_ -- _Elterlein_ (2 Std.).
Wanderzeit: 5 Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Zwönitz. Linie Chemnitz--Aue.
Über Zwönitz siehe Wanderung 26 ~d~.
Vom Bahnhof nach dem Markte, die Annaberger Straße weiter, dann rechts
die Schützenstraße aufwärts zum Schützenhaus. Dahinter geradeaus, den
weiß-gelben Marken folgend, nach _Moosheide_. Einfaches Gasthaus,
630 ~m~ hoch gelegen. Nun den rot-weiß-roten Marken nach, die
Fahrstraße weiter nach _Grünhain_.
Stadt mit 2600 Einwohnern, 630 ~m~ hoch gelegen. Industrie:
Posamenten, Blechwaren, Spielsachen, Emaillegeräte. Grünhain
wurde 1236 vom Burggrafen Meinhardt II. von Meißen gegründet,
zunächst als Cistercienserkloster. Es entwickelte sich zu
einem der reichsten und angesehensten in ganz Sachsen. 1429
wurde es von den Hussiten verwüstet und 1553 aufgelöst.
Die Gebäude wurden durch Krieg und Brand zum größten Teil
vernichtet, nur geringe Reste zeugen von verschwundener Pracht,
so der »Fuchsturm«, in welchem Kunz v. Kauffungen die Nacht
nach seiner Gefangennahme zugebracht haben soll.
Vom Marktplatze die Hauptstraße aufwärts bis vor die Eisenbahnbrücke.
Nun links den rot-weißen Marken nach. Über die Bahn, dann links ab.
Zum Walde empor. An der Waldecke nach rechts, Fahrweg durch den
_Spiegelwald_ zum _König-Albert-Turm_.
727 ~m~ hoch. Aussichtsturm und Sommerwirtschaft. Die Aussicht
ist ganz prächtig. Nordost: Unter uns Grünhain; links davon
die Greifensteine, darüber hinaus Schloß Augustusburg, rechts
von Grünhain die Dreibrüderhöhe. Im Osten: der grabähnliche
Pöhlberg, rechts davon der Scheibenberg, dahinter der
Bärenstein. Weiter hinter diesem der Preßnitzer Spitzberg. Im
Südosten: Fichtel- und Keilberg, rechts davon der Gottesgaber
Spitzberg und der Pleßberg (kahl, mit Turm). Süden: unter
uns Beierfeld, tief im Tale Schwarzenberg, am Horizont der
Plattenberg, rechts hinter Schwarzenberg die Morgenleite
mit Aussichtsturm, sowie der Auersberg. Westen: das Auer
Tal, dahinter der Filzteich bei Schneeberg, rechts davon die
Zwickauer Gegend, dann der Totenstein. Norden: der Rochlitzer
Berg.
Wir folgen nun den gelb-weißen liegenden Kreuzen. Zunächst Richtung
Grünhain bis zur Waldecke. Nun rechts am Walde hin. Über die Bahn,
rechts der Bahnhof Beierfeld. Nun halblinks die Straße überschreiten,
dann rechts. Die Wegsäule gibt uns die Richtung zum »Fürstenberg« an.
In den Wald. Kurz darauf Wegteilung: rechts hinab. Der Weg bringt
uns wieder auf die Fahrstraße, die wir vorher überschritten. Diese
nach rechts. Es folgt eine Wegteilung: geradeaus. Bei der nächsten
Straßenteilung nach ca. 10 Minuten wiederum geradefort. Dem Wegweiser
»Raschau« folgen. An einzelnen Häusern vorüber. Der Weg geht bergab
und führt in den Wald. Dem Wegweiser folgend, den 1. Weg rechts ab.
Links die König Albert-Buche, 1889 gepflanzt. Nun links hinunter zum
_Fürstenbrunn_.
Hier wurde am 8. Juli 1455 Prinz Albert, der Stammvater
der albertinischen Wettiner aus den Räuberhänden Kunz von
Kauffungens befreit. An diese Begebenheit erinnert ein
Granitobelisk über dem Fürstenbrunn. Daneben ein Blockhaus mit
Restaurationsbetrieb, in dessen Gastzimmer sich einige, den
Prinzenraub darstellende Bilder befinden.
Nun zu dem nahen Dörfchen _Haide_, mit der sagenumwobenen _St.
Oswalds-_ oder _Dudelkirche_.
Sie soll 1514 durch den Grünhainer Abt Georg Küttner gegründet
und wegen Dazwischenkunft der Reformation nicht ausgebaut
worden sein. Die Sage erzählt jedoch folgendes: Der reiche
Hammerherr Kaspar Klinger habe den Bergherrn Wolf Götterer
aus Elterlein, von dem er sich beleidigt glaubte, meuchlings
erschlagen. Er erbot sich, zur Sühne dem heiligen Oswald
eine Kirche zu bauen. Dem reichen Hammerherrn gestatteten
die Richter solch teure Lösung. Aber der Himmel ließ sich
nicht bestechen. Als die Kirche geweiht werden sollte, zog
ein schwarzes Wetter herauf. Als der Priester den Hammerherrn
ermahnte, den Zorn Gottes durch Reue zu besänftigen, wurde
er verlacht. Da fuhr ein Blitzschlag hernieder, erschlug den
Sünder und vernichtete die Kirche, sodaß nur die Trümmer übrig
blieben. Fromme Scheu hinderte den Wiederaufbau des Kirchleins.
Von hier auf der Raschauer Straße weiter nach dem Dorfe _Langenberg_
mit dem Rittergut _Förstel_, das von der Leipziger Ortskrankenkasse
als Erholungsheim eingerichtet wurde. Vor dem Rittergute erhebt sich
ziemlich frei aus der Erde der Silberemlerfelsen.
Wir folgen nun den weiß-rot-weißen Marken durch das Dorf nach
_Schwarzbach_ und _Elterlein_.
Stadt mit 2500 Einwohnern, 620 ~m~ hoch gelegen.
Weiteres siehe 28 ~e~.
Mit der Bahn über Zwönitz nach Chemnitz zurück.
~e~) _Zwönitz_ -- _Ziegenberg_ (20 Min.) -- _Moosheide_ (45 Min.) --
_Schatzenstein_ (45 Min.) -- _Elterlein_ (45 Min.) -- _Schwarzbach_ (25
Min.) -- _Förstel_ -- _Langenberg_ (45 Min.) -- _Schwarzenberg_ (40
Min.).
Wanderzeit: 4½ Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Zwönitz. Linie Chemnitz--Aue.
Über Zwönitz siehe 26 ~d~.
Vom Bahnhof zum Markt. Dann auf der Annaberger Straße, den
weiß-gelb-weißen Marken folgend, bis zur Schützenstraße. Durch diese
bis zum Schützenhaus. Hier links zum _Ziegenberg_.
651 ~m~ hoch. Obelisk mit Medaillons Kaiser Wilhelms I., König
Alberts, Moltkes und Bismarcks. Hübsche Ausblicke auf das
Zwönitztal, Lößnitz und Schneeberg.
Nun in südwestlicher Richtung hinab zur Straße und auf dieser (schön
schattig!) bis an den Wald zur _Moosheide_.
676 ~m~ hoch gelegenes Gasthaus. Vor dem Hause bergan und nach links.
Den Zeichen nach auf hübschen Waldwegen zum _Schatzenstein_.
Felsklippen aus Glimmerschiefer, 763 ~m~ hoch gelegen, tief
im Walde versteckt. Der höchste Felsen ist verwachsen, bietet
daher keine Aussicht. Von den westlich gelegenen hat man gute
Aussicht auf das obere Erzgebirge.
Vom Schatzenstein den Marken weiter folgend bis zum Ausgang aus dem
Wald. Am Waldrande hin und zur Grünhain-Elterleiner Straße. Auf dieser
nach links zur Stadt _Elterlein_.
620 ~m~ hoch gelegen mit ca. 2500 Einwohnern. Früher wurde
hier Eisenstein gewonnen und im Hammerwerk und Regelschmiede
weiterverarbeitet. Jetzt beschäftigt man sich mit Posamenten-
und Gorlnäherei und Landwirtschaft. Auch Eisengießerei und
Maschinenbau. Auf dem Markte ein Denkmal der Barbara Uttmann,
die hier geboren sein soll.
Wir folgen nun den weiß-rot-weißen Marken südlich nach Schwarzbach.
Weiter durch das Schwarzwassertal zum Rittergut Förstel, wo
im Rittergut das Genesungsheim der Leipziger Ortskrankenkasse
untergebracht ist. Vor dem Rittergute ein isolierter Felsen, der
Silberemlerfelsen. Weiter durch Dorf Langenberg nach _Schwarzenberg_.
Stadt, 465 ~m~ hoch gelegen, in prächtiger Umgebung. Hier
fließen Schwarzwasser und große Mittweida zusammen. Die
Stadt ist von allen Seiten mit waldigen Höhen umgeben.
Industrie: Blechwarenfabriken, Emaillierwerke, Eisengießerei,
Kammgarnspinnerei, Pappenfabrik, Posamenten. 7800 Einwohner.
Das Schloß gibt der Stadt ein malerisches Ansehen. Reiche
historische Erinnerungen. Schon 1150 ging die zur bayerischen
Ostmark gehörige Herrschaft Schwarzenberg käuflich in den
Besitz Friedrich Barbarossas über. Friedrich II. schenkte sie
an Böhmen, wo sie über 200 Jahre verblieb. 1459 kam sie als
Heiratsgut an den Sohn Friedrich des Sanftmütigen, Herzog
Albrecht, der mit einer böhmischen Prinzessin vermählt war.
Letztgenannter verkaufte in Geldnöten den Besitz an die Familie
v. Tettau. Von ihr erwarb sie Kurfürst Johann Friedrich der
Großmütige zurück. Den steinernen Schloßbau führte, an Stelle
eines morsch gewordenen hölzernen, 1555 Kurfürst August auf.
Durch Kriege und Brände hatten Stadt und Schloß viel zu leiden.
Heute ist im Schlosse das Amtsgericht untergebracht.
Station der Linie Annaberg--Aue--Werdau. Wir fahren über Aue nach
Chemnitz zurück.
Man kann mit dieser Wanderung auch einen Besuch des Oswaldkirchleins
und Fürstenbrunnens verbinden. Man geht nach Durchwanderung Langenbergs
rechts den Weg nach Haide mit der _Oswaldskirche_ (Seite 229) und
von hier zum Fürstenbrunn. Nun nach Schwarzenberg: Aus dem Gasthaus
kommend geradefort, den prächtigen Waldweg. Nach 20 Minuten aus dem
Walde. Bei schöner Aussicht auf Schwarzenberg durch Wiesen hinunter,
den Schwarzbach überschreiten, den Weg im Tal weiter. Dann nach
_Wildenau_, zu Schwarzenberg gehörend, am 1. Hause links ab, sofort
aber nach rechts abbiegen. Unter der Bahn weg. Am Schützenhaus vorbei.
Bei Kilometerstein 9,6 teilt sich der Weg. Rechts führt ein Fußweg in
5 Minuten zum Bahnhof; links auf der Fahrstraße weiter zur Stadt. (¼
Std.).
~f~) _Grünhain_ -- _Spiegelwald_ (20 Min.) -- _Fürstenbrunn_ (1 Std.)
-- _Oswaldkirche_ (10 Min.) -- _Waschleithe_ -- _Grünhain_ (1¼ Std.) --
bez. _Zwönitz_ (1½ Std.).
Wanderzeit: 2¾ Std. bez. 4¼ Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Grünhain. Linie
Zwönitz--Scheibenberg.
Von Chemnitz hierher über Zwönitz.
Vom Bahnhof zum Markte. Dann die Hauptstraße bis zur Eisenbahnbrücke.
Kurz zuvor zeigt links ein Wegweiser den Weg zum Spiegelwald mit
dem König-Albert-Turm. Der Weg ist rot-weiß bezeichnet. Über die
Bahn, links zum Wald. Von hier rechts den Fahrweg weiter zum Turm.
Beschreibung der Aussicht usw., sowie Wanderung zum Fürstenbrunn und
zur Oswaldkirche siehe Wanderung 28 ~d~.
Von der Oswaldkirche den weiß-blau-weißen Marken folgen. Unser Weg
führt im schönen Oswaldtale zum Dörfchen _Waschleithe_. Von hier windet
sich der Weg im Walde empor und führt nach Grünhain zurück. Von hier
mit der Bahn zurück. Man kann die Wanderung bis Zwönitz fortsetzen, was
bez. des Bahnanschlusses leicht geboten erscheint. Auf der Zwönitzer
Straße wandert man über die _Mooshaide_ (Restauration) bequem in 1½
Stunde nach Zwönitz.
~g~) _Lößnitz_ -- _Alberoda_ -- _Dürre Henne_ -- _Hohe Warte_ --
_Prinzenhöhle_ (1½ Std.) -- _Niederschlema_ (1 Std.) -- _Floßgraben_ --
_Aue_ (1¼ Std.).
Wanderzeit: 3¾ Std.
Ausgangspunkt: Lößnitz, unterer Bahnhof. Linie
Chemnitz--Aue.
_Lößnitz._ Stadt mit 7400 Einwohnern, 422 ~m~ hoch gelegen. Man fährt
bis zum unteren Bahnhof, da er näher an der Stadt liegt als der obere.
Lößnitz ist eine der ältesten Ansiedelungen des ganzen Gebirges.
Industrie: Strumpf-, Schuh-, Baumwollwaren-, Wäschefabrikation.
Unser Weg ist weiß-blau-weiß bezeichnet. Durch eine prächtige
Lindenallee kommen wir zu dem aussichtsreichen _Schießhause_. Prächtige
Aussicht! Nun hinab nach dem Dorfe _Alberoda_ (1855 Einwohner). Nun
hinauf zum Gasthaus »_Dürre Henne_«, einer einsamen Ansiedelung. Von
hier zum Aussichtspunkt _Hohe Warte_, 503 ~m~ hoch gelegen. Großartiger
Blick ins Muldental auf- und abwärts, sowie durch das Schlematal mit
dem Dörfchen Nieder- und Oberschlema, und der Stadt Schneeberg.
Nun zunächst auf Feldwegen, dann durch Wald hinab ins Muldental. Den
Talweg rechts weiter bis zu einem Wegweiser. Diesem rechts hinauf
folgen zur _Prinzenhöhle_.
Diese ist ohne Zweifel ein angefangener aber nicht weiter
gebauter Stollen. Wir stehen am Schauplatze einer Szene aus dem
bekannten Prinzenraube. Der Hergang war kurz folgender: Kunz
v. Kauffungen hatte in der Nacht vom 7. zum 8. Juli 1455 die
beiden Söhne des Kurfürsten Friedrich des Sanftmütigen aus dem
Altenburger Schlosse geraubt. Während er seinen Spießgesellen
den 14jährigen Ernst übergab, behielt er den 12jährigen Albert
bei sich. Die Prinzen sollten nach dem Schlosse Eisenberg in
Böhmen gebracht werden. Auf getrennten Wegen eilten die Räuber
durchs Erzgebirge. Eingeschüchtert durch das Sturmläuten
versteckten sich die Genossen Kunzens, Mosen und Schönfels,
mit ihrem Prinzen Ernst in der hiesigen Kluft. Als sie nun von
dem Schicksale Kunzens erfuhren, der inzwischen in der Nähe
des Fürstenbrunns gefangen genommen worden war, boten sie dem
Amtshauptmann von Zwickau die Auslieferung des Prinzen an, wenn
sie selbst an Gut, Leib und Leben ungestraft blieben. Auf diese
Bedingungen ging man ein und verschaffte so dem Prinzen Ernst
die Freiheit.
Am Eingange der Höhle befindet sich eine Marmortafel, die an das
Ereignis erinnert. In der Nähe liegt das im Schweizerstil gebaute
Forsthaus mit Restauration und prachtvollem Blick ins Muldental.
Von hier den weiß-blau-weißen Marken weiter folgend. Auch ein Wegweiser
gibt die Richtung an, ins Muldental hinab. Die Eisenbahnbrücke
überschreiten, dann rechts. Über die Grabenbrücke und dann über die
eiserne Muldenbrücke.
Man kann nach Überschreiten der letzteren einen Abstecher hinauf zur
Ruine Eisenburg oder Isenburg unternehmen. Ein Fußsteig führt rechts
hinauf. Die geringen Mauerreste gehörten jedenfalls zu einer Vorburg
des Schlosses Stein. Sonstige Nachrichten fehlen.
Wir gehen auf unsern Weg zurück. Auf Waldweg hinauf zum Bismarckstein.
Hier Tourentafel 165 ~b~. Der Weg teilt sich. Wir gehen links hinab
nach _Niederschlema_.
Dorf mit 2600 Einwohnern, 300 ~m~ hoch gelegen. Industrie:
Papier- und Maschinenfabriken.
Unsere Marken führen uns weiter zum _Floßgraben_.
Dieser 1556 bis 1559 angelegte Kanal führte einen Teil des
Muldenwassers von Bockau nach Oberschlema-Schneeberg, er diente
einst der Holzflößerei. Der Weg an ihm hin ist ganz herrlich.
Er bringt uns am Genesungsheim des D. V. d. H. vorüber.
Dahinter links den Fußweg hinab nach _Aue_.
Weiteres siehe Wanderung 29 ~a~.
Von Aue mit der Bahn nach Chemnitz zurück.
_h_) _Stollberg_ -- _Oberdorf_ -- _Beutha_ (1¼ Std.) -- _Raum_ (20
Min.) -- _Meisterei_ (¼ Std.) -- _Prinzenhöhle_ (¾ Std.) -- _Stein_ (¾
Std.) -- _Hartenstein_ (20 Min.) -- _Raum_ (½ Std.) -- _Beutha_ (20
Min.) -- _Stollberg_ (1¼ Std.).
Wanderzeit: 5¾--6 Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Stollberg. Hierher mit der Bahn.
Über Stollberg siehe Seite 224. Vom Bahnhof durch die Bahnhofstraße
zum Markt. Nun durch die Herrenstraße über den Marienplatz, die
Schneeberger Straße entlang. Bei Landgrafs Restaurant rechts ab, auf
der Teichstraße weiter, sie setzt sich als Dorfstraße durch _Mittel-_
und _Oberdorf_ fort. Wir kommen am Walkteiche vorüber und gelangen
schließlich zum Bahnhof Oberdorf-Beutha. Nun links über die Höhe nach
_Beutha_. An der Kirche vorüber, rechts in die Dorfstraße einbiegen.
Später links die Straße nach _Raum_. Hier nimmt uns die Staatsstraße
Lichtenstein--Hartenstein auf, die wir links einbiegend, ein Stück
gehen. Dann beim Restaurant rechts auf einem Feldweg zur _Meisterei_.
Früher eine Scharfrichterei und Abdeckerei, jetzt gern
aufgesuchter Gasthof mit Garten.
Nun links in den Wald bis zum Wegweiser »Prinzenhöhle«. Diesen Weg
schlagen wir ein, er ist rot-weiß bezeichnet. Wir kommen zu einer
Waldblöße, auf dem dem verstorbenen Fürsten von Schönburg-Waldenburg
ein Denkstein errichtet worden ist. Auf unsern Weg zurück. Prächtiger
Buchenwald nimmt uns auf, der »Knoblochberg« genannt, was zu Zeiten
auch mit den Geruchsorganen wahrzunehmen ist. Der Weg geht immer
abwärts, zuletzt etwas steil. Wir halten uns links und kommen zum
_Forsthaus_ (auch Schankbetrieb). Hübsche Ausblicke auf das jenseitige
Muldenufer mit dem Dorfe Wildbach und der Isenburg-Ruine (siehe vorige
Wanderung). Nun durch den herrlichen Wald auf felsigem Steig hinab zur
_Prinzenhöhle_. (Siehe Wanderung 28 ~g~).
Wir gehen nun weiter talabwärts zur Zwickauer Mulde und am rechten Ufer
derselben nach _Stein_ mit dem altehrwürdigen Schlosse.
Das Dörfchen zählt 110 Einwohner. Das Schloß, hoch auf dem
Felsen thronend, gibt dem Orte ein überaus malerisches
Ansehen. Es gehört der Herrschaft Schönburg-Waldenburg und
dient jetzt zu Wohnzwecken für Beamte. Die Besichtigung ist
gestattet. 194 Stufen hinauf auf den alten Hauptturm, der einen
schönen Ausblick gewährt. Burgverlies, Ruine der Burgkapelle,
Verteidigungsgalerie, 32 ~m~ hoher Eckturm.
Nun beim Teiche rechts hinauf nach der Stadt _Hartenstein_.
Stadt mit 2800 Einwohnern, 350 ~m~ hoch gelegen. Der Markt
macht mit seinen altertümlichen Gasthäusern einen hübschen
Eindruck. Auf dem 396 ~m~ hohen Schloßberge das imposante
Schloß Hartenstein, dem Fürsten von Schönburg-Waldenburg
gehörend. In Abwesenheit der Besitzer kann das Schloß
besichtigt werden. Allerlei Altertümer, darunter eine
Feldschlange, die bei den Freudenschüssen nach Beendigung des
Krieges 1871, scheinbar trüber Ahnungen voll, zersprang.
Vom Schlosse rechts hinauf, durch ein Waldstück, auf unsere frühere
Straße, auf der wir hergekommen sind. Zurück nach Raum und weiter nach
Station Oberdorf-Beutha. Bei günstiger Gelegenheit benutzt man von hier
aus die Bahn bis Stollberg; im andern Falle wandert man über Oberdorf
nach _Stollberg_ zurück.
Von Stollberg nach Chemnitz mit der Bahn.
29. Ins Schwarzwasser-, obere Muldental und zum Auersberg.
Ein jeden Naturfreund hocherfreuendes Gebiet. Aus engen,
geradezu klammartigen Tälern steigt man auf waldigen Wegen
zu aussichtsreichen Höhen hinauf. Das rasch emporblühende
Aue, das altehrwürdige Schneeberg, die echten Gebirgsstädte
Johanngeorgenstadt und Eibenstock, das liebliche Schwarzenberg
umschließen ein Gebiet, das auf Schritt und Tritt neue
Schönheiten erschließt. Die Genüsse einer einsamen
Waldwanderung können hier am besten ausgekostet werden.
Den Glanzpunkt dieser Gegend, wie überhaupt einen des ganzen
Gebirges, bildet der Auersberg, von allen Naturfreunden geliebt
und gern aufgesucht. Der ungünstigen Bahnverhältnisse wegen ist
es zu empfehlen, die Fahrt zum Ausgangspunkt am Vorabend der
Wanderung zu erledigen.
~a~) _Schwarzenberg_ -- _Konradswiese_ -- _Morgenleite_ (2 Std.) --
_Jägerhaus am Ochsenkopf_ (¾ Std.) -- _Antonsthal_ -- _Erlabrunn_ (1¼
Std.) -- _Johanngeorgenstadt_ (1¼ Std.).
Wanderzeit: 5¼ Std.
Ausgangspunkt: Schwarzenberg. Hierher über Aue.
Vom Bahnhof in ¼ Stunde zum Markt. Nun die Schneeberg-Eibenstocker
Straße hinaus. Am Friedhof vorbei. Bei Kilometerstein 0,0 teilt
sich der Weg. Den rot-gelben Marken nach, links aufwärts. Wegweiser
»Morgenleite«. Auf der Höhe Wegteilung: dem Wegweiser folgend
rechts weiter. Nach ca. 20 Minuten Wegkreuzung. Nun rechts weiter,
den blau-roten Marken nach. Am Wald Wegteilung: links weiter. Nach
kurzer Zeit den Wald verlassen und den Fußweg halblinks weiter bis
zur Waldecke. Einen Fahrweg überschreiten, geradefort. Über Wiesen.
Ein Fahrweg kommt von rechts; auf diesem links weiter, dem Wegweiser
»Konradswiese« folgend. Wegteilung: rechts gehen. 4fache Wegteilung:
rechts weiter. Wir gelangen zur _Konradswiese_. Waldwärterhaus in
ganz prächtiger Lage. Einfache Schankwirtschaft. Schöner Ausblick.
Das Gebäude verlassend wandern wir nach links, an 2 Teichen vorüber.
Dahinter Wegteilung: Rechts, den gelb-weißen Marken nach. Einen breiten
Fahrweg überschreiten. Geradeaus weiter zur _Morgenleite_.
813 ~m~ hoch. Aussichtsgerüst und Unterkunftshütte. Die
Aussicht ist ganz hervorragend. Osten: Schwarzenberg,
Raschau, der Raschauer Grund, die Stadt Scheibenberg, rechts
davon der Bärenstein, dahinter der Haßberg bei Preßnitz.
Süden: Gottesgaber Spitzberg, rechts Seifen (Böhmen), weiter
im Vordergrund Rittersgrün, rechts davon Breitenbrunner
Waldhäuser, im Vordergrunde Crandorf, Johanngeorgenstadt.
Südwesten: Auersberg, davon rechts Eibenstock. Westen:
Karlsturm bei Reiboldsgrün. Nordwesten: Kirchberg, rechts
davon Schächte von Zwickau. Norden: Hohenstein, dahinter
der Rochlitzer Berg, im Vordergrunde Oberpfannenstiel, die
Bernsbacher Höhe, Bernsbach; rechts davon Beierfeld, dahinter
die Augustusburg. Nordosten: Annenkirche zu Annaberg, davon
links Großrückerswalde (weißer Turm), rechts davon der
Pöhlberg. Herrlich ist der Überblick über das Waldmeer.
Vom Aussichtsgerüst den blau-weißen Marken nach bis zur Wegtafel.
Wir gehen nun in Richtung »Jägerhaus-Bockau«. Bald zu einer
einfachen Wegteilung: rechts, den blau-weiß bezeichneten »Lauterer
Grenzflügelweg« ab. Nach einer Wanderung von ca. 20 Minuten gelangen
wir zum Treffpunkt der Straße von Aue und Bockau. Links, die Straße
weiter, den weiß-gelb-weißen Marken folgend zum _Jägerhaus am
Ochsenkopf_.
782 ~m~ hoch, einsame Siedlung, zu Bermsgrün gehörig.
Gasthaus. Das Jagdhaus wurde von den sächsischen Fürsten gern
aufgesucht. 1693--1711 lebte hier Herzog Wilhelm Christian von
Holstein-Wiesenburg; er starb auch hier. Kreuzungspunkt der
Straßen Schwarzenberg--Eibenstock und Bockau--Breitenhof.
Wir folgen nun dem Wegweiser »Breitenhof«. Die Straße geht erst
eben dahin, dann rechts durch das Halsbachtal steiler hinab nach
_Antonsthal_. Nun auf der Landstraße weiter. Bei Stein 13,0 Wegteilung:
links fort, dem Wegweiser nach. Bei Stein 14,3 kommen wir auf die
Talstraße des Schwarzwassertales. Diese aufwärts wandernd gelangen
wir nach Station _Erlabrunn_. Die Talstraße weiter hinauf bis
_Johanngeorgenstadt_.
Weiteres siehe Wanderung 24 ~g~.
Mit der Bahn über Schwarzenberg--Aue oder Schwarzenberg--Annaberg nach
Chemnitz zurück.
~b~) _Schwarzenberg_ -- _Antonsthal_ (1½ Std.) -- _Jägerhaus am
Ochsenkopf_ (1 Std.) -- _Morgenleite_ (¾ Std.) -- _Bockau_ (1 Std.)
-- _Rechenhaus_ (¾ Std.) -- _Floßgraben_ -- _Auerhammer_ (1¾ Std.) --
_Aue_ (½ Std.).
Wanderzeit: 7¼ Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Schwarzenberg. Hierher über Aue.
Vom Bahnhof zum Markt. Nun auf die Erlaer Straße. Die
Schwarzwasserbrücke überschreiten. Der Weg ist rot-weiß bezeichnet. Im
Schwarzwassertale an der Bahnlinie hin, hinauf nach _Erla_.
Dörfchen mit 260 Einwohnern, 467 ~m~ hoch gelegen.
Nun die Talstraße weiter nach _Antonsthal_, 521 ~m~ hoch gelegener
Ortsteil von Bermsgrün.
Von hier rechts in den Wald und durch das Halsbachtal, am linken Ufer
des Halsbaches hinauf; eine köstliche Waldtalwanderung! Wir kommen an
einzelnen Häusern vorüber, den Waldhäusern der Gruben Ritter St. Georg,
Unverhofft Glück, Weißer Adler, Fünf Brüder. Vom Waldrande hübsche
Ausblicke. Der Halsbachtalweg stößt auf die Schwarzenberg-Sosaer
Straße. Diese links weiter zum _Jägerhaus am Ochsenkopf_.
Weiteres siehe Wanderung 29 ~a~.
Wir folgen nun den weiß-gelb-weißen Marken auf der Straße Aue--Bockau.
Wir gehen bis zu einer sechsfachen Wegteilung, hier den blau-weiß
bezeichneten Weg, den sogenannten Lauterer Grenzflügelweg weiter. Bei
einer weiteren Wegteilung ebenfalls den blau-weißen Marken nach zum
Aussichtsgerüst auf der _Morgenleite_.
Weiteres siehe Wanderung 29 ~a~.
Vom Gerüst zur Wegteilung; nun den gelb-weißen Marken nach rechts
abwärts. Wir überschreiten einen Fahrweg, den Schneisenweg immer
abwärts folgend. Er bringt uns auf einen von rechts kommenden Fahrweg.
Diesen links weiter, an einem kleinen Teiche vorbei zur _Konradswiese_
(siehe 29 ~a~).
Nachdem wir das Gebäude verlassen, gehen wir den blau-roten Marken
nach rechts in den Wald. Nach Verlassen desselben über Feld hinab nach
_Bockau_.
Langausgedehntes Dorf mit 4000 Einwohnern, 434 ~m~ hoch
gelegen. Früher war der Ort bekannt durch die Herstellung
von Schneeberger Schnupftabak, Viehpulver und andere
Apothekerwaren. Angelikawurzel wird jetzt noch angebaut. Der
volkstümliche Name »Wurzelbocke« hat sich noch erhalten.
Bekannt ist das Schindlersche Blaufarbenwerk (Ultramarinfabrik).
Wir wandern die Dorfstraße abwärts bis zur Muldenbrücke. Rechts
über diese zum Gasthaus _Rechenhaus_, wo der Floßgraben von der
Mulde abzweigt. Wir gehen nun den Fußweg an demselben hin. Mächtige
Granitfelsen, gewaltige Blöcke in wildem Durcheinander, prächtige
Baumriesen auf den Talhängen geben herrliche Landschaftsbilder.
Auf dem Floßgrabenfußweg zur Zschorlauer Straße. Auf dieser hinab nach
_Auerhammer_, Dorf mit 1340 Einwohnern; endlich hinab nach _Aue_.
Industriestadt mit gegen 20000 Einwohnern, 348 ~m~
hoch am Zusammenfluß von Schwarzwasser und Zwickauer
Mulde in einem, von zum Teil steilen Bergen umgebenen,
Talkessel gelegen. Aue hat eine ganz rapide Entwicklung
genommen, vor 30 Jahren zählte die Stadt noch 3600
Einwohner. Grund dafür ist die Vielseitigkeit der
Industrie, Blechbearbeitungsmaschinenfabriken, Blech- und
Metallwarenfabriken, Baumwollwebereien, Wäschefabriken usw.
Aue ist Station der Linie Chemnitz--Aue--Adorf.
Mit der Bahn nach Chemnitz zurück.
~c~) _Schwarzenberg_ -- _Morgenleite_ (1½ Std.) -- _Konradswiese_ (½
Std.) -- _Bockau_ (½ Std.) -- _Rechenhaus_ (¾ Std.) -- _Floßgraben_ --
_Aue_ (2 Std.).
Wanderzeit: 5¼ Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Schwarzenberg. Hierher über Aue.
Vom Bahnhof zum Markte. Die Eibenstocker Straße hinaus, am Friedhofe
vorbei. Der Weg ist rot-gelb bezeichnet. Bei Kilometerstein 0,0 teilt
sich der Weg. Dem Wegweiser links aufwärts folgen. Auf der Höhe,
beim Bleygut, biegt die Straße nach links, wir gehen jedoch rechts
in bisheriger Richtung den Fahrweg weiter. Nach ca. 20 Minuten zum
»Restaurant zur Morgenleite«. Geradeaus, das Restaurant bleibt rechts.
Nach 10 Minuten zu den Henneberghäusern. Am ersten Hause gehen wir
links. Hinter dem nächsten Gute (nach ca. 3 Minuten) den Hauptweg links
fort. Wegteilung vor dem Felde: links weiter. Durch Wald, immer den
Marken folgend. Nun zu Grenzstein 15. Hier rechts den Morgenleitenweg
weiter. Nach 5 Minuten ein querkommender Weg, diesen nach rechts zum
Turm auf der _Morgenleite_. Weiteres unter 29 ~a~.
Weiterwanderung bis Aue siehe 29 ~b~.
~d~) _Aue_ -- _Floßgraben_ -- _Bockau_ (2¼ Std.) -- _Jägerhaus am
Ochsenkopf_ (1 Std.) -- _Morgenleite_ (¾ Std.) -- _Konradswiese_ (¾
Std.) -- _Schwarzenberg_ (1¼ Std.).
Wanderzeit: 6 Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Aue. Linie Chemnitz--Aue. Über Aue
siehe Seite 241.
Vom Bahnhof zum Markte. Nun durch die Wettiner Straße, über die
Muldenbrücke. Der Weg ist rot-weiß bezeichnet. Wir gelangen nach Dorf
Auerhammer bis zum Dorfplatz. Wegetafel. Hier rechts weiter bis zur
Wegteilung: links zum Gasthof hinauf. An diesem vorbei und hinauf zum
_Floßgraben_ (Seite 241). An diesem läuft ein Fußweg hin, diesen links,
dem Wasserlauf entgegen. Prächtige Wege, meist durch Wald, hübsche
Felsgruppen und schöne Ausblicke. Wir wandern bis zum Ende des Grabens
beim _Rechenhaus_. Nun in derselben Richtung die Straße weiter. Dann
durch den Hof des Blaufarbenwerkes links. Die Brücke überschreiten zur
Station _Bockau_. (Seite 241). Nun hinauf zum Dorf _Bockau_. Von hier
den blau-weißen Marken nach auf der Landstraße (Bockau--Breitenhof).
Durch prächtigen Wald zum _Jägerhaus am Ochsenkopf_. (Seite 239). Von
hier zur _Morgenleite_, siehe Wanderung 29 ~b~.
Vom Turm eine Minute zurück zur Wegteilung. Nun rechts abwärts, den
gelb-weißen Marken folgend. Immer auf dem Schneisenweg weiter. Er führt
auf einen querkommenden Fahrweg. Diesen nach links zur _Konradswiese_
(Seite 238). Nun den rot-blauen Marken nach. Das Gebäude hinter uns,
nach links. An zwei Teichen vorbei. Wegteilung: links hinab. Der Weg,
von Hecken eingerahmt, führt durch Wiesen. Wegteilung: Dem Wegweiser
scharf rechts nach. Nach einigen Minuten bei der Wegkreuzung geradeaus.
Der Weg führt durch Wiesen und Wald bis auf die Eibenstocker Straße.
Diese abwärts bis zum Markte von _Schwarzenberg_. Nach dem Bahnhof und
mit der Bahn über Aue nach Chemnitz zurück.
~e~) _Aue_ -- _Köhlerturm auf dem Gleesberg_ (1¼ Std.) -- _Schneeberg_
(½ Std.) -- _Floßgraben_ -- _Aue_ (2 Std.).
Wanderzeit: 3¾ Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Aue. Linie Chemnitz--Aue--Adorf.
Vom Bahnhof nach dem Markte. Die Wettiner Straße entlang; über die
Muldenbrücke. Wir gelangen nach _Auerhammer_ auf den Dorfplatz. Nun den
rot markierten Weg rechts weiter. Bei der Wegteilung folgen wir dem
Wegweiser. Rechts weiter, über die Brücke und die Stufen hinauf. Oben
nach links den Fußweg weiter; nach ca. zwei Minuten rechts zum Wald
hinauf. Den Floßgraben überschreiten; im Walde empor. Nach Verlassen
des Waldes an die Peuschelgüter. Hinter diesen teilt sich der Weg:
Links durch den Wald, den Marken nach. Wegteilung mit Wegtafel: rechts
weiter zum _Köhlerturm_ auf dem _Gleesberg_.
584 ~m~ hoch. Der Turm hat eine Höhe von 22 ~m~. Den Turm ziert
ein Bild ~Dr.~ E. Köhlers, dem einstigen Vorsitzenden des
Erzgebirgsvereins. Beim Turm Sommerwirtschaft. Die Aussicht ist
lohnend, besonders schöne Blicke ins Mulden- und Schlematal.
Vom Turme führt ein rot-blau bezeichneter Weg hinab nach _Schneeberg_.
Bergstadt mit 9100 Einwohnern, 470 ~m~ hoch auf dem Schneeberg
gelegen. Einst hochberühmter Silberbergbau, von dem die
zahlreichen Halden noch heute Zeugnis ablegen. Der Bergbau ist
bis auf die Gewinnung von Nickel, Kobalt und Wismut erloschen.
Die Industrie beschäftigt sich mit mechanischen Stickereien
und Klöppeleien. Auch Puppen, Tüll, Korsette, Buntpapier,
Holzwaren und Spielzeug werden hier erzeugt. Weltbekannt ist
die Herstellung chemischer Farben zur Porzellanmalerei in
Geitners Fabrik. Schneeberg ist besonders Schulstadt geworden.
Der Gesamtvorstand des Erzgebirgsvereins hat hier seinen Sitz.
Am Markte sind bemerkenswert das Stammhaus der Familie Schnorr
v. Carolsfeld, sowie das Simonsche Haus mit der Figur eines
Mannes, der unter jedem Arme ein Brot trägt. Das Gebäude
soll 1771--73 während der großen Teuerung um zwei Brote
verkauft worden sein. Gegenüber der Apotheke erzählt eine
Tafel, daß hier -- im ehemaligen Gasthof zum Ring -- Goethe
das letzte Mal mit Frau v. Stein zusammentraf. Sehenswert
ist die _St. Wolfgangskirche_, einst aus den Erträgnissen
des Silberreichtums errichtet. 1516 ward der Grundstein von
katholischen Priestern geweiht, 1540 vollendeten evangelische
Geistliche den Bau. Altarbilder stammen von Lukas Cranach dem
Älteren.
An Schneeberg grenzt die Stadt _Neustädtel_, 5200 Einwohner
zählend. Neustädtel nahm eine ähnliche Entwickelung wie seine
Schwesterstadt Schneeberg.
Wir gehen nun an der Post in Schneeberg die Auer Straße hinab. Unten
über die Bahn nach _Oberschlema_.
Dorf am Schlemabach mit 2500 Einwohnern. Hier befindet sich
das staatliche Blaufarbenwerk und große Buntpapierfabrik. Das
Wasser der Gruben ist stark radioaktiv, am stärksten im Markus
Semmler-Stollen. Das Wasser wird zu Kurzwecken verwendet.
Nun die Fahrstraße weiter zur Wegteilung. Rechts geht die direkte
Fahrstraße nach Aue, die wir _nicht_ benutzen! Wir gehen links. Nach
einigen Minuten kreuzt man bei Haus Nr. 39 den Floßgraben. Hier geht
rechts ein Weg mit der Bezeichnung »Privatweg« ab. Diesem folgen
wir. Er führt uns am Floßgraben hin, am Restaurant Panorama und am
Genesungsheim vorbei. Wir gehen ungefähr noch 10 Minuten bis zu einem
links abgehenden Fußweg. Diesen hinab nach _Aue_. (Siehe Seite 241).
Mit der Bahn nach Chemnitz zurück.
~f~) _Aue_ -- _Konradswiese_ (1½ Std.) -- _Morgenleite_ (¾ Std.) --
_Jägerhaus am Ochsenkopf_ (¾ Std.) -- _Sosa_ (1¼ Std.) -- _Eibenstock_
(1¼ Std.).
Wanderzeit: 5½ Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Aue. Linie Chemnitz--Aue--Adorf.
Vom Bahnhof zum Markt. Dann durch die Schwarzenberger Straße hinauf zum
Bechergut. (Restaurant mit Garten). Nun den gelb-weißen Marken nach
zur _Konradswiese_. (Siehe Seite 238). Weiter über die _Morgenleite_
zum _Jägerhaus_ siehe Wanderung 29 ~a~. Wir schlagen nun an der
Straßenkreuzung die Richtung »Eibenstock« ein. Die Fahrstraße bringt
uns durch schönen Wald am Fritzschhaus vorüber nach _Sosa_.
Dorf mit 2200 Einwohnern, 600 ~m~ hoch gelegen.
Wir gehen nun hinter dem Gasthaus zur _Forelle_ hinauf zur
Eibenstock-Wolfsgrüner Straße. Diese führt uns nach _Eibenstock_.
Stadt mit 9500 Einwohnern. Die Höhenlage reicht von
518--643 ~m~. Industrie: Tamburier-, Maschinen-,
Schiffchenmaschinen-, Perlstickerei-, Handschuh- und
Tüllgardinenfabrikation. Wertvolle Vorbildersammlung in
der Industrie- und Handelsschule. Besuch nach Anmeldung in
der Ratskanzlei gestattet. 1150 stand Eibenstock unter der
Herrschaft Friedrich Barbarossas. Sein Nachfolger schenkte das
Gebiet an Böhmen, wo die Stadt an 200 Jahre verblieb. Seit
1430 besaßen es die Herren v. Tettau als Lehen. 1459 kam es
durch Heirat an die sächsische Krone. 1534 ward Eibenstock zur
Kurfürstlich Sächsischen freien Bergstadt erhoben. Der blühende
Erzbergbau ging zurück. Das Tamburieren wurde 1775 durch Klara
Stollwin, geb. Angermann eingeführt. Die Erzeugnisse dieser
Industrie genießen Weltruf. Ein hübscher Ausflugspunkt ist das
_Bielhaus_ in der Nähe des oberen Bahnhofes. Es ist behaglich
in altertümlicher Weise eingerichtet und bietet schöne
Aussicht. Es wird von Sommerfrischlern und Touristen gern
aufgesucht.
Vom untern Bahnhof fahren wir über Aue nach Chemnitz zurück.
~g~) _Johanngeorgenstadt_ -- _Kleiner Kranichsee_ (1 Std.) --
_Auersberg_ (1½ Std.) -- _Wildenthal_ (½ Std.) -- _Bockautal_ --
_Eibenstock_ (1½ Std.).
Wanderzeit: 4½ Std.
Ausgangspunkt: Johanngeorgenstadt. Hierher über
Aue--Schwarzenberg.
Vom Markt die Eibenstocker Straße hinaus. Nach ¼stündiger Wanderung
links ab den Henneberger Fahrweg. Der Weg ist blau-gelb bezeichnet.
Immer geradeaus, nicht rechts und links abgehen! Kurz vor Henneberg
treffen wir auf die von Steinbach nach Oberjugel führende Waldstraße.
Diese nach links. Bald darauf erreicht man die 2 Häuser von Henneberg
und den _Kleinen Kranichsee_.
Hochmoor, das allerdings durch den Abbau des Torfes etwas
verloren hat. Es ist 3 ~m~ tief und 20 ~ha~ groß, mit
Zwergkiefern bewachsen. Ein Aussichtsgerüst gibt einen guten
Überblick. Bei trüben Tagen besonders eine ganz eigenartige
Stimmung.
Nun zurück nach den Henneberghäusern, auf die von Jugel nach Steinbach
führende Straße. Diese nach links und immer durch prächtigen Hochwald
nach _Steinbach_.
Dorf mit 200 Einwohnern, 830 ~m~ hoch, rings von Waldungen
umgeben.
Nach Durchwandern des Dorfes, den |_|_|_| Zeichen nach, bei
Kilometerstein 28,4 den rechtsgehenden Weg ab. Wir kommen durch die
_Sauschwemme_ (einzelne Häuser). Den querkommenden Fahrweg gehen wir
nach links. Hinter dem letzten Hause führt uns rechts ein breiter
Schneisenweg hinauf auf den Gipfel des _Auersberges_.
1019 ~m~ hoch, mit Berggasthaus und Aussichtsturm des
Erzgebirgsvereins. Die Aussicht ist großartig, sie übertrifft
die aller anderen Erzgebirgsberge. Man erwerbe sich im
Unterkunftshaus ein Panorama zum Preise von 25 Pfennigen. Ein
Zeißfernrohr ist vorhanden, Benutzung 10 Pfennige.
Vom Turm wandern wir durch eine Schneise nach Süden 2 Minuten lang
bis zum Wegweiser. Hier rechts hinab, den rot-blauen Marken nach. Sie
führen uns nach _Wildenthal_.
Dorf mit 400 Einwohnern, 750 ~m~ hoch. Es liegt zwischen dem
Auers- und dem Brückenberge im Tale der Bockau. Eine der
ältesten Sommerfrischen des Gebirges.
Vom Gasthof »Zum Auersberg« wandern wir die Straße nach rechts
weiter. Vor der Brücke rechts ab. Am Waldrande Wegteilung: links.
Immer am Talhang hin, nicht die sogenannte neue Straße. Köstliche
Hochwaldwanderung. Links unter uns die brausende Bockau. Nach ca.
halbstündiger Wanderung geht unser Weg aufs linke Ufer hinüber. Nach
ca. 10 Minuten links mächtige Felsklippen; 5 Minuten weiter geht
links ein Fahrweg ab, der sogenannte Poetenweg. Diesen schlagen wir
ein. Hübsche Talgrundwanderung. Bald über einen Steg rechts ab und
am andern Talhang hinauf. Der Weg wendet sich nach links. Sobald man
an die Wiesen kommt, nicht am Waldrande weiter, sondern den Fußweg
rechts ab und den Promenadenweg hin. Er bringt uns auf einen breiten
Fahrweg. Diesen nach links. Prächtige Aussicht! Der Auersberg erhebt
sich imposant inmitten der ungeheuren Waldflächen. Wir stoßen auf die
Wildenthal-Eibenstocker Straße. Diese bringt uns auf den Markt von
_Eibenstock_.
Von Eibenstock mit der Bahn über Aue nach Chemnitz zurück.
~h~) _Blauenthal_ -- _Zimmersacher_ (20 Min.) -- _Wildenthal_ (1¾ Std.)
-- _Auersberg_ (35 Min.) -- _Sauschwemme_ (20 Min.) -- _Steinbach_ (20
Min.) -- _Johanngeorgenstadt_ (1 Std.).
Wanderzeit: 4¼--4½ Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Blauenthal. Linie
Chemnitz--Aue--Adorf.
Vom Bahnhof über die Muldenbrücke. Am Gasthaus zur Forelle vorbei. Nun
im Tale der Großen Bockau hinauf nach _Zimmersacher_.
Holzschleiferei, Gasthaus und Garten. Bekannt und beliebt als
Sommerfrische.
Wir wandern ungefähr 5 Minuten weiter. Das Waldtal teilt sich. Wir
gehen, den gelb-weißen Marken nach, auf der Talstraße im schönen
Bockautal aufwärts. Eine ganz herrliche Wanderung. Die Straße führt
zunächst am linken, später am rechten Ufer nach _Wildenthal_ (siehe
Seite 248).
Unser Weiterweg ist rot-blau × bezeichnet. Beim Gasthof zum Auersberg
führt der Weg zur ~S~-Schneise. Unser Weg macht verschiedene Windungen,
die wir durch Fußwege abschneiden können. Auf der Schneise gelangen wir
hinauf zum Auersberg. (Siehe Wanderung 29 ~g~).
Vom Turme gehen wir durch die ~S~-Schneise, wie wir gekommen sind,
hinab. Nach knapp 20 Minuten gelangen wir zu einer Wegetafel und
einem Wegweiser. Nun links ab, der rot-weißen × Markierung folgend.
Zur _Sauschwemme_, einem Ortsteil von Steinbach. Kurz nach dem ersten
Hause teilt sich der Weg. Wir folgen dem Wegweiser rechts ab. Der
Weg führt uns auf die Landstraße Wildenthal--Johanngeorgenstadt. Auf
dieser links nach _Steinbach_. (Seite 248). An der Brücke befindet sich
eine Postsäule aus dem Jahre 1725. Wir wandern die Straße weiter nach
_Johanngeorgenstadt_. Siehe Wanderung 24 ~g~.
Über Schwarzenberg--Aue nach Chemnitz zurück.
~i~) _Blauenthal_ -- _Zimmersacher_ (20 Min.) -- _Wildenthal_ (1¾
Std.) -- _Auersberg_ (35 Min.) -- _Oberwildenthal_ (1 Std.) --
_Weitersglashütte_ (¾ Std.) -- _Kranichsee_ (¾ Std.) -- _Sachsengrund_
-- _Morgenröte_ -- _Rautenkranz_ (2¾ Std.)
Wanderzeit: ca. 8 Std.
Ausgangspunkt: Bahnhof Blauenthal. Linie
Chemnitz--Aue--Adorf.
Für rüstige Wanderer eine äußerst lohnende Tour. Bahnfahrt bis
Blauenthal am Tage vorher unternehmen! Zeitig aufbrechen!
Von Blauenthal nach dem Auersberg wie unter 29 ~h~.
Nun die ~S~-Schneise wieder hinab zur Wildenthal-Johanngeorgenstädter
Straße. Diese nach rechts abwärts nach _Oberwildenthal_. Hier teilt
sich die Straße. Bei Wegetafel 108 ~a~ scharf links ab in Richtung auf
Hirschenstand-Neudeck. Nach einigen Minuten zu Kilometerstein 22,9.
Hier rechts an der Straße ab. Der aufwärtsführende Waldweg ist blau-rot
bezeichnet. Nach wenigen Minuten Wegteilung: den mittelsten Weg weiter.
Der Weg führt aufwärts, nicht rechts am Wege ab! Unser Weg macht eine
Biegung nach links, dann rechts. Durch die Schneise über die Höhe in
das Waldtal hinab. Wir kommen zu einer Fabrik. Um diese gehen wir
links herum. Den Weg einige Minuten aufwärts und nun den 1. folgenden
Weg rechts empor nach _Weitersglashütte_. Hier wurde 1625 die erste
Glashütte errichtet. Die jetzige ist nicht im Betrieb. Hübsche Waldlage
auf Hochmoorgelände. Nun geradefort in den Wald. Vor Kilometerstein 4,3
den Waldweg rechts ab nach _Weiterswiese_. Einsam gelegene Ansiedelung.
Nun bei Wegetafel 109 ~a~ links den blau-weiß bezeichneten Weg zum
_Kranichsee_.
920 ~m~ hoch gelegen. Der Name stammt aus dem Slavischen,
~Granice~ = Grenze. Großes Hochmoor, im Volksmunde die »tiefe
Säuer« genannt. Vom Holzgerüst hat man einen guten Überblick
über die mit Knieholz und Sumpfkiefern bedeckte Fläche.
Quellengebiet der Wilzsch, Pyra und Rohlau. Der Boden schwankt
unter den Füßen. Eine etwas unheimliche Stimmung lagert über
dem Ganzen. Reiche Ausbeute für den Botaniker.
Nun zurück zum Fahrweg. Diesen in derselben Richtung noch knapp 20
Minuten weiter bis zur Wegetafel 110 ~a~. Nun rechts ab, den Pyraweg.
An einer Hütte vorüber. Immer den Weg weiter. An einen Meiler. Dann
der Wettinplatz. Von hier in wenigen Minuten nach _Sachsengrund_.
Einsame Waldsiedelung mit einfachem Gasthaus. Nun den Pyraweg weiter
nach _Morgenröte_.
Ortsteil von Rautenkranz. Eisenhüttenweg. Herrliche Lage in
einem Talkessel. 670 ~m~ hoch gelegen.
Nun den gelb-weißen Marken nach bis zu _Rautenkranz_.
Prächtig gelegenes Dorf mit 1400 Einwohnern, 614 ~m~ hoch
gelegen. Stark besuchte Sommerfrische. Station der Linie
Chemnitz--Aue--Adorf.
Mit der Bahn nach Chemnitz zurück.
~k~) _Eibenstock_ -- _Karlsfeld_ (1¾ Std.) -- _Kranichsee_ (1 Std.) --
_Sachsengrund_ -- _Morgenröte_ -- _Rautenkranz_ (2¾ Std.).
Wanderzeit: 5½ Std.
Ausgangspunkt: Markt Eibenstock.
Mit der Bahn über Aue nach Eibenstock. Dann nach dem Oberen Bahnhof.
Vom Markte den weiß-blau-weißen Marken nach durch den Dönitzbachgrund.
Links der Adlerfels, rechts der Zeisiggesang. Unser Weg führt auf
den Karlsfelder Steig. Dieser bringt uns am Brückenberg vorbei zum
Forsthaus in _Karlsfeld_ und weiter zur Kirche.
Marktflecken mit 1800 Einwohnern, 820 ~m~ hoch gelegen. Der Ort
wurde von Veit v. Schnorr, einem Schneeberger Bergherrn, der
ein Eisenwerk hier besaß, gegründet. 1688 ließ er im Stile der
Peterskirche in Rom die Kirche erbauen, die als Meisterstück
des Zimmerergewerbes gilt. Die Familie erhielt später den
Adel unter dem Namen Schnorr v. Carolsfeld. Der aus diesem
Geschlechte stammende Maler Julius Schnorr von Carolsfeld
schmückte im Verein mit seinem Sohne die Kirche mit wertvollen
Gemälden. Die Eisenwerke gingen ein, der Staat kaufte die
Forsten an (1823). Die Bewohner arbeiten in der Glasfabrik,
Konzertinafabrik und beschäftigen sich mit Tamburieren, Näherei
und Stickerei. Karlsfeld wird gern als Sommerfrische und
Wintersportplatz aufgesucht.
Beim Gasthaus »Grüner Baum« folgen wir den blau-weiß bezeichnetem Wege.
(Wegweiser Sachsenberg). Die Straße bringt uns hinauf zum Wald und
nach _Weiterswiese_. Unsere Wanderung setzt sich weiter fort wie unter
29 ~i~ beschrieben.
~l~) _Erlabrunn_ -- _Steinbach_ (1½ Std.) -- _Auersberg_ (1 Std.).
Wanderzeit: 2½ Std.
Ausgangspunkt: Erlabrunn, Station der Linie
Schwarzenberg--Johanngeorgenstadt. Hierher über
Aue--Schwarzenberg.
Erlabrunn ist Ortsteil von Breitenbrunn. Die Häuser liegen im
Walde versteckt.
Von der Station führt ein weiß-gelb-weiß bezeichneter Weg durch das
wunderschöne Steinbachtal nach Steinbach. Unterwegs sehen wir, links
von der Straße, den Teufelsstein, eine massige Granitfelsengruppe.
In Steinbach wandern wir rechts die Straße weiter zum Gasthaus
Waldfrieden. Hier den rot-blau bezeichneten Weg rechts weiter über die
Sauschwemme zum Auersberg. (Seite 248.)
Weiterwanderung vom Auersberg nach Vorschlägen unter 29 ~g~, ~h~, ~i~.
~m~) _Eibenstock_ -- _Burkhardtsgrün_ (1¼ Std.) -- _Filzteich_ (1 Std.)
-- _Schneeberg_ (¾ Std.) -- _Floßgraben_ -- _Aue_ (2 Std.).
Wanderzeit: 5 Std.
Ausgangspunkt: Eibenstock. Linie Chemnitz--Aue--Adorf.
Vom Postplatz die Schneeberger Straße hinauswandernd, gelangen wir nach
zwei Minuten zu einer Straßenteilung. Links ab. Der Biel ist rechts.
Hinab ins Muldental. In diesem die Straße abwärts nach _Muldenhammer_
(Gasthof mit Garten), Neuwerk und Neidhardtsthal (Gasthaus zum
Eisenhammer.) Die Muldentalstraße weiter bis nach _Wolfsgrün_. Über die
Bahn. Die Straße führt uns rechts am Hange hinauf und gewährt hübsche
Ausblicke. Sie ist weiß-blau-weiß bezeichnet. Straßenteilung: links
weiter. Bei Kilometerstein 10,1 rechts den Waldweg hinauf. Bei Stein
9,2 wieder auf die Straße, der man weiterfolgt bis _Burkhardtsgrün_.
Am Gasthaus vorüber. Rechts das ehemalige Freigut mit Turm. Rechts
zweigt die Straße nach Albernau ab, die wir nicht benutzen. Der
Kirchturm von Schneeberg ist zu sehen. Bei Kilometerstein 6,8 links
den Fahrweg ab, dem Wegweiser »Lindenau« folgend. Wir überschreiten
einen breiten Fahrweg und weiterhin die Straße Hundshübel--Zschorlau.
Unser Weg übersteigt einen Hügel. Hübsche Aussicht. (Rechts Zschorlau,
dahinter Oberpfannenstiel am Berge und der König-Albert-Turm auf dem
Spiegelwald.) Der Weg dreht sich. Wir sehen den Filzteich. Rechts die
Grube »Wolfgangsmaßen«, weiter rechts der Lerchenberg im Vordergrund
und dahinter der Gleesberg mit dem Köhlerturm. Man schneidet nun
die Neustädtler Straße. Rechts ein Gut. Gleich darnach Wegkreuzung:
Geradeaus. Nach wenigen Minuten erneut Wegteilung: rechts. Weiterhin
ein Wasser überschreiten. Den zuvorkommenden Fahrweg nach rechts und
zum Teichhaus. Die Stufen empor auf den Damm des _Filzteiches_. Rechts
weiter zur Wohnung des Teichwartes, der eine einfache Gastwirtschaft
unterhält.
_Filzteich_, 23 ~ha~ groß, kann als Ersatz für die dem
Erzgebirge fehlenden Seen gelten. Mit seinem breiten,
blitzenden Spiegel, in welchem sich herrlicher Nadelwald
spiegelt, erinnert er an die stillen Bergseen des
Schwarzwaldes. Er wurde 1483 angelegt, um dem Bergwerksbetrieb
zu dienen. Am 4. Februar 1783 brach das durch Schneeschmelze
hoch angeschwollene Wasser den Damm durch und richtete in
Zschorlau und Unterhammer große Verwüstungen an. In der Nähe
befinden sich Torfstiche. Zwei Berge sind sichtbar, rechts der
Kuhberg und links der Lichtenauer Steinberg.
Nun den Fußweg und dann den Fahrweg in derselben Richtung weiter
nach Grube »Daniel«. Rechts und links Halden. Weiter zwischen den
beiden Gruben »Daniel« (links) und »Schlehe« (rechts) hindurch.
Marschrichtung: Schneeberg. Die Stadt gewährt einen malerischen
Anblick. Links folgt ein Würfel mit bronzenem Kelch und Kranz, ein
Erinnerungsmal des 300jährigen Bestehens der Augsburger Konfession.
Die Straße macht eine Rechtsschleife. Hier den alten Fahrweg links
auf die Stadt zu. Wir gelangen zunächst nach Neustädtel und dann nach
Schneeberg.
Siehe Wanderung 29 ~e~.
Weiterwanderung am Floßgraben nach Aue unter 29 ~e~.
~n~) _Stollberg_ -- _Oberdorf_ -- _Beutha_ (1¼ Std.) -- _Raum_ (20
Min.) -- _Meisterei_ (¼ Std.) -- _Prinzenhöhle_ (¾ Std.) -- _Wildbach_
-- _Keilberg mit Bismarckturm_ (1½ Std.) -- _Schneeberg_ (¾ Std.) --
_Floßgraben_ -- _Aue_ (2 Std.).
Wanderzeit: ca. 7 Std.
Ausgangspunkt: Stollberg Linie Chemnitz--Stollberg.
Hierher mit der Bahn. Bis zur Prinzenhöhle wandert man wie unter 28 ~h~
beschrieben.
Vom Forsthaus den weiß-blau-weißen Marken nach. Der Weg führt ins
Muldental hinab. Über die Eisenbahnbrücke, dann rechts. Weiterhin über
die Graben- und die eiserne Muldenbrücke. Hier führt rechts ein Fußweg
zur Ruine Isenburg (siehe Seite 234).
Nun im Walde hinauf zum Bismarckstein. Wegetafel 165 ~b~. Hier teilt
sich der Weg. Links käme man nach Niederschlema. Wir gehen aber
rechts weiter bis _Wildbach_. Durch das langausgedehnte Dorf auf der
Dorfstraße aufwärts. Beim Verlassen des Dorfes überschreiten wir die
Höhe. Bis Telephonpfahl 52. Nun rechts ab. Der Feldweg ist gelb-weiß
markiert. Wir durchschneiden ein Wiesental, dann durch den Wald auf die
Fahrstraße. Dieser links folgen zum Gasthaus zum Marienhof. Am Zaunende
rechts hinauf auf den _Keilberg_ mit _Bismarckturm_.
551 ~m~ hoch. Der Turm ist 24 ~m~ hoch. Sommerwirtschaft.
Prächtiger Ausblick. Von links nach rechts: Spiegelwald,
Scheibenberg, Fichtelberg, Keilberg, Gleesberg mit Köhlerturm,
Morgenleite, Auersberg, Kuhberg, Steinberg.
Nun hinab nach _Schneeberg_. (Seite 245).
Von Schneeberg am _Floßgraben_ nach _Aue_ wie unter 29 ~m~ beschrieben.
30. Der Erzgebirgskammweg.
An und für sich ist das Unternehmen, eine einheitliche
Markierung des ganzen Kammes mit Anschluß an das Riesengebirge
durchzuführen, nur zu begrüßen. Jedoch würde der Wanderer,
der diesen ganzen Weg ablaufen wollte, nicht immer befriedigt
sein. Dreifünftel der ganzen Strecke führt auf Waldstraßen
mit wenigen Ausblicken. Der Weg liegt möglichst nahe am
Gebirgskamm, führt deshalb fast ausschließlich durch böhmisches
Gebiet. Nur im westlichen Teile, bei Johanngeorgenstadt und dem
Auersberg überschreitet er die sächsische Grenze. Der reizvolle
Wechsel zwischen schönen Tälern und stolzen Höhen ist ihm
versagt. Als Gegenstück dazu hat der Erzgebirgsverein Höhenwege
markiert, die unter Nr. 31 aufgeführt werden und bedeutend
abwechselungsreicher sind. Einzelne Stücke des Kammweges zu
wandern, kann natürlich nur empfohlen werden. Wir bringen im
Folgenden erst den ganzen Kammweg und dann einen Vorschlag zu
einer lohnenden Kammwanderung.
Das Wegezeichen besteht in einem |_|_|_|, vier blaue Zinken
in weißem Felde. Hoher Schneeberg -- Dorf Schneeberg 2 ~km~
-- Tyssaer Wände -- Tyssa 5 ~km~ -- Jungferndorf 5 ~km~ --
Nollendorf 2 ~km~, Streckenwalde 4,3 ~km~, Mückentürmchen
5,4 ~km~ -- Hinterzinnwald 8 ~km~ -- Neustadt 8,4 ~km~ --
Fleyh 7,5 ~km~ -- Göhren 8 ~km~ -- Böhmisch-Einsiedel 4 ~km~
-- Gebirgsneudorf 4 ~km~, Kallich 15 ~km~ -- Sebastiansberg
12 ~km~ -- Preßnitz 13 ~km~ -- Kupferberg 4 ~km~ -- Keilberg
12,5 ~km~ -- Gottesgab -- Pleßberg -- Platten 21 ~km~ --
Auersberg -- Wildenthal -- Kranichsee 25 ~km~.
Wanderzeit: 2½ Tag.
Ausgangspunkt: Station Blauenthal. Linie
Chemnitz--Aue--Adorf.
1. Halbtag:
_Blauenthal_ -- _Zimmersacher_ (20 Min.) -- _Wildenthal_ (1¾ Std.) --
_Auersberg_ (35 Min.)
Wegbeschreibung siehe 29 ~h~. Übernachten im Berghause.
2. Tag.
_Auersberg_ -- _Sauschwemme_ (20 Min.) -- _Steinbach_ (20 Min.) --
_Johanngeorgenstadt_ (1 Std.) -- _Platten_ (1 Std.) -- _Abertham_ (1
Std.) -- _Pleßberg_ (¾ Std.) -- _Gottesgab_ (2¼ Std.) -- _Fichtelberg_
(1 Std.)
Wanderzeit: ca. 7½--8 Std.
Von Auersberg bis Johanngeorgenstadt siehe 29 ~h~.
Nun über Wittigsthal nach Breitenbach zur Dreckschenke. Von hier die
Talstraße weiter, immer den Kammzeichen folgend nach _Platten_.
Stadt mit 2800 Einwohnern, 868 ~m~ hoch auf weiter, öder
Hochfläche gelegen. Früher Bergstadt, heute Fabrikation von
Glacéhandschuhen, Blechwaren, Schatullen, Korken. Die ehemalig
evangelische Bevölkerung wurde bei der Gegenreformation
gezwungen, zur katholischen Lehre zurückzukehren. Da wanderten
alle, bis auf neun Handwerker, aus und gründeten auf
sächsischem Boden die Stadt Johanngeorgenstadt.
Nun den Kammzeichen folgend am Rathaus die Straße nach Bärringen
einschlagen. Die Zeichen führen uns schließlich nach _Abertham_.
Stadt mit 4000 Einwohnern, 880 ~m~ hoch gelegen. Hauptort der
böhmischen Handschuhindustrie.
Vor der Kirche die Gottesgab-Joachimsthaler Straße abwärts. Den
Kammzeichen nach auf den _Pleßberg_.
1027 ~m~ hoch, ziemlich kahl. Aussichtsturm 16 ~m~ hoch.
Prächtige Aussicht. Im Unterkunftshaus kann man eine Postkarte
erwerben, die die Aussicht erläutert.
Aus dem Unterkunftshaus tretend, geradefort. Der Weg führt über den
kahlen Bergrücken hinab in den Wald. Die Marken bringen uns zum
Forsthaus Weite Wiese, dann auf einen Fahrweg. Diesen nach links.
Wegteilung: geradeaus auf die Gottesgaber Straße. Diese wandern wir, an
Häusern von Werlsberg vorüber nach _Gottesgab_.
Weiteres über _Gottesgab_ und Wanderung zum _Fichtelberg_ siehe 24 ~g~.
Nachtlager im Fichtelberghaus möchte man vorher möglichst durch
Fernsprecher bestellen. Ist dort kein Lager mehr frei, übernachte man
im Neuen Haus.
3. Tag.
_Fichtelberg_ -- _Keilberg_ (1½ Std.) -- _Kupferberg_ (2½ Std.) --
_Preßnitz_ (1 Std.) -- _Christophhammer_ (1¼ Std.) -- _Schmalzgrube_ (¾
Std.)
Wanderzeit: 7 Std.
Vom Fichtelberg nach dem _Neuen Haus_ und weiter nach dem _Keilberg_
(siehe 24 ~a~).
Nun den Kammbezeichnungen folgend zum Gasthaus Hofberg. Dann zum
_Mauthaus_ (Bierschank). Weiter zum _Langenauer Forsthaus_ und nach
_Oberhals_. Endlich nach _Kupferberg_. (Siehe Wanderung 22.)
Wir verlassen nun den Kammweg. Vom Markte die Bahnhofstraße hinaus. Am
Ende der Straße Wegteilung: links zu einer weiteren Wegeteilung. Nun
halbrechts, Richtung: das Bahnwärterhaus. Die Bahn überschreiten. Am
Bahnwärterhaus vorbei und den Feldweg abwärts. Der Haßberg gibt die
Richtung an. Nun nicht rechts und links abgehen bis zur Landstraße.
Hier eine Brücke. Die Straße nach links. Bei einem Kreuze geht
links ein Feldweg direkt nach _Preßnitz_. (Siehe Wanderung 22.)
Nun auf der Landstraße, am _Mauthäusel_ (Bierschank) vorüber nach
_Christophhammer_. In der »Schlummerrolle« ist Einkehrgelegenheit. Nun
auf der Landstraße an der Preßnitz hin, die Grenze überschreitend nach
_Schmalzgrube_. (Wanderung 22.)
Mit der Bahn über Wolkenstein nach Chemnitz zurück.
31. Die Höhenwege im Erzgebirge.
Um dem Wanderer die schönsten Stätten des Gebirges im
bunten Wechsel von Tal und Höhe zugänglich zu machen, hat
der Erzgebirgsverein drei Höhenwege markieren lassen, die
wohl sämtliche besuchenswerte Punkte des Gebirges berühren.
Die einheitliche Markierung, für deren Durchführung Herrn
Schuldirektor Wappler in Zöblitz das Hauptverdienst
zuzusprechen ist, hat hoffentlich durch den Krieg keine
Vernachlässigung erfahren.
Höhenweg I.
Dem Kamme am nächsten. Markierung: ein blaues × liegendes Kreuz auf
weißem Grunde. Länge 265 ~km~. Folgende Punkte werden berührt: Kuhberg,
Schnarrtanne, Reiboldsgrün, Rautenkranz, Jägersgrün, Schneckenstein,
Aschberg, Sachsengrund, Carlsfeld, Auersberg, Steinbach, Teufelssteine,
Johanngeorgenstadt, Rabenberg, Breitenbrunn, Rittersgrün, Tellerhäuser,
Fichtelberg, Crottendorf, Scheibenberg, Schlettau, Buchholz, Frohnau,
Annaberg, Pöhlberg, Bärenstein, Jöhstadt, Schmalzgrube, Hirtstein,
Reitzenhain, Kühnheide, Nonnenfelsen, Teufelsmauer, Katzenstein,
Zöblitz, Rübenau, Natzschungtal, Stößerfelsen, Bruchberg, Olbernhau,
Grünthal, Schweinitztal, Seiffen, Schwartenberg, Neuhausen, Sayda,
Bienenmühle, Zaunhaus, Rehefeld, Altenberg, Geising, Lauenstein,
Liebenau, Börnersdorf, Gottleuba.
Höhenweg II.
Die Wegbezeichnung besteht in einem roten liegenden Kreuz auf weißem
Grunde. Der Weg ist 165 ~km~ lang. Kuhberg, Neuheide, Schönheide,
Schönheiderhammer, Eibenstock, Auersberg, Sosa, Jägerhaus am
Ochsenkopf, Morgenleite, Schwarzenberg, Fürstenbrunnen, Spiegelwald,
Grünhain, Geyer, Greifensteine, Ehrenfriedersdorf, Schönbrunn
(Zschopautal), Wolkenstein, Warmbad, Gehringswalde, Dreibrüderhöhe,
Marienberg, Lauta, Lauterbach, Neunzehnhain, Lengefeld, Rauenstein,
Lippersdorf, Großhartmannsdorf, Mulda, Burgberg, Frauenstein,
Reichenau, Ammelsdorf, Bärenfels, Kipsdorf, Buschmühle, Luchau,
Luchberg, Glashütte, Liebstadt, Gottleuba.
Höhenweg III.
Wegbezeichnung ein gelbes liegendes Kreuz auf weißem Grunde. Kuhberg,
Oberstützengrün, Hundshübel, Dürrhäuser, Filzteich, Neustädtel,
Gleesberg, Schneeberg, Keilberg, Wildberg, Stein, Hartenstein,
Prinzenhöhle, Lößnitz, Zwönitz, Greifensteine, Thum, Kemtauer Felsen,
Kemtau, Dittersdorf, Dittersdorfer Höhe, Einsiedler Talsperre,
Einsiedel, Geiersberg, Harthau, Chemnitz, Beutenberg, Adelsberg,
Sternmühle, Kunnerstein, Augustusburg, Hohenfichte, Metzdorf
(Hetzdorfer Schweiz), Karolinenhöhe, Oederan, Gahlenzer Höhe,
Görbersdorf, Kirchbach, Linda, Oberschöna, Freiberg, Niederbobritzsch,
Klingenberg, Tharandter Wald, Grillenburg.
Berichtigungen.
Seite 2, Zeile 11 Steigerungen anstatt Steigungen
Seite 3, Zeile 32 idyllisch
Seite 73, Zeile 3 landschaftlich anstatt landwirtschaftlich
Seite 108, Zeile 21 Warnsdorfer Quelle
Seite 115, Zeile 14 Johannaturm
Seite 236, Zeile 5 muß es heißen: dann rechts auf einem
Feldweg zur Meisterei.
[Illustration: _Plan vom Zeisigwald._]
Wanderregeln.
Früh zu Bett und früh heraus! Das Wandern in frischer Morgenkühle ist
das schönste. Man lege 4 bis 5 Stunden Wegs am Vormittag zurück und
raste während der Mittagszeit. Die Hauptmahlzeit nimmt man am besten am
Abend erst ein. Bei den gegenwärtigen Verpflegungsverhältnissen nehme
man genügend Proviant im Rucksack mit; nicht immer ist es Übelwollen
der Gebirgswirte, wenn sie Nahrungsmittel an durchreisende Wanderer
nicht verabreichen. Von hohem Reiz ist eine Rast im Freien. Man steige
bergan langsam und gleichmäßig. Die Bergführer der Alpenländer haben
recht mit ihrer ständigen Mahnung an Übereifrige: »Zeit lassen!« Am
Rastort angekommen, lasse man sich nicht sofort erschöpft nieder. Noch
etwas Bewegung bewahrt vor dem unangenehmen Steifwerden der Füße.
Möglichst getragenes, »eingetretenes« Schuhwerk anziehen! Man kümmere
sich vor Beginn der Wanderung um die Fahrpläne der Eisenbahnen!
[Illustration]
10 Gebote für Erzgebirgswanderer.
1. Schützet die Anpflanzungen in Feld und Wiese, Garten und
Schmuckplatz und betretet keine jungen Forstkulturen!
2. Schont den Blumenflor am Bergeshang, auf der Höhe und im
Walde! Vermeidet das Abreißen, Mitnehmen und Ausgraben von
Pflanzen. Wie viele seltene Gebirgspflanzen sind schon durch
die Gedankenlosigkeit und Zerstörungssucht der Naturhyänen
ausgestorben!
3. Laßt weder Papier noch Scherben an euren Rastplätzen liegen!
4. Beobachtet die Tierwelt, aber stört sie nicht! Bei der
Ausrottung giftigen Gewürms ist manch harmloses Tierchen mit
zu Schaden gekommen! Ihr kommt als Naturfreunde, nicht als
Schlangenjäger in die Berge!
5. Schont die Wege, Markierungen, Bänke, Sicherheitsgeländer
usw. Bedenkt, wieviel selbstlose Arbeit des Erzgebirgsvereins
darin verborgen liegt!
6. Stört die Erhabenheit der Gebirgsnatur nicht durch
Lärm, vor allem nicht durch das Absingen widerlicher
Operettenschlager. Der deutsche Volksliederschatz birgt so
viele Edelsteine, mit denen ihr prunken könnt!
7. Seht im Gebirgsbewohner nicht einen Trottel, mit dem ihr
euch jeden Spaß erlauben könnt!
8. Beim Überschreiten der Grenze denkt immer daran, daß ihr
nicht in ein unkultiviertes Land kommt, das nur auf euer
Erscheinen gewartet hat, um der Kultur näher gerückt zu
werden! Was anders ist, kritisiert nicht laut und verletzend;
denkt an das Wort: »Ländlich -- sittlich!«
9. Unterstützt die Bestrebungen des Erzgebirgsvereins, indem
ihr euch die Mitgliedschaft desselben erwerbt! Für 3 Mark
Jahressteuer erhaltet ihr auch noch die gutgeleitete
Zeitschrift »Glück auf!«
10. Freut euch über unser schönes Gebirge und nehmt fürlieb mit
dem, was euch geboten wird!
Bleib gut gelaunt, auch wenn es regnet,
Dann bleibt dein Wanderschaft gesegnet!
[Illustration]
=Raum für Notizen= bez. Gaststätten, Bahnanschlüsse u. s. w.
=Raum für Notizen= bez. Gaststätten, Bahnanschlüsse u. s. w.
Dieses Blatt schneide man heraus, beschreibe es mit Vorschlägen zur
Verbesserung und Erweiterung dieses Wanderbuches und sende es an den
Herausgeber
(Chemnitz, Helenenstraße 55, II).
Dieses Blatt schneide man heraus, beschreibe es mit Vorschlägen zur
Verbesserung und Erweiterung dieses Wanderbuches und sende es an den
Herausgeber
(Chemnitz, Helenenstraße 55, II).
Dieses Blatt schneide man heraus, beschreibe es mit Vorschlägen zur
Verbesserung und Erweiterung dieses Wanderbuches und sende es an den
Herausgeber
(Chemnitz, Helenenstraße 55, II).
Dieses Blatt schneide man heraus, beschreibe es mit Vorschlägen zur
Verbesserung und Erweiterung dieses Wanderbuches und sende es an den
Herausgeber
(Chemnitz, Helenenstraße 55, II).
's Gartenhäusel
Erzählung in erzgebirgischer Mundart von Max Wenzel
[Illustration]
[Illustration]
's Gartenhäusel.
Jeder Mensch is ze beneiden, dar en Garten hoot. Net när ellä wagn de
Kohlrabi un Möhrn un daß ener egal frischen grün Salat hoot, nä, 's
gibt kene Zeit in Gahr, wu mer sich net in sen Gärtel e Fräd machen
könnt. Wu nu noch derzu Kiner sei, do is erscht racht schie. Nu hoot
oder net jeder esu viel Pfeng, daß er sich e Häusel un en Garten kafen
kaa, un do is e racht gute Eirichting, daß mer sich aa e Stückel Ard,
wos mer dernoch zu en Garten eiricht, mieten ka. Frieher gob's esuwos
när in de grußen Städt, itze fange se oder aa in de klen Stadtle un
Oerter a, sette Gartle azelegn.
In Annabarg wurn se aa eigericht, un en Haufen Leit taten sich nu e
Gartel harrichten. 's war of dan Flack noch e racht gruß Stück zu hobn,
oder dos ging ewig net wag, epper weils ne Leiten zu viel Arbet un ze
viel Gald war. Der Grund un Buden gehöret ne Baumester Fischer, un dar
dacht schie dra, dan Garten fir sich salber eizerichten. 's war e Gahr
virhar in Annabarg e Gartenbauausstelling gewasen un do hatt er en fein
Pafillon baue müssen fir su ener grußen Ferma aus Berlin un -- wies e
monichsmol is -- hinrhar hott er für dan Häusel kene Pfeng kriegt, un
nu stand's of sen Zimmerplatz in Wag rim. Ar dacht: »Du werscht dos
Häusel in dan Garten neisetzen, e seits feins Gartenhaus hoot kä anrer!«
's war e schie Häusel, fei gruß, an der Vöderseit warsch auf, un an en
Giebel dra war sugar e Taubenschlog, un ubn drauf war e Türmel mit ener
klen Fahn.
Wos der schiene Zaun un de gute Log net fertig gebracht hatten, dos wor
dan Häusel gelunge, geleich an zweten Tog kame zun Baumester Fischer
zwä Mannsen un fregeten wagn dan Gartl. Se hob'n erscht ewing hin-
un hargehanelt, oder dann kame se zesame. Der Schindler-Oskar un der
Salig-Bruno hatten, wie se ehäm ginge, mitenaner dan Garten gemiet.
Geleich en Tog dernoch macheten sich die bäden, wie se an Nochmittig
ihrn Gorl ogeliefert hatten zun Eisenfröhner un kafeten sich en eisern
Spaten, e Hackel un en Rachen. Dann gings zum Chamnitzer-Richard,
un da wur e Paketel Same gekaft, lauter Zeig, wu zwar ofn Packel
stand, daß in Juli blühe tät, wenn mersch im April naussäet -- oder
obs aa werklich aufging, dos war de anere Frog. Dann ließen se sich
bein Schnaps-Bräuer erst noch de Schofsackele fülln, un nu konnt
de Landwirtschaft lusgiehe. Wie se a der »Sonn« nakame, stand der
Lindnerfried vir der Tir un passet auf, wie der Satziger Schmiedel sei
neues Pfaar eispanne tat. Der Fried konnt natirlich sei Maul net halten.
»Ihr wollt wuhl ofn Gottesacker ne Ahnert halfen giehe?« esu freget
er, wie er bei dan bäden dos Handwerkszeig sog. »Nä, mir wollen in
»unern« Garten!« sahten die mit Gesichtern, als wären se der alte Wecke
von Wiesner Rittergut.
»En Garten hatt ihr?« machet der Lindnerfried weter, »ich dacht, weß
Gott, ihr hätt de Riesenburg mitenaner gekaft, esu grußbrudig kommt ihr
geloffen!«
Nu ging de Ausfrogerei natirlich esulang fort, bis dr Fried alles
wußt. »Dos Häusel is schie!« dos saht er aa, »do könnt ihr Hühner,
Kuhnickeln, Ziegn un sinst wos neisperrn!«
»Na«, saht der Schindler-Oskar, »ene Menageriebud soll das fei net
warn!« Der Lindnerfried but sich aa, emol mit nauszulafen, oder er hatt
noch e Tröppel Bier drine in sen Glos stiehe, un weil er saht: »Eier
Garten reißt eich net aus«, da daurets aa net lang, soßen se mit in dr
»Sonn« an runden Tisch, un wie der Lindnerfried sei Gitarr harnahm un
sen Walzer machet, do war der Garten ewing aus'n Gedanken gekomme.
's mocht epper üm neune sei, -- draußen warn schie die Latern agezünd,
-- do fuhl dan Brüdern ei, weswagn se engtlich derhem fortwarn. Der
Oskar saht ewing klälaut zun Bruno: »Du nimmst doch emol das Grobzeig
mit ehäm zu dir?« Oder do kam er schlacht aa: »Mei Alte is abn esu
giftig wie deine; 'sma sei wies will, oder dos Gelump müssen mer erscht
vollst nausschaffen!«
Na, 's half nischt, se mußten noch in Garten giehe, un der Lindnerfried
ging aa miet. Wie se nauskame, marketen se zu ihr'n größten Schrack,
daß der Garten un aa dos Häusel net zuzeschließen ginge. Wos sollten se
nu machen? Der Lindnerfried schlug vir, mer möcht dos Zeig derweile in
der »Grün Wies'« neistelln, dä die warn net weit dervu. Esu wursch aa
gemacht.
In der Gaststub soß noch der Falk aus'n Feldschlössel un 's ging e
gruße Unterhalting lus. Wie der Falk market, daß die dohaußen net weit
von seiner Wertschaft en Garten hatten, logn natierlich dra, daß die
net egal in der »Grün Wies'« eikehren sollten, un er lubet dos Gartel,
wos er när konnt.
»Da hob'n Se aber e guts Geschäft gemacht, Herr Nachbar!« saht er, »esu
e schiens eigerichts Gartel hoo ich bal noch gar net gesah!«
Der Fried saht: »'s stieht aber fei noch nischt drinne, Herr Falk!«
Der Falk wußt sich oder zu halfen: »Nu, do war ichs do miet en anern
verwachseln! Oder die Log un dos Land, grußartig!« Un der Fried half
tichtig miet. »Poßt emol auf«, saht er, »eirn Pacht kriegt ihr zahmol
raus! Ich bin gut derfür, daß ihr in zah Gahrn ne Fischer dos ganze
Grundstück okafen könnt. Dohaußen stinne schie e ganze Hetz Fabriken;
denkt emol an mich, wenn dohierde ene Eß' stiehe wärd, größer wie ne
Tauchmann seine!«
Der Wirt von der »Grün Wies'« setzet noch derzu, daß er aa Flaschenbier
verkafen tät. Wenn se emol in Garten arben täten, sollten se när
rüberwinken mit en Taschentüchel, do wißt er geleich, wura er wär un
käm mit en Kasten Bier geloffen.
Der Falk saht nu wieder, daß noch der Arbet aa in sein Lokal racht
schie wär, un er gab geleich e Rund Pfafferminz, daß se's nett
vergassen sollten. Die neue Grußgrundbesitzer konnten natirlich aa net
anersch, se mußten aa jeds e Rund gaben, un wie se der Falk eilodn
tat, se möchten doch noch emol miet nüber in's Feldschlössel giehe, do
konnten se doch net anersch un liefen miet.
Dort saß der Riesenburg-Albin, un net lang daurets do war e Doppelkopp
in Gang. 's war zwölfe raa, wie se zun Ding wieder neimacheten. Se
sogen von der Wiesenboder Stroß aus ihr Gartel esu schie in Mondschei
liegn, daß se e richtige Fräd hatten, un se moleten sich schie aus
wie's erscht sei müßt, wenn dorten de grußen Aepel- un Pflaamebamer
ständen, un warn gelicklich, daß se esu gescheit gewasen warn.
Wie se de Kartengass' naufmacheten, war bein Hensel noch Licht, do wur
das gruße Geschäft noch emol begossen, dann machet der Bruno ehäm. Der
Oskar geriet noch emol nei bein Tacken; dan zugs net esu ehäm. Er wußt
a schie worim.
Bevur se ausenaner ginge, hob'n se erscht noch ausgemacht, daß an
nächsten Nochmittag imme dreie oder bestimmt de Arbet lusgiehe sollt.
Ne Oskar sei Fraa war noch auf wie er kam. Se freget geleich e fünkel
spitzig: »Nu, ihr hobt wuhl geleich gewart, bis de Radieseln aufgegange
sei?« Der Oskar hoot e langs un e bräts derzählt, wos se olles machen
wollten; oder er fand bei seiner Lina net ne richting Gelaabn. Die
dacht für sich: »Nu hob'n se wieder ewos, wu se alle Tog, die Gott warn
läßt, derhäm fortlafen könne!« Se behielt oder ihre Asicht derweile
noch für sich.
Ne Bruno un ne Oskar tramet de ganze Nacht von ihrn Gartl un der Oskar
wachet emol dervu auf, wie er tramet, daß ne e Kerbis von der Größ wie
ne Lindnerfried sei Kopp, of der Nos' gefallen war. --
An anern Nochmittig, wies dreie schlug, warn de bäden Freind mitenaner
schie in Garten. Weil nu e richtiger Maa erscht alles racht überlegt,
eh er ewos afängt, do wur nu erscht e gruße Berating ogehalten. 's
Gartenhäusel stand gerode in der Mitte an hinern Zaun. Dos wollten se
alle bäde zesammehobn un ne Garten wollten se in zwä Hälften täln. Mit
en Binfadl wur de Mitte von Häusel gesucht. Der Bruno stellet e Bä hie
of dan Flack un saht: »Hierde möcht mer geleich emol en Kreidstrich
harmachen.«
Nu hatten se oder kene Kreid mit, un do but sich der Oskar aa, geleich
emol nüber in der »Grün Wies'« ze lafen un welche zu huln. »Bie oder
fei net lang!« dos rufeten der Bruno noch.
Der Bruno hatt nu ene Weil gestanden, bis'n bal sei rachts Bä
eischlief, do nahm'rsch linke. Ar hoot aa noch ewing gewart, oder mei
Oskar kam net wieder. Der Bruno fluchet in sich nei, dann leget er sei
Tobakspfeifel of dan Punkt hie un machet aa in der »Grün Wies'«.
Do stand mei Oskar an Büffet un lacket an en Faustpensel Pfafferminz
rüm un tat derzehln, wos alles aus dan Garten warn sollt. Sein Reden
enoch war do der Gruße Garten in Drasen e Drack dergegn. Wie mei Bruno
kam, bestellet er geleich noch zwä Faustpenseln, daß dar när net
schimpfen sollt.
Der Bruno saht: »Schnaps ka ih net geleich esu uhne Bier trinken«,
un bestellet sich e Tippel Eefach derzu; do konnt nu der Oskar aa net
anersch un ließ sich aa äs gab'n.
»Aes und äs is zwäe«, dos efache Exempel kennt e jeds, dar när emol
ä Stehtippel hoot trinken wollen. Su warsch aa dohierde. Se hatten zu
tue, daß se wieder in ihr Gartel kame, ehs finster wur.
Nu hob'n se gemassen un gemassen, dann hatten se endlich ihr Grundstück
in zwä Teel geteelt. Dann hob'n se en Neigrosch geschmissen. Der Vugel
sollt de rachte Hälft un de Nummer de linke Hälft bedeiten. Der Bruno
haet ze erscht. Er haet ne Vugel. Nu wollt der Oskar aa emol schmeißen.
Der Bruno saht zwar, dos wär doch genung, ar krieget de rachte Hälft,
oder do war der Oskar net eiverstanden, ar menet, 's müßt alles geracht
zugiehe, daß kä Streit wür. Ar haet nu aa, un was hatt'r? Aa ne Vugel!
»Siehste de«, saht er, »geracht muß sei!« Nu hob'n se noch emol dan
Neigrosch in de Höh gewichst, un do passets. Der Bruno kriegt de rachte
Hälft un der Oskar de linke.
Daß nu der Garten oder aa e rachtes Aussahe kriegn sollt, wur
ausgemacht, daß ener sei Hälft abn esu harrichten sollt wie der anere.
Dann hob'n se en Weg ogesteckt von der Tür ofn Gartenhäusel zu. Links
un rachts dervu sollten Beet komme un an Wag dra lauter Rosenbäumle.
Daß se sich nu e rachtes Bild machen könnten, schlug der Bruno vir,
emol in Feldschlössel ze giehe un en richting Riß ze moln.
Das wur aa gemacht un se hob'n bis Ohmd im Elfe an dan Riß gemolt; 's
stand oder aa jedes Fünkel of dan Papier. 's war e feiner Plan fartig
gewurn.
Se hatten bei jeder Sorte Pflänzle allemol när en Afangsbuchstobn
hiegeschriebn, un der Oskar vermahret alles dorchenaner. Spinat un
Sellerie un Stiefmütterle, dos fängt doch alles mit'n »S« aa, un do
is doch kä Wuner, wenn dos ener net ausenaner halten ka. Der Oskar
saht: »Loß när erscht dos Zeig gruß sei, do wär ichs schie unerscheiden
könne!« Worauf oder der Lindnerfried, dar aa wieder miet derbei war,
när saht: »Na, ich gelab, du frißt Stiefmütterle und denkst, de hast
Selleriesalat!«
's war wieder spät, wie se ehämkame. Se hob'n ihren Weibern alles
eigeredt, wos warn sollt, 's saht oder kene ewos drauf, wos de Mannsen
e fei weng wunern tat.
An anern Tag wollten se, weil de Arbeit net esu dränget, schie im zwäe
i Garten giehe.
Der Bruno leget sich nochn Assen gar net erscht ofn Kanepee, ar machet
sich fort un hulet ne Oskar ab. Fix gings de Kartengass noner. Se warn
abn an der Facius-Eck, do brachts of emol e Wagel getriebn un drauf
soß der Illing-Max. Der hielt aa un freget: »Wu wollt dä Ihr hie?« »In
unern Garten«. »Ihr könnts wuhl net derwarten. Der ganze Frost stackt
noch drinne, ich tät noch e Woch oder zwä wärten, ehr ich ewos machet.
Fahrt miet nach Barnstä, bein Galner Albin is Sauschlachten!«
Der Bruno gucket ne Oskar aa, der Oskar saht aa nischt, oder zah
Minuten später fuhr dos Wagel, mit _drei_ Mannsen drauf, zun Buchhölzer
Tor naus. --
Nu war när dos Ugelick, daß de Schubert-Marie, die an der Eck wuhnet,
wu das Geschirr virbeimachet, sich virgenomme hatt', an dan Nochmittig
emol in der Stadt ze giehe. Wie se sog, daß de Mannsen unerwags warn,
passet'r dos racht gut un se dacht: »Do war ich emol zur Salig-Frida
giehe, weil de alten Mannsen net derhem sei«. 's dauret aa net lang,
soß se of der Kartengass' bei der Frida an Tisch. De Frida hat geleich
bein Schwarz-Beck Pfannekuchen hulen lossen, un se mahreten nu von dan
un gen. Of emol fuhls der Schubert-Marie ei, ze frogn: »Wu macheten dä
eire Manner heit hie?«
»Die sei naus in Garten arben«, menet de Frida drauf.
»Ihr hatt' wuhl en Garten?« freget de Marie wieder.
»Haa, mer möcht doch aa emol sahe, ob mer werklich ewos gut macht
dermiet!«
»Nu, ich denk oder, 's is ewing weit wag vu eich!«
»Na, esu schlimm is net, er is doch geleich bei der »Grün Wies'«.«
»Woos?? Do müßt oder ee »Grüne Wies'« in Klärückerswal liegn! Eire
Mannsen fuhren mit'n Wogn donaus!«
De Frida war wie mit der Mütz derpocht! 's stellet sich oder raus, daß
gar kä Zweifel dra war, wie de Schubert-Marie gesaht hatt. Nu kam bei
der Frida de Wut. 's war racht gut, doß de Marie wieder fort mußt, wie
se ihre Pfannekuchen gassen hatt', un de Frida rannt, wos se när konnt,
geleich zor Schindler-Lina nüm. Die war erscht aa ganz starr, oder wie
der erschte Aerger virbei war, do kam se aa schie zu en Virschlog.
»Die Mannsen wischen mer aus!« saht se, »die solln uns net für dumm
kafen!«
Un 's dauret net lang, macheten sich de Weibsen naus in Garten. De
Paula, wos ne Bruno sei Gruße war, mußt aa miet, un der Schindler-Fritz
(ne Oskar sei grußer Gung) sollt aa geleich nochkomme, subald er de
bestellten Fransen ogeliefert hätt'.
De Weibsen hob'n nu net lang gefackelt. Die Paula hulet de Gerät aus
der »Grün Wies'«, dann sei se übern Zaun geklattert un hob'n agefange.
Ihr Arbetbaten war oder när e gruß Geschimpf uf de lügeten, faulen
Mannsen. Su leicht, wie sich die Weibsen dos gedacht hatten, ging dos
nu net, se wußten doch net racht, wie oder wenn.
Do kam zun Gelück der Gartner Vögler verbei, dar war ofn Stechgut
wagn Landfahrn gewasen. Dar hatt schie e paar Tog von seiner Gärtnerei
aus die Gartenarbet absolviert un nu machets'n 's größte Vergnügn, dan
Weibsen beizestiehe. 's dauret kene halbe Stund, do standen aus der
Gärtnerei drei Burschn mietn Spaten un der Schaufel in Garten drinne,
der Vögler, die drei Weibsen un der Fritz, dar derzwischen aa miet
komme war, griffen aa miet zu; un do worsch do kä Wuner, daß net lang
dauret, bis dar Großfleck aussog, als wenns e Garten warn sollt.
Die Weibsen dachten: »Die Manner mögns när bezohln! Hob'n se Gald, ofn
Sauschlachten ze fahrn, könne se aa dohierde berappen!«
Die Gartenburschen hob'n aa noch e fei paar Körb Land hargeschafft. Der
alte Vögler schwitzet esu, daß er emol sei Taschentüchel rausnahm un ne
Schwäß owischen wollt. Ar mocht nu epper ewing dermiet gewedelt hob'n,
-- kurz, 's dauret net lang, kam aus der »Grün Wies'« e Madel mit en
Kasten Bier. Die Weibsen wunerten sich erscht, oder das Bier kom ne
gerod gelagn. När saht de Lina, doß de Manner das Bier schie bezohlen
täten, wenn se käme.
Wies bal finster wur, hob'n se aufgehört, oder der Vögler-Gärtner muß
noch versprachen, an anern Virmittig dos alles auszuführen, was de
Weibsen noch gesaht hatten. Dann macheten se sich ehäm. --
Bein Galner-Albin in Barnstä warn de Wugn huch gange. Der Baßler-Max
war aa draußen, un 's hat e fei bissel Schund gabn, daß die Mannsen gar
net mehr an ihrn Garten denken taten.
Erscht wie se in der Nacht wieder ehäm fuhrn, do reget sichs Gewissen
bei se. Der Oskar saht zun Bruno: »Du, morgn müssen mer oder emol
richtig afange!« Aa der Bruno war darer Asicht, un wie de anern Mannsen
dervu hörten, warn se fix derbei, daß se aa miethalfen wollten. Ne
anern Nochmittig im zwäe wollten se sich alle zam in der Sonn traffen.
Ne Oskar sei Lina begrüßet ihrn Maa racht freindlich. »Hobt Ihr wieder
esu lang geschufft? Uebernahmt eich fei net, Ihr seid doch die grubn
Arbeten gar net esu gewuhnt!« »Na«, saht der Oskar, »derfür werd oder
aa dos Gartl esu fein, du kast dersch gar net denken. Wart när noch
bis zon Suntig, ehr de dirsch aguckst. Du werscht emol sahe, 's gieht
nischt über en richting Plan!« Derbei tat er oder schie bal eischlofen.
Aa de Salig-Frida hat noch ene Unerreding miet ihrn Maa. »Ihr seid
wuhl noch emol eigekehrt noch eirer Arbet?« saht se, »na, ihr machts
racht, wenn mer esu arbeten muß, do will mer aa sei Erholing hob'n!«
Der Bruno war über sei gute Fraa orndlich geriehrt und nahm sich
hämlich vir, ne feinsten Rosenstock zu kafen, dan der Vögler in Garten
hätt'.
An anern Tag im zwäe war in der »Sonn« e tüchtiges Labn. Epper sechs
Manner soßen dorten mit Schaufeln un Spaten. Der alte Martin konnt sich
net soot wunern, wie ne der Baßler-Max sogn tat, ar hätt's Bellevü
gekaft, un se wollten dan Nochmittig ne alten Kegelschub wagreißen.
's machet e richtiges Aufsahe, wie die Karle nonner noch de Gartle
zugn.
Der Oskar machet ewing vornewag. Wie er oder na an dan Garten kam,
bliebn bal 's Maul aufstiehe. An der Tür dra hing e Schild, wu drauf
stand: »Herzlich willkommen!« Un dann hing an en Pfahl in Garten
drinne: »Proletarier aller Länder vereinigt euch!« Un wie sog dar
Garten aus! E Sandweg war gemacht, do standn hübn und drübn lauter
Rosenbaamle. Links und rachts war e Reih Beet, esu egal, daß mer soog,
daß dos e Gartner gemacht hob'n muß. Aa der Bruno krieget bal de
Maulsperr, wie er dos ganze Ding sog. Die anern Manner hob'n gerodnaus
gebläkt.
»Nu«, saht der Max, »dos hobt ihr oder fein gemacht! Mir solln wuhl
geleich mit Eizug feiern?!« Un nu hoot er e schiene Red gehalten
un zuletzt ließ er die bäden Gartenbesitzer huch labn. Die anern
schwenketen de Hüt un de Taschentichle un schriern wos se konnten.
In der »Grün Wies'« verstanden se dos oder wieder falsch, dä se kame
wieder mit Bier agelangt, un weil esu viel gewinkt wurn war, brachten
se geleich zwä Kasten. 's half nu alles nischt, der Bruno un der Oskar
mußten se aa uf sich nahme. Se gucketen sich erscht e Fünkel im, dann
gucketen se sich eaner aa, un dann sahten se när ewing klälaut: »Unere
Weiber!« Weil nu oder in dan Garten noch nischt zon Sitzen dowar, wurn
fix aus der »Grün Wies'« Stühl gehult un 's war e Labn wie in Sommer.
Un weils nu bequamer war, ginge se zuletzt noch ins Feldschlössel un
taten weiter feiern. När dos ene Schild schaffeten se wag, dä der Oskar
saht: »War dos sieht, denkt, weß Gott, mir sei rut!«
Ime fünfe kam nu aa de Weibsen mit racht huhtueten Gesichtern. Su
gescheit warn die bäden Mannsen nu doch, daß se nischt weter sahten,
när dan en Trumpf spieleten se aus: »War dos Zeig bestellt hoot, ma's
aa bezohln!« Do kame se oder bei ihrn Weibern an de richting! De Lina
saht: »Mir warn schie zu dan Gald komme!« Und de Frida menet: »Do
kriegt ihr abn emol verzehn Tog nischt wie Ardepeln un Fett, do sei mer
of de Kosten!«
In weitern Verlaaf von dan Ohmd warn de Manner oder doch noch esu weit,
doß se fruh warn, doß der Garten in Ordning war. Natirlich verstand
sichs von salber, daß, dan Mannern ihrn Reden enoch, net alles esu
war, wie sie's hätten hobn wolln; oder dos wollten se in anern Gahr
aussitzen. Se hobn nu noch hie- und hargeredt, wos alles noch neimüßt,
und zeletzt gings in der größten Harmonie ehäm. När der Fritz und de
Paula macheten ewing derhinnerhar. --
E manichs sieht in Afang schener aus, wies dernoch werd. Esu is aa,
wenn zwä Leit en Garten mietenaner hobn. In der erscht ging alles
schie. 's ging net alles esu auf, wie se sich eigebild hatten. De
Weibsen sahten dos läg an dünge. De Manner hatten oder die Asicht, de
Weibsen hätten's versahe bein Harrichten. Oder dos mocht alles sei. Der
erschte Verdruß kam von de Rosenstöckle. Der Oskar passet of jede Ros'
auf. Un's war ne aa, als ob se racht obnahme täten beine.
Wie er oder emol ganz genau wagkrieget, daß de Salig-Paula ene Knosp'
agesteckt hatt', die an Virmittig bestimmt noch an en Strauch gewasen
war, dar of seiner Seit stand, da machet er emol e Bemerking von
Rosen-Mausen. In setten Sachen war der Bruno kä Guter, ar ging nimmer
mietn Oskar naus in Garten.
's Schlimmste sollt oder noch komme.
Ne Oskar sei Fraa war ne Katzen esu gut, un se hatt e Katzenviech, dos
ihr viel Fräd machet. Weil nu de Katz alles hobn mußt, wur se e mol
miet in Garten genomme. Nu weß mer net, gefuhls dar Katz überhaupt in
dan Garten, oder hatt se Mäus' gespürt, korz, se gewöhnet sich aa, ellä
in Garten ze giehe, wenn irsch passet. Nu fand emol ne Bruno sei Fraa
ewos in ihrn Spinat, wos tudsicher net neigehört, wu mer oder genau
wußt, daß e Katz drinne gewasen war. De Folgn warn, daß der Bruno emol
ne Oskar areden tat, er tät net leiden, daß sei Fraa de Katz wieder
mietbrächt. Der Oskar saht, 's gäb noch mehr Katzen of der Walt wie
seine, ar sollt erscht emol beweisen, daß dos sei Katz gewasen wär.
Der Bruno saht wieder, ar tät net warten, bis die Katz e Visittenkart
dernabn hielegn tät; wenn er se wieder emol spüret, tät er se
derschmeißen. Der Oskar ließ sich dos aa net ruhig gefalln: »Wogt der
dos, du sollst mich erscht emol kenne larne!« Der Bruno freget'n noch
emol: »Kimmt die Katz wieder in Garten?« Der Oskar oder saht drauf:
»Die gehört bei mir zor Familie! Die breng ich miet, wie mersch paßt!«
»Gut«, saht der Bruno, »do war ich mer anersch halfen!«
An nächsten Tog bracht sei Laafgung e Matz Bratter un Pfosten, und der
Bruno bauet an seiner Seit von Gartenhäusel e Ding naa, wos en Stall
net ganz uahnlich war. Un richtig.
An Nochmittig machet er sich nei in der »Wies« zum Ehrlich-Beck un
kafet sich en Stamm Hühner. Wos nu kimmt, dos ka mer sich leicht
denken. Die Hühner wußten net, wie weit ihr Garten ging un scharrten
hüben un drüben, wie'sn passet.
Do kam nu der Zank un der Streit zu ken End. Der Oskar lief zuletzt zun
Baumester Fischer un tat sich beschwern. Dar market, wie de Sach stand,
weil er oder ken von sein Mietern eibüßen wollt, wos doch sicher gewurn
wär, schicket er e paar Zimmerleit un die hobn mittn dorchn Garten en
Zaun gemacht, daß när Ruh wur.
In Gartenhäusl wur e huche Bretterwand eigezugn, daß nischt mehr rüber
un nischt mehr nüber konnt. Mer hätt doch nu denken müssen, dodermit
wär der Zank aus der Walt geschafft! Oder nä, 's kam äs aus'n aner.
Ne Oskar sei nächstes war, daß er sich Taubn aschaffet. Esu huch war
nu der Zaun net, daß die Taubn net drüber konnten. Un der Bruno speiet
Gift und Gall, wenn er emol ene of sein Grund un Buden sog. Ar konnt
oder a kener beikomme, er mochts adrehe, wie er wollt.
Do fuhl er uf en Auswag, dan ne när der Teifl konnt eigabn hobn. Ar
wußt ganz genau, of welcher Stell drübn an Zaun ne Oskar sei Fraa immer
soß und nähe tat un wu aa der Oskar garn sei Pfeifel rachet. Gerod dort
hie bauet er, of seiner Seit natirlich, e Gestell un dann machet er
sich noch Tannebarg un kafet sich von Hartmann zwä Bienestöck un setzet
se dorten drauf.
An en Ohmd drauf wor nu gerod Besuch bei der Lina un se soßen
gemietlich uf ihrn Bankel. Of emol saht de Lina: »Ich möcht bluß im
alles in der Walt wissen, wu die vieln Biene heit harkomme!« Aa ne
Oskar war dos schie aufgefalln, er tat aber tichtig Raach aus seiner
Pfeif blosn, daß se waggiehe sollten. Wie er sich oder emol e neie
Pfeif stoppen wollt, flug gerod esu e Luderschviech of seiner Nas und
stoch, was Zeig hielt.
Der Oskar bläket gerod naus. Un weil er sich geleich e
Niedertrachtigkeit von sein frühern Freind vermuten tat, stieg er ofs
Bankel un gucket nüber. Ar hat genung gesahe!!
Sei nächster Wag war zon Apfekat. Wie dar sich alles agehört hatt,
menet er, 's wär doch vielleicht an besten, wenn se sich mitenaner
vertrogn täten, 's käm bei dar Verklogerei immer net derhaufen raus. Ar
wollt oder an Salig-Bruno en Brief schreibn.
Der Bruno krieget dan Brief un war in Stand, racht grob zu warn. Oder
seine Weibsen fleschten derart derhem rim, daß er seine Bienestöck an
der anern Eck stellet; dan en Triumph hat er oder doch, daß der Oskar
ene Nos' drasitzen hat, wie e Apfelsin fir acht Pfeng.
In en setten Streit war der ganze Sommer vergange. Der ganze Garten
hatt dan Mannsen bis itze weiter nischt wie Arger un Gald gekost.
De Weiber dorften natirlich net mehr zuenaner un derhem gabs egal
schlachte Zeit. Der Fritz un de Paula wurn zwar net gefregt, wos
se über dar ganzen Sach denken taten; oder war Agn hatt, ze sahe,
dar market, daß aa net alles richtig war. De Paula lief egal mit
vergrinzten ruten Agn rim, wie e weißer Kuhhos', un der Fritz machet
e manichsmol e Gesicht, als hätt er e Malzplatzel mietn huhlen Zah
zerbissen.
Se hatten sich in ganzen Winter när e enzigs Mol gesahe, dos war in
erschten Vergnügn von »Liederkranz«. Do hatt der Fritz emol mit der
Paula getanzt. Die Folg dervu war, daß der Bruno mit sein Leiten of kä
Vergnügn mehr ging, un daß der Oskar sein Gung e paar Schalln aabieten
tat. -- --
Der Winter war verbei un de Leit finge wieder aa, in ihrn Gartle ze
arben. Im derer Zeit ging mit dan gunge Leiten e Verändering vir. Se
macheten, wu se när konnten, gegn de Alten Rebelliu. De Paula tat dervu
reden, daß se in Dienst giehe wollt, un der Fritz saht zu sen Voter,
daß er für sich afange wollt. Wos de Weiber warn, die schiene egal of
der Seit von ihrn Kinern ze stiehn.
Dan Mannern ihre Laune wur natirlich dodorch net besser. In Garten naus
kam keener, 's kam en richtig vir, als wenn sich jeder graue tät.
Der Bruno mußt oder doch emol noch sein Bienern sahe. An Ustersonnabend
machet er sich naus. E paar Krokusseln warn schie raus, aa e
Veilchenstock hatt schie e paar Blüten. Ne Bruno warsch, als wenn er
dan alten Bratterzaun hätt' wagreißen solln; ar dacht an die schiene
Zeit in viring Gahr, wu se hatten ne Garten baue wolln. Ar war seit dan
Streit net mehr racht fruh gewurn. Wenn der Oskar geleich dogewasen
wär, war weß, ab's net geleich wieder zor Enigket komme wär.
Ar war abn emol nei in seiner Laub gange, do kam e Madel draußen ne Wag
har, un wie er genauer hiesog, warsch seine Paula. »Nanu«, dacht er,
»was hoot dä die itze hierde ze suchn?« Un er gab ken Laut von sich un
tat aufpassen. 's tat net lang dauern, kam de Paula an Zaun naa. Un --
sollt mersch dä fir meglich halten! -- do kam von Feldschlössel runer
e gungs Berschel, -- mei Schindler-Fritz! Ne Bruno tat nu natirlich
interessiern, wos warn sollt.
Oder die gunge Leit liefen an Zaun hie, gucketen sich erscht e fei
paarmol im, öbs aa niemand sahe tat, un dann knallets of emol, als wenn
äs en rachten Schmatz kriegt. Wies noch e paarmol esu geknallt hatt, do
trat of emol mei Bruno aus der Laub raus.
Die gunge Leit warn esu derschrucken, daß de Paula geleich aa ze heiln
fing un der Fritz vir lauter Angst net wußt, wos er sogn sollt. 's kam
ne oder vir, als wenn der Bruno gar net racht wild drüber wär, un
desderwagn nahm er sich e Harz un hoot ne Bruno gesaht, wos an darer
Stall hiepasset.
Der Bruno wußt aa net racht, wos er sogn sollt. Ar war ne Fritz meitog
net gram gewasen; vielleicht dacht er aa, dos wär e Gelangheit, doß
alles wieder in Ordning käm. Ar wullt abn afange ze reden, do sog
er, weß der Hole, von weiten ne Oskar komme. Fix saht er zu dan gunge
Leiten: »Marsch fix nei in meiner Gartenlaub, Fritz, dei Vater kimmt!«
Ne Fritz war, als regnets in Dezember, esu kalt lief'sn ne Buckel
nuner. Ar sah oder ei, daß dos an besten wär un zug sei Paula hiner
sich haar nei in der Laube.
's dauret när e paar Aagnblick, war der Oskar ra.
Der Bruno tat, als säh ern gar net un zuppet an en Sträuchel rim.
Der Oskar tat aa, als wär er ellä of der Walt un begucket sich racht
agelangtlich e Knosp' vu en Rhabarber, die schie e Fünkel zu sahe war.
s'logn, weß Gott, aa schwer of der Seel.
Ar gucket sich emol verstuhln im un tat ne Bruno dorch ener Bratterluck
ewing beobachten. Ar wor recht grau gewurn, der Bruno! An Geschäft
konnts net liegn, dos ging, daß bal net zu schaffen war, dos wußt der
Oskar. Ob er epper sich esu über die Feindschaft gegramt hatt? »Ich
möcht emol »Guten Tog!« nüberschreie« dacht er. Do höret er of emol,
wie der Bruno ewing husten tat un an Zaun raa kam. Un -- warsch dä
wärklich wahr -- der Bruno taten areden.
»Du«, saht er, »nischt für ungut, vu dir hoot sich e Tauber verflugn!
Drinne stackt er in men Gartenhaus.« Der Oskar saht: »Dos ka net sei,
ich haa schie lang kene Taubn mehr!« Der Bruno machet oder weter: »Guck
dirn när emol aa, ich gelaab, er is sicher von dir!« Der Oskar benutzet
gar ze garn de Gelagnhät, emol nüber zu komme, un kam. -- --
Der Tauber, dan er do sog, dar war aus sein Schlog, dos mußt'r zugabn.
Ar war oder gar net wild drüber, nä, er zögret ken Aagnblick un drücket
sein alten Freind de Hand, uhne ewos ze sogn. Der Bruno war esu weech,
daßn geleich e paar Wassertröpple aus de Aagn liefen un er mußt sei
Taschentichl rausnahme. Do nahm ne oder der Oskar unern Arm un zugn
fort: »Komm zu unern Weibern derhäm!« Un der Fritz saht noch: »Erscht
will ich oder zon Goldschmied Merkel, e paar Ringele kaafen!« Und nu
gings in Stormschritt fort.
Do kam gerod der Gung aus der »Grün Wies'« un bracht en Kasten Bier,
weil er hatt dos Tischl gesahe, wie der Bruno heilen tat. Wie er oder
sog, daß die gerod zesamme fortmacheten, schrier er ne noch aus volln
Harzen noch: »Racht fruhe Feiertoog!«
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Anhang.
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Anzeigen empfehlenswerter Gaststätten, Sommerfrischen Ausflugsorte,
Geschäftshäuser
Altenberg
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Annaberg
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Aue i. Erzgeb.
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Augustusburg
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Bahrmühle
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Bärenburg
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Bärenfels
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Bärringen
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Bockau
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Borstendorf
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Braunsdorf
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Burkhardtsdorf
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Carlsfeld
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Chemnitz
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Deutschneudorf
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Bad Einsiedel
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Einsiedel bei Chemnitz
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Erdmannsdorf
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Frankenberg
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Fichtelberg
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Heiersdorf
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Hohenstein-Ernstthal
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Johanngeorgenstadt
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[Illustration]
Jöhstadt
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Kipsdorf
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Klaffenbach
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Klingenberg-Colmnitz
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Bad Lausick
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Lengefeld
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Niederwiesa
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Oberwiesenthal
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[Illustration]
Oederan
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Olbernhau
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[Illustration]
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Popershau
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Pockau
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Schmiedeberg
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Schneeberg
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Schwarzenberg
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Tellerhäuser
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Taura
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Thalheim
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Warmbad
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Warmbad-Wolkenstein
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Wiesa
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Zöblitz
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Zschopau
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Namenverzeichnis.
Die Zahlen bedeuten die Seitenzahlen.
Abertham 258
Abtwald 215 220
Adelsberg 60 193 208 209 210
Adlerstein 139
Albernau 254
Alberoda 233
Alte Harth 198 199
Altenberg 119 123 124
Altendorf 8
Altenhain 70 71
Altzella 98 102
Altzschillen 47 54
Amerika 40 48 49
Ammelsdorf 124 125
Amtmannskluft 41
Annaberg 148 151 174 176 180
Annaplatz 111 113
Antonsthal 238 239 240
Arnokreuz 211 212
Assigbachtal 151 152
Aue 233 235 237 240 241 242 243 244 246 254 255 256
Auerbach 215
Auerhammer 240 241 244
Auersberg 237 247 248 249 250 251 253 257 258
Auerswalde 26 27
Augustusburg 154 155 157 159 160 161
Bärenburg 110 116
Bärenfels 110 113 116
Bärenstein 174 178 179 180 183
Bärringen 258
Barbarakapelle 114
Besenschenke 217 220
Berbisdorf 198 199
Berbersdorf 94
Berthelsdorf 40 41
Beutha 235 236 237 256
Beutenberg 55 56 57 58
Bieberstein 101
Bielhaus 247
Bienenmühle 219
Blauenthal 249 250 251 257
Blechhammer 180
Bockau 240 241 242 243
Bockautal 247
Bodemerkanzel 164
Böhrigen 94
Borlas 111 113
Borna 26 28
Börnichen 97 137
Brandau 146
Braunsdorf 67
Bräunsdorf 95
Brauselochtal 36
Breitenbach 192 258
Brettmühle 192 226
Bruchberg 129 132 133 146
Buchholz 180
Burkersdorf 39
Burgstädt 33 34 35 36 39 42
Burgstein 193 212 213
Burkhardtsdorf 193 207 208 217 218 220
Burkhardtsgrün 254
Butterfässer 178
Cantors Ruhe 159
Carlsfeld siehe Karlsfeld
Chemnitztal 35 42 46 221
Christophhammer 170 259 260
Chursdorf 48
Claußnitz 124 126 127
Colditz 77
Cossen 38 40 41 47
Cranzahl 178 179 180 188
Crottendorf 189
Crumbach 92 93
Dippoldiswalde 113 114 115 124
Dippoldiswalder Heide 113 114
Dittersdorf und Höhe 168 193 201 202 203 204 205 206 207 212 213
214 215
Dittmannsdorf 205 208 209
Dorfschellenberg 157 159
Dreckschenke 192 258
Dreibrüderhöhe 143 144
Dreiwerden 78 80 90 91
Dudelskirche 229
Dürre Henne 233
Ebersdorf 29 64 65
Edle Krone 106 107 108 110 111 113
Egidien, St. 18
Ehrenberg 87 90
Ehrenfriedersdorf 214 215 216 217 218 219 220
Ehrenzipfel 191
Eibenberg 198 199
Eibenstock 237 246 247 252 254
Eichhörnchen 221 222
Eichwald 119 120
Einsiedel bei Chemnitz 193 194 195 196 197 198 200 201 202 203 204
205 206 207 208 211 212
Einsiedel, Bad 129 131
Einsiedlerstein 113 114
Einsiedler Talsperre 197 198 202
Eisenburg 234 256
Elterlein 227 229 230
Eppendorf 97
Erdmannsdorf 154 157 159 210 211
Erfenschlag 196 197 200
Erla 240
Erlabrunn 238 239 253
Euba 59 60
Falkenau 157 160
Falkenbach 218
Fichtelberg 182 183 189 190 191 192 193 258 259
Filzteich 254 255
Finkenmühle 71
Fischzuchttal 204 205 206 208
Fleyh 129 130
Flöha 70 90 91 129 154
Flöhatal 96 135
Floßgraben 178 179 233 235 240 241 242 243 244 246 254 255 256
Floßmühle 135 136
Floßplatz 138 143 144
Förstel 229 230 231
Försterhäuser 193
Frankenberg 70 78 90 91 92
Franzenshöhe 218
Frauenstein 124 125 126 127
Freiberg 98
Friedebach 127
Frohnauer Hammer 175
Fürstenbrunn 224 227 229 231 232
Furth 26 30
Gabrielahütten 129 134 145 146 148
Gahlenz 97
Galgenberg 150 179
Gebirge 143
Gehringswalde 138 144
Geiersberg 193 198 199 200 211 212
Gelenau 217 220
Gelenauer Steig 207 212
Georgenfeld 123
Geyer 214 218 219 220
Glauchau 49 53
Glänzelmühle 49 52
Gleesberg 244
Glösa 30
Goldbach 226
Goldborn 55 58
Goldener Hahn 197
Göhren 47 54 129 131
Göppersdorf 33
Göritzhain 42 46
Gottesgab 183 185 192 193 258 259
Graupen 121
Greifenbachtal 218
Greifensteine 214 215 217 218 220
Grillenburg 106 108
Großer Stein 226
Großrückerswalde 135
Grüna 8 11 12 16
3. Grundmühle 151 152
Grüner Graben 142 145
Grünfeld 49 51
Grünhain 227 232
Grünhainichen 135 136
Grünthal 132 146
Gunnersdorf 68 70
Guter Brunnen 226 227
Hainichen 92 93 94 95
Hainsberg 111 113 124
Halsbrücke 98 99 100
Hammerbergweg 212 214
Harfenfichte 216
Harraseiche 68 69
Harrasfelsen 68 69 70 90 91
Hartenstein 19 235 237
Hartha 106
Harthau 211 223 224
Hartmannsdorf 125
Haßberg 169 170 171
Hassenstein 151 152 153
Hauenstein-Warta 170 173
Heidelberg 17 131
Heidersdorf 128
Heiliges Holz 226
Heinersdorf 26 28
Heinzebank 137 138
Helbersdorf 223
Helsdorf 38
Henneberg 242 247 248
Hennersdorf 154 157 162 205
Herders Ruhe 98 99
Hermersdorf 50
Hermsdorf, Zschopautal 89 90 91
Herrenteich 202
Herrgottstuhl 169 170 173
Herrnhaide 33
Hetzdorf 96 97 157 160
Hilbersdorf 31 64
Hilmersdorf 138
Himmelsberg 172
Himmelsleiter 168
Hinter-Zinnwald 123
Hirtstein 135 148 149
Höckericht-Teich 6
Höhenwege 260
Hofberg 170 174 187 188
Hohenfichte 96 157 160
Hohenkirchen 40 41
Hohenstein-Ernstthal 14 15 16 17 18 19
Hohe Warte 233
Hölle 152
Höllmühle 36 39 48
Hopfgarten 167
Hüttmesgrün 170 173
Hüttstadt 141
Irbersdorf 93
Isenburg 234 256
Jagdschenke 7
Jägerhaus am Ochsenkopf 238 239 240 243 246
Jahnsbach 215 218
Jerisau 53
Joachimsthaler Straße 189 190
Johannahöhe 111 113
Johannaturm 113 115
Johanngeorgenstadt 192 237 238 239 247 249 250 258
Johnsdorf 138
Jöhstadt 148 150
Jungfernsprung 82
Junghengst 192
Kalkofen 117 119 212 213
Kallich 129 134 145 146
Kalter Muff 217 218
Kammweg 257
Käthchenstein 175
Karlsfeld 252
Karolinenhöhe 97
Katzenstein 141 142 145
Keilberg 169 170 174 182 183 186 187 188 192 193 259
Keilberg bei Schneeberg 256
Kemtau 203 204 214
Kemtauer Felsen 193 207 215
Kertzsch 53
Kinder-Walderholungsheim 29 30 31
Kipsdorf 110 113 116 119 124
Klaffenbach 211
Kleinhan 146 147
Kleinolbersdorf 209
Kleinrückerswalde 178
Kleinthal 170 172
Klingenberg-Colmnitz 108 110 127
Klosterbuch 73
Kohlung 31
Konduppeltal 148 150
Königswalde 148 150 179
Köstlwald 171
Konradswiese 238 241 242 243 246
Körnerhöhe 203
Körnermühle 124 125
Kranichsee (Großer) 250 251 252
Kranichsee (Kleiner) 247
Kratzmühle 94
Kretscham-Rothensehma 183 188 189
Kriebethal 88
Kriebstein 87 88 89 90
Krima-Neudorf 151 152
Krondorf-Sauerbrunn 170 173
Krumbach 82 90 91
Krummhermersdorf 98
Kuhschnappel 18
Küchwald 20--29
Kühnheide 145
Kunnersdorf 160 161
Kunnerstein 154 156 157 160 161 162
Kupferberg 170 172 259
Kupferhammer 132
Kupferhübel 169 170 172
Langenberg 227 229 230 231
Lauenhainer Mühle 85 86 87 90 91
Lauenstein 139 140
Lauterbach 135 139 140
Lauterbacher Knochen 139
Lauterstein 139 140
Lauxmühle 187 188
Leisnig 73 75
Lengefeld 137 138 139
Leubsdorf 96 97 135 157 159
Lichtenwalde 61 62 63 64 65 66 67 68 69 70 71 72 78 90 91
Liebenhainer Mühle 83 84
Limmritz 73
Lochmühle 87 90 95
Lößnitz 233
Lunzenau 54
Lützelhöhe 78 79
Markus Röhling 175
Mariaschein 119 121
Marienberg 141 143
Marienhütte 84
Markersdorf 34 46 221 222 223
Mauthaus 174 259
Meisterei 235 236 256
Metzdorf 96 97 157 160
Mildenstein 76
Mittweida 78 81 82 83 85 86 87 90 91
Mittweida-Markersbach 190
Mittweidatal 190
Moldau 113 118 119 129 130
Moosheide 227 230 233
Morgenleite 238 240 241 242 243 246
Morgenröte 250 252
Morgensonne 178 179
Morgensternhöhe 141
Mückentürmchen 119 122
Mühlbergweg 201
Mulda 127
Muldenhammer 254
Muldental (oberes) 237 254 256
Narsdorf 46 47
Nassau 126
Natzschungtal 129 134 145 146
Neudörfchen 81 82 83 84
Neue Schenken 208 210
Neues Haus 183 185 193 259
Neundorf 218
Neunzehnhain 135 136
Neustadt 7 118 119 129 130
Neusorge 82
Neustädtel 245 255
Niederschlema 233 235
Niederwald 195 197
Niederwiesa 66 72 91
Niederwinkel 50
Niklasberg 113 117 118 119
Niklasberger Kreuz 113 117 119 129 130
Nitzschhammer 190
Nonnenfelsen 141 142
Nossen 98 102
Obercrottendorf 189
Oberdorf 235 237 256
Oberhals 259
Oberhermersdorf 210
Oberlichtenau 78
Oberneuschönberg 128 132
Oberreinsberg 98 101
Oberrittersgrün 191
Oberschlema 245
Oberwald 206 208
Oberwiesenthal 170 174 183 187 192 193
Oberwildenthal 250 251
Oederan 97
Oertelshain 53
Okenau 170 173
Olbernhau 127 129 132 145 146 148
Oelsnitz 16 19
Oswaldkirche 227 229 231 232
Ottendorf 82 95
Pelzmühle 6 7 8 11 12
Penig 48 49 54
Pfaffenhain 225
Pfaffensteig 195
Pfaffenstein 195
Pfaffroda 128
Pfarrhübel 200
Platten 258
Platz 151 152
Pleßberg 258
Pobershau 141 142
Pockau 129
Pockautal 135
Pöhlatal 178 179 180
Pöhlberg 174 178 179
Preßnitz 170 171 259
Preßnitztal 169
Prinzenhöhle 224 233 234 235 236 256
Prinzenweg 185 191
Promenadenweg 196
Pürstein 170 172 173
Rabenau 111 112 113
Rabenauer Grund 110 111 113 124
Rabenauer Mühle 112 113
Rabenberg 142
Rabenstein 8 9 10 11
Ratsmühle 124 126 127
Raubschloß 85 86
Rauenstein 137 139
Raum 235 236 237 256
Rauschenthal 89
Rautenkranz 250 252
Rechenhaus 240 241 242 243
Rehefeld 113 116 117
Reichenau 125
Reichenbrand 7
Reichenhain 195
Reifland 135 136 137
Reinholdshain 53
Reitsteig 189 190
Reitzenhain 129 135 145 148 151
Reizenhain (Böhm.) 134 145 151
Remse 53
Ringethal 83 84 85 86 87 90 91
Ringmauer 142
Ritterhöhle 216
Rochlitz 42 45
Rochlitzer Berg 42 44 46 47
Rochsburg 36 38 39 40 54
Rossauer Wald 92 93
Roßwein 98 103
Rotes Vorwerk 183 219
Rottluff 8
Rübenau 134 146
Sachsenburg 80 90 91 92
Sachsengrund 250 252
Sächsisch-Zinnwald 123
Satzung 148
Saubachtal 124 125 217 218
Sauberg 216
Sauschwemme 248 249 250 258
Sayda 124 126 127
Scharfenstein 164 165 167 168 169
Schatzenstein 224 230
Scheibenberg 174 180 181 182
Schere 160 161
Schellerhau 113 116
Schieferwinkel 200
Schlettau 180 181
Schlössel 149 187 188
Schmalzgrube 148 149 170 259 260
Schmiedeberg 124
Schneeberg 237 244 245 254 255 256
Schönborn 90
Schönbrunn 218
Schönfeld 174 175
Schreckenberg 175
Schwartenberg 128
Schwarzbach 227 229 230 231
Schwarzenberg 230 231 237 238 239 240 242 243 244
Schwarzwassertal 192 193 231 237 240
Schweddey 154
Schweinitztal 131
Schweizertal 34 46
Sechs Ruten 27
Seerenteich 106 107
Seifen 193
Seiffen 129 131
Seifersdorf 113 114
Seitenhain 42 46
Siegmar 6 7 12 14
Silberemlerfelsen 229 231
Sonnenberg 151 154
Sonnenwirbelhäuser 185 193
Sophienstein 129 133 146
Sosa 246
Spechtritz 113
Spechtritzmühle 111 112 113
Spiegelwald 224 227 228 232
Spitzberghäuser 193
Stadtpark 221 223
Stein 42
Stein (Hartenstein) 234 235 236
Steinbach (am Auersberg) 248 249 250 253 258
Steinbach (Preßnitztal) 170
Steindl 146 147
Steingrün 172
Stelzendorf 6
Sternmühle 208 209 210 211
Stiefelmühle 196 200
Stille Liebe 107 108
Stollberg 224 226 235 237 256
Stößerfelsen 129 133 146
Struthwald 157 158
Stülpnerhöhle 216
Stürmer 118 119
Tabakstanne 224 225 226
Tannenmühle 13 14 16
Taurastein 34
Tellerhäuser 191
Tellkoppe 125
Teplitz 119 120 121
Teufelsmauer 141 142
Thalheim 224 225 226
Tharandt 104 106 107 108 110
Thierfeld 19
Thum 217 218 219
Totenstein 12
Tschoschl 151 152
Unverhofft Glück 111 113
~Via mala~ 83 85 86
~Via mala~ (Zschopautal) 164
Vogeltoffelfelsen 141
Vorderzinnwald 123
Waldenburg 49 50 53
Waldheim 77 87 89 90
Waldkirchen 136 137 162 163
Walthershöhe 218 219 220
Warmbad 143 144 167
Warteck 113 117
Waschleithe 232
Wechselburg 42 43 46 47 54
Weipert 179 187
Weißbach 168 169
Weißer Hirsch 148 150
Weißeritz 110 111
Weitersglashütte 250 251
Weiterswiese 251 253
Werlsberg 259
Westewitz-Hochweitzschen 73
Wettinhöhe 201 202
Wildbach 256
Wildenthal 247 248 249 250 257
Wilischthal 164 168 169
Willersdorf 129 130
Wind 14 16 17 221 222
Wittgensdorf 26 28 33
Wittigsthal 192 258
Witzschdorf 162
Wolfner Mühle 190
Wolfsgrün 254
Wolkenburg 49 50
Wolkenstein 137 138 167 168 169 217 218
Wolkensteiner Schweiz 167 168
Wünschendorf 136
Würschnitztal 224
Wüstenbrand 13 17
Zeisigwald 54 55 56 57 58 59 60 61
Ziegenberg 230
Ziegenrück 165 166
Zimmersacher 249 250 257
Zinnwald 119
Zöblitz 139 140 141 145
Zschoken 19
Zschopau 162 163
Zschopautal 144 154 162 163 164 165 166 167 168 169 174 205 211
Zschopenburg 81
Zschöpchen 82
Zweibach 191
Zwittermühl 193
Zwönitz 220 226 227 230 232 233
Zwönitztal 193 194 195 196 202 203 213 224
[Illustration]
[Illustration]
Druck von Hesse & Kaufmann, Chemnitz.
Weitere Anmerkungen zur Transkription
Offensichtliche Fehler wurden stillschweigend korrigiert.
Die Darstellung von Abteilungs- und Streckenstrichen wurde
vereinheitlicht. Die Anzeigen wurden hinter die Geschichte
verschoben. Die Berichtigungen S. 262 wurden eingearbeitet.
Korrekturen:
S. 5: Prießnitz → Preßnitz
Chemnitz, Flöha, Sehma, {Preßnitz},
S. 53: Agricula → Acricola
In Glauchau wurde 1494 Georg {Agricola}
S. 161: Gebietg → Gebiet
wird vom Volke aber das »Rauche {Gebiet}« genannt
S. 193: Baumblut → Baumblüte
gern zur Zeit der {Baumblüte} unternommen
S. 245: Max Sammlerstollen → Makus Semmlerstollen
radioaktiv, am stärksten im {Markus Semmler-Stollen}
S. 254: Wolfgangmassen → Wolfgangsmaßen
Rechts die Grube »{Wolfgangsmaßen}«
End of Public Domain Archive's Erzgebirgisches Wanderbuch, by Max Wenzel
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Thank you for reading!
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